
Maksim Gorkij (Gorki)
Werke
Barbaren
(Varvary)
Deutsch von Peter Urban
8D-14H
UA der Übersetzung: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 12.10.1972. R: Dieter Giesing
BARBAREN handelt von dem Zusammenprall einer neuen Zeit, der technischen Revolution, mit der alten, stillstehenden. Szene: eine russische Kleinstadt, in die zwei Ingenieure kommen, um den Bau der Eisenbahn vorzubereiten und die Zivilisation in das Land der "Barbaren" zu tragen, in das hinterwäldlerische Milieu eines heruntergekommenen Adels und korrupten Beamtentums. Oder sind die Neuerer die Barbaren, die "dieses ganze Idyll zerfetzen" werden: der amoralische Ingenieur Zyganow und der so aufbaufreudige, aber gefühlsgrobe Tscherkun? Wieder verflicht Gorkij die Motive, die Handlungen und Stimmungen: Arbeit und Amüsement, Liebesbeziehungen, philosophisches Räsonnement; am Ende ein Entlarvungs-Tanz der Kleinstädter und die grelle Katastrophe der Liebe. Romantische, groteske und melodramatische Bilder über den Konflikt zwischen dem patriarchalischen, "hölzernen" und dem kapitalistischen, "eisernen" Russland.
8D-14H
Die falsche Münze
(Falrivaja moneta)
Deutsch von Peter Urban
5D-7H
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Bochum, 19.2.1972. R: Alfred Kirchner
Das Stück schildert die grotesken Vorgänge um einen (fiktiven oder echten?) Nachlass, die unter sozialen Randexistenzen ausgetragen werden. Turbulenzen um Geldgier, Geschäfte, Liebesaffären und Kriminalität...
5D-7H
Die Letzten
(Poslednie)
Deutsch von Andrea Clemen
7D-6H
UA der Übersetzung: Staatliche Schauspielbühnen Berlin, 30.9.1973. R: Ernst Schroeder
Ein Drama vom Ende einer Familie in der zaristischen russischen Provinz: Verwirrt reagiert die Familie eines korrupten Polizeimeisters auf die ringsum aufwachsenden Zeichen einer bevorstehenden neuen Zeit: die einen blind-egoistisch, die anderen romantisch. Gorkij beschreibt die Krankheit eines absterbenden Systems mit dem Elan eines Pamphlets. Aber seine humane Kraft bewahrt ihn davor, ein simples Schwarz-Weiß-Gemälde zu malen. Die von Andrea Clemen "in einem präzisen Alltagsjargon" (Neue Hannoversche Presse) angefertigte Übersetzung wurde für die Berliner Festwochen in Auftrag gegeben. Seither hat sich die Fassung in zahlreichen Nachinszenierungen bewährt.
7D-6H
Feinde
(Vragi)
Deutsch von Peter Urban
8D-15H
UA der Übersetzung: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 3.4.1974. R: Ulrich Heising
Das Stück schildert den harten Konflikte zwischen den Unternehmern einer Fabrik in einer russischen Provinzstadt mit ihrer Arbeiterschaft, die auf Unterdrückung und Ausbeutung mit Meuterei und schließlich mit organisiertem Widerstand reagieren. Ein Rückblick auf die Zeit vor der gescheiterten Revolution von 1905: Gorkij, inzwischen in der Emigration, verwertet die Einsichten, die der Rückfall in die Reaktion ihm vermittelt hat. Er zeigt den Konflikt zum ersten Mal entschieden als Klassen-Konflikt: einen Arbeitskampf, zeigt revolutionär gesonnene Arbeiter, einen Berufsrevolutionär, dagegen gestellt die kapitalistischen Fabrikbesitzer und die, von denen sie (noch) gestützt werden, Politoffiziere und Generäle.
8D-15H
Kinder der Sonne
(Deti solnca)
Deutsch von Andrea Clemen
7D-9H
UA der Übersetzung: Wuppertaler Bühnen, 3.10.1973. R: Günter Ballhausen
Der abstrakte Humanismus in einer rohen Zeit als Komödienstoff: Gorkij sah dies Stück, das mit Selbstmord, Pogrom und Wahnsinn endet, dennoch als Lustspiel. Kühn vermischt er die tragischen und komischen Elemente. Der Verzweiflung stellt er Optimismus entgegen, den Auflösungen eine sich festigende Liebesbeziehung, und den komischen Figuren - das Stück spielt unter ganz auf sich selbst fixierten Künstlern und Wissenschaftlern - konfrontiert er die Vorwärtsweisenden. Ein Stück, im Gefängnis geschrieben, das grimmig auf die Gegenwart, aber lachend in die Zukunft blickt.
7D-9H
Kleinbürger
(Meščane)
Deutsch von Andrea Clemen
7D-8H
UA der Übersetzung: Landestheater Linz, 12.10.1974. R: Ulrich Hoffmann
Gorkij entwirft in diesem Stück den Gegensatz zwischen der vermeintlichen Sicherheit eines kleinstädtischen Lebens und den Anforderungen der modernen (Arbeits-)Welt. Die KLEINBÜRGER wurden in "der vorzüglichen Übersetzung von Andrea Clemen" (Neue Zeit) bereits an großen Theatern von Braunschweig bis Wien, von Mainz bis Berlin gespielt.
7D-8H
Nachtasyl
(Na dne)
Deutsch von Andrea Clemen
5D-12H
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 26.3.1975. R: Hans Neuenfels
Gorkijs Sozialreportage geht dem Leben im zaristischen Russland auf den Grund, einer Welt der "gewesenen Leute", der zynisch Enttäuschten: der Lumpenproletarier, der Vagabunden und Bettler, der Hungernden, der Diebe und Falschspieler - aber auch einer abgesunkenen Intelligenz. Diese Welt verbindet sich in NACHTASYL mit einer melodramatischen Liebes- und Eifersuchtshandlung und einer inständigen, philosophisch räsonnierenden Suche nach Wahrheit, Menschlichkeit, Glauben. Das eine treibt das andere hervor: Die aussichtslose Lage der Asylbewohner verschärft die Gefühlsbeziehungen zwischen den Menschen bis zur Brutalität, bis ins Melodram; ihre Ohnmacht und Verzweiflung verlockt sie zum Rösonnement, zur philosophischen Tirade. Die Suche nach der Wahrheit als Zeitvertreibt derer, denen die Kraft zur Revolte fehlt. Rund zwei Dutzend Inszenierungen des NACHTASYLS gab es bereits in der "auf Klarheit und Nüchternheit" (Giessener Allgemeine) setzenden Fassung von Andrea Clemen.
5D-12H
Nachtasyl
(Na dne)
5D-12H
UA der Fassung: Schauspiel Köln, 25.10.1981. R: Jürgen Gosch
Gorkijs Sozialreportage geht dem Leben im zaristischen Russland auf den Grund, einer Welt der "gewesenen Leute", der zynisch Enttäuschten: der Lumpenproletarier, der Vagabunden und Bettler, der Hungernden, der Diebe und Falschspieler - aber auch einer abgesunkenen Intelligenz. Diese Welt verbindet sich in NACHTASYL mit einer melodramatischen Liebes- und Eifersuchtshandlung und einer inständigen, philosophisch räsonnierenden Suche nach Wahrheit, Menschlichkeit, Glauben. Das eine treibt das andere hervor: Die aussichtslose Lage der Asylbewohner verschärft die Gefühlsbeziehungen zwischen den Menschen bis zur Brutalität, bis ins Melodram; ihre Ohnmacht und Verzweiflung verlockt sie zum Rösonnement, zur philosophischen Tirade. Die Suche nach der Wahrheit als Zeitvertreibt derer, denen die Kraft zur Revolte fehlt.
5D-12H
Sommergäste
in einer Fassung von Kristof Magnusson und Gunnar Klack
UA: Theater Bielefeld, 30.1.2027. R: Dariusch Yazdkhasti
Ein lauer Sommerabend im russischen Zarenreich. Rechtsanwalt Sergej Bassow und seine Frau Warwara Michajlowna haben zu einem Get-together in ihre Datscha geladen. Zusammen mit ihren Freund*innen, allesamt aus der Intelligenzija, der intellektuellen Mittel- und Oberschicht, wird angestoßen: Es gibt flirrende Gespräche, Musik und Gelächter im Grünen – und eine tiefe Unruhe, die sich immer wieder Bahn bricht. Denn während der Zarismus in seinen letzten Zügen liegt, beginnen auch die Datschniki, die Sommergäste, zu (ver-)zweifeln: an verpassten Chancen, Lebenswegen und -entscheidungen. Und immer wieder drängt sich die Frage auf: Was tun in Zeiten sozialer Umbrüche? Sollte man sich der Revolution anschließen und den eigenen Wohlstand aufs Spiel setzen oder einfach auf den nächsten Morgen warten? Maxim Gorkis "Sommergäste", 1904 in St. Petersburg uraufgeführt, ist nicht nur ein Spiegel der Verhältnisse seiner Zeit, sondern auch eine zeitlose Gesellschaftskritik. Kristof Magnusson und Gunnar Klack nehmen sich der Aufgabe an, Gorkis Klassiker ins Heute zu holen. In ihrer modernen Überschreibung entstauben sie nicht nur Gorkis Text, sondern überprüfen auch, ob diese intellektuelle, bürgerliche Schicht, deren Leben zwischen Entfremdung und Zukunftsangst zum Stillstand gekommen ist, auch im Hier und Jetzt zu finden ist.
(Ankündigung Theater Bielefeld)
Sommergäste
(Dačnìki)
Deutsch von Andrea Clemen
7D-11H
UA der Übersetzung: Wuppertaler Bühnen, 9.10.1971. R: Günter Ballhausen
Maksim Gorkij breitet in seinen 1904 uraufgeführten "Szenen" ein Gesellschaftspanorama des entwurzelten, an Egoismus, Selbstentfremdung und Langeweile erstickenden Bürgertums aus. Drei Ehepaare verbringen mit ihren Freunden einige Sommertage auf dem Land. Alle Beziehungen sind gestört, nur noch von Gewohnheit, Hass und dem Leerlauf der Konventionen zusammengehalten. Zwischen den einzelnen Figuren spielen sich in wechselnder Partnerschaft Liebelei und Eifersüchteleien ab, Katzenjammer und Abrechnungen voller Selbstmitleid, Resignation und Komik. In lockerer Szenenfolge zeigt Gorkij die Entfremdung der Intellektuellen vom unruhig werdenden Volk.
7D-11H
Nächste Theaterpremieren
Nächste Sendetermine
Nächste Lesungstermine
Nächste Vorstellungstermine
Theater Bielefeld
Sommergäste
UA
R: Dariusch Yazdkhasti
