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Mülheimer Jugend-Jury stimmt für EIN KÄNGURU WIE DU

Die beim Mülheimer KinderStückePreis erstmals installierte Jugendjury hat Ulrich Hubs EIN KÄNGURU WIE DU prämiert: «Wir haben uns für das Stück entschieden, weil wir es wichtig finden, dass das Thema Schwulsein bei Kindern...weiterlesen »

Die beim Mülheimer KinderStückePreis erstmals installierte Jugend-Jury hat Ulrich Hubs EIN KÄNGURU WIE DU prämiert: «Wir haben uns für das Stück entschieden, weil wir es wichtig finden, dass das Thema Schwulsein bei Kindern besprochen wird – in der Schule kommt es viel zu selten vor. Wir finden auch, dass das Stück die Vorurteile gegenüber Schwuchteln gut darstellt und auflöst. Der Autor schreibt witzig, spannend und unvorhersehbar. Wir mögen auch die Freundschaft zwischen den Figuren, und dass man mit jemandem befreundet sein kann, der anders als man selber ist.» So das Statement der fünf Jugendlichen (sie sind alle zwischen 13 und 14). Nächste Premiere des Stückes ist am 13.2.2016 am Comedia Theater in Köln, in der Regie von Rüdiger Pape. Zuvor, im Herbst, erscheint EIN KÄNGURU WIE DU zusammen mit FÜCHSE LÜGEN NICHT in einem Band der Theaterbibliothek.

    

Zum 80. Geburtstag von Dieter Forte

Aus Anlass des 80. Geburtstags von Dieter Forte laden die Universität Basel, die S. Fischer Stiftung, das Literaturhaus Basel und das Theater Basel zu einem dreitägigen Programm ein. Vom 12. bis 14. Juni finden in Basel eine...weiterlesen »

Aus Anlass des 80. Geburtstags von Dieter Forte laden die Universität Basel, die S. Fischer Stiftung, das Literaturhaus Basel und das Theater Basel zu einem dreitägigen Programm ein. Vom 12. bis 14. Juni finden in Basel eine Lesung, ein literaturwissenschaftliches Colloquium und eine Matinee statt. Das gesamte Programm ist in einem Leporello nachzulesen. Nicht nur im Lutherjahr 2017 wiederzuentdecken ist Dieter Fortes MARTIN LUTHER & THOMAS MÜNZER ODER DIE EINFÜHRUNG DER BUCHHALTUNG, eine dramaturgische Aufgabe mit einem Stoff, der seinerzeit das Publikum in Aufregung versetzte.

    

Das Ende der Phantasie

In der aktuellen Theaterdebatte zum Thema Urheberrecht sind die juristischen Argumente auf der Seite der Autoren, während die coolen, kunstmoralischen allein auf der Seite der Theater zu liegen scheinen. Hier die öden,...weiterlesen »

In der aktuellen Theaterdebatte zum Thema Urheberrecht sind die juristischen Argumente auf der Seite der Autoren, während die coolen, kunstmoralischen allein auf der Seite der Theater zu liegen scheinen. Hier die öden, "kunstfeindlichen" (M. Kusej) Paragraphenreiter, dort die um die Freiheit kämpfenden Künstler. Wichtig ist die Frage: Wieso genießt der Urheber einen Schutz, und warum ist das keine Behinderung sondern eine Errungenschaft?

1.
Theater ist eine zusammengesetzte Kunstform: Der Regisseur ist ein Künstler, Bühnen-, Kostüm- und Lichtdesigner sind Künstler, Komponisten, Musiker und Schauspieler sind Künstler. Und selbstverständlich sind auch die Schreibenden Künstler. Bertolt Brecht und Tennessee Williams ebenso wie Elfriede Jelinek oder Dea Loher. Sie schaffen den Anlass und die Grundlage für eine Inszenierung. Sie sind, lebendig oder tot, aktiver Teil der Produktion.

2.
Jeder Künstler besitzt eine künstlerische Freiheit. Konflikte ergeben sich dann, wenn die künstlerische Freiheit des einen die des anderen einschränkt.

3.
Zum Schutz dieser künstlerischen Freiheit sind Gesetze (Urheberrecht, Leistungsschutzrecht, Persönlichkeitsrecht) geschaffen worden. Dies ist eine Errungenschaft, sie schützt: vor Willkür, Missbrauch, Zensur, Manipulation. Ohne das Einverständnis des Regisseurs darf kein Intendant eine fertige Inszenierung verändern, z.B. weil er sie publikumswirksamer machen will; ohne das Einverständnis des Autors darf kein Verleger bei Drucklegung entscheiden, einfach ein Kapitel aus einem Roman herauszunehmen, weil es ihm zu anstößig ist, und darf kein Regisseur ein Stück bearbeiten, umschreiben oder ergänzen, um es sich passend zu machen. (Mitunter kommt es zu paradoxen Situationen: In einer Inszenierung wurde eine zentrale Figur eines Stücks ohne Einwilligung der Autorin weggelassen. Die Autorin bestand darauf, dass die Szenen mit der Figur nachträglich eingefügt würden. Darauf beschwerten sich Regisseur und Theater über die "Beschädigung" der Inszenierung.)

4.
Bei allen Änderungen muss also vorher gefragt werden. Was ist so schlimm daran zu fragen? Meist kommt es zu einer Einigung. Autoren hierzulande erlauben in der Praxis ungemein viel mehr, als in anderen Ländern, wo wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass "sogar" Regieanweisungen oder Anmerkungen zum Bühnenbild berücksichtigt werden. Es gibt eine jahrzehntelange produktive Entwicklung im Zusammenspiel von szenischer Literatur und modernem Regietheater. Auch die Zusammenarbeit zwischen Bühnenverlagen und Theatern ist viel unkomplizierter, selbst wenn es um Brecht geht. Aber: Fragen birgt natürlich das Risiko, dass Nein gesagt wird. Na und?

5.
Ist das schon die "Behinderung" (Deutscher Bühnenverein) der Kunstfreiheit? Können manche Regisseure wirklich nur unter der Bedingung der totalen "Textfreiheit" (Kay Voges, Deutsche Bühne) arbeiten? Sehen manche Regisseure wirklich durch den Autor ihre "Gedankenfreiheit" (Christoph Leibold, Theater der Zeit) bedroht und wollen vor allem eins: vom Autor "in Ruhe" gelassen werden (Leander Haußmann, Die Welt)? Wenn dem so wäre, wäre das:

6.
Das Ende der Phantasie. Inszenieren ist immer Interpretieren, das versteht sich. Aber muss man dazu zwangsläufig manipulieren? Kann ein Regisseur nicht interpretieren ohne "Fremdtext" als Krücke? Kann er der Reibung an Szenen, die ihm nicht passen, nur mehr durch Stückeln, Umschreiben oder Weglassen entgehen statt sie auszuhalten und seine EIGENE Phantasie dagegen zu setzen? Eine Inszenierung mit Textbearbeitung solcher Art ist genauso wenig per se innovativ, wie eine Inszenierung ohne Textbearbeitung zwangsläufig museal.

7.
Wenn der Autor also "Nein" sagt oder von vornherein sein Recht beansprucht, bestimmte Umgehensweisen mit seinem Werk nicht zu wollen (gegebenenfalls um den Preis, dann eben nicht gespielt zu werden), und wenn der Regisseur damit nicht leben kann: Dann muss dieser ein anderes Stück machen oder selbst eines schreiben oder ohne Text arbeiten.

8.
Wenn das Theater gar nicht erst vorher fragt (oder seine Angaben nicht stimmen), muss es akzeptieren, dass der Autor die Aufführung verbietet. Kommt selten vor, aber so ist es nun mal. Auch Regisseure haben gegen nachträgliche Veränderungen ihrer Inszenierungen geklagt (und Recht bekommen, siehe den berühmten Fall des Leipziger "Bewegungschors").

9.
Die immer geforderte "freie Benutzung des kulturellen Erbes" (Voges), die gibt es doch längst: Goethe, Schiller, Kleist, Büchner – Hunderte von Stücken stehen dazu allein in deutscher Sprache zur Verfügung, von Shakespeare, Molière, Ibsen und Tschechow ganz zu schweigen. Aber "Baal" oder "Endstation Sehnsucht", Stücke von Sperr, Schwab, Schimmelpfennig, von Sarah Kane oder Dea Loher sollen bereits "kulturelles Erbe" sein? Wer kennt das denn, außer uns privilegierten Theaterleuten, die in ihrer Arbeits- und Freizeit Texte lesen, die für die Umsetzung auf der Bühne geschrieben sind? In wessen Bücherschrank stehen diese Texte denn "zum Nachlesen", wenn sie überhaupt im Buchhandel zu kriegen sind? (Und die wenigsten zeitgenössischen Stücke sind das.) Hier wird die Forderung zum Bumerang: Damit ein Werk zum kulturellen Erbe werden kann, muss es nämlich erst gekannt und erkannt werden. Und genau deshalb wird es über einen längeren Zeitraum, weit über den Tod des Autors hinaus, in seinem Bestand geschützt.
Das ist das Wesen des Urheberrechts.

10.
Deshalb darf dieses Urheberrecht nicht in Frage gestellt werden.

P.S. Ob ein Autor tot ist oder lebendig, spielt dabei keine Rolle. Autoren haben, zumeist, Testamente gemacht und Menschen ihres Vertrauens ihre Werke überantwortet. Dass ein Autor nicht mehr lebt, berechtigt niemanden, gegen dessen letzten Willen zu handeln.

Felix Bloch Erben, Berlin
henschel SCHAUSPIEL, Berlin
Verlag der Autoren, Frankfurt am Main

    

Poetisch, skurril, traurig: DER KREUZBRAVE FRIDOLIN in München uraufgeführt

Eine zugleich "poetische", "skurille" und "traurige Geschichte" über das Altern, über Abschied und Toleranz - so beschreibt Sabine Leucht in der Süddeutschen Zeitung das neue Kinderstück DER...weiterlesen »

© Sanne Peper

Eine zugleich "poetische", "skurille" und "traurige Geschichte" über das Altern, über Abschied und Toleranz - so beschreibt Sabine Leucht in der Süddeutschen Zeitung das neue Kinderstück DER KREUZBRAVE FRIDOLIN von Ad de Bont (Ü: Barbara Buri). Der niederländische Puppenspieler Jouke Lamers hat es an der Münchner Schauburg uraufgeführt. "Feinen Witz" entfalte das Stück und erzähle "frech, aber ohne zu verniedlichen" von Konflikten zwischen Heranwachsenden und ihren Eltern, schreibt Mathias Hejny in der Abendzeitung.

    

Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft an Nino Haratischwili

Mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2015 wird Nino Haratischwili ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am 10. Oktober im Rahmen der Jahrestagung des Kulturkreises in Karlsruhe...weiterlesen »

Mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2015 wird Nino Haratischwili ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am 10. Oktober im Rahmen der Jahrestagung des Kulturkreises in Karlsruhe verliehen. Nino Haratischwili in unserem Buchshop »

    

Bonner SCHREIMUTTER zum Westwind Festival geladen

Im Wettbewerb des Westwind Festivals, des Theatertreffens für junges Publikum in NRW, steht die Produktion SCHREIMUTTER des Bonner Theaters Marabu, die Claus Overkamp nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Jutta Bauer...weiterlesen »

© Karen Seggelk

Im Wettbewerb des Westwind Festivals, des Theatertreffens für junges Publikum in NRW, steht die Produktion SCHREIMUTTER des Bonner Theaters Marabu, die Claus Overkamp nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Jutta Bauer inszeniert hat. In der kommenden Spielzeit bringt der Schnawwl am Nationaltheater Mannheim zudem eine Veroperung von DIE KÖNIGIN DER FARBEN heraus: Die Inszenierung mit Musik von Markus Reyhani und in der Regie von Andrea Gronemeyer hat am 7. November Premiere.

    

Jan Friedrichs DEALS in Hannover uraufgeführt

Mit 23 Jahren sorgt Jan Friedrich derzeit mit seinen Stücken für Aufsehen: SZENEN DER FREIHEIT, im Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts, wurde bereits bei den Berliner Autorentheatertagen prämiert. Am 13. Juni ist...weiterlesen »

Mit 23 Jahren sorgt Jan Friedrich derzeit mit seinen Stücken für Aufsehen: SZENEN DER FREIHEIT, im Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts, wurde bereits bei den Berliner Autorentheatertagen prämiert. Am 13. Juni ist die Uraufführung am Deutschen Theater Berlin. Nun ist sein Stück DEALS am Staatstheater Hannover uraufgeführt worden, in der Regie von Hanna Müller: Darin werden familiäre "Verstrickungen, Befindlichkeiten" von Jan Friedrich "in ihrer ganzen Dimension erst allmählich aufgedeckt", was den Text "bis zuletzt kurzweilig" mache, so Katharina Derlin in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Mit "feiner Beobachtungsgabe" zeigt Jan Friedrich eine Familie in all ihrer Sprachlosigkeit, schreibt Stefan Gohlisch in der Neuen Presse.

    

"Funkelnd boshaft": MÄDCHEN UND JUNGEN in Bremen

"Funkelnd boshaft, genüsslich die Leerläufe des Stücks auskostend und mit einem Ensemble, das vor Spiellust nur so strotzt", hat Alize Zandwijk die deutsche Erstaufführung von Arne Sierens' Stück MÄDCHEN UND JUNGEN...weiterlesen »

© Kurt van der Elst

"Funkelnd boshaft, genüsslich die Leerläufe des Stücks auskostend und mit einem Ensemble, das vor Spiellust nur so strotzt", hat Alize Zandwijk die deutsche Erstaufführung von Arne Sierens' Stück MÄDCHEN UND JUNGEN (Ü: Barbara Buri) am Theater Bremen inszeniert, so Benno Schirrmeister in der tageszeitung:
Die "Reichtumsfarce" zeige "die Phobien, die Ängste und die Aggressionen" innerhalb einer Fabrikanten-Familie, und das sei "schreiend komisch und tieftraurig" zugleich. Ein "beachtliches Gesellschaftsstück", in dessen komödiantischer Leichtigkeit "mehr" stecke, meint Johannes Bruggaier in der Kreiszeitung. Auf Deutsch noch zu entdecken ist Sierens' MARIAHILF, worin  drei gestrandete Figuren – der ehemalige Unterwasserschweißer Michel, der gescheiterte Dompteur Gabriel und Mimi, die mit Trostpakten handelt – in einem Einkaufcenter aufeinandertreffen.

    

"Rheinlandtaler" an Karl Otto Mühl

Mit dem "Rheinlandtaler" ist Karl Otto Mühl ausgezeichnet worden. Der 1923 geborene Wuppertaler Autor erreichte seinen Durchbruch mit dem 1973 uraufgeführten Stück RHEINPROMENADE, das seither auf mehr als 80...weiterlesen »

Mit dem "Rheinlandtaler" ist Karl Otto Mühl ausgezeichnet worden. Der 1923 geborene Wuppertaler Autor erreichte seinen Durchbruch mit dem 1973 uraufgeführten Stück RHEINPROMENADE, das seither auf mehr als 80 Inszenierungen kommt, zuletzt 2013 am Schauspiel Köln. Mit dem "Rheinlandtaler", verliehen vom Landschaftsverband Rheinland, werden Personen gewürdigt, die sich um die Förderung der Kultur im Rheinland besonders verdient gemacht haben.

    

"Feier der Maskerade": Bastian Krafts ZOFEN-Inszenierung

Als eine "Feier der Maskerade, ein Gottesdienst fürs Auge; Zeremonie im Zeitalter von Selfie und Handycam" (Tages-Anzeiger) hat Bastian Kraft DIE ZOFEN von Jean Genet (Ü: Gerhard Hock) am Schauspielhaus Zürich...weiterlesen »

Als eine "Feier der Maskerade, ein Gottesdienst fürs Auge; Zeremonie im Zeitalter von Selfie und Handycam" (Tages-Anzeiger) hat Bastian Kraft DIE ZOFEN von Jean Genet (Ü: Gerhard Hock) am Schauspielhaus Zürich eingerichtet. "Rasant, beklemmend, auf den Punkt inszeniert und mit atemberaubender Genauigkeit gespielt." nachtkritik

    
Premieren
Mi
27
Mai
theater WOLKENFLUG
DIE HINTERHäLTIGKEIT DER WINDMASCHINEN
R: Ute Liepold
Do
28
Mai
society Players, Berlin
DIE BITTEREN TRäNEN DER PETRA VON KANT
R: Petra Maria Popp
Fr
29
Mai
TLB-Theaterlaboratorium Bukarest, Bukarest (RO)
AN DER ARCHE UM ACHT
R: Ramona Olasz
Fr
29
Mai
Rheinisches Landestheater Neuss
DER EINGEBILDETE KRANKE
R: Maike Fölling
Sa
30
Mai
Maxim Gorki Theater, Berlin
DIE UNGEHALTENEN UA
R: Hakan Savas Mican
Do
04
Jun
DAS THEATERPROJEKT, Nürnberg
KAMPF DES NEGERS UND DER HUNDE
R: Nikolaus Struck
Fr
05
Jun
Maxim Gorki Theater, Berlin
DIE BAKCHEN
von Euripides
Deutsch von Simon Werle
R: Milos Lolic
Sa
06
Jun
artisanen, Berlin
DIE WERKSTATT DER SCHMETTERLINGE
von Silvia Andringa
Nach Gioconda Belli
Deutsch von Rosemarie Still
R: Inga Schmidt
Sa
06
Jun
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
NACHTASYL
R: Michael Thalheimer
Sa
06
Jun
Theater an der Ruhr, Mülheim
RüCKKEHR IN DIE WüSTE
R: Roberto Ciulli (Premiere bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen)