Molière

geboren 1622 als Jean-Baptiste Poquelin in eine vermögende Pariser Familie. Er besucht eine Jesuiten-Schule und wird darauf vorbereitet, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. 1638 beginnt er ein Jurastudium und kehrt daraufhin nach Paris zurück. In den Jahren von 1642 bis 1645 wendet er sich vom Beruf seiner Familie ab. Zusammen mit seiner Geliebten, einer Schauspielerin, gründet er eine Theaterkompagnie, die allerdings schon bald Pleite macht. Er wird in Schuldhaft genommen, aus der er nur... weiterlesen »

geboren 1622 als Jean-Baptiste Poquelin in eine vermögende Pariser Familie. Er besucht eine Jesuiten-Schule und wird darauf vorbereitet, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. 1638 beginnt er ein Jurastudium und kehrt daraufhin nach Paris zurück. In den Jahren von 1642 bis 1645 wendet er sich vom Beruf seiner Familie ab. Zusammen mit seiner Geliebten, einer Schauspielerin, gründet er eine Theaterkompagnie, die allerdings schon bald Pleite macht. Er wird in Schuldhaft genommen, aus der er nur mit Hilfe seines Vater wieder herauskommt. Von etwa 1646 bis 1657 schließt er sich einer fahrenden Theatergruppe an, zu deren Direktor er aufsteigt. Die Truppe spielt vor allem Stücke im Stil der Commedia dell'arte, doch erste eigene Produktionen beginnen sich bereits davon zu lösen. Durch den Bruder des Königs bekommt Molière die Gelegenheit, vor Louis XIV. aufzutreten, und als dieser sich von Molières eigenen Komödien begeistert zeigt, weist er ihm und seiner Truppe eine eigene Spielstätte zu. Von 1664 bis 1669 gerät Molière durch die Aufführung von DER TARTUFFE aufgrund von höfischen Intrigen in große Schwierigkeiten, obwohl der König ihm inzwischen eine jährliche Rente zukommen lässt und sich die Kompagnie "Troupe du roi" nennen darf. Nachdem er mit mehreren Komödien wieder groß Erfolge gefeiert hat, überwirft er sich um 1671 mit seinem Freund Lully, der in zunehmenden Maße versucht, Molière vom königlichen Hof fern zu halten. Molière stirbt 1673 in Paris während einer Aufführung von DER EINGEBILDETE KRANKE.
 
Molière »
Übersetzung (26)
Der Menschenfeind / Der Tartuffe
Deutsch von Simon Werle
"Molière ist so groß, das man immer von neuem erstaunt, wenn man ihn wieder liest. Er ist ein Mann für sich, seine Stücke grenzen ans Tragische, sie sind apprehensiv, und niemand hat den Mut, es ihm nachzutun" (Goethe 1825)
Molières Komödien gehören immer zum festen Kanon des deutschen Theaters, in vielerlei Formen der deutschen Transposition.
Nach dem "Theaterwunder" seiner Racine-Übertragungen (Peter Iden) legt Simon Werle seinen deutschen Molière vor, natürlich in Versen und selbstverständlich gereimt, ein Unternehmen, das zum Ende dieses Jahrhunderts längst fällig war.
"Es ist bereits jetzt zu erkennen", hieß es in der Laudatio zum Johann-Heinrich-Voss-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Werle 1992 verliehen wurde, "dass seine neue Version das neue deutsche Original des alten französischen Komödianten sein wird – zumindest für eine Generation."
Simon Werle zu den Prinzipien seiner Molière-Übertragungen: "Die Genauigkeit, die die vorliegende Übersetzung anstrebt, bezieht sich auf drei unterschiedliche Ebenen gleichermaßen:
- auf die zeilengenaue inhaltliche Übereinstimmung mit dem Wortlaut des Originals,
- auf einen möglichst präzisen Nachvollzug des rhetorischen Aufbaus der einzelnen Repliken und Tiraden
- und auf die Wahrnehmung der geschlossenen Form von Vers und Reim."
Simon Werles Übertragung lebt von der variablen Anzahl der Versfüße, der bewussten Einbeziehung unreiner Reime und dem freien Wechsel verschiedener Reimarten. "In diesem lockeren Gerüst eines redenahen Rhythmus und eines relativ unauffälligen, organisch aus dem Sinnganzen des Verses erwachsenden Reimspiels sollte sich das deutsche Satzgefüge ohne syntaktische Verrenkung und archaisierendes Gekünstel dem Fluss der französischen Vorlage so anschmiegen, dass es mit dem semantischen Gehalt der Kernwörter auch deren Position innerhalb des Verses respektiert, im Idealfall also das Original durchpaust."




Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Basler Theater, 3.6.1992. R: Alberte Barsacq
Simon Werles Menschenfeind-Fassung wurde bereits von Gera bis Basel gespielt.
"Die Genauigkeit, die die vorliegende Übersetzung anstrebt, bezieht sich auf drei unterschiedliche Ebenen gleichermaßen: auf die zeilengenaue inhaltliche Übereinstimmung mit dem Wortlaut des Originals, auf einen möglichst präzisen Nachvollzug des rhetorischen Aufbaus der einzelnen Repliken und Tiraden, und auf die Wahrnehmung der geschlossenen Form von Vers und Reim." (Simon Werle)
3D-8H
3D-8H




Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
In einer Fassung von Hans Magnus Enzensberger
Nach dem Französischen des Molière von Hans Magnus Enzensberger
UA: Freie Volksbühne Berlin, 11.12.1979. R: Peter Zadek
In einer Gesellschaft des Scheins haben es die Ehrlichen schwer: Der Adelige Alceste will unbedingte Wahrhaftigkeit. Sich zu verbiegen ist ihm ein Graus, Höflichkeit bedeutet ihm nichts als Heuchelei. Damit macht sich Alceste schnell Feinde. Selbst seine Geliebte Célimène bevorzugt die kleinen Flirts und Komplimente anderer Männer gegenüber Alcestes griesgrämigen Treueschwüren. Als ein Brief auftaucht, in dem sie ihre diversen Liebhaber verspottet, und sich diese daraufhin von ihr abwenden, sieht Alceste seine Chance gekommen, seine Grundsätze vor aller Welt unter Beweis zu stellen. Er will trotz des Skandals zu ihr stehen und fordert sie auf, mit ihm zusammen die Gesellschaft am Hofe hinter sich zu lassen. Doch Célimène lehnt dankend ab. Alceste muss sich entscheiden, ob er bleibt oder in die selbstgewählte Verbannung geht.
3D-8H
3D-8H
Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:
1. Der Menschenfeind.
2. De Mäntschefind. Schweizerdeutsch von Heiri Landis




Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen
von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
UA der Übersetzung: Schauspiel Köln, 1983. R: Jürgen Gosch
Die "pointiert aktualisierte Versübersetzung" (Wiesbadener Kurier) von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens ist inzwischen mehr als 50 Mal inszeniert worden – unter anderem am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Thalia Theater Hamburg, an der Berliner Volksbühne, am Staatsschauspiel Hannover, am Staatstheater Mainz, am Wiener Burgtheater, Deutschen Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, Theater der Altstadt in Stuttgart, Schauspiel Köln und vielen anderen mehr. Auch Matthias Hartmann beschloss seine Intendanz am Schauspielhaus Bochum mit einer Inszenierung der "erstaunlich flotten Übersetzung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens" (Theater heute).
3D-4H
3D-4H




Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
von Molière
Aus dem Französischen übertragen von Frank-Patrick Steckel
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Bochum, 30.1.1993. R: Frank-Patrick Steckel
In einer Gesellschaft des Scheins haben es die Ehrlichen schwer: Der Adelige Alceste will unbedingte Wahrhaftigkeit. Sich zu verbiegen ist ihm ein Graus, Höflichkeit bedeutet ihm nichts als Heuchelei. Damit macht sich Alceste schnell Feinde. Selbst seine Geliebte Célimène bevorzugt die kleinen Flirts und Komplimente anderer Männer gegenüber Alcestes griesgrämigen Treueschwüren. Als ein Brief auftaucht, in dem sie ihre diversen Liebhaber verspottet, und sich diese daraufhin von ihr abwenden, sieht Alceste seine Chance gekommen, seine Grundsätze vor aller Welt unter Beweis zu stellen. Er will trotz des Skandals zu ihr stehen und fordert sie auf, mit ihm zusammen die Gesellschaft am Hofe hinter sich zu lassen. Doch Célimène lehnt dankend ab. Alceste muss sich entscheiden, ob er bleibt oder in die selbstgewählte Verbannung geht.
3D-8H
3D-8H




Der Misanthrop (Der Menschenfeind) (Le Misanthrope)
In einer Fassung von Philipp Engelmann
von Molière
Deutsche Fassung in Versen von Philipp Engelmann
UA der Übersetzung: Stadttheater Gießen, 29.04.2006. R: Alexander Seer
Philipp Engelmann hat Molières MISANTHROP bearbeitet und in einer frechen, modernen, vom Sprachfluss der "rap battles" beeinflussten gereimten Fassung nach heute geholt.
3D-7H
3D-7H




Der Tartuffe (Le Tartuffe)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Staatstheater Darmstadt, 16. 09. 1989. R: Klaus Weise
Simon Werles Übertragung lebt von der variablen Anzahl der Versfüße, der bewussten Einbeziehung unreiner Reime und dem freien Wechsel verschiedener Reimarten:
"Aus diesem lockeren Gerüst eines redenahen Rhythmus und eines relativ unauffälligen, organisch aus dem Sinnganzen des Verses erwachsenden Reimspiels
sollte sich das deutsche Satzgefüge ohne syntaktische Verrenkung und archaisierendes Gekünstel dem Fluss der französischen Vorlage anschmiegen, so dass es im Ideal das Original durchpaust." (Simon Werle)
4D-7H
4D-7H




Der tollkühne Theaterdirektor oder: Die Lieb macht dappisch
In einer Fassung von Rainer Dachselt
Komödie nach Molière
in der hessischen Fassung von Rainer Dachselt
UA: Fliegende Volksbühne / Barock am Main, Frankfurt, 22.7.2015. R: Sarah Groß / Martin Ratzinger
Der Theaterleiter Pistorius hat eine letzte Chance, sich vor dem Schuldengefängnis zu retten: Ein Auftritt beim Grafen, gegen Gage! Dafür muss aber ein neues Stück her, das Pistorius auch schon geschrieben hat. Doch sein "Stick in zarte Verse" will seine derbe Theatertruppe nicht spielen, stattdessen lieber "Der schwangere Bauer" oder die Schauertragödie "Crassus von Kronberg", außerdem kann außer dem jugendlichen Helden keiner den Text, und die Spieler sind sich auch gar nicht einig, wie man dieses Stück, wie man überhaupt Theater spielen soll. Sie versuchen, all das in einer letzten Probe zu klären, während ihr Chef immer verzweifelter wird und die feinen Gäste des Grafen schon mit den Füßen scharren...
DER TOLLKÜHNE THEATERDIREKTOR, nach Molières Stücken "Das Stegreifspiel von Versailles" und "Der eingebildete Hahnrei", ist Dachselts jüngster Streich, der "kein Auge trocken" (FAZ) lässt und in jede andere Mundart übertragbar ist: "Großes Kino" (Frankfurter Rundschau).
4D-6H
4D-6H




Die Gaunereien des Scapin (Les Fourberies de Scapin)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Aus dem Französischen von Simon Werle
Die Geschichte handelt von Octave und Leander, beide jung, ledig und aus besserem Hause. Ihre Väter haben ihnen strengstens verboten, auf eigene Faust auf Brautschau zu gehen. Schließlich soll die Haushaltskasse geschont und die Institution der arrangierten Vernunftehe aufrecht erhalten bleiben. Dennoch sind Octave und Leander fündig geworden; sie haben sich unsterblich verliebt in Zerbinette und Hyazinte: Die beiden Frauen sind unbeschreiblich, unvergleichlich - aber leider auch absolut unehelichbar...
3D-9H
3D-9H




Die Schule der Frauen (L’École des femmes)
Deutsch von Simon Werle
von Molière
Übersetzung in gereimten Versen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Stadttheater Gießen, 6.2.1999. R: Patrice Bigel
Arnolphe hat die Ehe immer aus sicherer Distanz betrachtet und lässt an keinem betrogenen Gatten ein gutes Haar. Um sich selbst nicht dieser Gefahr auszusetzen, hat er sein Pflegekind Agnès fernab der Welt in einem Kloster erziehen lassen. Er möchte eine naive, unerfahrene Frau heiraten. Kaum bringt er die Schönheit in die Stadt, läuft sein Plan schief. Der junge Horace verliebt sich in sie und löst in ihr Gefühle aus, die sie sich nicht erklären kann. Arnolphe beginnt Agnès über ihre Pflichten als seine zukünftige Ehefrau aufzuklären, um die Katastrophe zu verhindern...
2D-6H
2D-6H