Aktuell

© Steffen Baraniak

Die Griechen vor den Mauern Trojas: Der Kampf der Systeme ist zum Stellungskrieg geworden, als das Volk der Amazonen vor dem Heerlager erscheint. Die Amazonen sind stolze Kämpferinnen – an ihrer Spitze: Königin Penthesilea auf der Suche nach dem einst glänzenden Helden Achill. Sie, die das nicht darf, liebt ihn. Und er, der das nicht sagen kann, liebt sie. Beide sind des Mordens müde. Aber der Krieg ist größer als jede Heldin und jeder Held. Und so entspinnt sich ein unerbittliches Spiel aus Liebe und Tod, während die Schlachtfelder ringsum zum Leben erwachen. PENTHESILEA. EIN REQUIEM ist der zweite Teil von Nino Haratischwilis Theater-Trilogie über starke Frauenfiguren aus der griechischen Mythologie. Die UA am 23.2. am Deutschen Theater Berlin inszeniert die Autorin selbst. Pünktlich zur Premiere erscheint der Text zudem als Band in der Theaterbibliothek. Unterdessen ist der erste Teil der Trilogie, PHÄDRA, IN FLAMMEN, nach den Produktionen an Berliner Ensemble/Ruhrfestspielen und Burgtheater Wien ab 15.3. auch am Schauspiel Frankfurt (R: Max Lindemann) zu sehen.


© Yuri van der Hoeven

In der Regie von Christoph Macha ist Anna Carliers KRONE (Ü: Christine Bais) an den Bühnen Halle zum ersten Mal in deutscher Sprache zu sehen. Mit Wortwitz, einem anarchistischen Ton und einer musikalisch-rhythmischen Sprache untersucht das Stück für Kinder ab 6 Jahren das Verhältnis von kindlichem und erwachsenem Weltverständnis und die damit verbundenen Machtstrukturen. "Macha hat schöne Bilder gefunden, das Spiel ist tänzerisch leicht und komisch auch." Mitteldeutsche Zeitung, Andreas Montag


Der Verlag der Autoren und die Autorenstiftung Frankfurt trauern um um Frank-Patrick Steckel, der am 25. Januar im Alter von 80 Jahren in Berlin gestorben ist. Als Theatermann war Steckel ein Allrounder: Dramaturg, Regisseur, Intendant, Kritiker und Übersetzer. Uns war er vor allem durch seine von ihm als Lebensaufgabe betrachtete Shakespeare-Übertragung verbunden. Er hat für die Gassenhauer von HAMLET bis ROMEO & JULIA einen neuen Ton gefunden und Werke wie KÖNIG CYMBELINE und LEBEN UND STERBEN DES KÖNIGS JOHN für die Bühne wieder erfahrbar gemacht, 15 Stücke insgesamt.  2013 erhielt er hierfür den Preis der Autorenstiftung. Die Jury würdigte "die philologische Akribie und die sinnliche Strenge, mit denen sich der Übersetzer und Regisseur seit Jahrzehnten jenseits aller Tagesmoden auch den unbekannteren Dramen Shakespeares widmet" und "mit seinem Schaffen das Theater prägt und immer wieder herausfordert". Zuletzt entdeckte Frank-Patrick Steckel Lord Byron als Theaterautor wieder und übersetzte 2022 dessen Tragödie SARDANAPALOS. Beharrlich, wie er war, wird er die Beschäftigung mit Byron, und natürlich Shakespeare, fortsetzen, wo auch immer er jetzt ist.


© Sinje Hasheider

Am Deutschen Theater Göttingen fand die UA von Carina Sophie Eberles Kinderstück DER TRAUM VON DER GLÄNZENDEN ZUKUNFT (8+) statt, in der Regie von Lucia Reichard. "Das Stück bietet eine Stunde lang Unterhaltung und Denkanstöße – nicht nur für die Generation Z. […] Drei tolle Schauspieler erzählen eine Geschichte davon, dass Angst als Antrieb im Kampf für eine bessere Zukunft etwas Gutes sein kann. Dafür gab es reichlich Applaus vom Publikum. Und Hoffnung. Was will man mehr?" Britta Bielefeld, Göttinger Tageblatt  Der Stücktext ist, zusammen mit ELSE (SOMEONE) (Deutscher Jugendtheaterpreis 2022), in einem Band der Theaterbibliothek erschienen.


Unter die 10 besten Stücke des virtuellen nachtkritik-Theatertreffens 2024 haben es Martin Sperrs  JAGDSZENEN in Julia Prechsls Inszenierung am Theater Magdeburg geschafft. In der Begründung der Nominierung heißt es: „Das Stück über die Ausgrenzung von als anders empfundenen Menschen, das gemeinschaftsstiftende Produzieren von Außenseitern und die Terrorherrschaft all dessen, was als ‚normal’ empfunden wird, ist sowohl als Text als auch in der Inszenierung sensationell zeitlos und wahr. Figuren, Bühne und Musik gehen brachial nah; alles, was Liebe ist oder die Sehnsucht, einander nah zu sein, wird zerstört durch eine post-faschistische Gesellschaft in einem Dorf nach dem Krieg, die zugleich schon wieder eine prä-faschistische ist.“ (Christian Muggenthaler) Sperrs ganze BAYRISCHE TRILOGIE ist in der Theaterbibliothek erschienen.


Premieren

Theater am Werk, Wien
Im Menschen muss alles herrlich sein
R: Mirja Biel
A-EA
Deutsches Theater Berlin
Penthesilea. Ein Requiem
R: Nino Haratischwili
UA
Hans Otto Theater, Potsdam
Der Menschenfeind
R: Milena Paulovics
Staatsschauspiel Dresden
Mamma Medea
von Tom Lanoye
Deutsch von Rainer Kersten
R: Lilja Rupprecht
FigurenTheater St. Gallen
Löwenherzen
R: Frauke Jacobi
Münchner Volkstheater
Maria Magda
R: Jessica Weisskirchen

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