Horst Laube
geboren 1939 in Brüx/Böhmen, gestorben 1997 in Hagen.
Der legendäre Dramaturg war dem Frankfurter Schauspiel »während dessen produktivster Periode nach dem Krieg, zwischen 1972 und 1980, prägend verbunden« (Frankfurter Rundschau). Zugleich war er auch Schriftsteller und Autor von fünf Theaterstücken, drei Hörspielen, Erzählungen und dem ethnographischen Roman Zwischen den Flüssen. Außerdem übersetzte er Stücke von Shakespeare und de Musset.
geboren 1939 in Brüx/Böhmen, gestorben 1997 in Hagen.
Der legendäre Dramaturg war dem Frankfurter Schauspiel »während dessen produktivster Periode nach dem Krieg, zwischen 1972 und 1980, prägend verbunden« (Frankfurter Rundschau). Zugleich war er auch Schriftsteller und Autor von fünf Theaterstücken, drei Hörspielen, Erzählungen und dem ethnographischen Roman Zwischen den Flüssen. Außerdem übersetzte er Stücke von Shakespeare und de Musset.
 
Übersetzungen (3)
Lorenzaccio
von Alfred de Musset
Aus dem Französischen von Horst Laube
UA der Übersetzung: Münchner Kammerspiele, 2.10.1985. R: Thomas Langhoff
In Florenz herrscht Chaos: ohne Rausch und Orgien vergeht hier weder Tag noch Nacht, vor allem im Karneval. Niemand verkörpert diesen Lebensstil skrupelloser als der regierende Herzog Alessandro de Medici selbst – Seite an Seite mit seinem Cousin Lorenzo, der, soeben aus Rom verbannt, zu seiner Familie nach Florenz zurückgekehrt ist. In ihrer Liebe zum Wein und zu den Mädchen, zum Luxus und zum lasterhaften Leben bilden die beiden ein unzertrennliches Duo. Lorenzo wird so zum engsten Vertrauten des Herzogs. Doch all die Intriganten, die im Dunstkreis des Herzogs um politischen Einfluss ringen, warnen vor Lorenzaccio, dem "Wüstling". Zu unnahbar bleibt dieser dandyhafte Zyniker, den sein virtuoses Verstellungsspiel sonderbar gefährlich macht. Hinzu kommt, dass Lorenzo mit dem Republikaner Filippo Strozzi, dem alten Gegenspieler Alessandros, in regem Austausch steht. Strozzi hat genug vom moralischen Verfall seiner Heimatstadt. Er beschließt zu handeln. Auch der desillusionierte Lorenzo versucht mit einer einzigen Tat zu sich selbst zurückzufinden. Er plant für den geliebten Herzog ein letztes Rendezvous: Doch im Schlafgemach wartet kein Mädchen, sondern der Tod...
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Othello der Mohr von Venedig (Othello the Moor of Venice, 1604)
von William Shakespeare
Aus dem Englischen von Horst Laube
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 19.11.1978. R: Peter Palitzsch
"Meine Übersetzung verstärkt einige Elemente auf Kosten anderer, die in anderen Theaterzeiten wichtig waren. Natürlich. Bei Durchsicht der vorhandenen Übertragungen und im Vergleich mit den Originalen fiel auch an Bausissins melodiöser Nachdichtung oder an Frieds sehr schöner (zu schöner?) Übersetzung aus neuerer Zeit eine Tendenz zur Glättung, Beschwichtigung und Annäherung der disparaten Sprachebenen dieses Stückes auf, die seine Einmaligkeit im Werk Shakespeares verdeckt: Der existentielle Kampf zwischen Othello, Desdemona, Jago, Emilia und Cassio tritt auch als Kampf verschiedener Sprachsysteme auf, die sich im Verlauf der Tragödie vermischen, verändern, um am Ende schließlich in einzelne, isolierte Positionen des Verstummens zu zerfallen.
Die gestische Qualität von Shakespeares Versen ist oft genug gerühmt worden. Sie entsteht - das ist nirgendwo so klar wie im OTHELLO zu entdecken - auch aus der Auseinandersetzung zwischen den zwei Theaterformen seiner Zeit: dem intellektuellen, zu Abstraktionen und Manierismen neigenden Universitätstheater und dem groben, direkten Volkstheater der Kneipenhinterhöfe. Aus ihrem unvermischten Gegeneinander und aus dem Prozess ihrer Durchdringung, der die Figuren zwischen Schein und Sein an den Rand ihrer Identität zwingt, wird die Sprache zur Aktion. Zur theatralischen Aktion." (Horst Laube)
Besetzung ad libitum
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Was ihr wollt (Twelfth-Night or What You Will, 1600)
von William Shakespeare
Aus dem Englischen von Horst Laube
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 6.3.1977. R: Peter Löscher
"Meine Übersetzung verstärkt einige Elemente auf Kosten anderer, die in anderen Theaterzeiten wichtig waren. Natürlich. Bei Durchsicht der vorhandenen Übertragungen fiel im Vergleich mit den Originalen eine Tendenz zur Glättung, Beschwichtigung und Annäherung der disparaten Sprachebenen auf. Die gestische Qualität von Shakespeares Versen entsteht auch aus der Auseinandersetzung zwischen den zwei Theaterformen seiner Zeit: dem intellektuellen, zu Abstraktionen und Manierismen neigenden Universitätstheater und dem groben, direkten Volkstheater der Kneipenhinterhöfe. Aus ihrem unvermischten Gegeneinander und aus dem Prozess ihrer Durchdringung, der die Figuren zwischen Schein und Sein an den Rand ihrer Identität zwingt, wird die Sprache zur Aktion. Zur theatralischen Aktion." (Horst Laube)
Besetzung ad libitum
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