Aristophanes

geboren vermutlich um 448 v. Chr. in Athen. Es ist wenig über sein Leben bekannt. 430-428 v. C. erhielt er wohl eine Ausbildung zum Dramatiker und begann erste Stücke zu veröffentlichen. 426 v. C. verspottet er in einer Satire Kleon, die graue Eminenz der attischen Politik, der ihn daraufhin wegen Beleidigung des Volkes anklagte und sogar den Versuch unternahm, seine athenische Bürgerschaft anzufechten. Um 406 v. C. wird eine seiner Komödie bei den Lenäen zum zweiten Mal aufgeführt, eine herausragende Auszeichnung, die keinem anderen Dichter zuteil wurde. Insgesamt gewann er sechsmal die Dionysien und die Lenäen. Wahrscheinlich ist er etwa um 385 v. C. in Athen verstorben.


Werke

in einer Fassung von Amanda Lasker-Berlin
5D-3H (+ Frauen-/Männerchor)
UA: Bad Hersfelder Festspiele, 3.7.2026. R: Marlene Anna Schäfer
Krieg, Widerstand und die Fantasie vom Frieden: Im Auftrag der Bad Hersfelder Festspiele und unter der neuen, zweiten Intendanz von Elke Hesse hat Amanda Lasker-Berlin Aristophanes’ Komödie neu gedacht. In LYSISTRATA ODER DIE FANTASIE VON FRIEDEN verlegt sie das Geschehen an einen einzigen Schauplatz: die zerstörte Stadt. Während Athen und Sparta einen scheinbar endlosen Krieg führen, schmiedet Lysistrata gemeinsam mit der Spartanerin Lampito und Frauen aus den verfeindeten Lagern einen Plan, das schier Unmögliche zu erreichen: den Frieden. Mit einem öffentlichkeitswirksamen Sexstreik allein geben sie sich jedoch nicht zufrieden: Sie beschlagnahmen die Kriegskasse, besetzen die Akropolis und mischen die politische Landschaft auf. In hitzigen, komischen und überraschend aktuellen Debatten kämpfen sie erst darum, vom Frieden zu träumen und ihn dann möglich zu machen.
Mit Tempo und Witz, nuanciert und hintersinnig portraitiert Amanda Lasker-Berlin antike Aktivistinnen und ihre unterschiedlichen Beweggründe, nimmt ihre wortreich erlahmende Hingabe aufs Korn und erzählt zeitübergreifend und universell von Krieg, Diplomatie, Hass und dessen Überwindung.
5D-3H (+ Frauen-/Männerchor)
Deutsch von Peter Krumme
4D-6H (+ Chor)
UA der Übersetzung: Staatstheater Karlsruhe, 26.3.1992. R: Wolfram Mehring
In der Überzeugung, "dass die schlichte Wiedergabe des Originals den heutigen Theatermachern und -besuchern kaum noch zu erreichen vermag", so Peter Krumme, habe er die Komödie von Aristophanes "übersetzt und für Zeitgenossen des späten 20. Jahrhunderts zubereitet", und man muss ergänzen: Wie in seinen anderen, längst berühmten Übertragungen griechischer Klassiker hat er die formale und atmosphärische Eigentümlichkeit des Textes bewahrt.
Mit der LYSISTRATE setzt Peter Krumme seine Auseinandersetzung mit den Klassikern der griechischen Antike fort. Sophokles' ANTIGONE und die MEDEA von Euripides sind in seinen Übersetzungen aus den Spielplänen der deutschsprachigen Bühnen nicht mehr wegzudenken.
4D-6H (+ Chor)
in einer Fassung von Frank-Patrick Steckel
2D-3H (+ Chor)
UA der Bearbeitung: theaterlabor bremen, 26.2.2009. R: Frank-Patrick Steckel
Aristophanes' PLUTOS wurde 388 in einer zweiten Fassung aufgeführt – die Fertigstellung der Komödie mag früher gelegen haben. Gründe für die Neufassung sind nicht überliefert, ebenso wenig der erste Text. Das Thema der Komödie ist hochaktuell, denn PLUTOS handelt von der Verteilung materieller Güter zwischen Arm und Reich und somit letztlich von Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Weil Plutos, der Gott des Reichtums, blind ist, kann er nicht sehen, wie schreiend ungerecht er seine Gaben
2D-3H (+ Chor)