Aktuell

Foto: Marcello Norbert

Im Alter von nur 63 Jahren ist die italienische Dramatikerin, Regisseurin, Schauspielerin, Produzentin, Lehrerin, die umfassende Theatermacherin und Kulturinitiatorin Sonia Antinori in Florenz an Krebs gestorben. Bis zuletzt hat sie an einem Vortrag gearbeitet; noch im Mai wurde das Stück The Hour at the Bottom, das sie gemeinsam mit der schwedischen Dramatikerin Matilda Klamas entwickelte, in Dresden und Göteborg gezeigt. Diese Internationalität war typisch für Sonia Antinoris Schaffen. Sie paarte sich mit einer großen Liebe zur Region der Marche, in deren Hauptstadt Ancona sie 2006 die Kulturorganisation MALTE (Musica, Arte, Letteratura, Teatro, Etc.) gründete und zu einem Ort der transkulturellen Vernetzung und Kreativität für Künstler:innen und Wissenschaftler:innen aus aller Welt machte, den sie bis zuletzt leitete; ihre preisgekrönte Arbeit reichte über verschiedene europäische Kooperationen bis hin zu Projekten in Kuba und im Senegal. 

Zum Verlag der Autoren stieß Sonia Antinori vor nunmehr 30 Jahren mit ihrem Theaterstück Il Sole DormeDie Sonne schläft, das kurz zuvor in Italien den Premio Riccione gewonnen hatte. Ein Stück, das von einer Familie deutscher Aussiedler aus Russland und deren Suche nach Identität und Heimat handelt, eine Geschichte, zu der die Autorin während ihres Studiums in Deutschland inspiriert worden war. „Es ist von düsterem Realismus und doch voller Poesie“, schrieben wir damals und waren uns sicher, es würde uns aus den Händen gerissen. Aber das geschah nicht. Und wenn wir auch regelmäßig in Verbindung waren, konnten wir tatsächlich in all den Jahren auf den Bühnen hierzulande nichts für Sonia Antinori erreichen. Stattdessen hat sie etwas für uns erreicht, durch die Übersetzung von Theaterstücken und Hans Thies Lehmanns Theorieklassiker Postdramatisches Theater, für dessen Veröffentlichung in Italien sie sich unermüdlich eingesetzt hat. Unermüdlich blieb Sonia Antinori bis zuletzt und unbeirrt in ihrem Glauben an die verbindende Kraft der Kultur und besonders des Theaters. 

Wir verabschieden uns in großer Dankbarkeit und Freundschaft.


Auf der Longlist für den Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreis 2026 stehen 3 Stücke des Verlags: PLAKATKINDER … ALS WÜRDEN SIE TANZEN von Lilly Axster ist ebenso für den Deutschen Kindertheaterpreis nominiert wie WOCHE - WOCHE von Lara Schützsack. Und in der Auswahl für den Deutschen Jugendtheaterpreis ist DER WIEDERGEFUNDENE FREUND von Lena Gorelik nach der gleichnamigen Novelle von Fred Uhlman.


© Lena Ures

„… gelingt es der Autorin, die vielen Facetten des Gefühls der Scham aufzublättern, das sich hier gleichermaßen mit Herkunft wie mit Aufstieg verbindet. Zum immer wieder aufblitzenden Humor dieses vielschichtigen Textes passen Malin Lamparters Inszenierungsideen“, so Felix Müller in der Berliner Morgenpost über das Gastspiel von GELBES GOLD von Fabienne Dür in der Produktion des Stadttheater Gießen bei den Autor*innentheatertagen in Berlin. Zusammen mit GEISTERSTÜCK ist GELBES GOLD auch im Buchhandel erschienen.


© Arthur Los

… übertitelt Thomas Krügler (Lippische Landes-Zeitung) seine Kritik zu Joanna Lewickas Inszenierung von KÖNIGIN LEAR von Tom Lanoye (Ü: Rainer Kersten) am Landestheater Detmold: “ein Abend von großer emotionaler Wucht, der Shakespeares düstere Familienapokalypse pointiert in die kalte Logik neoliberaler Machtstrukturen übersetzt.” Der Stücktext ist erschienen in der Theaterbibliothek.


… urteilt Barbara Grech (SR3) über Ulf Schmidts  SCHULD UND SCHEIN am Staatstheater Saarbrücken in der Regie von Raimund Widra: “Der Text von Ulf Schmidt unglaublich kenntnisreich, manchmal plakativ, aber mit ungemeinem Wortwitz. […] Selten wird man gleichzeitig so gut aufgeklärt und trotzdem bestens unterhalten.” Eine “begeistert gefeierte Premiere. Aber Vorsicht! Dieses ‘Geldstück’ hat Nebenwirkungen. Ihr Blick auf Banken und Finanzmärkte könnte sich für immer verändern.” Susanne Brenner, Saarbrücker Zeitung


Premieren

Salzburger Festspiele
Kri
R: Tanju Girişken
artENSEMBLE THEATER, Bochum
Die Nacht kurz vor den Wäldern
R: Susanne Hocke
Lausitz Festival GmbH
Hamlet, Prinz von Dänemark
R: Marcel Kohler
Schlosstheater Moers
Die Zofen
von Jean Genet
Deutsch von Simon Werle
R: Matthias Heße
Württembergische Landesbühne Esslingen
Als der Ring verloren ging
R: Dalila Niksic
Salzburger Landestheater
Antigone
von Sophokles
Deutsch von Peter Krumme
R: Sarah Henker

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