Aktuell

© Charlotte Troll

Den mit 20.000 Euro dotierten Preis der Literaturhäuser 2026 verleiht das Netzwerk der Literaturhäuser an Lena Gorelik. Sie sei nicht nur eine vielfach ausgezeichnete Autorin, sondern nutze die Möglichkeiten der Literatur und des Veranstaltungsbetriebs, um auf gesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren. Die Preisverleihung findet am 19. März 2026 im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.


Ein gefundenes Schauspielerfressen nennt Georg Kasch (Berliner Morgenpost) Patrick Wengenroths Theateradaption von Rainer Werners Fassbinders Film WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE, der den “Filmbetrieb in all seiner Rohheit” zeige. Am TD in Berlin wurde der Stoff erstmals auf die Bühne gebracht. “Detailliert wie das Bühnenbild ist auch das körperbetonte Spiel des Ensembles. Die Bewegungen werden ausgestellt, wie die Fassbinder-Sprache, rotzige Direktheit mischt sich mit poetischen Höhenflügen, die immer wieder in Ausfälle und Beleidigungen kippt. Kunst und Gewalt liegen hier nahe beieinander. [… Die Spieler:innen] nutzen die ganze Klaviatur des Schauspiels, das ist ein großes Vergnügen.” Iven Yorick Fenker, nachtkritik


© Laëtitia Kotto Kotto Mouyema

Als eine von drei Autorinnen wird Lili Roesing mit dem Dorst-Ehler-Preis 2026 ausgezeichnet für ihr Kurzstück ASA UND MO // PLATZWUNDEN. Die Texte aller Preisträgerinnen werden im Rahmen des Dorst-Ehler-Werkstattfestivals vom 23. bis 26. April 2026 am ETA Hoffmann Theater Bamberg in Werkstattformaten präsentiert. Im April erscheint derweil Lili Roesings Jugendstück RÜCKENSCHWIMMEN im neuen SPIELPLATZ-Band.


© Fabian Raabe

Es habe das “Potenzial, zu einem zukünftigen Klassiker des Jugendtheaters zu werden”, so die Kronen Zeitung über Stefan Wipplingers Jugendstück KRI, das nun am Grazer next liberty-Theater, entstanden als Koproduktion mit dem Theater am Ortweinplatz (TaO!) und dem Landestheater Marburg, uraufgeführt wurde. Das Stück um das Mädchen Kri, das sich in einer verlassenen Bushaltestelle einrichtet und damit unterschiedlichste Reaktionen der Dorfgemeinschaft provoziert, gewann 2025 den Retzhofer Dramapreis (gemeinsam mit Fabienne Dürs LÖWENSCHWESTER). “Bravourös inszeniert von TaO!-Intendant Manfred Weissensteiner, musikalisch fein aufbereitet von Felix Klengel stieß die Uraufführung […] auf helle Begeisterung”, so die Kleine Zeitung. “Der Abend tut dabei etwas Seltenes: Er zeigt die Gemeinheit des Reflexes, aber er lässt auch die Tür offen für die andere Entscheidung. Und das wird erfreulich leichtfüßig erzählt: mit Witz und Musik und ohne lautstark ‘Botschaft!’ zu schreien.” KUMA  Die Zweitinszenierung wird bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Tanju Girişken gezeigt (P: 23.7.26).


© Lena Ures

Am Zimmertheater Tübingen wurde Fabienne Dürs neues GEISTERSTÜCK, in der Regie von Tobias Schilling, uraufgeführt. Im Zentrum des während ihrer Hausautorinnenschaft in der Spielzeit 24/25 entstandenen Stücks steht eine heruntergekommene Geisterbahn im Erdgeschoss einer Shopping-Mall. „Dür ist eine der klugen, gesellschaftskritischen Stimmen ihrer Autor:innengeneration. Im ‚Geisterstück‘ blickt sie hinter die hippe Fassade der gescheiterten Träumer:innen. Sie wollen dem Mief entfliehen, aber sehen das Licht am Ende des Tunnels nicht. Fabienne Dürs Stärke ist, die Entwicklung ihrer Figuren klug und sensibel nachzuzeichnen. […] Mit den drei starken Schaupieler:innen erfasst Regisseur Tobias Schilling auch die Tiefenschichten von Fabienne Dürs Text. Die Reisen, die ihre Figuren ins eigene Unterbewusstsein unternehmen, haben etwas Magisches. […]  In der Geisterbahn verhandelt Fabienne Dür die Zukunftsängste einer Generation, die nicht die letzte sein will.“ Elisabeth Maier, Theater der Zeit  “Das ‘Geisterstück’ trumpft manchmal mit makabren Gags auf, mit schrägen Reimen, spricht auch vom wahren Horror, vermischt Trauer und Komik. Vor allem aber interessiert es sich für die skurrilen Charaktere, die am Ort des unwirklichen Schreckens Zuflucht suchen, für ihre Träume, Hoffnungen, Gebrochenheiten, weckt Sympathien für diese Außenseiter.” Reutlinger General-Anzeiger “[Das Stück] lebt von Wortwitz, Clownerien, den Einblicken ins kriselnde Leben der Protagonisten, ihren (nie restlos geklärten) Beziehungen zueinander und wie sie sich auf der Bühne spiegeln. Da gelingen dieser Inszenierung Tobias Schillings ein paar große Momente im Kleinen.” Schwäbisches Tagblatt
Eine Buchausgabe von GEISTERSTÜCK, zusammen mit GELBES GOLD, erscheint im Februar.


Premieren

Teatr MASKA, Rzeszow (PL)
Arschbombe verboten
R: Agata Kucińska
Stadttheater Gießen
Frau Yamamoto ist noch da
von Dea Loher
R: Meera Theunert
Landestheater Coburg
Phädra, in Flammen
R: Lucia Reichard
Schauspielhaus Bochum
Die Gehaltserhöhung
von Georges Perec
Deutsch von Eugen Helmlé
R: Albrecht Schroeder
Theater Freiburg
Hamlet, Prinz von Dänemark
R: Julia Riedler
Bühnen Bern
Die Orestie des Aischylos
von Aischylos
Deutsch von Peter Stein
R: Anja Behrens

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