© Ute Schendel
Wolfgang Deichsel

geboren 1939 in Wiesbaden. Studierte Germanistik und Theaterwissenschaft. Gründungsmitglied des Verlags der Autoren. 1970 wurden am Schauspielhaus Zürich 14 Szenen FRANKENSTEIN – AUS DEM LEBEN DER ANGESTELLTEN uraufgeführt, ein Komplex, der Deichsel bis zu seinem Lebensende beschäftigte. Zwischen 1970 und 1974 war er Co-Direktor des Frankfurter Theaters am Turm. In dieser Zeit entstanden neben weiteren FRANKENSTEIN-Stücken auch die Übertragungen von Molières Komödien ins Hessische (weshalb... weiterlesen »

geboren 1939 in Wiesbaden. Studierte Germanistik und Theaterwissenschaft. Gründungsmitglied des Verlags der Autoren. 1970 wurden am Schauspielhaus Zürich 14 Szenen FRANKENSTEIN – AUS DEM LEBEN DER ANGESTELLTEN uraufgeführt, ein Komplex, der Deichsel bis zu seinem Lebensende beschäftigte. Zwischen 1970 und 1974 war er Co-Direktor des Frankfurter Theaters am Turm. In dieser Zeit entstanden neben weiteren FRANKENSTEIN-Stücken auch die Übertragungen von Molières Komödien ins Hessische (weshalb Deichsel als der »hessische Molière« gilt), die seit 2004 beim jährlichen Sommerfestival "Barock am Main" in Frankfurt-Höchst eine Renaissance erleben. Wolfgang Deichsel starb 2011 in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen:

1997 Binding-Kulturpreis
 
Übersetzungen (1)
Der Bürger als Edelmann (Le Bourgeois gentilhomme, 1670)
von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Wolfgang Deichsel
Der wohlhabende, aber ziemlich einfältige Geschäftsmann Monsieur Jourdain in Paris möchte gern ein Adelsangehöriger werden, da ihm sein bürgerliches Dasein missfällt. Um sich als künftiger adeliger Edelherr zu bilden, stellt er einen Musiklehrer, einen Tanzlehrer, einen Fechtmeister und einen Philosophen und auch einen Schneider mit seinen Gesellen an. Seine hübsche Tochter Lucile will er zur Marquise machen, indem er versucht, sie mit einem Edelmann zu vermählen, aber Lucile liebt Cleonte, einen gutbürgerlichen Kaufmann, den sie wider den Willen des Vaters heiraten will. Er selbst verliebt sich in eine elegante Marquise und wirbt manierlich, indem er sie reichlich beschenkt. Dorante, ein verarmter Edelmann, intrigiert bei dem Liebeshandel mit der verehrten Marquise Dorimène und deckt seine eigenen Schulden ab. Jourdains Ehefrau kritisiert seine alberne Mildtätigkeit und ahnt, dass das adelige Paar ein falsches Spiel mit ihm und seinem Geld treibt. Jourdain, der edelmännische Bürger, wird schließlich das Opfer eines raffinierten Familienkomplotts. Cleonte begreift, dass er Lucile nur dann ehelichen kann, wenn es Monsieur Jourdain erlaubt, und so tritt er nun als Sohn eines hoheitlichen türkischen Gesandten auf, um schließlich die Heirat zu erwirken. In einem festlichen Akt wird Monsieur Jourdain letztendlich zum "Mamenutschi" ernannt und eine doppelte Hochzeit gefeiert, denn auch das Kammerfräulein der Lucile hat den rechten Ehemann, den Kammerdiener des Cléonte, gefunden.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum