© S. Goedecke

Carina Sophie Eberle

Carina Sophie Eberle, geboren 1987 im südlichen Bayern, studierte Germanistik, Französisch und Gesang. Arbeitet seitdem als Regisseurin und Dramaturgin für verschiedene Theater und Orchester in Deutschland. Inszenierungen entstanden unter anderem am Theater Bonn, der Philharmonie Köln und im Theater im Marienbad Freiburg, oftmals für junges Publikum. Als Dramaturgin ist sie vorwiegend an kollektiven Schreibprozessen und Projektentwicklungen beteiligt. Sie war Lehrbeauftragte an der Universität Köln und schreibt von Köln aus.

Auszeichnungen (Auswahl):

2021 „Neue Perspektiven für Dramatikerinnen und Dramatiker“ / Stipendium Deutscher Literaturfonds 
2020 Einladung zum Westwind Theaterfestival mit "33 Bogen und ein Teehaus" / Theater Bonn
2019 Zweiter Platz beim Bochumer Dramatikwettbewerb „Spiel.Frei.Gabe“ für "Grünes Licht"
2019 Teilnehmerin an „Directors in TYA – an international exchange“ / Regieseminar der ASSITEJ in Berlin
2017 Jugendstückepreis beim Heidelberger Stückemarkt für „All about Nothing“ von pulk fiktion (Kollektiv)
2016 NRW-Stipendium Freie Kinder und Jugendtheater bei pulk fiktion
2015 Next Generation Stipendiatin beim Westwind Theaterfestival in Düsseldorf


Werke

mind. 3 Spieler:innen
Nemuärt, benannt nach Träumen rückwärts, ist verzweifelt. Ihre Zukunft hat sich zwischen zahllosen Umzugskartons versteckt. Dabei braucht sie dringend eine Verbündete im Kampf gegen die Angst, die sie jeden Abend am Schlafen hindert. Ihre Eltern dagegen haben ganz andere Sorgen. Und ihr neuer Lehrer stellt unlösbare Hausaufgaben: "Was willst du mal werden?" Im Fundament ihres Hauses tun sich tiefe Risse auf und im Fernsehen spricht man von der Lebensgefahr für den Planeten.
Ihre letzte Hoffnung ist schließlich die Flucht nach vorn. Nemuärt und ihre Angst löschen Waldbrände, besuchen Treibhausfabriken und das "Resort of broken dreams", wo die vergessenen Träume ein trauriges Dasein fristen. Am Ende sehen sie dem Chaos selbst ins Auge.

DER TRAUM VON DER GLÄNZENDEN ZUKUNFT ist die fantastische und humorvolle Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und stellt die Frage: "Groß werden, aber wie?" In einer selbstzerstörerischen Welt voller Zweifel, Widersprüche und Ungerechtigkeiten wird die Angst zur entscheidenden Wegbegleiterin.
mind. 3 Spieler:innen
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Besetzung ad libitium
Else in Ferien. Endlich! Denn zu Hause bei ihren Eltern flogen in letzter Zeit zu viele Teller gegen die Wände. Nun sitzt sie mit Cissy und Paul am Bergsee vor dem alten Schlosshotel von Cissys Patentante. Ping Pong und Plitsch Platsch vor zuckersüßer Märchenkulisse. Else flirtet mit Paul, Else flirtet mit sich selbst, Else trinkt Erdbeerlimo. Die Welt ist lecker, die Zukunft ein einziges Versprechen!
Doch da steht plötzlich Dorsday, der alte Freund ihres Vaters, vor ihrem Liegestuhl. So ein Zufall. Das findet auch Elses Mutter. Denn die finanziellen Nöte spitzen sich zu. Vielleicht kann der schwerreiche Dorsday helfen? Ja klar, kann er. Unbedeutende Fußnote: Elsie, die Kleine, die er doch schon vom Wickeltisch kennt, ist so süß. Die würde er zu gerne einmal ohne ihren Bikini sehen. Würden ja wohl alle. Und es ist letztlich doch nichts dabei. Oder?
Eine junge Frau erlebt sexuelle Belästigung. Nichts Neues. Trotz Emanzipation erfährt Else auch ein Jahrhundert nach Arthur Schnitzlers Erzählung „Fräulein Else“ noch immer die Banalität der Belästigung als Kehrseite der gängigen Vorstellungen von weiblicher Attraktivität: hübsch, lächelnd, passiv, Prinzessin. Wo fängt Belästigung an, wo hört sie auf? Was macht jemanden zum "Opfer"? Die Belästigung, das Sprechen darüber oder die öffentliche Wahrnehmung? Kann man Mädchen und Mensch zugleich sein? Else ist überzeugt: Yes, you can!
Besetzung ad libitium
Altersempfehlung: ab 15 Jahren.
Besetzung variabel, mind. 3 Spieler:innen
Salomé ist eine Frau der Zukunft. Virtuos knüpft sie physische wie virtuelle Beziehungen, weiß die Liebe bis zur Neige auszukosten und klettert mit Leichtigkeit und Glanz und Gloria auf der Karriereleiter nach oben. "It’s about you to define reality!", sie weiß, wie das geht.
 
Doch dann: Salomé proudly presents, Ladies and Gentlemen… Und blackout. Im wichtigsten Moment ihrer Karriere, bei der erstmaligen Präsentation einer lebensechten Stimmimitation, versagt sie. Ein solch unprofessionelles Verhalten hat natürlich Konsequenzen. Salomé verliert ihren Job, ihre Beziehung und ihre Illusionen.
 
Zunehmend verzettelt sie sich in den Fragen ihres hämmernden Herzens, vergisst Zeit, vergeudet Raum: Wäre es ohne Gefühle nicht leichter? Aus der tiefsten Verzweiflung heraus taucht – ein Glück! – ihr Kindheitsfreund Felix auf. Weiß weisen Rat. Der Chirurg entwickelt Organe aus dem 3D-Drucker. Brandneu: Herzen. Spezialklinik sucht Probandin. Salomé, wie wär’s?

FORMALIN erzählt auf surreale Weise von der Krise einer jungen Frau. In einer paradoxen Welt der scheinbaren Freiheiten, der am Ende doch tradierte Vorstellungen von Liebe, Erfolg und Zusammenleben zugrunde liegen, entscheidet sie sich für einen dystopischen Weg der radikalen Anpassung.
Besetzung variabel, mind. 3 Spieler:innen