Aktuell

© Charlotte Troll

In der Auswahl für das Festival “Augenblick mal!” 2027 steht Lena Goreliks Jugendstück EIN GLÜCKSDING in der Uraufführungs-Produktion des Theater der Jungen Welt Leipzig (R: Martina van Boxen). Das Festival für junges Publikum findet vom 13.-18. April 2027 in Berlin statt.


© Melina Moersdorf

Im Rahmen des Lampionfests Frankfurt fand in der Ernst-May-Siedlung die Uraufführung von Florian Wackers eigens zu diesem Anlass geschriebenen Auftragsstücks LICHT, LUFT, SONNE! statt. Wie schon in seinem 2024 erschienenen Erfolgsroman ZEBRAS IM SCHNEE beschäftigt er sich darin mit der Geschichte und der weitreichenden Bedeutung des ‘Neuen Frankfurt’ rund um dessen Protagonisten wie Ernst May und Martin Elsaesser. Die vier Darsteller:innen des Theaterhaus Ensemble unter der Regie von Rob Vriens “[…] schlüpfen in verschiedene Rollen, lassen Befürworter und Skeptiker zu Worte kommen”, so die FAZ: Das Ensemble „streut in die lehrreichen Dialoge immer wieder Songs ein, macht die Zeitreise in eine gar nicht so ferne Epoche sehr lebendig und lässt bei allem Jubel über die hundertjährige Erfolgsgeschichte nicht aus, […] dass spätestens mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Schluss war mit den Visionen von May und Elsaesser“. Auch in den kommenden Jahren soll die Inszenierung, die “keinen Moment lang wie ein trockenes Lehrstück wirkt” (FAZ), zu den Lampionfesten gezeigt werden und damit diese städtebaulich bedeutsame Episode erlebbar machen.


© Steffen Baraniak

Mit dem Winfriedpreis 2026 wird Nino Haratischwili ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis verleiht die Stadt Fulda jährlich an Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um Menschenrechte und um die Völkerverständigung in Europa verdient gemacht haben. Die Preisverleihung findet am 13.9. im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses statt. Die Laudatio hält der Osteuropa-Experte und FAZ-Redakteur Reinhard Veser. In der Jury-Begründung heißt es: "In ihren Werken greift Nino Haratischwili Themen aus der europäischen Geschichte auf, insbesondere beschäftigt sie sich mit den Konsequenzen des Zerfalls der Sowjetunion und des russischen Imperialismus. In ihrer Publikation 'Europa, wach auf!' positioniert sie sich klar für ein gemeinsames europäisches Denken sowie die Bewahrung der kulturellen und geistigen Errungenschaften und gibt so wichtige Gedankenanstöße für unsere westliche Gesellschaft.“ In der kommenden Spielzeit ist von Nino Haratischwili u.a. zu sehen: die Schweizer Erstaufführung von PENTHESILEA. EIN REQUIEM am Theater Biel Solothurn (P: 19.11.2026, R: Sophia Bodamer) sowie die Uraufführung von SACRED MONSTERS (PARTS OF MEDEA) in einer Koproduktion von Staatstheater Stuttgart, Elbphilharmonie Hamburg und Kölner Philharmonie (P: 8.5.2027, R: Nino Haratischwili)


© persona verlag

CAFÉ DU DÔME ist der Titel von Anna Gmeyners zweitem Roman, der 1941, wie zuvor schon MANJA, im Amsterdamer Querido Verlag erscheinen sollte. Das Originalskript jedoch wurde bei den deutschen Angriffen auf die Stadt mutmaßlich zerstört. Nun liegt Gmeyners großer Exilroman CAFÉ DU DÔME dennoch erstmals auf Deutsch vor - in einer Rückübersetzung (ebersbach & simon, Ü: Armin Strohmeyr), basierend auf einer damaligen englischen Lizenzausgabe. "Was für eine starke Wiederentdeckung! [...] Anna Gmeyner schreibt sehr sinnlich und detailreich. Die Autorin hat ein gutes Gespür für schöne Sprache und ist eine genaue Beobachterin. Der Roman ist perfekt konstruiert. Sie wartet mit steigender Spannung und einem überraschenden Plot auf. [...] Große Empfehlung." Martina Büttner, literaturleuchtet  “Es ist atemberaubend, wie komplex, politisch analytisch und empathisch die Autorin die Erzählung weiterentwickelt, ohne den roten Faden zu verlieren, und wie sehr dieser Roman, der einen bitteren, tragischen Kern umschließt, genau wie eine hoffnungsvolle Seite (sic, 1941), in der aktuellen Weltsituation Gültigkeit hat.” Sylvia Treudl,buchkultur  Vergleichbares gilt auch für Gmeyners Theaterstücke: AUTOMATENBÜFETT ist in der neuen Spielzeit weiterhin am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Deutschen Theater Berlin und am Landestheater Detmold zu sehen - und nachzulesen in der Theaterbibliothek.


© Heike Steinweg

Sasha Marianna Salzmann übernimmt zum Wintersemester 2026/2027 die Poetikdozentur “Neue deutsche Literatur” der Leibniz Universität und des Literaturhauses Hannover. In der Begründung des Auswahlgremiums heißt es: “Sasha Marianna Salzmanns Texte, Dramen und Essays sind genaue Beobachtungen der Gegenwart. Salzmann durchdringt gesellschaftliche und zwischenmenschliche Wirklichkeiten auf radikal eigene, ästhetisch formbewusste Weise. Erzählt wird von Diversität und Genderfluidität, von Migration, gesellschaftlichen Krisen und vom Fortwirken der Vergangenheit. Diese hinterlässt in Salzmanns Wahrnehmung ihre Spuren bis tief in die Gegenwart hinein – in Familienstrukturen, individuellen Biographien und geographischen Räumen. Die Arbeiten von Sasha Marianna Salzmann greifen politische Themen auf und verweigern sich doch eindeutigen Zuschreibungen. Ihre Kraft liegt gerade in ihrer Vielstimmigkeit, sprachlichen Hybridität und der Unvorhersehbarkeit des ästhetischen Ausdrucks. Individuelle und kollektive Erinnerung ist in Salzmanns Texten dabei stets unabgeschlossen und widersprüchlich, Identität in sich wandelbar und nie statisch. Aus dieser Bewegung heraus entsteht ein Werk, das politisch wach und sprachlich hochsensibel ist und das der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und dem Theater der Gegenwart entscheidende Impulse verleiht.” Von Sasha Marianna Salzmann zuletzt bei uns erschienen ist: DANJA, MEIN DEMENTES JAHRHUNDERT.


Premieren

Thalia Theater, Hamburg
Der Menschenfeind
R: Jette Steckel
Württembergische Landesbühne Esslingen
Als der Ring verloren ging
R: Dalila Niksic
Salzburger Landestheater
Antigone
von Sophokles
Deutsch von Peter Krumme
R: Sarah Henker
Deutsche Bühne Ungarn / Szekszard sowie mobil ungarnweit, Szekszard (HU)
Lahme Ente, blindes Huhn
R: Maya Fanke
Schlosstheater Celle
Bezahlt wird nicht
R: Alexander von Säbel
Staatstheater Regensburg
Die Ehe der Maria Braun
R: Tim Egloff

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