© Inge Sauer
Friedrich Karl Waechter

geboren 1937 in Danzig. Studium der Gebrauchsgraphik in Hamburg. Ab 1969 Mitarbeiter der Zeitschriften "Pardon", "konkret", "Twen" und "Titanic".
1975 widmete sich die experimenta 5 ausschließlich dem Kinder- und Jugendtheater. Die Macher beauftragten drei Autoren, Stücke dazu beizusteuern: Horst Laube, Wolfgang Deichsel und den namhaften Zeichner und Kinderbuchautor F.K. Waechter. Zum Treffen zwei Wochen darauf brachten mit: Horst Laube eine theoretische Abhandlung über Clowns auf der... weiterlesen »

geboren 1937 in Danzig. Studium der Gebrauchsgraphik in Hamburg. Ab 1969 Mitarbeiter der Zeitschriften "Pardon", "konkret", "Twen" und "Titanic".
1975 widmete sich die experimenta 5 ausschließlich dem Kinder- und Jugendtheater. Die Macher beauftragten drei Autoren, Stücke dazu beizusteuern: Horst Laube, Wolfgang Deichsel und den namhaften Zeichner und Kinderbuchautor F.K. Waechter. Zum Treffen zwei Wochen darauf brachten mit: Horst Laube eine theoretische Abhandlung über Clowns auf der Bühne, Wolfgang Deichsel eine einzige erste Zeile (aus der sich später ZAPPZARAPP entwickelte) und F.K. Waechter ein vollständiges Stück, mit dem er zur Entdeckung dieser experimenta werden sollte. Seine SCHULE MIT CLOWNS, längst ein Klassiker der Kinderliteratur, überführte allen erzieherischen Anspruch (auch den des damals gängigen Kindertheaters!) ins Absurde, Komische, Phantastische, ins Poetische und Nicht-Lineare und war der Auftakt zu einem großen dramatischen Gesamtwerk, das alle möglichen Genres und Theaterformen umfasst: Kinder-, Erwachsenen- und Familientheater, Clownsspiele, Puppen- und Figurentheater, Libretti, Musicals, Singspiele, Erzähltheater, Monodramen, szenische Cartoons und Sketches, und – in den Jahren vor seinem Tod immer wichtiger – neue Märchen nach alten Motiven. Friedrich Karl Waechter starb 2005 in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen:

2005 Assitej-Preis
2003 Binding-Kulturpreis
2003 Alex-Wedding-Preis der Berliner Akademie der Künste
1999 Deutscher Jugendliteraturpreis
1998 "Fällt aus dem Rahmen" (Auszeichnung für inhaltlich oder gestalterisch außergewöhnliche Kinder- und Jugendbücher) der Zeitschrift "Eselsohr"
1998 Auswahlliste des Rattenfänger-Literaturpreises
1995 e.o.plauen-Preis
1993 Hessischer Kulturpreis
1989 Herzog-Ring des Kunstvereins Wolfenbüttel
1983 Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin
1980 Premio Europeo
1976 Ehrenliste H.C.-Andersen-Preis
1976 Fiera di Bologna
1975 Deutscher Jugendbuchpreis
1971 Buxtehuder Bulle
 
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Theaterstücke (69)
Frankensteins Monster
von Friedrich Karl Waechter
UA: Theater Chemnitz, 18.1.2002, R: Carlos Manuel.
UA der Neufassung: Stadttheater Gießen, 8.5.2003. R: Dorothea Kenneweg
"Ein Schauerspiel" an einem regnerischen Sommerabend. Eine berühmte englische Feriengesellschaft vertreibt sich die Zeit mit selbsterdachten Horror- und Gespenstergeschichten – Lord Byron, Percy Shelley, Dr. Polidori, sowie die Damen Claire und Mary Godwin. Letztere ist die spätere Autorin des berühmten Frankenstein-Romans. Zum Zeitvertreib anderer Feriengäste spielen sie Marys eben erfundene Geschichte von Frankensteins Monster...
Waechters groteskes Gruseldrama nach dem berühmten Roman vom Mary Shelley ist aus der Perspektive des Monsters geschrieben; es nimmt Partei für das Wesen, das verzweifelt versucht, Anschluss an die Welt der Menschen zu finden.
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Gott Fritz
Eine Schöpfungsgeschichte in sieben Gängen
von Friedrich Karl Waechter
UA: Stadttheater Bern, 12.12.2006. R: Volker Langeneck
Am Anfang war die Suppe – und was aus ihr geworden ist, erzählt "Fritz" Waechter in seinem Stück für Kinder ab 6 Jahren. Die Schöpfungsgeschichte à la Friedrich Karl Waechter: ironisch, frech und köstlich.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Irdische Liebe (Mehrpersonenfassung)
Ein Theaterstück aus dem 9. Jahrhundert
von Friedrich Karl Waechter
UA: Domfestspiele Bad Gandersheim, 15.8.2001. R: Christoph Diem
F.K. Waechter hat sich der Geschichte eines Papstes angenommen, der, als er mit einem Kind niederkam, als Frau, als "Satans Metze", entlarvt wurde:

Die Handlung spielt im 9. Jahrhundert. Jesus bittet seinen Vater, ihn noch einmal auf die Erde zurückzulassen. Bei seinem ersten Aufenthalt hat er zwar Nächstenliebe gepredigt, aber nie eine Frau in seinen Armen gehalten. Das will er nun unbedingt nachholen. Unter der Bedingung, dass er niemandem sagt, wer er wirklich ist, wird ihm seine Bitte gewährt. Als Landgraf Harald kehrt er auf die Erde zurück.
Das Mädchen Johanna ist wissbegierig und klug, Eigenschaften, die ihr Vater einem Mädchen nicht zuerkennt, und die übrige christliche Männerwelt auch nicht. Als ihr Elternhaus überfallen wird, zieht ihre heidnische Mutter ihr gerade noch rechtzeitig Hosen an, um sie vor den Vergewaltigern zu schützen. Auf der Flucht begegnet ihr Landgraf Harald, der ihr hilft und sich in sie verliebt.
Erst einmal aber setzt Johanna unbeirrt ihren Weg fort, sie will lernen. Als Johannes wird sie ins Fuldaer Kloster aufgenommen und ausgebildert. Sie wird ein berühmter Arzt, dessen Ruhm bis nach Rom schallt. Sie wird nach Rom gerufen, um den Papst zu kurieren. Bald schon wird sie sogar selbst zum Papst gewählt. Doch diese neue Aufgabe lässt ihr zu wenig Zeit für ihren Geliebten Harald. Gerade als die beiden beschließen, dass "Johannes" gen Himmel fahren soll, damit sie beide zurück in den Norden reisen können, wird Johanna entdeckt...
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Irdische Liebe (Zweipersonenfassung)
von Friedrich Karl Waechter
UA: Theaterproduktion Annette Windlin, 1999. R: Mirjam Neidhart
Zweipersonenfassung von F.K. Waechters IRDISCHE LIEBE, für eine Schauspielerin und einen Schauspieler.
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Kiebich und Dutz / Pustekuchen
KIEBICH UND DUTZ ist die Geschichte von zwei Freunden, die sich gemeinsam in die Welt hinauswagen.

"KIEBICH UND DUTZ ist der gelungene Versuch, Kinder und junge Menschen zu ermutigen, sich dem Abenteuer des Lebens mit seinen Freuden und Gefahren zu stellen und sich nicht in eine Scheinwelt aus Träumen und Computertechnik zu flüchten." (Jury des Brüder-Grimm-Preises)

PUSTEKUCHEN: Weil die Zuschauer nicht wollen, dass das Theaterstück ausfällt, versuchen sie, es selbst zu spielen. Indem sie spielend ihre Träume erzählen, lernen sie das Theater kennen und kommen einander näher.




Kiebich und Dutz
von Friedrich Karl Waechter
UA: Schauspiel Frankfurt, 14.2.1979. R: Friedrich Karl Waechter
Kiebich wohnt in seinem engen Kasten und lässt das Leben an sich vorbei ziehen, hat er doch seine Comichefte, aus denen die ewigen Abenteuer nur so hervorpurzeln. Bloß allein ist dies auf die Dauer langweilig und gefährlich. Also, auf zu neuen Ufern und hinaus in die Welt und zwar zu zweit, bevor das Leben in einem aufhört: Zu Kiebich wird Dutz geboren, der hat zunächst einmal nur Angst. So wird lieber erst an den Comicfiguren geübt, bis die beiden nach und nach das heimelige Nest verlassen. Einmal in der Welt, mitten im Leben gelandet, heißt es für Kiebich, seinen "Mann" stehen und Profil zu zeigen. Denn Nikel stellt sich Kiebich in den Weg und macht den nach vielen, vielen Versprechen einfach kopflos. Ob Dutz da noch rechtzeitig kommt? Die Rettung in letzter Sekunde fordert allemal den ganzen Dutz und für die beiden steht fortan fest: Allein ist nichts drin, aber zu zweit! Zu zweit geht es mit wachen Sinnen in die Welt, dorthin, wo das Land so süß duftet und an den Bäumen so saftige Früchte hängen. Zurück in den engen Kasten jedenfalls nie mehr, denn die Welt liegt eben doch jenseits des Comicheftes.
Ein Kindertheaterklassiker. – Ausgezeichnet mit dem Brüder-Grimm-Preis 1983!
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Loki fliegt
von Friedrich Karl Waechter
Die nordische Göttersage LOKI FLIEGT ließe sich vom Figurentheater wohl am besten realisieren, wäre aber auch originelles Libretto für das Musiktheater.
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Luzi
Ein Stück für eine Schauspielerin
von Friedrich Karl Waechter
UA: Schauspiel Essen, 13.1.1991. R: Friedrich Karl Waechter
Da war noch eine Frau zu Beginn der Menschheitsgeschichte. Nicht allein, sondern zusammen mit Luzi schuf Gott die Welt und alles, was dazu gehört. "Zebbet" aber ist unzufrieden mit seinem Werk und bestraft die Menschheit mit der Sintflut, indem er Luzis Tränenberg missbraucht. Waechters Stück erzählt, wie es dazu kam, dass die Kindsgötter oder Gotteskinder so wurden, wie sie sind, warum und wie für sie die Liebe verloren ging und wie Luzi deshalb auf die Erde ging, um die Liebe zurück zu gewinnen.
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Lysistrata (Lysistrate)
Eine musikalische Belagerung
Singspiel nach Aristophanes
von Friedrich Karl Waechter
UA: Junges Theater Göttingen, 28.12.1997. R: Rolf Johannsmeier
Friedrich Karl Waechter hat die berühmteste Komödie der Antike in ein Singspiel umgeschrieben, das zwischen drastischer Obszönität und fast mystischer Poesie das Thema für unsere Tage auslotet. Eine musikalische Satire über die Möglichkeit und Unmöglichkeit der Geschlechter, zusammenzukommen, die der Komponist Kurt Böhm zur kleinen Rockoper erweitert hat.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




MonoDramen
15 Stücke
Ein Monodrama ist ein Stück, das mit nur einer Person auf der Bühne auskommt. Im Gegensatz zu seinem Stiefbruder, dem Monolog, kann das Monodrama für sich alleine stehen und, anders als sein kleiner Bruder, das Minidrama, sogar abendfüllend sein. In Buchform liest es sich (fast) wie Prosa. Das Genre kann die vielfältigsten Formen annehmen. Karlheinz Braun hat ein breites Spektrum zusammengestellt, spannend zu lesen, größtenteils unveröffentlicht - und für Schauspielerinnen und Schauspieler ein reiches Rollenfutter: Da gibt es Virtuosennummern für Komödianten, Märchen für sich in mehrere Rollen verwandelnde Multidarsteller, irrwitzige Sprachspiele und dramatische Biografien, Liebesspiele und Lebensbeichten, politisches Theater, Psychogramme von Menschen in Extremsituationen - bis hin zum Meta-Theater, das die Bühnensituation reflektiert und den Dialog mit dem Publikum sucht.

Inhalt: Marc Becker, ICHICHICH / John Clancy, EVENT / Thea Dorn, BOMBSONG / Rainer Werner Fassbinder, A NORMAL HUMAN UGLY VOICE / Wilfried Happel, IM KÖRPER EINER ANDEREN FRAU / Barbara Honigmann, DIE SCHÖPFUNG / Ulrich Hub, FRÄULEIN BRAUN / Gert Jonke, REDNER RUND UM DIE UHR / Fitzgerald Kusz, MAMA / Dea Loher, SAMURAI / Gert Loschütz, SAMMLER DES SCHRECKENS / Claudius Lünstedt, FREIBURG / Kerstin Specht, MARIELUISE. EIN BERICHT / F. K. Waechter, DIE EISPRINZESSIN / Simon Werle, PALTRUSCHEKS TOCHTER.