Neu: Sönke Andresens Komödie DER LETZTE PINGUIN

Auf dem schon etwas in die Jahre gekommenen Polar-Kreuzfahrtschiff "MS Pjotr Anjou" hat sich eine illustre Reisegesellschaft mit einer gemeinsamen Mission versammelt. Auf dem Programm steht, neben Captain's Dinner und Shiroabhyanga-Massage, die Rettung der Welt. Denn in der Antarktis soll ein Schutzgebiet für die letzten freilebenden Pinguine eingeweiht werden: "Penguin Island". Unter den Reisenden herrschen wohlig-schaurige Weltuntergangsstimmung und das Gefühl, trotz All Inclusive auf einer Abenteuerreise à la Amundsen zu sein. Mit dabei: eine Europapolitikerin im Wahlkampfmodus, ein misanthropischer Klimaforscher, ein Vloggerpaar mit 3 Millionen Followern, ein Schlagersänger, der den musikalischen Turnaround schaffen will, sein Manager, der endlich aus dem Schatten tritt, und ein Ehepaar in der Ruhestandskrise. Doch je länger die Reise dauert, desto mehr entwickelt sich das Beisammensein auf dem Schiff zum ‚Survival of the fittest‘, es geht um Lebensstil und Lebenslügen, Besitzstandswahrung und Scheinheiligkeit. Sind sie vielleicht selber die Letzten ihrer Art? Mit DER LETZTE PINGUIN hat Sönke Andresen eine Klimakatastrophenkomödie geschrieben - humorvoll, satirisch, überdreht und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. 5D - 4H - Pinguine

Neu: IM MÜDEN UND IM STILLEN GELINGEN HELDINNEN AM BESTEN AUS PAPIER von Amanda Lasker-Berlin

Zwei auf der Suche: Eine, die sich in ihren vier Wänden ein-igelt und dringend nach Vorbildern sucht, die sie vor einem imaginären Publikum spielen kann. In der tiefen Welt des Internet findet sich ein Anbieter: Heldinnen aus Papier zum Selberbauen - doch die Lieferzeit beträgt eine halbe Ewigkeit. Also googelt sie sie zusammen, bekannte und vergessene, Clara Zetkin oder Adelheid Popp, Hildegard Lea Burjan oder Ottilie Roederstein. Wir schauen einer Extrovertierten zu, die eingesperrt das Leben herbeisehnt, das sie verlernt hat; die den Zustand der Welt reflektiert, indem sie Geschichten anderer „performt“. Dabei wird sie gestört von „Einer auf der Suche“, die unter ihrem Fenster in der Winterkälte seltsame Dinge treibt und dabei vor sich hinredet: Sie legt Kabel um einen Baum, um aufzuzeichnen, was er zu sagen hat, sie sucht ein Gerät, aber „seit die Alte Zeit vorbei ist“, orientiert sie sich „manchmal falsch“, eine Introvertierte – ausgesperrt? – in der Draußenwelt. Amanda Lasker-Berlin erzählt von der Sehnsucht zweier Figuren, die, geprägt von den jüngsten Erfahrungen, versuchen, sich in dieser Welt zurechtzufinden. 2D

Kevin Rittbergers WIR SIND NACH DEM STURM in Hannover

Von den "kollektiven und individuellen Traumata" und der "Frage, wie sich Machtstreben und Gewalt überhaupt aus den Menschen bekommen lässt", so Jan Fischer auf nachtkritik.de, handelt Kevin Rittbergers Auftragsstück für das Schauspiel Hannover WIR SIND NACH DEM STURM, dessen Uraufführung Marie Bues inszeniert hat: "[Es macht] Spaß, Rittberger beim Denken zuzuhören, es macht Spaß, die Kostüme anzuschauen, die Hexagon-Stein-Bühne von Shahrzad Rahmani sieht cool aus [...], Stück für Stück bekommt die Inszenierung durch die fortlaufenden Geschichten - voneinander getrennt durch die Geschichte des Atoms - auch einen Rhythmus, eine Struktur, beides erleichtert erst die wilde Fahrt, und dann macht das Tempo Spaß.“ - „Dieses Drama ist eine kühne, ziemlich großartige Konstruktion; es ist der richtige und wichtige Versuch, etwas, das anders erzählt werden muss, anders zu erzählen. [… G]anz großes Kino in dem kleinen Theater. Regisseurin Marie Bues bringt all die Geschichten ganz unangestrengt auf die Spielfläche.“ Ronald Meyer-Arlt, Hannoversche Allgemeine Zeitung

"Zu einem Theaterstück der Stunde"

... wird Sasha Marianna Salzmanns Roman IM MENSCHEN MUSS ALLES HERRLICH SEIN (erschienen im Suhrkamp Verlag) in der Bühnenfassung der Autorin am Thalia Theater Hamburg, so Peter Helling in seiner Kritik für den NDR: „schmerzhaft und schnörkellos […], ohne Kitsch oder süßlichen Exotismus“ komme Hakan Savaş Micans Inszenierung daher. Am Theater Magdeburg hat nun auch Alice Buddeberg den Stoff auf die Bühne gebracht: "Sasha Marianna Salzmann bewegt sich sprachlich auf höchstem Niveau […]. Herausragend an der Inszenierung ist, wie viel Historisches sie anreißt und anregt, das letztlich auch uns betrifft, bis hin zum Krieg in der Ukraine." Matthias Schmidt, MDR KULTUR.  Nächste Premiere von IM MENSCHEN: Staatstheater Nürnberg, P: 13.5.23, R: Martina Gredler.

"Eine originelle, lebensbejahende Tragikomödie"

... die den Tod als Teil des Lebens begreift“, nennt Matthias Zwarg in der Chemnitzer ZeitungRuth Tomas Bühnenfassung ihres Drehbuchs RUHE! HIER STIRBT LOTHAR, die am Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz in der Regie von Ralf Hocke herauskam: "Gleichsam im Vorbeigehen streift sie Fragen und Entscheidungen, die jeden Menschen betreffen. Kann man sich im Angesicht des Todes noch einmal verlieben? Kann man sein Leben auch im Alter noch einmal grundlegend ändern?" Ab 3.12. ist das Stück in Volker Schmalöers Inszenierung auch am Theater Kiel zu sehen.

Als "fröhlich-clowneskes Spektakel mit beachtlichem Tiefgang"

hat Natascha Kalmbach die Uraufführung von Ingeborg von Zadows Auftragsstück für das Junge Theater Heidelberg HEUTE KEINE VORSTELLUNG (3D/H, 10+) inszeniert, so Ingeborg Salomon in der Rhein-Neckar-Zeitung: "Es geht um Freundschaft, Einsamkeit und Gemeinschaft und darum, wie Menschen versuchen, mit einer neuen, von außen aufgezwungenen Lebenssituation umzugehen." Das junge Publikum habe "sich begeistert" gezeigt und spendete "heftigen Applaus".

Hauptpreis für Alexandra Badea

AUS DEM SCHATTEN: THIAROYE, deutsch von Frank Weigand, wurde beim Festival für frankophone Gegenwartsdramatik "Primeurs" in Saarbrücken mit dem Preis für das beste Stück ausgezeichnet. Es bildet den ersten Teil von Alexandra Badeas soeben in der Theaterbibliothek auch als Buch erschienenen Trilogie, in der historische Verbrechen aus der Kolonialzeit belichtet und ihr Fortwirken in die Gegenwart thematisiert werden. Die miteinander verflochtenen Schicksale der drei Stücke stehen beispielhaft für das traumatische Erbe des europäischen Kolonialismus, das bis heute nicht aufgearbeitet ist. Die 3 Teile der Trilogie sind: THIAROYE (2D - 3H), QUAIS DE SEINE (2D - 2H), LEERE DIAGONALE (3D - 2H).

 

Nestroy für GARLAND

Die UA-Produktion von Svenja Viola Bungartens GARLAND am Schauspielhaus Graz (R: Anita Vulesica) ist mit dem Nestroy-Theaterpreis 2022 in der Kategorie "Beste Bundesländer-Aufführung" ausgezeichnet worden. Nächste Premieren von Stücken der Autorin sind: 16.12. TOT SIND WIR NICHT am Theater Konstanz (R: Swen Lasse Awe) und 19.1. GARLAND am Staatsschauspiel Dresden (R: Katrin Plötner).

Deutscher Jugendtheaterpreis für Carina Sophie Eberle

Den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Jugendtheaterpreis 2022 hat Carina Sophie Eberle für ihr Stück ELSE (SOMEONE) erhalten. Der frei nach Schnitzlers Novelle "Fräulein Else" entstandene Text untersuche die "Ursache heutiger Traumata, die sich aus sexueller Belästigung ergeben". Dabei gelinge es der Autorin "sprachlich ein eigenständiges Kunstwerk zu schaffen, das der einhundert Jahre alten me-too-Geschichte von Schnitzler einen völlig neuen Fokus gebe", so Juror Thomas Stumpp.

Carl-Zuckmayer-Medaille für Nino Haratischwili

Nino Haratischwili erhält die 46. Carl-Zuckmayer-Medaille. "Haratischwili gelingt es auf faszinierende Weise, Unterhaltung mit Haltung zu verbinden und dabei Einzelschicksale und Historie zu verschmelzen", heißt es in der Begründung: "Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sind ihre Romane erschreckend aktuell. Sie erzählen von Dramen und Tragödien von beinahe antikem Ausmaß und stellen wichtige Fragen nach Schuld und Verantwortung, nach den Langzeitfolgen von Krieg und Verbrechen." Das gilt auch für ihr neues Stück PHÄDRA, IN FLAMMEN, das im Mai 2023 am Berliner Ensemble uraufgeführt wird. Mit dem FAUST-Preis in der Kategorie "Inszenierung Schauspiel" ausgezeichnet wurde derweil Jette Steckel für ihre UA-Inszenierung von Haratischwilis DAS MANGELNDE LICHT (nach dem gleichnamigen, in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienenen Roman) am Thalia Theater Hamburg.

 

Und außerdem

... Vertreter von Rettungsdiensten warnen vor einem Kollaps der Notfallrettung in Deutschland und fordern Maßnahmen gegen Überlastung und Personalnot ein. Es bestehe die Gefahr, dass das System zusammenbreche, erklärte ein kürzlich gegründetes „Bündnis pro Rettungsdienst“ im Dezember in Berlin.  Vertreter von Rettungsdiensten warnen vor einem Kollaps der Notfallrettung in Deutschland und fordern Maßnahmen gegen Überlastung und Personalnot ein.  Der Rettungsdienst sei generell leistungsfähig, er komme aber immer mehr an seine Grenzen. Die Einsatzzahlen nähmen bundesweit zu, sagte der zweite Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst, Frank Flake. https://www.morgenpost.de/berlin/article237135377/Zu-viele-Notfallretter-kuendigen-Buendnis-warnt-vor-Kollaps.html

Fanny Britt DER TAG, AN DEM ICH EIN GUTER MENSCH SEIN WOLLTE (Ü: ).