© Daniel Eceolaza

Svenja Viola Bungarten

Svenja Viola Bungarten, *1992 in Koblenz, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2016 erhielt sie für ihr Libretto POST NUCLEAR LOVE den "Berliner Opernpreis". Sie war im Rahmen des Bachmannpreises zum 22. Klagenfurter Literaturkurs 2018 eingeladen. Ihr Stück TOT SIND WIR NICHT wurde im November 2018 am Theater Münster uraufgeführt und war zum Festival Neues Wiener Volkstheater 2019 eingeladen. Am Schauspielhaus Wien war sie für das Hans-Gratzer-Stipendium 2019 nominiert. Ihr Text BONN IST EINE STADT IM MEER wurde im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin in einem Werkstatt Format gezeigt und kam im September im Theater Münster zur Uraufführung. 2020 wird sie mit einem Kurzstück zur... Eröffnung der Bayrischen Theatertage beitragen. In der Spielzeit 2020/21 ist sie Hausautorin am Theater Koblenz.

Auszeichnungen (Auswahl):

2016 Berliner Opernpreis für ihr Libretto "Post Nuclear Love"
2017 Nominierung für den Retzhofer Dramapreis für "Dorothee Sturm"


Werke

Besetzung ad libitum (mind. 4 Darsteller)
UA: Theater Münster, 20.9.2019. R: Simone Blattner
Das Bonner Ehepaar Vero und Uwe Schmitt reist in die Wüste, um am Himmel schwarze Löcher zu beobachten. Doch was als Forschungsreise beginnt, wird zu einer irrwitzigen Odyssee. So treffen sie auf Vega und Ulvi, GoldschürferInnen aus der Not, die Auto und Papiere der beiden Europäer stehlen und sich mit ihrer neuen Identität nach Bonn aufmachen wollen. Obwohl Uwe und Vero derweil zunehmend an Korruption und behördlicher Willkür verzweifeln, gelangen sie schließlich dank einer Schlepperin an die Küste, wo sich bereits eine Katastrophe ereignet hat. Doch steht eine weitere noch bevor. Davon berichtet eine Fregattenkapitänin vor Gericht, Zeugin und Angeklagte in einem.

Svenja Viola Bungartens zweites Theaterstück BONN IST EINE STADT IM MEER öffnet einen globalen Assoziationsraum. Vor dem Hintergrund des Khartum-Prozesses und der nicht abreißenden Migrationsbewegung stellt es die Frage nach Identität und thematisiert Fluchtursachen sowie deren angebliche Bekämpfung. Anhand vieler Schauplätze, Figuren, Geschichten und Begegnungen setzt das Stück die eurozentrische Weltsicht in Szene und erzählt von der Schwierigkeit kultureller Verständigung, von der Schwierigkeit, die Perspektive des Anderen einzunehmen und von der Unmöglichkeit authentisch darüber zu berichten. Eine traurig-komische Parabel über die Widersinnigkeit unserer Realität und eine Welt in Schieflage.

Besetzung ad libitum (mind. 4 Darsteller)
4D-3H
Es könnte der Mars sein. Eine Gegend vor Madrid. Die Mojave-Wüste. Oder die Sahara. Aber vergessen wir nicht, wo wir sind. Wir sind in Deutschland. In Amerika bei Penig, Kreis Mittelsachsen, um genau zu sein. Und die Katastrophe ist als Zustand allgegenwärtig: Das Land ein Glutofen, die Erde verdorrt, Häuser brennen nieder, seit Monaten Windstille. Und auch kein Tornado weit und breit, der die krisengeplagten Figuren aus ihrem Schicksal erlösen könnte.
Doch da ist ein Mädchen namens Dorothee Sturm, und sie hat sich nicht weniger als die Rettung der Welt auf ihre Fahnen geschrieben. Dumm nur, dass sie das Unglück anzuziehen scheint. Davon können Em und Henri ein Lied singen. Sie sind nicht der Elterntypmensch, sie sind der Farmertypmensch und haben zuerst ihre Würde und dann ihre Farm in einem Feuer verloren. Während sich der verzweifelte Polizist Gus Brandt auf die Fährte der mutmaßlichen Brandstifterin macht, wird er wiederum von seinem Bruder, dem Filmemacher Salvatore Brandt, gesucht. Den interviewt, überarbeitet und unterbezahlt, Lorna Luft, Moderatorin der Radiosendung HOT TIMES. Wie ein gigantischer Truck ins Spiel kommt und warum ausgerechnet Judy Garland hinter dem Tresen einer Tankstelle glänzt wie ein Stück Butter - auch davon erzählt GARLAND.
Mit GARLAND hat Svenja Viola Bungarten ein außergewöhnliches Stück über unsere krisenhafte Gegenwart geschrieben. Ein komischer, berührender und nachdenklich stimmender Text über eine Welt im Schockzustand, in der die Zukunft kein Versprechen, sondern eine Drohung ist.
4D-3H
3D-2H
UA: Theater Münster, 16.11.2018. R: Maik Priebe
In Svenja Viola Bungartens Debütstück geht es um Leben und Tod. Da sind Beate und Ute K., zwei alte Frauen, die raus wollen aus ihrem Leben. Das Ziel ist Okinawa, wo die Menschen uralt werden. Dazu dealen sie nachts mit Medikamenten. Doch den Liebenden macht der Tod einen Strich durch die Rechnung. Denn gerade jetzt muss Willi, Ute K.s Ehemann, in seinen Sessel verdunsten und mit der Beerdigung ein Loch in die ohnehin bescheidene Reisekasse schlagen. Ein neuer Plan muss her, und Willi so schnell es geht unter die Erde. Da sind Piotr Nagel und sein Neffe Jason, Bestatter, denen die Finanzkrise einen Bestattungsstau eingebrockt hat, und die kurz vor dem Ruin stehen. Doch was Jason für die rettende Idee hält, könnte für Piotr erst recht der Untergang sein. Und dann ist da noch Franka. Ein Schatten, ein Geist, die Zukunft. Rauchend steht sie in ihrem Kühlhaus und wartet auf Kunden, ihr Slogan: Sterben war gestern, gefroren wird morgen.
In Sehnsüchten gefangen, die größer sind als sie selbst, suchen die Figuren im Ende einen Anfang und finden sich doch nur in dunklen Straßen und zugigen Leichenhallen wieder. Mit absurden Dialogen und aberwitzigen Situationen befragt das Stück den Umgang mit dem Tod in einer Gesellschaft, die sich unsterblich wähnt. "TOT SIND WIR NICHT": ein Aufbegehren gegen das Altern, die Armut und die eigene Endlichkeit.
3D-2H
Die beiden ersten Theaterstücke der jungen Berliner Dramatikerin Svenja Viola Bungarten. Mit schwarzem Humor und in schnoddrigem Ton erzählt sie von Existentiellem und Politischem – und hat damit bereits eine unverwechselbare Bühnensprache gefunden.
Bungartens Debütstück TOT SIND WIR NICHT handelt vom Umgang mit dem Tod in einer Gesellschaft, die sich unsterblich wähnt. So ist der Tod als Tabu, Gefährte und Geschäft allgegenwärtig: Für einen toten Ehemann, eine schattenhafte Unternehmerin, zwei ruinöse Bestatter sowie zwei liebende alte Frauen, die gegen ihr Schicksal aufbegehren.
Svenja Viola Bungartens zweites Theaterstück BONN IST EINE STADT IM MEER öffnet einen globalen Assoziationsraum. Vor dem Hintergrund des Khartum-Prozesses und der nicht abreißenden Migrationsbewegung stellt es die Frage nach Identität und thematisiert Fluchtursachen sowie deren angebliche Bekämpfung. Anhand vieler Schauplätze, Figuren, Geschichten und Begegnungen setzt das Stück die eurozentrische Weltsicht in Szene und erzählt von der Schwierigkeit kultureller Verständigung, von der Schwierigkeit, die Perspektive des Anderen einzunehmen und von der Unmöglichkeit authentisch darüber zu berichten. Eine traurig-komische Parabel über die Widersinnigkeit unserer Realität und eine Welt in Schieflage.

246 Seiten. 16€
ISBN: 978-3-88661-399-1