Aktuell

Für ihr Romandebüt MITTELBERGE (Stroux Edition) wird Kerstin Specht mit dem Tukan-Preis der Stadt München 2026 ausgezeichnet. Für die Schilderung eines kargen Dorflebens habe die Autorin eine neue, passende Sprache gefunden, so die Jury. Der mit 8000 Euro dotierte Preis wird am 30. November im Literaturhaus München verliehen. Am 11.4.2027 folgt die Uraufführung von Kerstin Spechts neuem Theaterstück ZUM STERBEN SCHÖN am Bayerischen Staatsschauspiel München in der Regie von FX Mayr.


Heute vor 50 Jahren, am 6.10.1976, wurde SCHWEIG, BUB! von Fitzgerald Kusz im damals noch so firmierenden Volkstheater Nürnberg uraufgeführt, in der Regie von Friedrich Schirmer. Was seinerzeit niemand zu träumen gewagt hätte: Das Stück stand anschließend allein in Nürnberg 34 Jahre lang und in mehr als 700 Vorstellungen auf dem Spielplan. Das Nürnberger Theater wechselte in dieser Zeit gleich mehrfach seinen Namen – als Konstante blieb: SCHWEIG, BUB! 
Kusz' Erfolgsstück wurde in mehr als 150 Inszenierungen im In- und Ausland gezeigt und in 15 Mundarten übersetzt - und vom Autor selbst “sogar” ins Hochdeutsche, nachzulesen im Band der Theaterbibliothek. Die fränkische Originalfassung ist zum Jubiläum bei ars vivendi erschienen. Eine feierliche Veranstaltung am Staatstheater Nürnberg ist für den 19. Dezember geplant. Zuvor schon, am 29. Oktober, tritt Fitzgerald Kusz mit den Nürnberger Symphonikern auf in “Der beste Kusz. 50 Jahre Schweig, Bub!”. Und am 11. November, 18 Uhr, wird aus Anlass des Jubiläums eine Kusz-Ausstellung des Nürnberger Stadtarchivs in der Norishalle eröffnet.


© Steffen Baraniak

Mit dem Heine-Preis 2026 wird Nino Haratischwili geehrt. Die mit € 50.000,-- dotierte Auszeichnung gehört zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland. In der Jury-Begründung heißt es: "In ihrem vielschichtigen und substanziellen Schaffen verbindet [Nino Haratischwili] persönliche Lebensgeschichten mit großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen Europas. Ganz im Sinne Heinrich Heines tritt sie leidenschaftlich für den europäischen Gedanken, Freiheit und Grundrechte der Menschen ein, über nationale und kulturelle Grenzen hinweg. Dabei macht die aus Georgien stammende Autorin die Erfahrungen von Diktatur, Repression und Zensur im postsowjetischen Raum für ein internationales Publikum sichtbar. Nino Haratischwili erinnert daran, dass Menschenrechte und demokratische Freiheit keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern immer wieder verteidigt werden müssen." Die Verleihung findet traditionell rund um Heinrich Heines Geburtstag am 13. Dezember statt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Ur-und Erstaufführungen in dieser Spielzeit: 19.11. PENTHESILEA. EIN REQUIEM am Theater Biel Solothurn, R: Sophia Bodamer (CH-EA) und 8.5.27 SACRED MONSTERS am Staatstheater Stuttgart, R: Nino Haratischwili (UA).


© Charlotte Troll

Im Auftrag des Jungen Theater Heidelberg hat Lena Gorelik Lessings NATHAN DER WEISE für Jugendliche ab 12 Jahren überschrieben, nach heute geholt und “daraus ein zeitgemäßes Plädoyer für Toleranz gemacht” (Deutschlandradio Kultur). So “befinden sich die Figuren nicht etwa in Jerusalem Ende des 12 Jahrhunderts, sondern in der Zeit der Handys, Airpods und Anglizismen”, schreibt Emilia Brenneis in der Rhein-Neckar-Zeitung: Und die UA-Inszenierung in der Regie des neue Spartenleiters Kristo Šagor scheue sich nicht, "ernste Themen in einen humorvollen Kontext zu setzen und klingt zu keinem Zeitpunkt ansatzweise belehrend. All diejenigen, denen die Schullektüre zu langweilig war, werden von ‘Nathan der Weise’ am Theater Heidelberg überrascht werden.”


© persona verlag

CAFÉ DU DÔMEist der Titel von Anna Gmeyners zweitem Roman, der 1941, wie zuvor schon MANJA, im Amsterdamer Querido Verlag erscheinen sollte. Das Originalskript jedoch wurde bei den deutschen Angriffen auf die Stadt mutmaßlich zerstört. Nun liegt Gmeyners großer Exilroman CAFÉ DU DÔME dennoch erstmals auf Deutsch vor - in einer Rückübersetzung (ebersbach & simon, Ü: Armin Strohmeyr), basierend auf einer damaligen englischen Lizenzausgabe. „Was für eine starke Wiederentdeckung! [...] Anna Gmeyner schreibt sehr sinnlich und detailreich. Die Autorin hat ein gutes Gespür für schöne Sprache und ist eine genaue Beobachterin. Der Roman ist perfekt konstruiert. Sie wartet mit steigender Spannung und einem überraschenden Plot auf. [...] Große Empfehlung." Martina Büttner, literaturleuchtet. „Es sind vor allem ihre hingebungsvollen Milieustudien und Typenbeschreibungen sowie die greifbare Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens, die dieses Buch zu einem so fesselnden Zeitdokument einer Exilautorin machen“ Hanna Schneck, ekz.bibliotheksservice. „Es ist atemberaubend, wie komplex, politisch analytisch und empathisch die Autorin die Erzählung weiterentwickelt, ohne den roten Faden zu verlieren, und wie sehr dieser Roman, der einen bitteren, tragischen Kern umschließt, genau wie eine hoffnungsvolle Seite (sic, 1941), in der aktuellen Weltsituation Gültigkeit hat.” Sylvia Treudl,buchkultur  Vergleichbares gilt auch für Gmeyners Theaterstücke: AUTOMATENBÜFETT ist in der neuen Spielzeit weiterhin am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Deutschen Theater Berlin und am Landestheater Detmold zu sehen - und nachzulesen in der Theaterbibliothek.


Premieren

Croatian National Theatre Varaždin, Varaždin (HR)
Jagdszenen aus Niederbayern
R: Paolo Magelli
Bühnen Halle
Der Name der Rose
von Umberto Eco
in einer Fassung von Claus J. Frankl
R: Christoph Werner
Magyar Theater – Jugend- und Familientheater (Magyar Színház – Ifjúsági- és Családi Színház), Budapest (HU)
An der Arche um acht
R: Balogh Benjámin e.h.
Theater der Altmark, Stendal
An der Arche um acht
R: Urs Schleiff
Orlai Produkció / 6SZÍN Teátrum, Budapest and throughout Hungary (HU)
Pärchenabend
R: Károly Ujj Mészáros
Groupe Nous, Zürich
Vrenelis Gärtli
von Tim Krohn
R: Jonathan Bruckmeier / Patrick Slanzi

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