© Olivier Martinaud
Christophe Pellet

Geboren 1963 in Toulon, studierte zunächst Literatur in Aix-en-Provence und Drehbuchschreiben an der Pariser Filmhochschule FEMIS. Seine ersten Texte entstanden für den Rundfunk. Darüber hinaus dreht Pellet Filme jenseits des Mainstreams, die u.a. im Centre Pompidou gezeigt werden. Durch die Lektüre von Dramatikern wie Racine, Marivaux, Giraudoux oder Tennessee Williams erwachte sein Interesse fürs Theater. Heute lebt er als Theater- und Drehbuchautor in Paris. weiterlesen »

Geboren 1963 in Toulon, studierte zunächst Literatur in Aix-en-Provence und Drehbuchschreiben an der Pariser Filmhochschule FEMIS. Seine ersten Texte entstanden für den Rundfunk. Darüber hinaus dreht Pellet Filme jenseits des Mainstreams, die u.a. im Centre Pompidou gezeigt werden. Durch die Lektüre von Dramatikern wie Racine, Marivaux, Giraudoux oder Tennessee Williams erwachte sein Interesse fürs Theater. Heute lebt er als Theater- und Drehbuchautor in Paris.

Auszeichnungen:

2017 Prix du jeune théâtre de l'Académie française
2009 Grand Prix de Littérature Dramatique für DER VORTRAG
 
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Theaterstücke (4)
Der Vortrag (La Conférence)
Deutsch von Gerhard Willert
von Christophe Pellet
Aus dem Französischen von Gerhard Willert
UA: Théâtre de Thouars, 18.11.2010. R: Matthieu Roy, Spiel: Philippe Canales.
DSE: Nachtspiel/Theater Phönix, Linz, 25.10.2018. R: Gerhard Willert, Spiel: Bastian Dulisch.
Der einigermaßen erfolgreiche Stückeschreiber und Autor Thomas Blanguernon hat genug von Frankreich, von der französischen Gesellschaft und vom französischen Theater. Er flieht nach Berlin. Doch dann geht ihm das Geld aus. Er nimmt die Einladung zu einem Vortrag auf einer Konferenz zur Krise des Theaters an. So findet er sich plötzlich wieder in einer Kulturinstitution des französischen Staates, und also inmitten all dessen, was er verachtet. Es entspinnt sich ein so virtuoses wie furioses, so gallig komisches wie abgrundtief trauriges Solo der Verfluchung und Verwünschung, das Le Monde als "eines Thomas Bernhard würdig" beschrieben hat.
Auf hinterhältige Art und Weise benützt Pellet in diesem 2009 geschriebenen Text die Matrix des Theaters als Sprungbrett für eine radikale Kritik unserer neoliberalen konsumtrunkenen gesellschaftlichen Verfasstheit. Dass er darüber hinaus bereits damals die momentan tobende Migrationsdebatte scheinbar wie nebenbei aufgespießt hat, kann man nur als visionär bezeichnen. Ironischerweise wurde Christophe Pellet für "Der Vortrag" vom französischen Kulturministerium mit dem Grand Prix de Littérature Dramatique ausgezeichnet.
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Erich von Stroheim (Erich von Stroheim)
Deutsch von Gerda Gensberger
von Christophe Pellet
Aus dem Französischen von Gerda Gensberger
UA: Nationaltheater Straßburg, 31.1.2017. R: Stanislas Nordey (mit Emmanuelle Béart in der Hauptrolle)
"Sie", "der Eine" und "der Andere" - das ist das Personal von Christophe Pellets ménage à trois. "Der Eine" stellt seine Schönheit und Jugend in den Dienst der Pornoindustrie, solange sein Körper noch mitmacht. "Sie" ist erfolgreiche Unternehmerin, die die beiden Männer zwischen zwei Geschäftsterminen einschiebt. "Der Andere" scheint durch alle Netze gefallen zu sein, nirgendwo Halt zu finden – weder im Privaten, noch im Arbeitsleben. In fassbinderscher Kühle und Präzision erzählt ERICH VON STROHEIM von Paarbeziehungen und den Machtstrukturen, die ihnen innewohnen. Dabei erkundet Pellet die Grenze zwischen Außen- und Selbstwahrnehmung, Realität und Inszenierung, Körperlichkeit und Reflexion, Pornographie und Psychologie. Seine Figuren eint der Wunsch nach Selbstdefinition in einer kalten, abweisenden Welt. Zum Inbegriff dieses Wunsches wird ihnen Erich von Stroheim: einer der großen Filmemacher der 20er Jahre, und zugleich ein genialer Betrüger mit Hang zur Selbstdarstellung.
Die Uraufführung von ERICH VON STROHEIM am Nationaltheater Straßburg mit Emmanuelle Béart in der Hauptrolle (R: Stanislas Nordey) sorgte 2017 für großes Aufsehen und ist seither international auf Tournee.
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Pierre ist ein Panda (Pierre est un panda)
Deutsch von Jakob Schumann
von Christophe Pellet
Aus dem Französischen von Jakob Schumann
Der neunjährige Pierre gilt seiner Umwelt als sensibel - wie ein Panda. Er hat zwei Mütter und einen Vater. Und er hat auch seine Freundin Maria. Die wiederum hat eine Mutter und einen Vater, die sich nicht besonders gut vertragen, und drei Brüder, die ziemlich unerträglich sind. Für Marias Papa besteht eine Familie aus Vater, Mutter und Kind. Er verbietet seiner Tochter, Pierre zu besuchen. Aber Maria versteht das nicht: Sie will doch nichts weiter, als bei Pierre zu sein und mit seinen beiden Müttern zu tanzen.
Zärtlich, aber ohne zu beschönigen wirft Christophe Pellet in seinem Kinderstück die Frage nach der Familie auf: nach der, die man hat, und nach der, die man gerne hätte. Er eröffnet Kindern einen Blick auf gleichgeschlechtliche Erziehung und thematisiert die Schwierigkeit, Ängste vor dem Anderen und dem Anderssein zu überwinden.
PIERRE IST EIN PANDA ist nach WER HAT ANGST VOR DEM WOLF? das zweite Stück von Christophe Pellet für ein junges Publikum.
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Altersempfehlung: ab 6 Jahren
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Altersempfehlung: ab 6 Jahren




Wer hat Angst vor dem Wolf? (Qui a peur du loup?)
Deutsch von Frank Weigand
von Christophe Pellet
Aus dem Französischen von Frank Weigand
Der junge Dimitri wächst ohne Eltern auf. Seine Mutter ist zum Arbeiten ins Ausland gegangen, sein Vater verdingt sich als Söldner. Als auch noch sein geliebtes Skateboard kaputtgeht, möchte Dimitri am liebsten ein wildes Tier werden. Flora, seine beste Freundin, schminkt ihn als Wolf – und das Unglaubliche geschieht: Dimitri verwandelt sich tatsächlich in ein Wolfsjunges und flieht in den Wald... WER HAT ANGST VOR DEM WOLF? ist ein phantasievolles Märchen über zwei Kinder und ihre Phantasie-Fluchten in einem vom Krieg gezeichneten Land.
3D-2H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
3D-2H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren