© Mali Lazell

Julia Haenni

geboren 1988, arbeitet als freie Autorin, Performerin und Regisseurin in der Schweiz und in Deutschland. Sie studierte Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Theaterwissenschaft und Germanistik an den Universitäten Bern und Berlin. Sie arbeitet über Disziplin-, Format- und Arbeitstrukturgrenzen hinaus, mit Laien und Profis, für die freie Szene und an festen Häuser. Ihre Arbeiten wurden u. a. gezeigt am Schlachthaus Theater Bern, Winkelwiese Zürich, Tanzhaus Zürich, Fabriktheater Zürich, Gessnerallee Zürich, Theater Tuchlaube Aarau, Kurtheater Baden, Theater Chur, Schauburg München. Ihr Stück "frau im wald" wurde in der Inszenierung des Theater Marie zum Heidelberger Stückemarkt und zum Drama Fest in Mexiko City eingeladen.... Das Jugendstück "Bodybild! (and now i am gonna roll myself in glitter and roll down that hill wie eine nuss im herbst)" entstand im Auftrag der Schauburg München. In der Spielzeit 2018/19 war sie Hausautorin am Konzert Theater Bern, wo sie ihr Stück "frau verschwindet (versionen)" schrieb. Ab der Spielzeit 2019/20 leitet sie außerdem die Junge Marie in der Schweiz.

Auszeichnungen (Auswahl):

2022 "Kaas & Kappes"-Stückepool für ANGST ODER HASE
2021 Welti-Preis für das Drama
2020 Berner Literaturpreis für FRAU VERSCHWINDET


Werke

Besetzung ad libitum
UA: Schauburg München, 12.1.2019. R: Daniel Pfluger
Im Auftrag der Münchner Schauburg hat Julia Haenni Körpererfahrungen und -beschreibungen von Jugendlichen zu einem rhythmisch-stringenten, humorvollen Text verdichtet: "Ein berührendes Spiel über ihre Selbstsuche in der Welt von Reklametafeln, YouTube, Instagram und Snapchat. Wie findet man zu sich selbst, nimmt den eigenen Körper an und entwickelt die eigene Schönheit in der Flut der Selfies, der Influencer und der ständig neuen role models? Wer kann helfen, wenn sowohl Bodyshaming wie Bodypositivity zu Modeströmungen verkommen?" (Ankündigung Schauburg München)
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
4H (+ Musiker + Techniker)
UA: Theater Tuchlaube, Aarau, 12.2.2020. R: Julia Haenni
Julia Haenni fordert Don Juan zum Duell auf, diejenige Theaterfigur, die seit Jahrhunderten in immer wieder neuen Versionen auf dem Thron der Männlichkeit trotzt. Von Molière bis Max Frisch haben sich ausschliesslich männliche Autoren an dem Frauenverführer auf Höllenfahrt abgearbeitet. Das reicht jetzt. 
Denn die Rollenbilder sind im Umbruch. Endlich. Frauen* haben sich Möglichkeiten und Sphären erkämpft, die ihnen vorher nicht offenstanden. Endlich. Aber: Warum geht das alles so langsam voran? Und was ist eigentlich mit den Männern*? 
Es ist also höchste Zeit für Emannzipation. Für das Verabschieden eindimensionaler Stereotypen auch auf Seiten der Männer. Für diversere Rollenbilder. Für #MEHRMAENNLICHKEITEN. Ja, im Plural.
4H (+ Musiker + Techniker)
5D (auch größer besetzbar)
UA: Theater Marie in Koproduktion mit Theater Tuchlaube Aarau, Theater Winkelwiese Zürich, Schlachthaus Theater Bern, Theater Chur, 14.3.2018. R: Patric Bachmann / Olivier Keller
Es hätte eigentlich ein Tag wie jeder andere werden können. Ist es aber nicht. Der allmorgendliche Stress entwickelt zu einem surrealen Trip in einen Alltag, der nach und nach abhanden kommt: Das Loch im Zahn pocht. Die Heizung ist kaputt, der Briefkasten überfüllt, das Auto weg und der Lieblingshase ausgebüxt. Und an der Tür klingelt immer wieder eine Frau, die nichts sagt, nur schaut und schaut. Und auch draussen läuft nichts mehr so wie es einmal war. In ihrem mehrstimmigen Theatertext FRAU IM WALD beschreibt Julia Haenni einen Ausnahmezustand, der mitten aus dem Alltag kracht. Das sprechende Frauenkollektiv verliert mehr und mehr die zusammenhängende Wahrnehmung für eigentlich alltägliche Vorgänge und es beginnt eine beunruhigende Reise ins Innere der Sprechenden. In dessen Verlauf die Orientierung auch der Zuschauer*innen im Strudel der vielen Stimmen und Perspektiven unterzugehen droht. FRAU IM WALD erzählt von einer Auflösung. Eines Individuums, einer Struktur, einer Geschichte. (Ankündigung Theater Marie)
Der Text wurde im Rahmen des "Dramenprozessors" entwickelt.
5D (auch größer besetzbar)
3D (auch größer besetzbar, jedenfalls mehrere Frauen, viele)
UA: Konzert Theater Bern, 7.9.2019. R: Marie Bues
Was tun Frauen, wenn sie frei sind von all den an sie gerichteten Erwartungen, von all den Zuschreibungen als Feministinnen, Freundinnen, Chefinnen, Mütter und Geliebte? Sie beginnen damit, ihre Geschichten als von der Gesellschaft übersehene Heldinnen selbst zu erzählen. Finally!
Der humorvolle Theatertext von Julia Haenni fordert [...] Frauen auf und heraus, sich aus dem Gewühl klebriger Geschichtsfäden zu befreien und für ein neues und gemeinsames Selbstbewusstsein einzutreten. (Ankündigung Konzert Theater Bern)
3D (auch größer besetzbar, jedenfalls mehrere Frauen, viele)
6D
UA: Theater Tuchlaube, Aarau, 24.10.2020. R: Julia Haenni
Mit GO TELL mischt sich Julia Haenni gemeinsam mit jungen Menschen in die Schweiz und ihre Geschichte(n) ein, arbeitet sich an ihren Klischees und kleinen und grossen Fehlern ab und denkt weite Möglichkeiten. Was für eine Schweiz sind wir, was für eine wollen wir sein? Abseits der üblichen Bergpanorama-Kühe-Schoggi-Tennis-Schablonen? Taugen Wilhelm Tell und Co. noch als Posterfiguren für eine moderne, diverse Schweiz? Und was wollen wir der Schweiz schon lange mal laut und deutlich sagen? Hier, heute jetzt?
Be part and GO TELL.
6D
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
Besetzung ad libitum
UA: Theater der Künste, Zürich, 26.11.2015. R: Julia Haenni
Was passiert, wenn der männliche Protagonist nicht auf der Bühne auftaucht, die Frauen ihre passive Rolle satt haben und die Geschichte endlich selber in die Hand nehmen? Was ändern! Eingreifen, anstoßen, ins Rollen bringen! Aber wie? Wer wollen sie sein? Und woran um Himmels willen orientieren sie sich? Wölfinnen.
Besetzung ad libitum
Fünf Theaterstücke über Körper
Wachstumsbedingt sind Kinder und Jugendliche in besonderem Maße gezwungen, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. Ihren Körperwahrnehmungen, -erfahrungen und -idealen versucht der neue SPIELPLATZ-Band in fünf Theaterstücken nachzuspüren. Denn auch das Theater beschäftigt sich zwangsläufig immer mit dem Körper, nicht zuletzt weil die Darstellerinnen und Darsteller ihre eigene Körperlichkeit mit einbringen. Darüber hinaus aber rücken manche Theaterstücke den Körper auch thematisch in den Mittelpunkt – so die in SPIELPLATZ 35 versammelten Texte:

In Lilly Axsters "Atalanta Läuferin" lässt die mythische Figur nicht nur ihre sportlichen Kontrahentinnen und Kontrahenten, sondern auch normative Körperzuschreibungen hinter sich. Positive und negative Körperbilder bei Jugendlichen hat Julia Haenni in "bodybild [and now i'm gonna roll myself in glitter and roll down that hill wie eine nuss im herbst]" zu einem rhythmisch stringenten, humorvollen Text verdichtet. In Ulrich Hubs Kinderstück "Lahme Ente, blindes Huhn" tragen die Titelfiguren ihre körperlichen Gebrechen im Namen, freunden sich mit ihnen (und miteinander) aber auf einer gemeinsamen Reise an. Mit Magersucht und Pubertät setzt sich Franziska Steiof in "Schmetterling" auseinander. Und Olivier Sylvestres "Das Gesetz der Schwerkraft" handelt von zwei 14-Jährigen, die sich nicht mit dem Geschlecht bzw. der Geschlechterrolle identifizieren, die ihnen von außen zugewiesen werden.

Fünf Stücke für Heranwachsende im Alter zwischen 6 und 14 Jahren über das, was sich bei ihnen stetig verändert: ihr Körper.

Erscheint im August 2022.

220 Seiten. broschiert. 15€
ISBN: 978-3-88661-410-3