© Julie Perreault
Fanny Britt

Geboren 1977 in Amos / Kanada, lebt und arbeitet Fanny Britt heute als Dramatikerin und Übersetzerin in Quebec . Sie studierte Dramatik an der National Theatre School of Canada und machte dort 2001 ihren Abschluss. 2008 gründete sie mit Geoffrey Gaquère und Johanne Haberlin das Théâtre Debout. Für ihr Stück "Bienveillance" erhielt sie den Governor General's Award for French-language drama. Fanny Britt hat auch Jugendliteratur verfasst, darunter die Reihe "Félicien" und die ins Deutsche... weiterlesen »

Geboren 1977 in Amos / Kanada, lebt und arbeitet Fanny Britt heute als Dramatikerin und Übersetzerin in Quebec . Sie studierte Dramatik an der National Theatre School of Canada und machte dort 2001 ihren Abschluss. 2008 gründete sie mit Geoffrey Gaquère und Johanne Haberlin das Théâtre Debout. Für ihr Stück "Bienveillance" erhielt sie den Governor General's Award for French-language drama. Fanny Britt hat auch Jugendliteratur verfasst, darunter die Reihe "Félicien" und die ins Deutsche übersetzte Graphic Novel "Jane, der Fuchs und ich" (Reprodukt, 2014) mit Illustrationen von Isabelle Arsenault. Sie schrieb für die Télé-Québec-Serie "Tactik" und veröffentlichte 2015 ihren ersten Roman "Les maisons".
 
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Theaterstücke (1)
Der Tag, an dem ich ein guter Mensch sein wollte (Bienveillance)
Deutsch von Frank Weigand
von Fanny Britt
Aus dem Französischen (Quebec) von Frank Weigand
UA: Théâtre PàP / Productions À tour de rôle, Carleton-sur-Mer, 10.7.2012. R: Claude Poissant
DER TAG, AN DEM ICH EIN GUTER MENSCH SEIN WOLLTE erzählt die Geschichte von zwei Freunden aus Kindheitstagen, Bruno und Gilles, die sich nach 17 Jahren wieder treffen. Gilles hat eine erfolgreiche Karriere als Anwalt in der Stadt hinter sich, während Bruno in Bienveillance geblieben ist, dem Dorf, in dem beide aufgewachsen sind und wo er später geheiratet hat.
Die Umstände des Wiedersehens sind jedoch keine gewöhnlichen. Denn Brunos 9-jähriger Sohn Zachary schwebt nach einem Unfall zwischen Leben und Tod. Nicht ganz unschuldig daran scheint das Unternehmen zu sein, das den Krankentransport (mutmaßlich nicht schnell genug) organisiert hat. Bruno ist deswegen vor Gericht gezogen. Das verklagte Unternehmen beauftragt eine Anwaltskanzlei, und die wiederum setzt ausgerechnet Gilles auf den Fall an.
Vor diesem Hintergrund nun ist Gilles also zurück in seinem Heimatort, umgeben von realen und imaginären Gestalten aus der Vergangenheit - angefangen bei seiner schrillen Mutter, über die Geister seiner verstorbenenen Brüder bis hin zum Vater, den er nie gekannt hat. Und eigentlich würde Gilles seinem Kindheitsfreund gerne erzählen, dass er das Mandat für den Fall unter den gegebenen Umständen natürlich sofort und ohne zu zögern niedergelegt hat. Aber - ganz so ist es nicht gewesen, auch wenn es zunächst den Anschein hat.
Fanny Britt ist ein tragikomisches Stück gelungen über unseren starken Wunsch, "gut" zu sein, dem immer wieder kleine Feigheiten und große Widersprüche in die Quere kommen.
2D-3H (auch größer besetzbar)
2D-3H (auch größer besetzbar)