Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freund:innen des Verlags,

diesmal in eigener Sache: 

Wir suchen eine langfristige Verstärkung in der Theaterabteilung! 

SIE SOLL:
- ans Theater, seine Wichtigkeit und seine Zukunft glauben;
- Vergnügen am Lektorat neuer Texte und eine Spürnase für Autor:innen, Stücke und Stoffe haben; 
- nach Möglichkeit praktische Theater-Erfahrung (Dramaturgie) mitbringen;
- sich für den Austausch mit den Dramaturgien interessieren und offensiv für unser Programm eintreten wollen;
- teamfähig, reise- und kontaktfreudig sein;
- nichts dagegen haben, auch mal am Wochenende für uns unterwegs zu sein;
- Freude am gelegentlichen Lektorat auch von Romanen unserer Autor:innen empfinden;
- Lust auf Social Media haben.

WIR BIETEN:
- eine Arbeitssituation mit flachen Hierarchien;
- offene Türen und große Transparenz;
- viel Freiheit, mitzugestalten und mitzuerfinden;
- die Perspektive einer unbefristeten Anstellung; 
- ein tolles Team in der Theaterabteilung (4 Leute) und im gesamten Verlag (12 Leute).

WANN UND WO? 
Zum 1.1.2027, ggf. auch gerne früher. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung per Email (theater@verlagderautoren.de) oder Post (Verlag der Autoren GmbH & Co. KG, Taunusstraße 19, 60329 Frankfurt am Main).

Neu: LYSISTRATA ODER DIE FANTASIE VON FRIEDEN von Amanda Lasker-Berlin

Krieg, Widerstand und die Fantasie vom Frieden: Im Auftrag der Bad Hersfelder Festspiele und unter der neuen, zweiten Intendanz von Elke Hesse hat Amanda Lasker-Berlin Aristophanes’ Komödie neu gedacht. In LYSISTRATA ODER DIE FANTASIE VON FRIEDEN verlegt sie das Geschehen an einen einzigen Schauplatz: die zerstörte Stadt. Während Athen und Sparta einen scheinbar endlosen Krieg führen, schmiedet Lysistrata gemeinsam mit der Spartanerin Lampito und Frauen aus den verfeindeten Lagern einen Plan, das schier Unmögliche zu erreichen: den Frieden. Mit einem öffentlichkeitswirksamen Sexstreik allein geben sie sich jedoch nicht zufrieden: Sie beschlagnahmen die Kriegskasse, besetzen die Akropolis und mischen die politische Landschaft auf. In hitzigen, komischen und überraschend aktuellen Debatten kämpfen sie erst darum, vom Frieden zu träumen und ihn dann möglich zu machen. Mit Tempo und Witz, nuanciert und hintersinnig portraitiert Amanda Lasker-Berlin antike Aktivistinnen und ihre unterschiedlichen Beweggründe, nimmt ihre wortreich erlahmende Hingabe aufs Korn und erzählt zeitübergreifend und universell von Krieg, Diplomatie, Hass und dessen Überwindung. Ab 3. Juli ist LYSISTRATA ODER DIE FANTASIE VON FRIEDEN in der Stiftsruine zu sehen. Regie führt Marlene Anna Schäfer. Besetzung: 5D - 3H - Frauen-/Männerchor

Neu: SACRED MONSTERS (PARTS OF MEDEA) von Nino Haratischwili

In SACRED MONSTERS (PARTS OF MEDEA) erzählt Nino Haratischwili den Mythos Medea nicht nach, sie sprengt ihn auf. Medea wird hier zu einem Echo durch unterschiedlichste Zeiten hindurch. Ihre Stimme vervielfacht sich in Frauen der Geschichte und Gegenwart, in Müttern und Geliebten, in Mitläuferinnen und Widerständigen, in jenen, die geliebt, geopfert, verraten wurden und selbst verraten haben: Historische und zeitgenössische Figuren erzählen als Medea-Varianten polyfon von Exil und Mutterschaft, von Geiselnahmen, ideologischer Verblendung und von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Ein Kinderchor spricht von einer Welt, die sich immer neu verwundet. Von Kriegen, die in immer anderen Namen geführt werden. Von Katastrophen, die wir technisch beherrschen und moralisch am Ende nicht begreifen können. "Sacred Monsters" – heilige Monster. Das sind nicht nur mythische Gestalten. Es sind auch die scheinbar über die Jahrhunderte hinweg persistenten Narrative von Nation, Heldentum und Opfermythos. Es sind jene, die wir zu Monstern erklären, um uns selbst unschuldig zu fühlen. Die Uraufführung von SACRED MONSTERS (PARTS OF MEDEA) kommt am 8.5.2027 als Koproduktion von Staatstheater Stuttgart, Kölner Philharmonie und Elbphilharmonie Hamburg heraus, R: Nino Haratischwili. Besetzung: 5D + Chor

Kevin Rittbergers WUNDE STADT am Theater Magdeburg

Für das Theater Magdeburg hat Kevin Rittberger ein Stück über die Nachwirkungen der Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt geschrieben, basierend auf zahlreichen Gesprächen mit von der Tat Betroffenen. Sebastian Nübling hat die Uraufführung von WUNDE STADT inszeniert. „Eine konzentrierte und sehr berührende Aufführung. […] Trauer wird lebendig, so einfach und wörtlich lässt sich diese fabelhafte Magdeburger Theaterarbeit auch beschreiben.“ Michael Laages, Deutschlandfunk  "Eine vielstimmige Partitur, in der Brüche, Wiederholungen und Leerstellen ein Kaleidoskop der Wunden bilden.” Lina Wölfel, Theater der Zeit  "'Wunde Stadt' ist auch der Versuch, rassistischen Polarisierungsnarrativen so etwas wie Empathie entgegenzusetzen." Peter Laudenbach, Süddeutsche Zeitung  "Dieses Theaterstück wartet mit tollem Text auf, einem wunderbaren Ensemble, packender Dynamik  […]. ‚Wunde Stadt‘ ist eine kinetische Meditation über Trauerbewältigung, Vermeidungstaktik und Coping-Mechanismen, mit Respekt vor dem Thema, ohne mahnenden Zeigefinger; künstlerisch genug für eine Bühne, aber geerdet genug, um den Diskurs ans Publikum zu vermitteln. ‚Wunde Stadt‘ – eine Empfehlung.” Robert Gryczke, Ostdeutsche Allgemeine

Neu: HERR KORFF, MIT DOPPEL-F von Wilfried Happel

“Und es ist völlig ausgeschlossen, dass es sich bei mir nicht aus Versehen um eine andere Person handelt?”
Herr Korff wird von allen umsorgt. Regelmäßig fragt man ihn nach seinem Befinden, kontrolliert seine Werte, stillt seine Grundbedürfnisse. Doch wo genau befindet er sich, und warum? In medizinischer Behandlung? In Isolationshaft? Gilt er als Querulant, weil er sich einem zunehmend übergriffigen System als Mitspieler verweigert? Was hat man mit ihm vor? Hat man Angst vor ihm? Wird er für etwas bestraft? Oder dient alles nur zu seinem Besten? Wilfried Happels Titelheld in HERR KORFF, MIT DOPPEL-F ist einer undurchsichtigen Maschinerie ausgeliefert, die vorgibt, an einer "Umgestaltung der Welt zum Besseren" zu arbeiten, und dabei immer gewaltsamer und zynischer vorgeht. Parabelhaft, aber auch absurd-komisch erzählt das Stück von Existenzverunsicherung, von Identitäts- und Rechtfertigungskrisen und dem Erstarken autoritativer Strukturen. Besetzung: mind. 2D - 3H

NEU: Fabienne Dür, SCHNEE VON MORGEN

Seit ihre Eltern sich getrennt haben, leben Leo und Mo mit dem Vater in einer neuen Stadt. Hinter dem Fenster ihres Kinderzimmers beobachten sie gelangweilt die Wolken, denn sie warten auf den ersten Schnee der Winterferien. Leider ist das SCHNEE VON MORGEN, denn alles, was sie entdecken, ist ein merkwürdiges, glitzerndes Wesen zwischen den Bäumen des Parks. Und das weckt ihre Neugier. Draußen verwandelt sich das vermeintliche Meerestier plötzlich in Fee, ein Kind aus Leos Klasse. Das neue Kinderstück von Fabienne Dür erzählt mit wunderbarer Selbstverständlichkeit von der Magie der Kindheit, von Geschwisterbeziehungen und Freundschaft. Besetzung: 3D/H. Ab 8 Jahren  Im Herbst erscheint SCHNEE VON MORGEN zusammen mit LÖWENSCHWESTER in der Theaterbibliothek.

Neu: KUCKUCKSNEST von Nina van Tongeren

In dem Fotorahmen neben Saffas Bett sind sie alle zu sehen: Saffa, ihre Schwester Nim, die Mutter und der Hund. Eine schöne Familie. Doch jetzt ist der Rahmen kaputt. Heruntergefallen, als die Mutter zu sehr die Tür geknallt hat. Und alles andere ist auch kaputt. Denn entweder will Saffas und Nims Mutter nach Mallorca fliegen, obwohl gar keine Ferien sind, und eine Rennmaus kaufen, für die sie nicht sorgen kann. Oder sie sitzt auf dem Dach, singt und weigert sich herunterzukommen. Wie jetzt gerade. Nim reicht es. Sie will zum Jugendamt und hofft auf einen Pflegevater mit großem Haus, bei dem die Brötchen nie schimmelig sind. Saffa dagegen setzt alles daran zu verheimlichen, dass sie zu Hause diejenige ist, die sich um Essen, Rennmaus und eigentlich auch alles andere kümmert. Sie will ihre Familie um jeden Preis zusammenhalten. In Nina van Tongerens Kinderstück über mentale Gesundheit, KUCKUCKSNEST (Ü: Henriette Festerling), kämpfen zwei Schwestern auf ihre je eigene Art um einander und um ihre Mutter: “‘Kuckucksnest’ kennt keine Diagnosen und kein erwachsenes Erklären. Nina van Tongeren bleibt dicht dran an der kindlichen Erfahrungswelt. Ihr sehenswertes Stück zeigt, dass Kinder genauso unterschiedlich mit schwierigen Situationen umgehen wie Erwachsene”, so Elena Philipp (Berliner Morgenpost) über die DSE am GRIPS Theater in der Regie von Sabine Tröschel. Besetzung: 2D. Ab 10 Jahren

“Vorsicht! Dieses ‘Geldstück’ hat Nebenwirkungen”

… schreibt Susanne Brenner (Saarbrücker Zeitung) über die “begeistert gefeierte Premiere" von Ulf Schmidts SCHULD UND SCHEIN am Staatstheater Saarbrücken in der Regie von Raimund Widra, denn: "Ihr Blick auf Banken und Finanzmärkte könnte sich für immer verändern.” - “Der Text von Ulf Schmidt ist unglaublich kenntnisreich, manchmal plakativ, aber mit ungemeinem Wortwitz. […] Selten wird man gleichzeitig so gut aufgeklärt und trotzdem bestens unterhalten.” Barbara Grech (SR3

Claudius Lünstedt beim Festival d'Avignon

Für das Festival d'Avignon und die Theatergruppe “Les sens des mots” schreibt Claudius Lünstedt ein Dreipersonenstück, basierend auf seiner Begegnung mit Véronique Pitchon, einer auf alte Arzneibücher des Mittelmeerraums spezialisierten Mediävistin, und Pierre Fechter, einem auf Antibiotikaresistenzen spezialisierten Mikrobiologen und Forscher an der Universität Straßburg, die gemeinsam daran arbeiten, alte Heilmittelrezepte nachzukochen und deren Wirksamkeit zu studieren. IM GEWÄCHSHAUS (frz. Arbeitstitel: “Dans la serre”) wird am 17. Juli im Rahmen des Festivals als szenische Lesung präsentiert (R: Sophie Lamouret).

EIN MANN DER KUNST ist Kölner "Buch für die Stadt"

Kristof Magnussons Roman EIN MANN DER KUNST (Kunstmann Verlag) ist das diesjährige Kölner “Buch für die Stadt”, eine gemeinsame Literaturaktion von Literaturhaus Köln, Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau. Vom 22. bis 29. November wird es eine Aktionswoche in Köln und der gesamten Region geben, mit Auftakt am 22.11. im Schauspiel Köln. Am 14.9. erscheint eine Sonderausgabe des Romans im Goldmann Verlag. Bühnen- und Medienrechte beim Verlag der Autoren. Und mit der UA von Kristof Magnussons neuer Komödie IN BESTER LAGE, geschrieben mit Gunnar Klack, wird am 25.9., nach mehr als 10 Jahren Bauzeit, das Kölner Schauspielhaus wiedereröffnet, Regie: Kay Voges. Pünktlich zur Premiere wird das Stück in einem Theaterbibliotheks-Band mit APOKALYPSE MIAU im Buchhandel erhältlich sein.

Und außerdem

... hätte Heinrich von Kleist im Oktober 2027 seinen 250. Geburtstag gefeiert. "Am Morgen meines Todes – 21.11.1811" unterschrieb Kleist seinen letzten Brief an seine Schwester. Er verbrachte die vorangegangene Nacht zusammen mit Henriette Vogel in Stimmings Gasthaus am Wannsee bei Potsdam, um im Morgengrauen am nahen Ufer zuerst Henriette, dann sich selbst zu erschießen. AM MORGEN MEINES TODES lautet auch der Titel eines Stückes des großen ungarischen Autors István Eörsi (Ü: Gregor Mayer). Das Stück spielt mit den biografischen Bezügen in Kleists Werk, ist jedoch kein Historiendrama, sondern eher ein nächtliches Traumspiel mit realen und irrealen Personen: Kleists letzte Inszenierung - die seines Todes. Besetzung: 3D - 5H. DSE frei! Und als Alternative zu Kleists “Penthesilea”! sei empfohlen: PENTHESILEA. EIN REQUIEM, von Nino Haratischwili, die den antiken Penthesilea-Stoff als frappierend aktuelle Geschichte um Krieg und Geschlechterkampf erzählt. Besetzung: 2D - 2H