Molière

geboren 1622 als Jean-Baptiste Poquelin in eine vermögende Pariser Familie. Er besucht eine Jesuiten-Schule und wird darauf vorbereitet, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. 1638 beginnt er ein Jurastudium und kehrt daraufhin nach Paris zurück. In den Jahren von 1642 bis 1645 wendet er sich vom Beruf seiner Familie ab. Zusammen mit seiner Geliebten, einer Schauspielerin, gründet er eine Theaterkompagnie, die allerdings schon bald Pleite macht. Er wird in Schuldhaft genommen, aus der er nur... weiterlesen »

geboren 1622 als Jean-Baptiste Poquelin in eine vermögende Pariser Familie. Er besucht eine Jesuiten-Schule und wird darauf vorbereitet, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. 1638 beginnt er ein Jurastudium und kehrt daraufhin nach Paris zurück. In den Jahren von 1642 bis 1645 wendet er sich vom Beruf seiner Familie ab. Zusammen mit seiner Geliebten, einer Schauspielerin, gründet er eine Theaterkompagnie, die allerdings schon bald Pleite macht. Er wird in Schuldhaft genommen, aus der er nur mit Hilfe seines Vater wieder herauskommt. Von etwa 1646 bis 1657 schließt er sich einer fahrenden Theatergruppe an, zu deren Direktor er aufsteigt. Die Truppe spielt vor allem Stücke im Stil der Commedia dell'arte, doch erste eigene Produktionen beginnen sich bereits davon zu lösen. Durch den Bruder des Königs bekommt Molière die Gelegenheit, vor Louis XIV. aufzutreten, und als dieser sich von Molières eigenen Komödien begeistert zeigt, weist er ihm und seiner Truppe eine eigene Spielstätte zu. Von 1664 bis 1669 gerät Molière durch die Aufführung von DER TARTUFFE aufgrund von höfischen Intrigen in große Schwierigkeiten, obwohl der König ihm inzwischen eine jährliche Rente zukommen lässt und sich die Kompagnie "Troupe du roi" nennen darf. Nachdem er mit mehreren Komödien wieder groß Erfolge gefeiert hat, überwirft er sich um 1671 mit seinem Freund Lully, der in zunehmenden Maße versucht, Molière vom königlichen Hof fern zu halten. Molière stirbt 1673 in Paris während einer Aufführung von DER EINGEBILDETE KRANKE.
 
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Theaterstücke (25)
De Geizige (L'Avare)
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Komödie nach Molière
in der hessischen Fassung von Rainer Dachselt
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 2012. R: Sarah Groß
Molières Charakterstudie zeigt uns einen hartherzigen Knicker und grausamen Familienvater, der sein Geld mehr liebt als alles andere. Angesichts von Börsenhörigkeit und Schuldenkrise ist DER GEIZIGE das Stück der Stunde!
3D-7H
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Der Bürger als Edelmann (Le Bourgeois gentilhomme)
von Molière
Aus dem Französischen von Hans Magnus Enzensberger
UA der Übersetzung: Landestheater Neuss, 2.4.1980. R: Karl Wesseler
Der wohlhabende, aber ziemlich einfältige Geschäftsmann Monsieur Jourdain in Paris möchte gern ein Adelsangehöriger werden, da ihm sein bürgerliches Dasein missfällt. Um sich als künftiger adeliger Edelherr zu bilden, stellt er einen Musiklehrer, einen Tanzlehrer, einen Fechtmeister und einen Philosophen und auch einen Schneider mit seinen Gesellen an. Seine hübsche Tochter Lucile will er zur Marquise machen, indem er versucht, sie mit einem Edelmann zu vermählen, aber Lucile liebt Cléonte, einen gutbürgerlichen Kaufmann, den sie wider den Willen des Vaters heiraten will. Er selbst verliebt sich in eine elegante Marquise und wirbt manierlich, indem er sie reichlich beschenkt. Dorante, ein verarmter Edelmann, intrigiert bei dem Liebeshandel mit der verehrten Marquise Dorimene und deckt seine eigenen Schulden ab. Jourdains Ehefrau kritisiert seine alberne Mildtätigkeit und ahnt, dass das adelige Paar ein falsches Spiel mit ihm und seinem Geld treibt. Jourdain, der edelmännische Bürger, wird schließlich das Opfer eines raffinierten Familienkomplotts. Cléonte begreift, dass er Lucile nur dann ehelichen kann, wenn es Monsieur Jourdain erlaubt, und so tritt er nun als Sohn eines hoheitlichen türkischen Gesandten auf, um schließlich die Heirat zu erwirken. In einem festlichen Akt wird letztendlich eine doppelte Hochzeit gefeiert, denn auch das Kammerfräulein der Lucile hat den rechten Ehemann, den Kammerdiener des Cléonte, gefunden.
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Der Bürger als Edelmann (Le Bourgeois gentilhomme)
Deutsch von Wolfgang Deichsel
von Molière
Übersetzt und bearbeitet von Wolfgang Deichsel
Der wohlhabende, aber ziemlich einfältige Geschäftsmann Monsieur Jourdain in Paris möchte gern ein Adelsangehöriger werden, da ihm sein bürgerliches Dasein missfällt. Um sich als künftiger adeliger Edelherr zu bilden, stellt er einen Musiklehrer, einen Tanzlehrer, einen Fechtmeister und einen Philosophen und auch einen Schneider mit seinen Gesellen an. Seine hübsche Tochter Lucile will er zur Marquise machen, indem er versucht, sie mit einem Edelmann zu vermählen, aber Lucile liebt Cleonte, einen gutbürgerlichen Kaufmann, den sie wider den Willen des Vaters heiraten will. Er selbst verliebt sich in eine elegante Marquise und wirbt manierlich, indem er sie reichlich beschenkt. Dorante, ein verarmter Edelmann, intrigiert bei dem Liebeshandel mit der verehrten Marquise Dorimène und deckt seine eigenen Schulden ab. Jourdains Ehefrau kritisiert seine alberne Mildtätigkeit und ahnt, dass das adelige Paar ein falsches Spiel mit ihm und seinem Geld treibt. Jourdain, der edelmännische Bürger, wird schließlich das Opfer eines raffinierten Familienkomplotts. Cleonte begreift, dass er Lucile nur dann ehelichen kann, wenn es Monsieur Jourdain erlaubt, und so tritt er nun als Sohn eines hoheitlichen türkischen Gesandten auf, um schließlich die Heirat zu erwirken. In einem festlichen Akt wird Monsieur Jourdain letztendlich zum "Mamenutschi" ernannt und eine doppelte Hochzeit gefeiert, denn auch das Kammerfräulein der Lucile hat den rechten Ehemann, den Kammerdiener des Cléonte, gefunden.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Der Bürger als Edelmann (Le Bourgeois gentilhomme)
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Komödie nach Molière
in der hessischen Fassung von Rainer Dachselt
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 14.8.2014. R: Sarah Groß
Der neureiche Monsieur Jourdain hat den Ehrgeiz, ein "kultivierter Mensch" zu werden. Also engagiert er verschiedene Lehrer, die ihm zu höherer Bildung verhelfen sollen. Außerdem hofft er, eine Marquise als Geliebte zu gewinnen, wobei ihm ein angeblich einflussreicher Graf behilflich ist. Was Jourdain in seiner Begeisterung nicht merkt, ist, dass der Graf und die Lehrer ihn ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Als er auch noch darauf besteht, dass seine Tochter nicht ihren bürgerlichen Liebsten, sondern einen Adligen heiraten soll, fassen die jungen Leute einen raffinierten Plan, um den Alten zu überlisten.
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Der eingebildete Kranke (Le malade imaginaire)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Deutsche Fassung von Simon Werle
UA der Übersetzung: Städtische Bühnen Münster, 12.9.2008. R: Markus Kopf
Simon Werle hat Molières "Malade imaginaire" nicht nur übersetzt, sondern in der Handlungsführung auch in Teilen bearbeitet: Während die ersten beiden Akte den Charakter einer weitgehend originalgetreuen Übersetzung haben, trägt der dritte Akt dieser deutschen Version den Charakter einer freien Bearbeitung mit dem Ziel, die Handlung stringenter zu fassen und in einzelnen Szenen das Potential an Spannung und Drastik stärker auszuschöpfen.
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Der eingebildete Kranke (Le Malade imaginaire)
Deutsch von Philipp Engelmann
von Molière
Deutsche Fassung von Philipp Engelmann
UA der Fassung: Landestheater Tübingen, 28.11.1992. R: Alexander Seer
Im Mittelpunkt von Molières Komödie steht der reiche Argan, dessen Tagwerk darin besteht, seine Tabletten zu zählen und seine Klistiere zu verlangen. Er, der glaubt, die Fäden in der Hand zu halten, wird zum ersten Opfer innerhalb eines bizarren Spiels, in dem keiner mit offenen Karten agiert. Jeder manipuliert jeden zum Zwecke des eigenen Nutzens aus der Schwäche des anderen. Beziehungskälte und Verstellung, Lüge und Raffinesse zum eigenen Vorteil bestimmen die Figuren bis zur Hilfs- und Orientierungslosigkeit.
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Der Geizhals (Der Geizige) (L’Avare)
von Molière
Aus dem Französischen von Frank-Patrick Steckel.
UA der Übersetzung: Staatstheater Darmstadt, 13.7.2003. R: Frank-Patrick Steckel
Im Hause Harpagons regiert die Habsucht: dem Titelhelden ist sein Vermögen mehr wert als das Glück seiner Kinder. So scheut er sich nicht, seine Tochter Elise dem greisen Anselme zur Frau zu versprechen, welcher sie ohne Mitgift ehelichen würde, und plant für seinen Sohn Cléante die Heirat mit einer wohlhabenden Witwe. Die Kinder jedoch schmieden eigene Pläne...
Molières 1668 uraufgeführte Prosakomödie ist ein Plädoyer gegen den materialistischen Wahn, der Harpagon zur lächerlichen Figur macht, und für eine praktische und lebensbejahende Vernunft.

Für seine Inszenierung am Staatstheater Darmstadt hat Frank-Patrick Steckel Molières "L’Avare" neu übersetzt. Ohne direkte Aktualisierung gelingt es ihm, den Klassiker in die Gegenwart zu holen.
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Der Geizige (L'Avare)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Prosaübersetzung von Simon Werle.
UA der Übersetzung: Badisches Staatstheater, Karlsruhe, 19.5.1994. R: Michel Dubois
Im Hause Harpagons regiert die Habsucht: dem Titelhelden ist sein Vermögen mehr wert als das Glück seiner Kinder. So scheut er sich nicht, seine Tochter Elise dem greisen Anselme zur Frau zu versprechen, welcher sie ohne Mitgift ehelichen würde, und plant für seinen Sohn Cléante die Heirat mit einer wohlhabenden Witwe. Die Kinder jedoch schmieden eigene Pläne...
Molières 1668 uraufgeführte Prosakomödie ist ein Plädoyer gegen den materialistischen Wahn, der Harpagon zur lächerlichen Figur macht, und für eine praktische und lebensbejahende Vernunft.
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Der Herr von Wutzebach (Monsieur de Pourceaugnac)
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Komödie in hessischer Mundart von Rainer Dachselt
nach Molière
Mit der Musik von Jean-Baptiste Lully
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 13.7.2016. R: Sarah Groß
Der wohlhabende Herr von Wutzebach kommt vom Land. In der großen Stadt Frankfurt möchte er sich ein bisschen amüsieren und seine Braut abholen. Doch im Dschungel der Großstadt erwartet ihn eine üble Intrige. Die Braut hat natürlich andere Pläne, die sie mit Hilfe einer zwielichtigen, aber äußerst kreativen Gaunertruppe durchsetzen will. So kommt es, dass merkwürdige Gaukler, Ärzte, Anwälte, wilde Weiber und am Ende sogar die Stadtwachen den überraschten Wutzebach an die Grenzen seiner Kräfte und seines Verstandes bringen. Ob er da heil wieder rauskommt? Eine gemeine Großstadtkomödie mit Tanz und Gesang.
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Der Knallkopf (L´Etourdi / L'Innavertito)
Zusammen mit Niccolò Barbieri
In einer Fassung von Simon Werle
Nach Molière und Beltrame
Deutsche Fassung von Simon Werle
Eine frühe Komödie Molières, von Simon Werle zugespitzt, bearbeitet und übersetzt. Der Knallkopf steht noch ganz unter dem Einfluss der italienischen Typenkomödie, der commedia dell’arte. Lelio liebt die in Sklaverei geratene junge, schöne Sizilianerin Celia. Sein Vater allerdings möchte, dass er eine andere Frau heiratet, und will ihm deshalb kein Geld geben, um Celia freizukaufen. Zum Glück hat der unbedarfte Lelio einen listigen, mit allen Wassern gewaschenen Diener, Mascarille, der ihm gerne helfen will. Das Dumme ist nur: Lelio, dieser Knallkopf, durchschaut die Intrigen seines Dieners nicht und durchkreuzt dessen gute Absichten immer wieder. Damit treibt er seinen Diener fast zur Verzweiflung. Trotzdem kommt es nach etlichen Wirren zu einem wunderbaren Happy End.
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Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Basler Theater, 3.6.1992. R: Alberte Barsacq
Simon Werles Menschenfeind-Fassung wurde bereits von Gera bis Basel gespielt.
"Die Genauigkeit, die die vorliegende Übersetzung anstrebt, bezieht sich auf drei unterschiedliche Ebenen gleichermaßen: auf die zeilengenaue inhaltliche Übereinstimmung mit dem Wortlaut des Originals, auf einen möglichst präzisen Nachvollzug des rhetorischen Aufbaus der einzelnen Repliken und Tiraden, und auf die Wahrnehmung der geschlossenen Form von Vers und Reim." (Simon Werle)
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Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
In einer Fassung von Hans Magnus Enzensberger
Nach dem Französischen des Molière von Hans Magnus Enzensberger
UA: Freie Volksbühne Berlin, 11.12.1979. R: Peter Zadek
In einer Gesellschaft des Scheins haben es die Ehrlichen schwer: Der Adelige Alceste will unbedingte Wahrhaftigkeit. Sich zu verbiegen ist ihm ein Graus, Höflichkeit bedeutet ihm nichts als Heuchelei. Damit macht sich Alceste schnell Feinde. Selbst seine Geliebte Célimène bevorzugt die kleinen Flirts und Komplimente anderer Männer gegenüber Alcestes griesgrämigen Treueschwüren. Als ein Brief auftaucht, in dem sie ihre diversen Liebhaber verspottet, und sich diese daraufhin von ihr abwenden, sieht Alceste seine Chance gekommen, seine Grundsätze vor aller Welt unter Beweis zu stellen. Er will trotz des Skandals zu ihr stehen und fordert sie auf, mit ihm zusammen die Gesellschaft am Hofe hinter sich zu lassen. Doch Célimène lehnt dankend ab. Alceste muss sich entscheiden, ob er bleibt oder in die selbstgewählte Verbannung geht.
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Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:
1. Der Menschenfeind.
2. De Mäntschefind. Schweizerdeutsch von Heiri Landis




Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen
von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
UA der Übersetzung: Schauspiel Köln, 1983. R: Jürgen Gosch
Die "pointiert aktualisierte Versübersetzung" (Wiesbadener Kurier) von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens ist inzwischen mehr als 50 Mal inszeniert worden – unter anderem am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Thalia Theater Hamburg, an der Berliner Volksbühne, am Staatsschauspiel Hannover, am Staatstheater Mainz, am Wiener Burgtheater, Deutschen Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, Theater der Altstadt in Stuttgart, Schauspiel Köln und vielen anderen mehr. Auch Matthias Hartmann beschloss seine Intendanz am Schauspielhaus Bochum mit einer Inszenierung der "erstaunlich flotten Übersetzung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens" (Theater heute).
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Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
von Molière
Aus dem Französischen übertragen von Frank-Patrick Steckel
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Bochum, 30.1.1993. R: Frank-Patrick Steckel
In einer Gesellschaft des Scheins haben es die Ehrlichen schwer: Der Adelige Alceste will unbedingte Wahrhaftigkeit. Sich zu verbiegen ist ihm ein Graus, Höflichkeit bedeutet ihm nichts als Heuchelei. Damit macht sich Alceste schnell Feinde. Selbst seine Geliebte Célimène bevorzugt die kleinen Flirts und Komplimente anderer Männer gegenüber Alcestes griesgrämigen Treueschwüren. Als ein Brief auftaucht, in dem sie ihre diversen Liebhaber verspottet, und sich diese daraufhin von ihr abwenden, sieht Alceste seine Chance gekommen, seine Grundsätze vor aller Welt unter Beweis zu stellen. Er will trotz des Skandals zu ihr stehen und fordert sie auf, mit ihm zusammen die Gesellschaft am Hofe hinter sich zu lassen. Doch Célimène lehnt dankend ab. Alceste muss sich entscheiden, ob er bleibt oder in die selbstgewählte Verbannung geht.
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Der Misanthrop (Der Menschenfeind) (Le Misanthrope)
In einer Fassung von Philipp Engelmann
von Molière
Deutsche Fassung in Versen von Philipp Engelmann
UA der Übersetzung: Stadttheater Gießen, 29.04.2006. R: Alexander Seer
Philipp Engelmann hat Molières MISANTHROP bearbeitet und in einer frechen, modernen, vom Sprachfluss der "rap battles" beeinflussten gereimten Fassung nach heute geholt.
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Der Tartuffe (Le Tartuffe)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Staatstheater Darmstadt, 16. 09. 1989. R: Klaus Weise
Simon Werles Übertragung lebt von der variablen Anzahl der Versfüße, der bewussten Einbeziehung unreiner Reime und dem freien Wechsel verschiedener Reimarten:
"Aus diesem lockeren Gerüst eines redenahen Rhythmus und eines relativ unauffälligen, organisch aus dem Sinnganzen des Verses erwachsenden Reimspiels
sollte sich das deutsche Satzgefüge ohne syntaktische Verrenkung und archaisierendes Gekünstel dem Fluss der französischen Vorlage anschmiegen, so dass es im Ideal das Original durchpaust." (Simon Werle)
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Der tollkühne Theaterdirektor oder: Die Lieb macht dappisch
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Komödie nach Molière
in der hessischen Fassung von Rainer Dachselt
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 22.7.2015. R: Sarah Groß / Martin Ratzinger
Der Theaterleiter Pistorius hat eine letzte Chance, sich vor dem Schuldengefängnis zu retten: Ein Auftritt beim Grafen, gegen Gage! Dafür muss aber ein neues Stück her, das Pistorius auch schon geschrieben hat. Doch sein "Stick in zarte Verse" will seine derbe Theatertruppe nicht spielen, stattdessen lieber "Der schwangere Bauer" oder die Schauertragödie "Crassus von Kronberg", außerdem kann außer dem jugendlichen Helden keiner den Text, und die Spieler sind sich auch gar nicht einig, wie man dieses Stück, wie man überhaupt Theater spielen soll. Sie versuchen, all das in einer letzten Probe zu klären, während ihr Chef immer verzweifelter wird und die feinen Gäste des Grafen schon mit den Füßen scharren...
DER TOLLKÜHNE THEATERDIREKTOR, nach Molières Stücken "Das Stegreifspiel von Versailles" und "Der eingebildete Hahnrei", ist Dachselts jüngster Streich, der "kein Auge trocken" (FAZ) lässt und in jede andere Mundart übertragbar ist: "Großes Kino" (Frankfurter Rundschau).
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Die Gaunereien des Scapin (Les Fourberies de Scapin)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Aus dem Französischen von Simon Werle
Die Geschichte handelt von Octave und Leander, beide jung, ledig und aus besserem Hause. Ihre Väter haben ihnen strengstens verboten, auf eigene Faust auf Brautschau zu gehen. Schließlich soll die Haushaltskasse geschont und die Institution der arrangierten Vernunftehe aufrecht erhalten bleiben. Dennoch sind Octave und Leander fündig geworden; sie haben sich unsterblich verliebt in Zerbinette und Hyazinte: Die beiden Frauen sind unbeschreiblich, unvergleichlich - aber leider auch absolut unehelichbar...
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Die Schule der Frauen (L’École des femmes)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Stadttheater Gießen, 6.2.1999. R: Patrice Bigel
Arnolphe hat die Ehe immer aus sicherer Distanz betrachtet und lässt an keinem betrogenen Gatten ein gutes Haar. Um sich selbst nicht dieser Gefahr auszusetzen, hat er sein Pflegekind Agnès fernab der Welt in einem Kloster erziehen lassen. Er möchte eine naive, unerfahrene Frau heiraten. Kaum bringt er die Schönheit in die Stadt, läuft sein Plan schief. Der junge Horace verliebt sich in sie und löst in ihr Gefühle aus, die sie sich nicht erklären kann. Arnolphe beginnt Agnès über ihre Pflichten als seine zukünftige Ehefrau aufzuklären, um die Katastrophe zu verhindern...
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Die Schule der Männer (L'Ecole des Maris)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
Zwei ganz und gar ungleiche Brüder, das sind sie: Sganarelle und Ariste. Während Ariste ein aufgeklärter Mann ist, maßvoll und vernünftig, gut Freund mit allen, sieht der misstrauische Sganarelle in seinen Mitmenschen nur Spinner und Jammerlappen, Idioten und Betrüger. Den Brüdern wurde von einem wohlhabenden Freund vor dessen Tod ein Schwesternpaar anvertraut. Die jungen Damen wachsen in der Obhut der Brüder auf, Léonor bei Ariste, der das Mädchen mit Nachsicht und Güte behandelt, die unglückliche Isabelle aber beim übellaunigen Sganarelle, der sie wie eine Verbrecherin einsperrt. Dereinst sollen die Mündel die Gattinnen ihrer Vormünder werden. Auf Léonor wartet ein gutes Los – auf Isabelle eine Ehehölle. Kein Wunder, dass in Isabelle Hoffnung keimt, als sie sich von einem fremden jungen Mann umschwärmt sieht, von Valère, der nebenan eingezogen ist, eigens, um ihr nahe zu sein. Doch wie stellt sie es an, den verliebten Valère zu treffen, wenn Sganarelle sie Tag und Nacht bewacht? Eine List soll helfen. Am Ende muss sich erweisen, welcher Ehemann in spe das bessere Erziehungskonzept hatte: der freigeistige Ariste oder sein vorsichtiger Bruder Sganarelle.

"Das neue deutsche Original des alten französischen Komödianten."
(Aus der Laudatio zur Verleihung des Johann-Heinrich-Voss-Preises an Simon Werle)
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Don Juan oder Der steinerne Gast (Don Juan ou le Festin de Pierre)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Prosaübersetzung von Simon Werle
UA der Übersetzung: Stadttheater Konstanz, 8.4.1998. R: Stefan Karthaus
Don Juan glaubt nicht an Himmel noch Hölle, nur daran, dass Zwei und Zwei Vier sind. Und so nimmt er sich auf Erden alles heraus. Wie ein Süchtiger wirft er sich von Eroberung zu Eroberung und schreckt vor keiner Übertretung zurück. Doña Elvira hat er gar aus dem Kloster entführt und geheiratet, wie er jede heiratet, wenn es ihn nur ans Ziel führt – Genuss ohne Schranken, ohne Reue. Sein Diener Sganarelle betrachtet das Treiben Don Juans fasziniert und fassungslos zugleich. Er ringt um Worte, er mahnt, er fragt nach Anstand und Moral – und hilft am Ende doch, die amourösen Abenteuer seines Herrn in die Tat umzusetzen. Weder die drohende Rache von Doña Elviras Brüdern noch die Verwünschungen des Vaters, der ihn verstoßen will, falls er sein Leben nicht ändert, oder die Bitten Doña Elviras selbst können Don Juan belehren. Als er auf einem Friedhof der Statue des Komturs ansichtig wird, den er einst im Duell tötete, wagt er dreist das Äußerste: er stört die Totenruhe. Er spricht die Statue an und lädt sie zum Abendessen ein. Tatsächlich erscheint »der steinerne Gast« zur Nacht bei ihm und bietet Don Juan die letzte Möglichkeit zur Umkehr...
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Schorsch Dandin. Der beduppte Ehemann (George Dandin ou le Mari confondu)
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Deutsch von Rainer Dachselt
Komödie nach Molière
in der hessischen Fassung von Rainer Dachselt
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 4.8.2011. R: Sarah Groß
Schorsch Dandin ist ein Mann aus einfachen Verhältnissen. Doch er glaubt, mit viel Geld im Rücken und einer Frau aus der besseren Gesellschaft das Glück gepachtet zu haben. Seine durchtriebene Gattin aber hintergeht ihn vor aller Augen und die arroganten Schwiegereltern nutzen jede Gelegenheit, den betrogenen Mann vorzuführen und zu demütigen. Schorsch unternimmt alles, um seine Ehre wieder herzustellen, aber an dieser Gesellschaft beißt er sich die Zähne aus.
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Sganarelle oder Der Heiler wider Willen (Le médecin malgré lui)
In einer Fassung von Simon Werle
Komödie in drei Akten frei nach Molière
übersetzt und bearbeitet von Simon Werle
EA der Bearbeitung: Theater der Altmark, Stendal, 20.6.2008. R: Esther Undisz
Um ihrem Ehemann Sganarelle eins auszuwischen, bezeichnet Martine ihn Dritten gegenüber als einen kundigen Heiler. Seine ungewöhnlichen Praktiken aber machen den Gutsbesitzer Géronte nicht skeptisch, im Gegenteil: Sganarelle ist die ideale Projektionsfläche für Hoffnungen und Wünsche, die man mit dem Eintreffen des Heilers verbindet. In Frankreich gehört diese deftige Farce zu den meistgespielten Stücken Molières. Simon Werle hat Molières "Le médecin malgré lui" behutsam und klug bearbeitet.
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Sganarelle oder Die eingebildete Kränkung (Sganarelle ou le Cocu imaginaire)
Deutsch von Simon Werle
frei nach Molière
übersetzt und bearbeitet von Simon Werle
UA der Übersetzung: Sandkorn-Theater Karlsruhe, 31.07.1999. R: Friedemann Nowroth
Schauplatz: ein kleiner Platz im Freien. Eine junge Frau verliert vor Schreck darüber, dass ihr Vater sie an einen anderen verheiraten will, ein Medaillon mit dem Bildnis ihres Geliebten. Damit nimmt eine rasante Verwechslungs- und Eifersuchtskomödie ihren Lauf, die Elemente der Commedia dell'Arte und der berühmten Molière'schen Charakterkomödien vereint.
Der SGARANELLE ist eine frühe, noch unter dem Einfluss der italienischen Commedia dell’Arte entstandene Komödie Molières. Dieser Einfluss lässt sich auch bei Werles bearbeiteter Fassung nicht leugnen, aber im Unterschied zum Original hat er die Titelfigur aus dem starren Muster entlassen, ihr mehr Fleisch und damit einen ausgeprägten Charakter gegeben, ganz im Geist der späteren meisterhaften Charakterkomödien Molières.
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Tartuffe (Le Tartuffe)
Deutsch von Wolfgang Wiens
von Molière
Deutsche Fassung von Wolfgang Wiens
UA der Übersetzung: Thalia Theater, Hamburg, 21.12.1996. R: Jürgen Flimm
Im Hause Orgons hat sich ein Fremder eingenistet: Tartuffe, dessen religiöse Prinzipien und klare Moralvorstellungen die blinde Bewunderung des Hausherren erregen. Wie die Made im Speck genießt er die Privilegien des Gastes und gewinnt dabei an Einfluss in der Familie. Orgon ist bereit, Tartuffe alles zu Füßen zu legen. Molières größte Komödie nimmt ihren Lauf... Es regt sich Widerstand in den eigenen Reihen: Das Kammermädchen Dorine durchschaut das doppelte Spiel des religiösen Eiferers. Auch Cléante, der Schwager Orgons, versucht, diesen von der Scheinheiligkeit des ungebetenen Gastes zu überzeugen. Zunächst jedoch ohne Erfolg. Orgon bietet Tartuffe sogar die Hand seiner Tochter Mariane. Scheinbar unaufhaltsam schreitet der Siegeszug Tartuffes voran. Selbst sein Versuch, die Ehefrau Orgons zu verführen, bringt die Fassade nicht ins Wanken. Orgon jagt seinen eigenen Sohn aus dem Haus, der Tartuffe dabei belauscht hat und ihn anschwärzte. Zu allem Überfluss hat Orgon dem Blender seinen gesamten Besitz überschrieben. Erst als Tartuffe in die Enge getrieben wird, schwingt er sich zu wahrhaft teuflischer Größe auf...
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