© Daniel Eceolaza
Svenja Viola Bungarten

Svenja Viola Bungarten, geboren 1992 in Koblenz, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2016 erhielt sie für ihr Libretto POST NUCLEAR LOVE den "Berliner Opernpreis". Im selben Jahr war ein Auszug einer frühen Fassung ihres Stückes TOT SIND WIR NICHT im Rahmen der "Werkstatt neue Stücke" unter ihrer Regie sowohl am BAT als auch im Deutschen Theater Berlin zu sehen. 2017 war sie zum Festival für junge Literatur "Prosanova" eingeladen und mit DOROTHEE STURM für... weiterlesen »

Svenja Viola Bungarten, geboren 1992 in Koblenz, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. 2016 erhielt sie für ihr Libretto POST NUCLEAR LOVE den "Berliner Opernpreis". Im selben Jahr war ein Auszug einer frühen Fassung ihres Stückes TOT SIND WIR NICHT im Rahmen der "Werkstatt neue Stücke" unter ihrer Regie sowohl am BAT als auch im Deutschen Theater Berlin zu sehen. 2017 war sie zum Festival für junge Literatur "Prosanova" eingeladen und mit DOROTHEE STURM für den "Retzhofer Dramapreis" nominiert. Zudem ist sie Herausgeberin der Buchreihe "STILL Drama".

Auszeichnungen:

2016 Berliner Opernpreis für ihr Libretto "Post Nuclear Love"
2017 Nominierung für den Retzhofer Dramapreis für "Dorothee Sturm"
 
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Theaterstücke (2)
Bonn ist eine Stadt im Meer
von Svenja Viola Bungarten
Das Ehepaar Vero und Uwe Schmitt reist nach Afrika, in die sadunesische Wüste, um am Himmel schwarze Löcher zu beobachten. Doch was als Forschungsreise beginnt, wird zu einer irrwitzigen Odyssee. So treffen sie auf Vega und Ulvi, GoldschürferInnen aus der Not, die Auto und Papiere der beiden Europäer stehlen und sich mit ihrer neuen Identität nach Bonn aufmachen wollen. Obwohl Uwe und Vero derweil zunehmend an Korruption und behördlicher Willkür verzweifeln, gelangen sie schließlich dank einer Schlepperin an die Küste, wo sich bereits eine Katastrophe ereignet hat. Doch steht eine weitere noch bevor. Davon berichtet eine Fregattenkapitänin vor Gericht, Zeugin und Angeklagte in einem.
Svenja Viola Bungartens zweites Theaterstück BONN IST EINE STADT IM MEER zeigt eine Welt in Schieflage. Vor dem Hintergrund des Khartum-Prozesses und der nicht abreißenden Migrationsbewegung verhandelt es Fluchtursachen und deren angebliche Bekämpfung. Anhand eines überbordenden Kaleidoskops an Schauplätzen, Figuren, Geschichten und Begegnungen setzt das Stück das eurozentrische Afrikabild in Szene. Es erzählt mit absurder Komik von der Schwierigkeit wahrer kultureller Verständigung, von der Schwierigkeit, die Perspektive des Anderen einzunehmen und von der Unmöglichkeit authentisch darüber zu berichten.
Besetzung ad libitum (mind. 4 Darsteller)
Besetzung ad libitum (mind. 4 Darsteller)




TOT SIND WIR NICHT
von Svenja Viola Bungarten
UA: Theater Münster, 16.11.2018. R: Maik Priebe
In Svenja Viola Bungartens Debütstück geht es um Leben und Tod. Da sind Beate und Ute K., zwei alte Frauen, die raus wollen aus ihrem Leben. Das Ziel ist Okinawa, wo die Menschen uralt werden. Dazu dealen sie nachts mit Medikamenten. Doch den Liebenden macht der Tod einen Strich durch die Rechnung. Denn gerade jetzt muss Willi, Ute K.s Ehemann, in seinen Sessel verdunsten und mit der Beerdigung ein Loch in die ohnehin bescheidene Reisekasse schlagen. Ein neuer Plan muss her, und Willi so schnell es geht unter die Erde. Da sind Piotr Nagel und sein Neffe Jason, Bestatter, denen die Finanzkrise einen Bestattungsstau eingebrockt hat, und die kurz vor dem Ruin stehen. Doch was Jason für die rettende Idee hält, könnte für Piotr erst recht der Untergang sein. Und dann ist da noch Franka. Ein Schatten, ein Geist, die Zukunft. Rauchend steht sie in ihrem Kühlhaus und wartet auf Kunden, ihr Slogan: Sterben war gestern, gefroren wird morgen.
In Sehnsüchten gefangen, die größer sind als sie selbst, suchen die Figuren im Ende einen Anfang und finden sich doch nur in dunklen Straßen und zugigen Leichenhallen wieder. Mit absurden Dialogen und aberwitzigen Situationen befragt das Stück den Umgang mit dem Tod in einer Gesellschaft, die sich unsterblich wähnt. "TOT SIND WIR NICHT": ein Aufbegehren gegen das Altern, die Armut und die eigene Endlichkeit.
3D-2H
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