DAS MANGELNDE LICHT von Nino Haratischwili

Am 25.2.2022 erscheint Nino Haratischwilis neuer Roman DAS MANGELNDE LICHT in der Frankfurter Verlagsanstalt (weitere Infos hier). Nur einen Tag später, am 26.2., feiert der Roman dann seine Bühnen-Uraufführung am Thalia Theater Hamburg, in der Regie von Jette Steckel, die am selben Ort auch schon die Uraufführungen von DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA) und DIE KATZE UND DER GENERAL inszeniert hat. Derweil bringt das Theater Nestroyhof Hamakom in Wien am 18.1. Haratischwilis Stück für 3 Schauspielerinnen, HERBST DER UNTERTANEN, als Österreichische Erstaufführung heraus (R: Michael Gruner).

Neu: RUHE! HIER STIRBT LOTHAR

Lothar Kellermann liebt nur die marokkanischen Fliesen, die er in seinem Laden verkauft, und seinen Hund – mit allen anderen hat er es sich verscherzt. Als bei ihm eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird,  verkauft er Haus und Firma, bringt den Hund ins Tierheim, dem er auch gleich sein ganzes Vermögen vermacht, und geht ins Hospiz. Doch er stirbt nicht – Fehldiagnose. Und so muss er völlig mittellos ins Leben zurückkehren, das ihn weder will noch braucht. Plötzlich ist er auf andere Menschen angewiesen, etwa auf seine Tochter Mira, zu der er schon lange keinen Kontakt mehr hat, oder auf die wirklich todkranke Rosa, die er im Hospiz kennengelernt hat. Auf humorvolle Weise zeigt Ruth Toma in RUHE! HIER STIRBT LOTHAR die Verwandlung eines Misanthropen in einen dem Leben zugewandten Menschen. Die Tragikomödie basiert auf dem gleichnamigen, erfolgreichen Fernsehfilm. Besetzung: 3D - 3H. UA frei

Uraufführung der Oper EIGER in Biel / Solothurn

"Vier junge Draufgänger versuchen 1936 als erste die Eigernordwand zu bezwingen. Der erste Versuch im Jahr davor endete tödlich. Die radikale Natur des Bergs, die kein Erbarmen kennt, die über den Größenwahn des kleinen Menschen spottet und ihn doch zuletzt umarmt und in sich aufnimmt, bildet die eine Ebene der Oper. Der Berggang der vier Männer ist die andere – sie stemmen sich gegen Witterung und Bergwand. Die übermächtige Natur wiederum hat etwas so Mephistophelisches wie Hexenhaftes. Im Kampf – oder besser Spiel – dem kleinen, schmächtigen Menschen gegenüber stellt sie sich in der ganzen überbordenden Wildheit und Schönheit dar, welche die Oper als Genre auszeichnet." Das schreibt Tim Krohn über die Oper EIGER, für die er das Libretto verfasst hat. Die Musik stammt von Fabian Müller.  Uaufführung ist am 17.12. am Theater Orchester Biel Solothurn (ML: Kaspar Zehnder, R: Barbara-David Brüesch).

Neu: VERRECKER

Stör ist sich sicher: Seine Eltern sind gar nicht seine echten Eltern. Er muss wohl kurz nach der Geburt vertauscht worden sein. Ein Zufall. Oder nicht? Jedenfalls, davon ist Stör überzeugt, wurde mit ihm auch die Welt vertauscht. Seine eigene. Und die der anderen. Immer mehr nämlich beschleicht ihn das ungute Gefühl, dass etwas Großes im Gange ist. Darin bestärken ihn auch die Vorträge eines gewissen Professor von Büffel. Und sieht dieser Professor ihm nicht sogar ähnlich? Wilfried Happel ist ein sprachlich virtuoser Text über Existenzzweifel und Wirklichkeitsverlust gelungen, aber auch über die Kraft der Imagination und des Erzählens. VERRECKER  handelt insofern nicht nur von Querdenkertum und Verschwörungstheorien, sondern auf vertrackte Weise auch vom Theater selbst. Ein Stück für einen oder mehrere Spieler. Besetzung: mind. 1H. UA frei

Neu: WIE WIR SIND

Peri und Jo sind in die Grundschulklasse gekommen, um mit den Kindern über sexuelle Aufklärung zu sprechen: Wie Babys entstehen, zum Beispiel. Oder was jemanden eigentlich zum Mädchen oder Jungen oder allem dazwischen macht, wer entscheidet das? Und was passiert, wenn plötzlich ein Geschwister geboren wird? Die beiden Puppenspieler*innen haben mehr als ein Dutzend Figuren und Objekte mitgebracht, die Szenen spielen und Antworten auf solche Kinderfragen geben sollen. Doch die Figuren entwickeln ein Eigenleben: Die Puppe Sasha etwa möchte die Eingangsszene nicht mehr spielen, Kaulquappe ergeht sich in langen Exkursen, während die Comicfiguren Trix, Vla und Sou am liebsten herumtollen, die alten Schildkröten endlich Klartext reden wollen, und die Unterhose sich beschwert, dass sie wieder mal nicht vorkommt. Das Chaos ist vorprogrammiert: Wo anfangen, und wo enden? Schließlich geht es darum, wie wir entstehen, wie wir wachsen und wie wir so werden, wie wir sind. Mit einer gehörigen Portion anarchischem Witz nähert sich Lilly Axster in WIE WIR SIND dem Thema Sexualität aus Kindersicht. Entstanden ist ein Text für Figuren- und Objekttheater, der sich an ältere Grundschulkinder wendet. Besetzung: 2 Spieler*innen + Figuren/Objekte. Altersempfehlung: 5+. UA frei

Auszeichnung für Svenja Viola Bungarten

Mit dem 3. Else Lasker-Schüler-Stückepreis 2022 wird Svenja Viola Bungarten für ihr Stück DIE ZUKÜNFTIGE ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: "Eine Normalfamilie, irgendwo im ländlichen Raum. Die Eltern Zahnärzt:innen von unsicherem Wohlstand und einem Familienglück, das alsbald bröckeln wird: Erst fällt der Vater aus, 'Nervenzusammenbruch', sagt die Mutter. Dann geht die Praxis pleite – und die Ehe in die Brüche. Die Zwillingstöchter teilen sich mit den Eltern auf, verbringen fortan ungleiche Leben. Und in diese private Katastrophe schwappt, wie beiläufig, ständig die Erderwärmung hinein. Svenja Viola Bungarten ist mit 'Die Zukünftige' ein komplexes, raffiniertes, sprachlich dichtes und höchst musikalisches Stück gelungen, das persönliche und globale Katastrophenzustände elegant miteinander verwebt." Die Endfassung wird Anfang nächsten Jahres vorliegen.

Nestroy-Preis für AUTOMATENBÜFETT

Mit dem Nestroy-Preis in der Kategorie "Beste Regie" ist Barbara Freys Wiener Burgtheater-Inszenierung von AUTOMATENBÜFETT  von Anna Gmeyner ausgezeichnet worden. Nächste Premiere des Stückes: 5.3.2022 am Theater im Bauturm, Köln (R: Susanne Schmelcher). AUTOMATENBÜFETTerscheint im Januar 2022 zusammen mit Gmeyners letztem, noch unbekannten Theaterstück WELT ÜBERFÜLLT in einem Band der Theaterbibliothek.

Shakespeare, deutsch von Gosch/Schanelec

... steht auch zu Beginn des neuen Jahres auf vielen Spielplänen. Geplant sind Premieren von: EIN SOMMERNACHTSTRAUM (Ü: zusammen mit Wolfgang Wiens) an den Bühnen Bern (P: 13.1., R: Sabine Auf der Heyde) und den Wuppertaler Bühnen (P: 5.2., R: Maja Delinc), MACBETH am Schauspielhaus Bochum (P: 21.1., R: Johan Simons / Koen Tachelet) und WAS IHR WOLLT am Staatstheater Nürnberg (P: 21.1., R: Rafael Sanchez). Die gesammelten Shakespeare-Übersetzung von Jürgen Gosch und Angela Schanelec sind u.a. in unserem Buchshop zu finden.

Kimmig inszeniert EIN VOLKSFEIND in Hannover

In der Übersetzung von Heiner Gimmler inszeniert Stephan Kimmig EIN VOLKSFEIND am Staatstheater Hannover. Premiere ist am 21.1.2022. Gimmlers gesammelte Ibsen-Übertragungen sind unter dem Titel DRAMEN IN EINEM BAND erhältlich.

Mouawads VÖGEL

Die nächsten Premieren von Wajdi Mouawads  VÖGEL sind am 29.1. am Berliner Ensemble (viersprachig, Ü: Eli Bijaoui/Linda Gaboriau/Uli Menke/Jalal Altawil, R: Robert Schuster), am 5.2. am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel (R: Gert Becker) und am 12.3. am Theater Vorpommern, Greifswald (Ü jeweils: Uli Menke, R: Annette Pullen).

Und außerdem

... feiert Tom Lanoyes  KÖNIGIN LEAR (Ü: Rainer Kersten) gerade in Darmstadt einen großen Erfolg. Gustav Rueb hat die Shakespeare-Überschreibung am Staatstheater inszeniert. Der Abend erzähle vom "Altwerden und Verwirrt- und Weisesein in einer ziemlich verrückten Welt", so Shirin Sojitrawalla in der FAZ. "Königin" Lear ist eine Frau, die sich als Mutter, Liebhaberin, als Familienpatriarchin und Konzernlenkerin in einer von Männern dominierten globalisierten Welt behauptet hat und im Alter erkennen muss, wie hoch die Kosten dafür gewesen sind. "Es ist überfällig, dass es für erfahrene Schauspielerinnen jetzt auch solche Rollen gibt." (Gustav Rueb) Nächste Premiere: 20.5.2022 am Theater Konstanz, R: Kristo Šagor.