Rainer Kersten
geboren 1964 in Bebra, Nordhessen. Studium der Germanistik, Niederlandistik und Romanistik in Deutschland und den Niederlanden, anschließend Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache an der FU Berlin. Lebt in Berlin.

geboren 1964 in Bebra, Nordhessen. Studium der Germanistik, Niederlandistik und Romanistik in Deutschland und den Niederlanden, anschließend Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache an der FU Berlin. Lebt in Berlin.

 
Rainer Kersten »
Übersetzungen (19)
Andromache
von Jean Racine
In einer Fassung von Luk Perceval und Peter Perceval
Nach Racine von Luk und Peter Perceval
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Het Toneelhuis Antwerpen, 03.10.2002. R: Luk Perceval
DSE: Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 3.12.2003. R: Luk Perceval
Der Trojanische Krieg: der Kriegsheld Hektor wird von Pyrrhus, dem jungen König von Epirus, in der Schlacht getötet und die Stadt Troja von den Griechen restlos zerstört. Andromache, die Witwe Hektors, und ihr kleiner Sohn Astyanax werden von Pyrrhus, der sich unsterblich in die Trojanerin verliebt hat, nach Kriegsende gefangen genommen und nach Epirus verschleppt. Pyrrhus, seit langem der Griechin Hermione, die ihn innig liebt, versprochen, umwirbt Andromache hartnäckig. Es folgt ein jahrelanges, zermürbendes Ringen um ihre Liebe. Dann trifft der Grieche Orest, der Sohn Agamemnons, in Epirus ein. Er ist von seinem Volk beauftragt, Astyanax, den einzigen Erben Trojas, umzubringen und somit einer möglichen Blutrache vorzubeugen. Doch Orest hat auch einen privaten Grund für die Reise nach Epirus: Er sehnt sich nach Hermione, seiner Jugendliebe. Pyrrhus wittert seine Chance und bietet Andromache an, ihren Sohn zu beschützen, wenn sie ihn heiratet.

Mit Jutta Lampe in der Titelrolle kam die ANDROMACHE-Fassung von Peter und Luk Perceval (deutsch von Rainer Kersten) an der Berliner Schaubühne zur Deutschsprachigen Erstaufführung.
2D-3H (2 D - 3 H)
2D-3H (2 D - 3 H)




Ars! Triptychon (Aars! (anatomische studie van de oresteia))
von Peter Verhelst. Mitarbeit: Luk Perceval.
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken, 22.3.2003. R: Kay Neumann
Peter Verhelst zählt zu den Hauptmachern der unkonventionellen radikalen Theaterszene in Belgien. Für Het Toneelhuis in Antwerpen und den Regisseur Luk Perceval hat er die Orestie des Aischylos seziert und neu gefasst. Entstanden ist eine "Anatomische Studie der Orestie", eine Reduktion und Zuspitzung auf die tragische Familienkonstellation, als eine Keimzelle von Gewalt wie Utopie. Beschreibt Aischylos in seiner Orestie den historischen Schritt vom Recht des Stärkeren zur Stärke des Rechts, so hebt Verhelsts Bearbeitung des antiken Stoffs diese optimistische Perspektive wieder auf.
Verhelst hat ARS! den Monolog einer IFIGENIA IN ATTIC vorangestellt. Aus den lyrischen, verstörenden Textfragmenten bekommt der Zuschauer eine Ahnung davon, was Ifigenia erlitten hat. Der dritte Teil, der Epilog HISTOIRE D'A (Nachbild), beschreibt mit einer beklemmenden Sprache wie die Erinnerung an Krieg und Zerstörung die Figuren nicht loslässt.
2D-2H
2D-2H




Atropa. Die Rache des Friedens (Atropa. De wraak van de vrede)
von Tom Lanoye
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Toneelhuis Antwerpen, 12.5.2008. R: Guy Cassiers.
DE: Staatstheater Nürnberg, 24.10.2009. R: Georg Schmiedleitner
ATROPA. DIE RACHE DES FRIEDENS stellt die Stimmen und Erzählungen der Opfer von hemmungslosem Machtmissbrauch und uneingeschränkter Machtfülle ins Zentrum. Tom Lanoye nimmt den Trojanischen Krieg, die "Mutter aller Kriege", als konkrete Ausgangssituation seines Stückes. In Agamemnons Kriegsrhetorik hat das Individuum keinen Platz mehr. Es geht um Größeres: ums Vaterland, kulturelles Erbe oder Wertesysteme. Gegen diese Kriegslogik, die ihr Leben zerstört hat, treten die Frauen an.
ATROPA bezieht sich auf die Tragödien von Aischylos und Euripides, aber auch auf die Reden des Irakkrieg-Duos George Bush und Donald Rumsfeld. Die UA-Inszenierung von Guy Cassiers (Toneelhuis/Antwerpen) 2008 war als Gastspiel zum Festival d'Avignon eingeladen.
5D-1H ((auch größer besetzbar))
5D-1H ((auch größer besetzbar))




Blowing (Blowing)
von Jeroen van den Berg
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Het Laagland, Sittard, 7.3.2003. R: Bas Zuyderland.
DE: Vereinigte Städtische Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, 1.6.2007. R: Jens Pesel
Der 45. Geburtstag von "Mutter": der Esstisch ist üppig gedeckt, die Familie versammelt, Stimmung gut, Videokamera läuft, - da rasseln vor Fenster und Türen automatische Gitter runter und man sitzt im Dunkeln: Das neue Hochsicherheits-Rettungssystem funktioniert nicht richtig. Ständchen und feierliche Eröffnung des Brunches müssen für das Festvideo wiederholt werden, Mal um Mal, weil immer wieder etwas verrutscht und verklemmt. Doch die Aufnahme der glücklichen Familie in Festtagslaune kommt partout nicht zustande. Jeroen van den Bergs 4-Personenstück beginnt wie eine Slapstickkomödie, doch in dem komödiantischen Auftakt steckt auch die Metapher für das rissige Fundament der Familie, die am Ende vermutlich auseinander gebrochen sein wird: In Wahrheit herrschen zwischen Mutter, Vater, Tochter und Sohn Lug und Betrug, Verachtung und Enttäuschung.
BLOWING etnstand im Auftrag des Theaters Het Laagland in Sittard und gewann 2003 in den Niederlanden den Taalunie Toneelschrijfprijs für das "Beste Theaterstück des Jahres".
2D-2H
2D-2H




Die Russen! (De Russen!)
von Tom Lanoye
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Toneelgroep Ansterdam, 19.6.2011. R: Ivo van Hove
6-9 Stunden Spieldauer (je nach Kürzung) und 18 starke Rollen: Wenn Tom Lanoye die russischen Antihelden Ivanov und Platonov aufeinander treffen lässt, entsteht ein "großartiges Beziehungs-Opus von opernhaften Ausmaßen" (NRC). "Mit seinem blitzgescheiten analytischen Geschick macht Lanoye aus den beiden Theatertexten ein gut komponiertes Stück, das uns mit rasender Geschwindigkeit verschiedene Leben präsentiert, die unerbittlich ihrer Vernichtung entgegengehen" (De Morgen). Lanoyes Bearbeitung der Tschechow’schen Dramen entstand für die Toneelgroep Amsterdam.
7D-11H
7D-11H




Die Wolf-Gang (De Jossen)
von Tom Lanoye
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Het Toneelhuis Antwerpen / Olympic Dramatique, 29.4.2004. R: Gruppe Olympic Dramatique.
DE: Stadttheater Gießen, 22.9.2005. R: Joanna Lewicka
Der belgische Autor Tom Lanoye hat mit DIE WOLF-GANG eine kleine, sehr komische Versuchsanordnung geschrieben. Es geht um "Niedergang und Revival der Zusammengehörigkeit" - wie es ursprünglich im Untertitel hieß. Es geht also: um Liebe, um Gemeinschaft und Freundschaft, um Loyalität und Verlässlichkeit und um deren Gegenteil. Die dramaturgische Raffinesse: Jeder, der im Stück spricht, hört auf den Namen Wolf. Welcher Wolf welchen Satz spricht und wie viele Wölfe es insgesamt gibt – das entscheidet die Regie.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Dirty Rich Modderfokker der Dritte
von Tom Lanoye und Luk Perceval
Deutsch von Rainer Kersten
Das Drama von DIRTY RICH aus Tom Lanoyes und Luk Percevals opulenter Neudichtung der Shakespeareschen Rosenkriege, SCHLACHTEN!, wird auch als immer wieder einzeln gespielt.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Festung Europa (Fort Europa)
Hohelied der Zersplitterung
von Tom Lanoye
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Wiener Festwochen / ZT Hollandia, 8.5.2005. R: Johan Simons.
DE: Theater der Stadt Trier, 27.4.2008. R: Ali Abdullah
Tom Lanoyes Stück, bei den Wiener Festwochen unter dem Titel "Fort Europa" in einer stark gekürzten Fassung von Johan Simons durch ZT Hollandia uraufgeführt, liegt jetzt in der endgültigen Autorenfassung vor, mit vier neuen Szenen.
Es treffen sich Menschen unterschiedlicher Nationen, die zusammenwachsen sollen. Doch sie liefern sich aberwitzige, brüllkomische und absolut inkorrekte Wortgefechte über das sogenannte kulturelle Erbe Europas: Kathedralen und Schopenhauer, Russenhass und Parmaschinken. Die Frage, wie der vielbeschworene Zusammenhalt der Nationen gesteuert werden soll, wenn Angst vor Entindividualisierung und Vorurteile noch immer den Kontinent beherrschen, weiß jedoch keiner wirklich zu beantworten.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Gas (Gaz. Pleidooi van een gedoemde moeder)
Plädoyer einer verurteilten Mutter
von Tom Lanoye
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Theater Malpertuis, 17.4.2015. R: Piet Arfeuille.
DSE: Theater Bremen, 5.5.2017. R: Alize Zandwijk
GAS ist der Monolog der Mutter eines Attentäters, der einen Giftgasanschlag in der U-Bahn verübt und 184 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Sie gibt Auskunft, über Geburt, Kindheit und Jugend, über die Talente und Eigenheiten ihres toten Kindes, ihre Beziehung zueinander und ihre Liebe zu ihm. Und sie vergegenwärtigt sich, wie der Sohn ihr langsam abhandenkam und trotzdem nichts auf das gewaltsame Ende hindeutete. "Ich suche ihn. Mein Kind." Doch sie findet nur das Unerklärliche – und man sieht sich mit der monströsen Frage konfrontiert: Könnte das auch mein Kind sein?
1D
1D




Julius Caesar (Julius Caesar)
von Peter Verhelst
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: NTGent, 8.1.2010. R: Peter Verhelst.
DSE: LAndesbühne Niedersachsen Nord, Wilhelmshaven, 21.9.2019. R: Robert Teufel
Peter Verhelsts JULIUS CAESAR ist keine Paraphrase der Shakespearschen Tragödie, sondern eine Studie über die Rhetorik der Macht und ihre düstere Erotik. Ausgangspunkt für sein Dreipersonenstück war eine Untersuchung der sprachlichen Stilmittel, die seit Jahrtausenden in politischen Reden in immer neuen Variationen wiederkehren.
Durch seine Beredsamkeit ist es C (Caesar) gelungen, sich als Stimme der Unterdrückten zu präsentieren: Er benennt ihre tiefsten Ängste; er fasst in Worte, was sie immer gewollt haben; er lehrt sie träumen. In einer Art politischen Katechismus-Stunde unterweist er B (Brutus) in der Kunst, wie man das Volk – mit den Mitteln der Sprache – unter der Fuchtel der eigenen Macht hält. Das Volk, verdichtet in der Figur TreuEhrUndVolk, hat unterdessen nichts zu sagen. Es findet sich in der Statistenrollen wieder.
3H
3H




Königin Lear (Koningin Lear)
von Tom Lanoye
nach Shakespeare
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Toneelgroep Amsterdam, 8.3.2015. R: Eric de Vroedt
DSE: Schauspiel Frankfurt, 9.9.2016. R: Kay Voges
KÖNIGIN LEAR handelt, frei nach Shakespeare, von einer erfolgreichen Firmenchefin, die beschließt, ihr weltumspannendes, „systemrelevantes“ Unternehmen unter ihren drei Söhnen aufzuteilen. Doch wie bei Shakespeare verweigert sich das jüngste Kind – mit weitreichenden, zerstörerischen Konsequenzen für die Familie, die Firma und auch die (Welt)Wirtschaft. Tom Lanoye zeichnet das Porträt einer "leading lady", die nicht begreift, dass ihre Familie nicht wie ein Geschäft zu führen ist, und mehr und mehr den Verstand verliert. Zu diesem Zweck hat er Shakespeares „Tragödie von König Lear“ in die heutige Zeit versetzt, ungewöhnlicherweise aber die neu geschriebene Sprache im Shakespeare’schen Gerüst von Vers und Rhythmus belassen. Aus dieser Spannung bezieht Lanoyes neuer Shakespeare seinen großen Reiz.
3D-6H
3D-6H




Mamma Medea (Mamma Medea)
von Tom Lanoye
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Het Toneelhuis Antwerpen, 6.9.2001. R: Geradjan Rijnders.
DE: schauspielhannover, 25.1.2003, R: Sebastian Nübling / Theater Nürnberg, 25.1.2003. R: Georg Schmiedleitner
In seiner Bearbeitung lässt Tom Lanoye die Handlung viel früher einsetzen als bei Euripides: MAMMA MEDEA beginnt in Medeas Heimat, dem archaischen, streng patriarchisch regierten Kolchis, wo die Königstochter zwar Geborgenheit erfährt, aber wenige Freiheiten besitzt. Als die verwegenen Abenteurer aus dem fernen, fortschrittlichen Griechenland landen, öffnet sich für Medea eine neue Welt: Freiheit, Leidenschaft, Liebe, ein Leben jenseits der Konventionen. Der Liebe zu Jason und der Aussicht, mit ihm zu ziehen, opfert sie alle ihre Grundsätze und wird zur Mörderin von Vater und Bruder.
Der zweite Teil spielt Jahre später: In Griechenland angekommen, arrangiert sich Medea als Hausfrau und Mutter mit einem neuen Leben, von dem sie erkennen muss, dass es ihr übergroßes Opfer nicht wert war und ihre Erwartungen niemals erfüllen wird. Sie bleibt heimatlos, peu à peu erlischt die Liebe, Jason wendet sich ab, das tragische Ende ist nicht aufzuhalten. Ein moderner Geschlechterkampf, ein Ehekrieg, dem die Kinder zum Opfer fallen, aber in einer neuen Version, getötet von beiden Eltern, die sich in der Schuld wieder nahe sind.
Tom Lanoye schafft den Sprung in die Gegenwart, ohne die archaische Wucht der Vorlage preiszugeben: Er erzählt den ersten Teil der Medea auf Kolchis in Vers und Metrum, die Sprache spiegelt die archaische Strenge und Fremdartigkeit des Ortes, der zweite Teil ist sprachlich von heute, das Schicksal von Mamma Medea ist eines von hier und jetzt.
3D-7H (3D - 7H - 2 Kinder)
3D-7H (3D - 7H - 2 Kinder)




Margaretha di Napoli
von Tom Lanoye und Luk Perceval
Deutsch von Rainer Kersten
MARGARETA DI NAPOLI ist als Shakespeare-Drama relativ unbekannt, als 2. Teil von Tom Lanoyes und Luk Percevals SCHLACHTEN! inzwischen europaweit berühmt. Der in sich abgeschlossene Teil mit einer fulminanten weiblichen Hauptrolle kann auch einzeln gespielt werden.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Mefisto Forever (Mefisto for ever)
Frei nach Klaus Mann
von Tom Lanoye
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Toneelhuis Antwerpen, 2007. R: Guy Cassiers.
DE: Maxim Gorki Theater, Berlin, 26.2.2008. R: Armin Petras
MEFISTO FOREVER wurde inspiriert von Klaus Manns berühmtem Roman "Mephisto". Der Wert, der Anspruch, die Verantwortung des Künstlers in der Gesellschaft - Kunst und Macht: darum geht es in Tom Lanoyes Stück, das nur auf der Bühne spielt, und zwar vor, während und nach Theaterproben.
Dem Starschauspieler Kurt Köpler tragen die neuen, totalitären Machthaber das Amt des Theaterintendanten an, nachdem sie den alten, missliebigen zum Rücktritt gedrängt haben. Er nimmt an, doch sein Vorsatz, aus dem Theater einen Hort des Widerstands zu machen, entpuppt sich als Selbsttäuschung. Anfällig für Schmeicheleien und unfähig, für eine Überzeugung einzustehen, gibt er sich den Rollen aus der Weltliteratur hin und sieht tatenlos zu, wie die Politiker die Bühne erobern. Während der Kriegslärm immer lauter wird und der Minister auf der Bühne aufpeitschende Reden hält, beschwört Kurt Köpler die Kunst um der Kunst willen und gibt sich seinen Rollen aus der Weltliteratur hin. Kaum ist der Krieg vorbei, erscheint ein neuer Machthaber und fordert ihn auf, gleich weiterzuspielen. Das passt: Etwas anderes als "spielen" kann er nicht mehr.

"Die zentrale Idee für 'Mefisto forever' war die Einheit des Raumes: Alle Szenen sollten sich im Theater ereignen, um ein doppelbödiges Spiel von Proben und ‚richtigem Leben’ zu erzeugen, in dem die unterschiedlichsten Dramen der Weltliteratur zitiert werden konnten, ein Patchwork aus Dramen-Zitaten und tatsächlichem Drama – ein Lied von Schein und Sein, ein Spiegelkabinett der Manipulation, Feigheit und Tapferkeit." (Tom Lanoye)
4D-4H
4D-4H




Nachspielzeit (Blessuretijd)
von Jeroen van den Berg
Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
UA: Tryater, Leeuwarden (NL), 2003.
Jeroen van den Bergs NACHSPIELZEIT ist ein Stück über das Altsein und das unaufhaltsame Hinübergleiten in den Tod. In einem Pflegeheim verbringen die eher übellaunige Mevrouw van den Hoeven, der charmante, zu leichter Selbstüberschätzung neigende Meneer de Graaf, der optimistische, geistig sehr fitte Meneer de Boer und die freundlich-senile Mevrouv Kroes miteinander ihre letzten Tage. Nach und nach enthüllen sich im - durch allerlei Missverständnisse bedingten und teils recht fröhlichen - Durcheinander des Heimalltags immer mehr Bruchstücke aus der Vergangenheit der vier Alten.
NACHSPIELZEIT entstand im Auftrag der friesischen Theatergruppe Tryater.
3D-2H
3D-2H




Red Rubber Balls (Red Rubber Balls (studie van hangend lichaam))
von Peter Verhelst
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Kaaitheater Brüssel, 16.9.1999. R: Thierry Smits.
DE: schauspielfrankfurt, 20.2.2004. R: Christiane Schneider
RED RUBBER BALLS setzt an, wo die Geschichte von Romeo und Julia endet, mit dem Tod des tragischen Liebespaars. Romeo und Julia sind wieder zusammen, post mortem vereint. Ihre Monologe und Dialoge lassen an ein Ritual der Leidenschaft denken - die Sehnsucht nach dem völligen Verschmelzen mit dem anderen Menschen ist das große Thema des Textes. Die Grenzen zwischen Personen, und die zwischen Mensch und Mechanik, Mensch und Ding verschwimmen - dramaturgische Mittel sind Perspektivwechsel, changierende Sprecherpositionen, Paradox und Rätsel: "Doch es ist nicht die Welt, der schwindelt, sondern das Bild/ Dem schwindelt vor der so genannten Welt." (Peter Verhelst)
2 D/H
2 D/H




Richard III. (Richard III. Heb door moerassen gewaad al dan niet menselijte)
von William Shakespeare
In einer Fassung von Peter Verhelst
Bin durch Sümpfe gewatet, menschliche oder nicht
Nach Shakespeare von Peter Verhelst
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: ZT Hollandia, Eindhoven, 23.4.2004. R: Johan Simons.
DSE: Landesbühne Niedersachsen Nord, Wilhelmshaven, 26.1.2019.
Mit RICHARD III. BIN DURCH SÜMPFE GEWATET, MENSCHLICHE ODER NICHT hat Peter Verhelst zum zweiten Mal nach seiner ROMEO UND JULIA-Adaption einen Shakespearschen Stoff bearbeitet. Verhelst nutzt seine kraftvolle Sprache zur Vivisektion der innigen Verknüpfung von Lust und Tod. Sein König Richard tritt nicht als blutiger Mörder in Erscheinung, sondern als manipulierender Psycho-Stratege. Omnipräsent ist im Stück Richards Mutter, die Herzogin, gezeichnet von einem Leben, das darin bestand, das Schlimmste zu verhindern. Peter Verhelsts Richard III. wurde 2004 in der Regie von Johan Simons an der Stadsschouwburg Eindhoven uraufgeführt; die Produktion eröffnete auch die Theaterformen 2005 in Braunschweig.
4D-6H
4D-6H




Romeo und Julia - Studie eines ertrinkenden Körpers (Romeo en Julia (studie van een verdrinkend lichaam))
von William Shakespeare
In einer Fassung von Peter Verhelst
von Peter Verhelst nach William Shakespeare
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Holland Festival / Stadsschouwburg Amsterdam, 16.6.1998. R: Ivo van Hove.
DE: Staatstheater Stuttgart, 16.1.2004. R: Elias Perrig
In der Version von Peter Verhelst, geschrieben für die niederländische Theatergruppe Hollandia, herrscht das Chaos. Das Verlangen nach Harmonie und Einheit ist zugleich ein Verlangen nach dem Tod. Verhelst zeigt die Menschen als "sich selbst vernichtende Maschinen". Es gibt keinen Platz für Versöhnung und Läuterung. Romeos und Julias Liebe ist eine Leidenschaft, ein kurzes Aufblitzen, die kurze, vergebliche Hoffnung, dem Chaos des Lebens zu entgehen.
3D-9H
3D-9H




Schlachten! (Ten Oorlog!)
von Tom Lanoye und Luk Perceval
Übersetzung zusammen mit Klaus Reichert
Nach Shakespeare von Tom Lanoye und Luk Perceval
Aus dem Niederländischen/Flämischen
von Rainer Kersten und Klaus Reichert
UA: Blauwe Maandag Compagnie, Gent, 22.11.1997. R: Luk Perceval.
DE: Salzburger Festspiele, 25.7.1999/Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2.10.1999. R: Luk Perceval
Die Vorlage für SCHLACHTEN! liefern Shakespeares berühmte Königsdramen: "Richard II.", "Heinrich IV.", "Heinrich V.", "Heinrich VI." und "Richard III.", die zusammen den Zyklus der Rosenkriege bilden. Der flämische Autor Tom Lanoye hat, gemeinsam mit dem Regisseur Luk Perceval, diese Dramen neu geschrieben: Mal nah am Original, mal weit von ihm entfernt. Er hat die Akzente anders gesetzt, das Riesenpersonal reduziert, Figuren umgeschrieben, bei Shakespeare schwach Angedeutetes krass ins Licht gezerrt. Aus acht abendfüllenden Stücken werden bei Lanoye und Perceval sechs, die in einem Zug zu spielen sind: ein Theatergedicht um Machtkriege und Überlebenskämpfe. Generationenkonflikt, Geschlechterkrieg und der selbstzerstörerische Kampf des Individuums mit sich selbst - das sind die zentralen universellen Themen dieses Werkes.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum