Büchner-Preis für Emine Sevgi Özdamar

"Mit Emine Sevgi Özdamar zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine herausragende Autorin aus, der die deutsche Sprache und Literatur neue Horizonte, Themen und einen hochpoetischen Sound verdankt. [...] Özdamars Werk eröffnet einen zugleich intellektuellen wie poetischen Dialog zwischen verschiedenen Sprachen, Kulturen und Weltanschauungen, an dem wir lesend teilhaben dürfen." So begründet die Jury ihre Wahl. Wie laden dazu ein, auch die Theaterfiguren der Preisträgerin neu kennenzulernen: KARAGÖZ oder KELOGLAN IN ALAMANIA oder die Reisende PERIKIZI oder das Mädchen NOAHI oder die drei Geschwister, die jung ihre Heimat verließen und nun, im Alter, erkennen, dass ihnen ein STERBEN IN DER FREMDE bestimmt ist.

Wajdi Mouawads RACINE CARRÉE DU VERBE ÊTRE in Paris

Wajdi Mouawads neues Stück RACINE CARRÉE DU VERBE ÊTRE erzählt von einer Woche im Leben von Talyani Waqar Malik, in der er sich - aufgrund privater wie politischer Ereignisse - für einen Lebensweg und gegen andere entscheidet. So folgt der Text nicht nur den gelebten, sondern auch den ungelebten Möglichkeiten einer Existenz. Eine ungewöhnliche Geschichte, die nicht so ist, wie sie wirklich war, sondern so, wie sie wirklich hätte sein können. Die Uraufführung am Pariser Théâtre de la Colline ist am 8.10. in der Regie des Autors. Das französische Original wird erst nach der Premiere vorliegen. Bereits in deutscher Übersetzung gibt es von Mouawad: MUTTER (Ü: Uli Menke), die Geschichte einer Familie, die im Exil das Ende des Krieges in ihrer Heimat abwartet, zerrissen zwischen dem Wunsch nach baldiger Rückkehr und der Aussicht auf ein dauerhaftes Leben im Provisorium. Mind. 3D - 2H, DSE frei

 

Lola Arias' MOTHER TONGUE in Berlin

"Erfrischend entideologisiert" setze sich Autorin und Regisseurin Lola Arias in ihrem Auftragswerk MOTHER TONGUE mit dem Thema Elternschaft auseinander, schreibt Christine Wahl auf nachtkritik anlässlich der Deutschland-Premiere am Berliner Maxim Gorki Theater: Indem sie unterschiedliche Entwürfe von Elternschaft aufzeige, leiste Arias mit dem Abend "echte Pionierinnenarbeit". "Ein kraftvoller, sympathischer, tief ins Herz fahrender und auch humorvoller Dokumentartheaterabend." Ulrich Seidler, Berliner Zeitung

WELT ÜBERFÜLLT eröffnet Oberhausener Intendanz

Etwa neunzig Jahre nach seiner Entstehung erlebt das letzte, im Nachlass gefundene Theaterstück von Anna Gmeyner seine Uraufführung: Mit großer Beobachtungsgabe und Empathie zeichnet WELT ÜBERFÜLLT das Porträt einer Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet und in der alle ihren Platz erst wieder finden müssen. Die UA zum Start der Intendanz von Kathrin Mädler am Theater Oberhausen inszeniert Thomas Ladwig, P: 30.9. Derweil erlebt Gmeyners AUTOMATENBÜFETT am 2.10. am Tiroler Landestheater Innsbruck seine nächste Premiere (R: Elke Hartmann). Beide Stücke sind in einem Band der Theaterbibliothek erschienen.

3 x GARLAND

Nach der vielgepriesenen Uraufführung am Schauspielhaus Graz steht Svenja Viola Bungartens GARLAND in dieser Spielzeit an gleich 3 Theatern auf dem Spielplan: am Neuen Theater Halle (P: 8.10., R: Katharina Brankatschk), am Staatsschauspiel Dresden (P: 19.1.23, R: Katrin Plötner) und am Oldenburgischen Staatstheater (P: 18.5.23, R: Robert Gerloff).

RUHE! HIER STIRBT LOTHAR

... heißt es in dieser Saison an 2 Bühnen: Ruth Tomas tragikomische Geschichte der Verwandlung eines Misanthropen in einen dem Leben zugewandten Menschen basiert auf dem gleichnamigen, erfolgreichen Fernsehfilm (WDR 2021, R: Hermine Huntgeburth). Nach der UA der Bühnenfassung zum Saisonauftakt des Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz (P: 8.10., R: Ralf Hocke) bringt das Theater Kiel RUHE! HIER STIRBT LOTHAR im Dezember heraus (P: 2.12., R: Volker Schmalöer).

Neu: DISTANZEN von Kristofer Grønskag

In einer Stadt, irgendwo, fährt ein Eiswagen in eine belebte Einkaufsstraße. Am Steuer sitzt derjenige, den sie den Täter nennen. Der Blick aus der Distanz zeigt ein Mosaik gewöhnlicher Menschen, die dieses Ereignis umgeben. Einige nah, andere fern. Aber alle sind sie auf die eine oder andere Weise von der Schwerkraft des Eiswagens betroffen. Kristofer Grønskags DISTANZEN (Ü: Nelly Winterhalder) schildert scheinbar zufällige Begegnungen und Situationen, die in einem anderen Licht erscheinen, wenn sie sich um dieses Ereignis gruppieren: ein Akt jugendlicher Rebellion, ein One-Night-Stand, eine Taxifahrt, ein polarnächtliches Quellbad, eine Fernsehsendung – Ausschnitte des Panoramas einer Stadt. "Es ist der Versuch, sich etwas mit Zuneigung und Staunen zu nähern, anzunehmen, dass uns nichts von dem, was einen Menschen ausmacht, fremd ist, im Guten wie im Schlechten", so Kristofer Grønskag über sein Episodenstück. 1D - 2H. DSE frei

Uraufführung: MÜNCHHAUSEN von Flix / Sönke Andresen

Basierend auf dem gleichnamigen Comic von Flix hat Sönke Andresen mit MÜNCHHAUSEN - ODER FREUDS LETZTE REISE ein zauberhaftes Theaterstück voller Humor, Phantasie und Magie geschrieben, in dem es darum geht, was real und was verrückt ist. Das Auftragsstück für die Komödie am Kurfürstendamm wird am 25.9. im Schiller Theater uraufgeführt, R: Andreas Gergen.

Auf 45 Vorstellungen

... kam Umberto Ecos DER NAME DER ROSE in der Bühnenfassung von Claus J. Frankl in diesem Sommer in den Inszenierungen der Bad Gandersheimer Domfestspiele (R: Marco Luca Castelli) und des Klostersommer Rüeggisberg (R: Oliver Stein). Noch bis 1.10. zu sehen ist die Produktion der Freilichtbühne Werne (R:  Marius Przybilla / Holger Schulte).

Shortlist Deutscher Kinder- und Jugendtheaterpreis

In der Endauswahl für den Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreis stehen Eirik Fauske mit seinem Kinderstück HUNDERTE KINDER IN WILDEM KAMPF (Ü: Elke Ranzinger) und Carina Sophie Eberle mit ihrem Jugendstück ELSE (SOMEONE). "Eirik Fauskes Stück erzählt formal und sprachlich überzeugend über den kindlichen Umgang mit dem Tod und ist vor allem verspieltes Plädoyer dafür, sich die Welt spielend zu erobern", heißt es in der Begründung. Und über ELSE (SOMEONE) schreibt die Jury: "Mit Einfühlungsvermögen und sprachlicher Kraft übersetzt Carina Sophie Eberle Schnitzlers Novelle in unsere Gegenwart und zeigt, dass der Stoff immer noch hochaktuell ist." Die Preisträger*innen werden am 10.11. im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekanntgegeben.

7 x LAHME ENTE, BLINDES HUHN

Ulrich Hubs LAHME ENTE, BLINDES HUHN kommt in dieser Spielzeit so richtig in Fahrt: Das Kinderstück, im Juni am Theaterhaus Stuttgart uraufgeführt (R: Katja Schmidt-Oehm), steht auf den Spielplänen von 7 Theatern: so ab 1.10. am theater junge generation in Dresden in der Regie des Autors, außerde  in Naumburg, Altenburg-Gera, Fürth, Aalen und St. Gallen. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Begegnung und beginnenden Freundschaft ist als Novellisierung auch als Kinderbuch (Illustrationen: Jörg Mühle) beim Carlsen Verlag erschienen. Die Stückfassung ist soeben im SPIELPLATZ 35 erschienen. 2D/H. 6+

Uraufführung von Fabienne Dürs Kinderstück LUFT NACH OBEN

Um Leistungsdruck, Noten, Sozialkompetenzen und Zukunftspläne an der Schwelle zur weiterführenden Schule geht es in Fabienne Dürs Kinderstück LUFT NACH OBEN - ODER DAS RÄTSEL DER FRINX. Doch nicht nur das. Denn auch einem gefährlichen Gangsterboss, der im Begriff ist, die Welt auszutrocknen, muss in einer gefährlichen Mission dreier Held:innen das Handwerk gelegt werden. Das Auftragswerk für das Stadttheater Gießen inszeniert Yesim Nela Keim Schaub. Die UA am 24.9. 3D/H. 9+

DER HASE IN DER VASE

... will in Marc Beckers neuestem Kinderstück, obwohl angekündigt, partout nicht erscheinen; stattdessen entwickelt sich ein erfrischend alberner, surrealer Bühnenspaß, der zudem von Überforderungen aller Art erzählt. Die UA des Auftragswerks für das Oldenburgische Staatstheater hat der Autor selbst inszeniert. DER HASE IN DER VASE ist dort noch bis zum 5.10. zu sehen. 3D/H, 7+

Und außerdem

... schreibt Nino Haratischwili, die gerade am Royal District Theatre in Tbilissi ein eigenes Projekt inszeniert (P: 29.10.), eine Trilogie über starke Frauen aus der Mythologie: PHÄDRA, IN FLAMMEN liegt schon vor (UA: Berliner Ensemble, 25.5.23, R: Nanouk Leopold), es folgen Penthesilea und Klytämnestra.