Aktuell

© Helga Kneidl

"Mit Emine Sevgi Özdamar zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine herausragende Autorin aus, der die deutsche Sprache und Literatur neue Horizonte, Themen und einen hochpoetischen Sound verdankt. Einst aus der Türkei ins geteilte Berlin gekommen, bereichert Özdamar seit über drei Jahrzehnten die deutschsprachige Literaturszene mit ihren Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, zuletzt mit dem Opus magnum 'Ein von Schatten begrenzter Raum'. Ungewohnte literarische Stilmittel und aus dem Türkischen inspirierte Sprechweisen prägen ihre multiperspektivischen Texte, die neben intimen persönlichen Erfahrungen ein breites Panorama deutsch-türkischer Geschichte entfalten − vom Ersten Weltkrieg über die Aufbruchstimmung der sechziger und siebziger Jahre bis in unsere Gegenwart. Emine Sevgi Özdamars Werk eröffnet einen zugleich intellektuellen wie poetischen Dialog zwischen verschiedenen Sprachen, Kulturen und Weltanschauungen, an dem wir lesend teilhaben dürfen." So begründet die Jury ihre Wahl.

Zu diesem renommiertesten Literaturpreis im deutschsprachigen Raum gratulieren wir Emine Sevgi Özdamar von Herzen und laden dazu ein, die Theaterfiguren der Autorin neu kennenzulernen: KARAGÖZ oder KELOGLAN IN ALAMANIA oder die Reisende PERIKIZI oder das kleine Mädchen NOAHI oder die drei Geschwister, die jung ihre Heimat verließen und nun, im Alter, erkennen, dass ihnen ein STERBEN IN DER FREMDE bestimmt ist.


... stehen Eirik Fauske mit seinem Kinderstück HUNDERTE KINDER IN WILDEM KAMPF (Ü: Elke Ranzinger) und Carina Sophie Eberle mit ihrem Jugendstück ELSE (SOMEONE). "Eirik Fauskes Stück erzählt formal und sprachlich überzeugend über den kindlichen Umgang mit dem Tod und ist vor allem verspieltes Plädoyer dafür, sich die Welt spielend zu erobern", heißt es in der Jurybegründung. Und über ELSE (SOMEONE) schreibt die Jury: "Mit Einfühlungsvermögen und sprachlicher Kraft übersetzt Carina Sophie Eberle Schnitzlers Novelle in unsere Gegenwart und zeigt, dass der Stoff immer noch hochaktuell ist." In beiden Kategorien sind jeweils 3 Stücke nominiert. Alle Nominierungen und die vollständigen Jurybegründungen finden sich auf der Website der ASSITEJ. Die Preisträger*innen werden am 10. November im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben und geehrt.


Auf der Auswahlliste für den Deutschen Kindertheaterpreis 2022 stehen drei Stücke aus dem Verlag: HUNDERTE KINDER IN WILDEM KAMPF von Eirik Fauske (Ü: Elke Ranzinger), AMANDA MANDEL von Marie-Hélène Larose-Truchon (Ü: Uli Menke) und WIE SCHNUPPEN VON DEN AUGEN von Stefan Wipplinger. In der Auswahl zum Deutschen Jugendtheaterpreis 2022 ist zudem ELSE (SOMEONE) von Carina Sophie Eberle. Die Preise werden am 10. November 2022 in Frankfurt am Main vergeben.


© Stefan Schugt

Am Freitag wurde Ulrich Hubs jüngstes Kinderstück (ab 6) LAHME ENTE, BLINDES HUHN am Theaterhaus Stuttgart uraufgeführt. Geschrieben für eine leere Bühne, kommt denn auch die Inszenierung von Katja Schmidt-Oehm "mit wenig Mitteln zu viel Wirkung": Sie brauche "nicht mehr als zwei Protagonisten in einem oben offenen Raum aus Pappwänden, um von Freundschaft, Selbsterkenntnis und der Kraft der Fantasie zu erzählen. […] Weitere Mitspieler sind das Licht und eingeblendete Landschaftsmotive." (Stuttgarter Zeitung) Am Ende langanhaltender Applaus. Für kommende Spielzeit sind weitere Premieren geplant, u.a. am tjg in Dresden in der Regie des Autors, an den Theatern Naumburg, Altenburg-Gera, Fürth, Aalen und St. Gallen. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Begegnung und beginnenden Freundschaft ist als Novellisierung auch als Kinderbuch (Illustrationen von Jörg Mühle) beim Carlsen Verlag erschienen. Die Stückfassung erscheint im nächsten SPIELPLATZ 35.

 


© Hans Jörg Michel

ICHICHICH heißt Marc Beckers Monodrama eines einfachen Angestellten, der im Wachsfigurenkabinett plötzlich seinem Ebenbild gegenübersteht: Ist er, ohne es bisher mitbekommen zu haben, etwa berühmt? Die Uraufführung hat Lukas T. Goldbach am Stadttheater Gießen inszeniert, mit David Moorbach in der multiplen Titelrolle. "Moorbach zelebriert die egomanische Nabelschau mit großer Wucht und viel Spaß am Exzess. Seine Parabel auf den Narzissmus unserer Zeit und die Sucht nach Berühmtheit(en) ohne wirkliche Substanz ist bitterböse entlarvend und packend anzuschauen. Der Generation Selfie hält er schonungslos den Spiegel vor." Karola Schepp, Gießener Allgemeine Zeitung


Premieren

Bettina Muckenhaupt, Köln
Lahme Ente, blindes Huhn
R: N.N.
Freilichtbühne Werne
Der Name der Rose
von Umberto Eco
in einer Fassung von Claus J. Frankl
R: Marius Przybilla / Holger Schulte
Meininger Staatstheater, Meiningen
An der Arche um acht
R: Gabriela Gillert
Maxim Gorki Theater, Berlin
Mother Tongue
R: Lola Arias
UA
DISK Theatre / student theatre / Academy of Dramatic Arts, Praha (CZ)
Blut am Hals der Katze
R: N.N.
Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken
Berenike
von Jean Racine
Deutsch von Simon Werle
R: Alice Buddeberg

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