Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freund:innen des Verlags,
Komödien sind im Kommen - das gilt nicht nur für ANSTÄNDIG ERBEN von Hans-Henner Hess als Neuvorstellung in diesem Newsletter. Regelrechte Dauerbrenner sind BEZAHLT WIRD NICHT von Dario Fo und Franca Rame (Ü: Peter O. Chotjewitz), aktuell an der Vorpommerschen Landesbühne, am Staatstheater Mainz ("Großer Spaß", FAZ) und im neuen Jahr dann auch am Harztheater Quedlinburg, sowie Kristof Magnussons MÄNNERHORT mit rund 50 Vorstellungen am Theaterschiff Lübeck und seit März auf dem Spielplan auch der Studio-Bühne Essen. Dmitrij Gawrischs Komödie DIE DAMPFNUDEL zeigt eine Patchwork-Familie, in die sich sogar die KI noch einmischt. Um Frauenfeindlichkeit und Genderdebatten geht es in Catherine Légers Komödie im Sitcom-Stil, DIE BABYSITTERIN (Ü: Sonja Finck). Alexandra Maxeiners PÄRCHENABEND bietet zwei Paraderollen für ein wandlungsfähiges Schauspielpaar, das gleich 3 Pärchen verkörpert, die sich auf unterschiedlichen Stufen der Beziehungsdynamik befinden. Eine Komödie für 3 Spieler:innen zum hochaktuellen Thema der Einsamkeit ist Marc Beckers “Geiselfarce” MEIER MÜLLER SCHULZ ODER NIE WIEDER EINSAM. Und mit DER LETZTE PINGUIN hat Sönke Andresen eine Klimakatastrophenkomödie geschrieben - humorvoll, satirisch, überdreht und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
CALL ME PARIS an der Berliner Schaubühne
In CALL ME PARIS folgt Yana Eva Thönnes der Geschichte einer Doppelgängerin: Julia ist ein junges Mädchen aus Bergisch Gladbach in den Nullerjahren. Von ihren Freundinnen erhält sie den Spitznamen “Paris”, aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem berühmten It-Girl. Doch wie ihr Vorbild wird auch sie unfreiwillige Hauptfigur in einem geleakten Sex-Tape. Eine raffiniert gebautes Stück über Frauenfeindlichkeit, Rollenbilder und Medien. Die UA an der Berliner Schaubühne hat die Autorin selbst inszeniert. “Thönnes verknüpft das Persönliche mit den popkulturellen Vorstellungen der Nullerjahre, legt die misogynen Alltäglichkeiten einer Zeit offen, die fortwirken, aber in ihrer Bedeutung abgewehrt bleiben.” Claas Oberstadt, Die Zeit. “Der Abend verhandelt wirklich wichtige und kluge Gedanken und zeigt aber auch immer wieder die Ambivalenzen der Frauen.” Eva Behrendt, radio3. “100 Minuten Beklemmung” Christine Wahl, Der Tagesspiegel
ZEIT OHNE GEFÜHLE an den Münchner Kammerspielen
Großer Applaus für die Uraufführung des Auftragsstücks ZEIT OHNE GEFÜHLE von Lena Gorelik an den Münchner Kammerspielen: Die dokumentarische, Erinnerung und Gegenwart miteinander verwebende Geschichte von Leid und Schuld vor der Postkartenidylle des bayerischen Ortes Feldafing hat Christine Umpfenbach inszeniert. Viele Jahre hat sie sich mit der Über-Lebens-Geschichte von Mordechai Teichner, Holocaustüberlebender und displaced person, beschäftigt, die im Zentrum des Stücks steht. "Das geht uns alle an." Christian Jooß-Bernau, Süddeutsche Zeitung "Extrem sehenswert [...]. Die Schwere dieses Stoffs wird auf mehreren Ebenen aufgebrochen und gleichzeitig verstärkt." Sandra Sedlmaier, Münchner Merkur
Uraufführung von DIE LICHTEN SOMMER
Erstmals auf die Bühne gebracht hat das Theater Aalen Simone Kuchers Roman DIE LICHTEN SOMMER, eine Geschichte über Krieg, Flucht und Schatten der Vergangenheit, die über Generationen nachwirken - erzählt anhand einer Familie, die nach Kriegsende als Deutsche aus der ehemaligen Tschechoslowakei vertrieben wurde. Regie und Bühnenfassung: Tonio Kleinknecht. "Das Stück bewegt und berührt tief. Es zeigt, wie Krieg, Vertreibung und unausgesprochene Wunden eine Familie über Generationen hinweg prägen – und macht deutlich, wie erschreckend aktuell dieses Thema auch heute noch ist." Linda Feichtenbeiner, Schwäbische Post. “'Die lichten Sommer' ist eine Inszenierung, die Maßstäbe setzt und über Tag und Stunde hinaus in Erinnerung bleiben wird.” Petra Rapp-Neumann, Aalener Nachrichten
MARIANENGRABEN uraufgeführt
Mit „Tiefe, Authentizität, aber auch Humor“ hat Regisseur Stephan Bestier am Mittelsächsischen Theater Freiberg Jasmin Schreibers Bestseller-Roman über Abschied, Trauer und Neuanfang, MARIANENGRABEN, erstmals auf die Bühne gebracht: „Das ist insgesamt höchst anrührend und das Spiel verblüfft darin, mit Leichtigkeit ein schweres Thema erträglich zu machen, ohne es zu verkitschen. Dieser Aufstieg aus dem Trauergraben ist wirklich schön, aber nicht beschönigend.“ Tobias Prüwer, Die deutsche Bühne. „Ein hochemotionaler, mitunter auch komischer Roadtrip.“ Wolfgang Schilling, MDR Kultur
Neu: ANSTÄNDIG ERBEN von Hans-Henner Hess
Horst von Mittwitz, langjähriger Leiter einer Thüringer Schraubenfabrik, ist tot. Seine drei Kinder reisen an in der Erwartung, ein großes Erbe anzutreten. Doch in seinem Abschiedsbrief eröffnet der Vater ihnen, dass das Familienunternehmen während der Nazi-Zeit Zwangsarbeiter beschäftigt hatte, weshalb er das Testament nochmal geändert hat: Nun soll das Erbe zu großen Teilen den Nachkommen der damaligen Opfer zugutekommen. Bei seinen Kindern überwiegt die Hochachtung für die Geste des Vaters, den sie als kühlen Geschäftsmann erinnern, gegenüber der Enttäuschung. Zumal sich herausstellt, dass die Firma seit Jahren ohnehin rote Zahlen geschrieben hat. Bis sie einen Anruf von einem früheren Geschäftspartner des Vaters erhalten, verbunden mit einem unmoralischen Angebot, und sie vor der Frage stehen: Wollen sie anständig (also moralisch richtig) erben, oder doch lieber anständig - nämlich viel? Hans-Henner Hess ist mit ANSTÄNDIG ERBEN eine böse Komödie über die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Moral und Begehrlichkeiten gelungen.
Besetzung: 3D - 1H
Prix Goncourt für Laurent Mauvignier
Mit dem Prix Goncourt, dem prestigeträchtigsten französischen Literaturpreis, ist Laurent Mauvignier für seinen Roman “La Maison vide” ausgezeichnet worden. Hierzulande noch zu entdecken ist Mauvigniers Stück ZURÜCK NACH BERRATHAM (Ü: Uli Menke), die Geschichte eines Mannes, der nach dem Krieg in seine Heimat zurückkehrt, wo er sich nicht nur seiner eigenen Vergangenheit stellen muss, sondern auch der Skepsis und offenen Ablehnung durch die einstmals Dagebliebenen.
Neu: PLAKATKINDER … ALS WÜRDEN SIE TANZEN von Lilly Axster
Als ein heftiger Sturm die Plakate am Wartehäuschen einer stillgelegten Bushaltestelle herunterreißt, erwachen die darauf abgebildeten Kinder zum Leben. Eines, Ass, hatte auf dem Plakat Pflegeeltern gesucht; ein anderes, Blank, ist ohne Haare, doch mit Hoffnung auf die Erfüllung eines Kindertraumes; und dann ist da noch Org, wütend trotz eines scheinbar sorgenfreien Lebens, wie es das Werbeplakat für Bausparverträge suggeriert hat. Der Sturm holt die drei aus ihren isolierten, konträren Lebenswelten und zeigt die Kinder jenseits des Plakativen: mit ihren Wünschen & Sorgen und auf der Suche nach Gemeinschaft. Nach und nach lernen sie einander kennen, schließen Freundschaft und beginnen, zusammen ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Mit PLAKATKINDER ... ALS WÜRDEN SIE TANZEN hat Lilly Axster ein Stück über die verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Kindern geschrieben, über Freundschaft und die Kraft des (Theater-)Spielens.
Besetzung: 3 Spieler:innen. Ab 8 Jahren
Neu: HEY AYLA ODER DIE REISE NACH DEPR
Michi und seine große Schwester Lolo sind viel allein. Denn ihr Vater ist ständig unterwegs, und die Mutter im Bett oder zur Kur. Die geheimnisvolle Krankheit der Mutter, über die kaum gesprochen wird, lastet auf den Geschwistern. Immer dringlicher fragen sie sich, was eigentlich los ist, und versuchen auf je eigene Weise, Antworten auf diese Frage zu finden: Michi lebt in Tagträumen, die ihn auf eine aberwitzige Reise führen, während Lolo mit ihrer Klassenkameradin Ayla chattet. Zwischen beiden Freundinnen aber klafft ein Graben, den es erst noch zu überwinden gilt. Ruth Johanna Benrath hat mit HEY AYLA ODER DIE REISE NACH DEPR ein Stück über die Situation von Kindern mit einem depressiven Elternteil geschrieben, ein Stück über Freundschaft und ein 'Stück für die Lücke', für das Übergangsalter zwischen Kindheit und Jugend.
Besetzung: 2D - 1H. Ab 10 Jahren
Neu: LÖWENSCHWESTER von Fabienne Dür
Liv hat eine Abmachung mit ihren Eltern: Wenn sie nachmittags auf ihre kleine Schwester mit Behinderung aufpasst, darf sie danach alleine raus. Allerdings nur in die unmittelbare Nachbarschaft. Aber das macht Liv nichts aus. Sie verbringt gerne Zeit mit ihrer Schwester Lea, und die Nachbarschaft eröffnet ihr eine eigene, wundersame Welt, ein Gewimmel von Vertrautem und Unbekanntem. Wie eine Löwin streift Liv unter der gleißenden Sommersonne durch ihr Revier und entdeckt eines Tages sogar einen Palast hinter einem Bauzaun. Alles könnte so fantastisch sein, wäre da nicht der Ärger mit ihrer Freundin Mira und den anstehenden Reiterferien. Als auch noch Kim aus der Parallelklasse am Palast auftaucht, ist Liv zunächst genervt, doch schnell freunden sich die beiden an. Mit wunderbarer Selbstverständlichkeit erzählt Fabienne Dürs Kinderstück LÖWENSCHWESTER vom Anderssein, von Geschwisterbeziehungen, Freundschaft und der Poesie und Magie der Kindheit. "Die Stärke dieses Textes liegt nicht nur in seinem bemerkenswerten Umgang mit Sprache und Bildern – schlicht, klar, poetisch, ruhig und voller Details und Eigenheiten – sondern auch in seinem selbstverständlichen Umgang mit verschiedenen Lebensrealitäten und den Themen Inklusion und Diversität.“ (aus der Laudatio für den Retzhofer Dramapreis 2025).
Besetzung: 2 D/H. Ab 8 Jahren
Neu: PUPPOLISMUS von Eva Gouda
Im Königreich Berg und Tal steht der Berg in voller Sonne, während das Tal im Schatten liegt. Dort leben auch Lisa, Jojo und Timo. Timo wünscht sich nichts sehnlicher, als dass seine Bohnenpflanze, die er liebevoll hegt und pflegt, endlich wächst, doch dazu fehlt ihr das Sonnenlicht. Und dann ist da plötzlich Rudi, der mit einer Enthüllung aufwartet: Die vom Berg haben die Sonne gestohlen! Indem er behauptet, er könne die Sonne zurückholen, wird er zum gefeierten Helden des Tals. Aber stimmt es, was er sagt? In PUPPOLISMUS seziert die niederländische Autorin Eva Gouda (Ü: Christine Bais) in prägnanten, temporeichen Szenen und mit viel Humor die Mechanismen von Manipulation und Verführung. Es zeigt, wie nicht nur Freundschaften, sondern gesellschaftliche Gefüge zerstört werden können. Und so wie Rudi geschickt die Fäden zieht, haben hier Puppenspieler:innen die Kontrolle über ihre Puppen. Doch wer bestimmt eigentlich, wo es lang geht? Und kann es schließlich vielleicht doch ein Happy End geben?
Besetzung: 3 Puppenspieler:innen (oder ad libitum). Ab 8 Jahren
Neu: DIE SALZKÖNIGIN von Ingeborg von Zadow
Die geliebte Königin ist tot. In seiner Trauer möchte der König seinen drei Kindern das Versprechen abringen, dass zumindest sie für immer bei ihm bleiben. Einzig die Jüngste, Salia, weigert sich, ein so weitreichendes Versprechen zu geben. Sie versichert aber, ihr Vater sei ihr mehr wert als alles Salz der Erde. Verärgert über diese Gleichsetzung mit etwas vermeintlich Belanglosem jagt der König seine Tochter vom Hof. Bald schon geht im ganzen Königreich das Salz aus, und niemand weiß, warum. Zunächst auf sich allein gestellt, findet Salia Hilfe bei den Elementen Wind, Feuer und Wasser; sie begegnet Fuchs und Hase, deren Freundschaft auf eine magenknurrende Probe gestellt wird; und findet schließlich den Weg in die unterirdische Salzwelt, wo sie hinter das Rätsel vom verschwundenen Salz gelangt. Frei nach dem Märchen "Salz ist kostbarer als Gold" von Božena Němcová hat Ingeborg von Zadow mit DIE SALZKÖNIGIN ein spannendes & phantasievolles Familienstück geschrieben, das aktuelle Themen verhandelt: unser Verhältnis zur Natur, den Umgang mit Fremden und mit Konflikten, nicht nur zwischen den Generationen.
Besetzung: mind. 3D - 3H. Ab 6 Jahren
Und außerdem
... handeln Wilfried Happels Stücke von Existenzängsten, Verschwörungstheorien und Wirklichkeitsverlust - und sind damit aktueller denn je: so zum Beispiel das grotesk-sprachspielerische SELBER LEBEN, für 5 Spieler:innen und in 5 Teilen, oder VERRECKER, der Monolog einer Figur namens Stör, der glaubt, dass nicht nur er selbst eigentlich jemand anderes ist, sondern mit ihm auch die ganze Welt. Beide Stücke sind zur UA frei!
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