Aktuell

© Alexander Paul Englert

Eine "umjubelte Uraufführung'" (Steve Kuberczyk-Stein, HNA) erlebte Dea Lohers Kindertheaterdebüt BÄR IM UNIVERSUM am Staatstheater Kassel (R: Martina van Boxen): Die traurige Realität des Klimawandels greife Loher dabei "hintergründig auf, verpackt sie aber mit kindgerecht leichter Hand", indem sie ihre Figuren mit Witz und Liebenswürdigkeit ausstatte - "die Uraufführung begeisterte". Nächste Premiere des Stücks: Theater Konstanz, 11.4.2021, R: Rosmarie Vogtenhuber.


Sebastian Nüblings multimediale Uraufführung einer coronabedingt gekürzten Fassung von Kevin Rittbergers neuem Stück SCHWARZER BLOCK am Maxim Gorki Theater provoziert kontroverse, teils heftige Reaktionen. Nübling und Rittberger treffen einen Nerv in Zeiten von Halle und Hanau, von Reichsflaggen vor dem Deutschen Bundestag. Rittbergers große und vielschichtige Collage von „Stimmen aus der Vergangenheit und Gegenwart antifaschistischer Aktion“ (Freitag) "hat einen deutlich erkennbaren Kern. Und der ist, dass die Gewalt von rechts den entsprechenden Widerstand auf den Plan ruft.“ (Junge Welt). Der vollständige Stücktext ist auf der Webseite des Maxim Gorki Theaters nachzulesen, ein Gespräch des Autors mit Timo Grampes gibt es im dlf-Podcast „Kompressor“. Die nächsten, allesamt ausverkauften, Vorstellungen finden mit „Politischen Nachgesprächen“ statt, zu dem jeweils andere Aktivist*innen geladen sind.


© Alexander Paul Englert

Mit dem diesjährigen Samuel-Bogumil-Linde-Preis werden Dea Loher und die polnische Schriftstellerin und Dramatikerin Dorota Masłowska ausgezeichnet. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis wird jährlich an eine*n deutsche*n und eine*n polnische*n Autor*in verliehen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 29. Göttinger Literaturherbstes am Sonntag, 18. Oktober, auf dem Sartorius Campus statt. Über den Link literaturherbst-on-air.com/samuel-bogumil-linde-preis wird sie als Video-Livestream bzw. Videostream kostenlos abrufbar sein.
Derweil bringt das Staatstheater Kassel die Uraufführung von Dea Lohers erstem Kinderstück heraus: Premiere von BÄR IM UNIVERSUM ist am 13. September in der Regie von Martina van Boxen.


© Havanna Scriva

Nach den Dramatisierungen in Stuttgart und Rotterdam hat nun auch das Theater Bremen Anke Stellings preisgekrönten Roman SCHÄFCHEN IM TROCKENEN (Preis der Leipziger Buchmesse 2019) für die Bühne adaptiert. Regie führte Nina Mattenklotz. "Während Stellings Roman ein herrlich scharfer Blick zurück im Zorn ist, bringt ihn die Bremer Dramatisierung als Selbstermächtigungsversuch eines Aufsteigerkindes auf den Punkt. Ratlos, aber keineswegs resigniert." Jens Fischer, nachtkritik  "Dramaturgin Simone Sterr hat aus dem 266-Seiten-Roman eine Fassung destilliert, die die wichtigsten Szenen elegant ineinanderfließen lässt. [... Hauptdarstellerin] Karin Enzler nimmt das Publikum mit in alle Gefühlszustände ihrer Figur, ist mal wütend, immer wieder verunsichert, verzweifelt, ratlos und sehr einsam." Iris Hetscher, Weser-Kurier


Vor fast 50 Jahren kam der Wuppertaler mit seinem ersten Stück in den Verlag: RHEINPROMENADE, ein Gesellschaftsstück, das zu einem Überraschungserfolg wurde, denn Karl-Otto Mühl zählte nicht zur damaligen Theater-Szene: Er hatte und behielt den Beruf des Exportkaufmanns. Die Figuren, die seine über dreißig Stücke, Hörspiele und Filme bevölkern, ihr Arbeitsumfeld, ihre Nöte, Träume, Hoffnungen und Verstrickungen kannte er aus nächster Nähe, aus der Fabrik, in der er bis zu seiner Pensionierung tätig war. "Ich glaube", so sagte Mühl einmal, "man braucht zum Schreiben wirklich Material. Und, das ist wichtig: ich muss nicht schreiben. Schreiben ist für mich eine gesteigerte Form von Leben – kein Ersatz." Er war bodenständig, menschenfreundlich und humorvoll - seine erfahrene, besonnene Stimme wird uns sehr fehlen. Heimlich hatten wir gedacht, dass er unsterblich sein müsse.


Premieren

Theater Pforzheim
Die Zofen
von Jean Genet
Deutsch von Simon Werle
R: Marek Bednarsky
Württembergische Landesbühne Esslingen
Satelliten am Nachthimmel
von Kristofer Grønskag
Deutsch von Nelly Winterhalder
R: Jan Müller
Luzerner Theater
Der Kirschgarten
R: Christos Passalis und Angeliki Papoulia
Theater Lüneburg
Pinguine können keinen Käsekuchen backen
R: Sabine Bahnsen
ETI, Europäisches Theaterinstitut Berlin
Szenen der Freiheit
R: Stefan Nolte
Theater Freiburg
Elektra
von Sophokles
Deutsch von Peter Krumme
R: Malgorzata Warsicka

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