Neue Stücke

Esther de Koning

PING

Deutsch von Rob Vriens

 

"Ping" – so klingt eine Mikrowelle, und genau so heißt die Heldin in diesem Stück. Denn der Brutkasten, in dem Ping die ersten Tage ihres Lebens verbracht hat, sah aus wie eine Mikrowelle. Und deshalb mag sie "Ping" viel lieber als ihren richtigen Vornamen Maria–Victoria, den ihre Eltern ihr gegeben haben. Ihre Eltern, die sie nur noch in täglichen, zermürbenden Streitigkeiten erlebt. Weshalb Ping glaubt, dass sie sich selber viel besser erziehen kann. Was, nebenbei, etliche Vorteile mit sich bringt.
Doch nicht nur das vertraut sie dem Publikum an, sondern überhaupt ihre ganze Sicht auf die Familie und ihr Leben. So erzählt sie von ihrer Mutter, die ihre Familie für eine neue Liebschaft in Mexiko im Stich lässt, von genialen Erfindungen, die sie gemeinsam mit ihrem verzweifelten Vater austüftelt, von Abenteuern mit Aliens, von phantastischen Vorkommnissen in der Schule, und schließlich von einem Super-Deal, den ihr Vater demnächst machen wird, der jedoch kein glückliches Ende nimmt.
Trotz der Brüchigkeit ihrer Existenz, ist Ping stark, widerständig und mutig. Ohne zu jammern, schöpft sie all ihre Kraft aus sich selbst.
Die niederländische Autorin Esther de Koning erzählt in diesem Schauspielsolo für eine Darstellerin anrührend und witzig zugleich, wie sich ein Kind aus schwierigen Lebensverhältnissen immer wieder aufmacht, dem Leben das Allerbeste abzutrotzen.

 

Besetzung: 1D
Altersempfehlung: 9+    

Kevin Rittberger

KASSANDRA/PROMETHEUS. RECHT AUF WELT

 

Kassandra, die Königstochter, deren Warnungen, den Untergang Trojas aufzuhalten, ungehört blieben, und Prometheus, der Gott, der den Menschen das Feuer brachte und damit Zeus’ Strafe auf sich zog, sind in Rittbergers Doppelstück die Sehenden in der aktuellen Flüchtlingstragödie. In "Kassandra" erleben wir die humanitäre Katastrophe aus menschlicher Perspektive, in "Prometheus" geht die menschliche Ordnung in eine göttliche über – und in Poesie, als dramatisches Gedicht in der literarischen Tradition von Peter Handke und Heiner Müller. Als "Kassandra oder Die Welt als Ende der Vorstellung" 2010 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt wurde, erzählte das Stück von einer Tragödie, die gerade erst dabei war, sich ins europäische Bewusstsein zu schieben. Inzwischen sind die Nachrichten von den Ertrinkenden im Mittelmeer ein tägliches Thema, die Geflüchteten Teil des deutschen Alltags – und trotzdem ist keine Lösung dieser humanitären Krise in Sicht. Kevin Rittberger hat sein Stück ein knappes Jahrzehnt später überarbeitet, aktualisiert und um einen zweiten Teil ergänzt.
"Alles rückt in die Ferne, es geht um das Wesentliche: Welche Luft die da unten noch atmen wollen, welche Kriege sie nicht mehr führen, wie sie ihren globalen Garten gemeinsam bestellen. Den Kassandrarufen der Gegenwart zu widerstehen, bedeutet, die Energie aufzubringen, den Menschen noch nicht abzuschreiben und dieser Spezies eine Achtsamkeit für das Große und Ganze zuzutrauen." Kevin Rittberger

  

Besetzung ad libitum

Svenja Viola Bungarten

GARLAND

 

Es könnte der Mars sein. Eine Gegend vor Madrid. Die Mojave-Wüste. Oder die Sahara. Aber vergessen wir nicht, wo wir sind. Wir sind in Deutschland. In Amerika bei Penig, Kreis Mittelsachsen, um genau zu sein. Und die Katastrophe ist als Zustand allgegenwärtig: Das Land ein Glutofen, die Erde verdorrt, Häuser brennen nieder, seit Monaten Windstille. Und auch kein Tornado weit und breit, der die krisengeplagten Figuren aus ihrem Schicksal erlösen könnte.
Doch da ist ein Mädchen namens Dorothee Sturm, und sie hat sich nicht weniger als die Rettung der Welt auf ihre Fahnen geschrieben. Dumm nur, dass sie das Unglück anzuziehen scheint. Davon können Em und Henri ein Lied singen. Sie sind nicht der Elterntypmensch, sie sind der Farmertypmensch und haben zuerst ihre Würde und dann ihre Farm in einem Feuer verloren. Während sich der verzweifelte Polizist Gus Brandt auf die Fährte der mutmaßlichen Brandstifterin macht, wird er wiederum von seinem Bruder, dem Filmemacher Salvatore Brandt, gesucht. Den interviewt, überarbeitet und unterbezahlt, Lorna Luft, Moderatorin der Radiosendung HOT TIMES. Wie ein gigantischer Truck ins Spiel kommt und warum ausgerechnet Judy Garland hinter dem Tresen einer Tankstelle glänzt wie ein Stück Butter - auch davon erzählt GARLAND.
Mit GARLAND hat Svenja Viola Bungarten ein außergewöhnliches Stück über unsere krisenhafte Gegenwart geschrieben. Ein komischer, berührender und nachdenklich stimmender Text über eine Welt im Schockzustand, in der die Zukunft kein Versprechen, sondern eine Drohung ist.

  

Besetzung: 4D - 3H

Ulrike Müller

PRINZIP ARCHE

 

In Ulrike Müllers dystopischem Theaterstück PRINZIP ARCHE sind die Polkappen längst abgeschmolzen, Täler überflutet, Großstädte evakuiert. Nach drei Jahren Dauerregen endlich reagiert die Politik. Aber nicht, um die Klimakatastrophe abzuwenden, sondern um die Zeit "danach" zu organisieren. In einer konzertierten, transnationalen Aktion werden mehrere Archen gebaut, die das Überleben der Menschheit sichern sollen. Für einen Platz darauf kann sich bewerben, wer jung ist und per Losverfahren vorausgewählt wurde.
Gerade erwachsen, noch voller Pläne, Unsicherheiten, Hoffnungen, finden sich auch die zehn Figuren des Stückes – 5 Frauen, 5 Männer – plötzlich in einer der Endausscheidungen wieder. Eine Schicksalsgemeinschaft der potentiell Überlebenden, der vorerst glücklich Gestrandeten. Auf sich allein gestellt, entwickelt sich unter ihnen eine Art Probe aufs Exempel für den bevorstehenden Überlebenskampf, die jedoch zum Ernstfall wird, als die zehn zusehen müssen, wie das Schiff ohne sie ablegt...
PRINZIP ARCHE ist eine Versuchsanordnung für ein junges Ensemble. Im Ausnahmezustand finden sich Ulrike Müllers Figuren mit Fragen konfrontiert, die zugleich sinnbildlich sind für die Lebenssituation einer jungen Generation insgesamt: Wer bestimmt über ihre Zukunft? Wie verhält sich der/die Einzelne, und wie formiert sich daraus Gemeinsinn oder gar Widerstand? Neben Dialogszenen stehen dabei andere Textsorten: Auszüge aus Regelwerken, Radionachrichten, Off-Stimmen, Chöre und Monologe.
Das Auftragsstück für das Mozarteum Salzburg gewann beim Waldorf-Dramawettbewerb 2019.

 

Besetzung: 5D - 5H

      

Alexandra Badea

AUS DEM SCHATTEN: THIAROYE

Deutsch von Frank Weigand

  

Amar stammt aus dem Senegal und lebt in Paris. Er hat seinen Vater nie kennengelernt; dieser gehörte zu den so genannten Senegalschützen, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite Frankreichs gegen Deutschland kämpften. Den Krieg hatte er überstanden, kam aber nie zu Hause an. Jahrzehnte später liest der Lehrer Régis in den Aufzeichnungen seines sterbenden Großvaters von dem grauenhaften Ereignis, dem Amars Vater zum Opfer fiel. Die Journalistin Nora will verstehen, was in diesem toten Winkel der Geschichte geschehen ist, und beschließt, eine Radiosendung darüber zu machen. Die Schicksale der Figuren sind miteinander verflochten, ihre Geschichten verbinden sich mit der europäischen Geschichte, mit der Geschichte des europäischen Kolonialismus, dessen furchtbares Erbe bis heute nicht aufgearbeitet ist.
Die in Rumänien aufgewachsene, französische Schriftstellerin Alexandra Badea belichtet in diesem Stück ein historisches Ereignis, das in der offiziellen Geschichtsschreibung Frankreichs lange verdrängt wurde: das Massaker von Thiaroye, das die Kolonialtruppen an über 300 Senegalschützen verübten, als diese ihren Sold forderten. Bis heute kennt man den genauen Ort der Gräber nicht. »Die Schattenseiten der Geschichte« müsse sie als Neufranzösin nun ebenso mit sich tragen wie die großen, glorreichen Kapitel, erfuhr Alexandra Badea bei ihrer Einbürgerung. Den Schattenseiten spürt die Autorin seither nach, daraus entsteht die Theater-Trilogie AUS DEM SCHATTEN. Mit THIAROYE liegt nun der erste Teil auf Deutsch vor.

 

Besetzung: 2D - 3H

    

Lorenz Hippe

BAM! ICH BIN GLÜCKLICH!

 

"'Theater muss sein wie ein Computerspiel!' Mit diesem Auftrag eines kindlichen Theatergängers hat sich Autor Lorenz Hippe zusammen mit dem Theater in Aalener Schulen auf den Weg gemacht, zahlreiche Interviews mit Schüler*innen geführt und auch mit Sozialarbeiter*innen und Suchtexperten gesprochen. In seinem Stück werden die Geschwister Max und Fine zusammen mit dem Publikum den 'welt-ersten Live-Theater-Channel' entdecken und entwickeln." (Ankündigung Theater Aalen)

 

Besetzung: 1D - 1H. Altersempfehlung: 8+

    

Ingeborg von Zadow

LIEBE ODER LEBEN!

 

Die Königin von England hat noch eine Rechnung offen und zieht mit ihrem Heer gegen den König von Schottland. Um die sich endlos hinziehenden Kämpfe abzukürzen, unterbreitet der Prinz von England schließlich einen Vorschlag: Er will sich mit dem schottischen König duellieren. Bevor es jedoch dazu kommt, verliebt er sich unsterblich in dessen Tochter. Mit ihr zusammen versucht er nun, die kriegerische Auseinandersetzung der Eltern zu verhindern. Dafür muss sich das junge Liebespaar allerhand einfallen lassen. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang ein lustloser Zauberspiegel und ein oscarreifer Auftritt des Prinzen als schottisches Hochmoor. Die Komödie nimmt immer mehr Fahrt auf...
Für die Heidelberger Wanderbühne Carnivore hat Ingeborg von Zadow ein komödiantisches Spektakel geschrieben, das aber auch klein besetzt werden kann. Der Text entstand frei nach Motiven des historischen Wanderbühnenstückes "Eine schoene lustig triumphirende Comoedia von eines Koeniges Sohne auss Engellandt und des Koenigs Tochter auss Schottlandt", das von unbekannter Hand stammt.

 

Besetzung: 2D - 2H (auch größer besetzbar)
UA: Theater Carnivore, Heidelberg, 2.5.2020. R: Florian Kaiser

    

Marc Becker

KEINE PANIK!

 

"Früher, als die Menschen eigentlich noch Tiere waren, war Angst eine praktische Sache. Wenn etwa plötzlich ein Bär um die Ecke bog, fing das Herz rasend schnell zu schlagen an, die Atmung erhöhte sich und der Körper begann zu schwitzen. Mittels dieser Körperreaktionen entwickelten unsere Vorväter und -mütter ungeahnte Kräfte oder konnten blitzschnell davonrennen. War es dafür zu spät, verfielen sie mit bleichem Gesicht in Schockstarre, sodass der Bär denken musste, sie wären krank und hochansteckend. Ohne Angst wäre die Menschheit wahrscheinlich längst untergegangen.
Für Peter Panikakis ist Angst nur ein peinliches Relikt aus grauer Vorzeit. Überhaupt gibt es zahlreiche Aspekte der menschlichen Entwicklung, die ihm sehr fragwürdig erscheinen. Warum etwa kann sich Peter Panikakis bei Panflötenmusik entspannen, während dies für andere der reinste Horror ist? Am Beispiel von Gabi, der amtierenden Angstweltmeisterin, will er zeigen, wie man ein vollkommener Mensch werden kann. Doch noch hockt Gabi hinter der Bühne und traut sich nicht aufzutreten. Und daran ist nicht nur das Lampenfieber schuld. Denn, was keiner weiß: Gabi ist gar kein Mensch. Sie ist ein Hase. Oder besser gesagt: Ein Angsthase. Dabei wäre sie nur zu gerne ein echter und vor allem angstfreier Mensch. Ob Waldi ihr helfen kann? Waldi war mal ein Hund und hat sich noch nie vor irgendwem oder irgendwas gefürchtet.
In seinem neuen Stück lotet Marc Becker die verschiedenen Aspekte der Angst aus. In einer Art theatraler Verhaltenstherapie konfrontiert er Figuren wie Publikum mit den Auslösern der Angst. Abhauen gilt nicht, Augen auf und durch ist die Devise."
(Ankündigung Oldenburgisches Staatstheater)

 

Besetzung: 1D - 2H. Altersempfehlung: 9+

    

Arend Agthe / Bettina Kupfer

DORNRÖSCHEN

 

100 Jahre sind es bekanntlich, die Dornröschen schlafen muss, nachdem sie sich an einer Spindel gestochen hat. In ihrer Adaption des Grimm-Märchens machen Arend Agthe und Bettina Kupfer diese Zeitspanne dramaturgisch fruchtbar: Sie markiert bei ihnen zugleich eine Zeitenwende vor bzw. nach großen technologischen Neuerungen. So ist der Prinz, der Dornröschen schließlich "rettet", hier ein leidenschaftlicher Erfinder, der vom Fliegen träumt. Er hat einen kleinen Fotoapparat entwickelt, mit dessen Hilfe Tauben Luftaufnahmen für ihn anfertigen. Eines der so entstandenen Bilder zeigt ein wunderschönes, schlafendes Mädchen. Mit einem selbstgebauten Ballon, und mit der Unterstüzung seines Lehrers, will der Prinz die Dornenhecke überwinden, um das Mädchen zu finden. Doch der Ballon bleibt an den Dornen hängen, und so muss - allem wissenschaftlichen Fortschritt zum Trotz - ein Zufallen herhalten, dass alles gewohnt glücklich endet.
Die Bühnenfassung beruht auf dem Drehbuch zu einem Märchenfilm, das Agthe/Kupfer für das ZDF geschrieben haben.

 

Besetzung: mind. 3D - 3H. Altersempfehlung: 6+

    

Dea Loher

BÄR IM UNIVERSUM

 

Benny der Eisbär kommt aus dem Ewigen Eis: "Na ja, ewig... Meine Eisscholle ist mir unter dem Hintern weggeschmolzen." Also hat der gutmütige Benny sich ein Floß gebaut. Es trägt ihn weit übers Meer, an die unbekannte Küste Pollinesiens, wo ihm alles fremd ist. Hier begegnet er dem forschen Huhn Polly, Namensgeberin von und Herrin über Pollinesien mit einem Faible für Sternbilder. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem zweiten 'Bär im Universum' für den einsamen Benny. Zu diesem Zweck gibt Polly eine Kontaktanzeige auf. Und die Antworten lassen auch nicht lange auf sich warten. Doch fallen sie anders aus, als erwartet...
In ihrem ersten Kinderstück erzählt Dea Loher mit leichter Hand von Verlust und Fremdsein, aber auch von Neuanfang, von Neugier auf das Unbekannte und Unerwartete, von Freundschaft. Ein Stück für mindestens 3 Spieler/innen, ideal auch für Inszenierungen mit Video.

 

Besetzung: mind. 3D/H. Altersempfehlung: 5+

    

Christophe Pellet

APHRODISIA

Deutsch von Gerhard Willert

 

In Zeitsprüngen und poetisch dichter Sprache zeigt Christophe Pellet in APHRODISIA sechs Figuren auf der Suche nach einem authentischen, ursprünglichen Leben inmitten einer von Funktionalität und Effizienz geprägten Gesellschaft:

Mit seinem Diplom in der Tasche unternimmt der junge Nimrod nicht nur seine ersten Schritte in die Arbeitswelt. In den Armen seiner Kollegin Kléa versucht er darüber hinaus eine andere Frau zu vergessen: Yo, eine elfenhafte Verführerin mit einem tätowierten "WEITER!"-Schriftzug auf dem Bauch.
Etwa zwanzig Jahre später: Léo, der Sohn von Nimrod und Kléa, will seine Liebe zu Kaspar leben. Doch während er davon träumt, sich in die Natur zurückzuziehen, glaubt Kaspar gerade umgekehrt, dass ihrer beider Liebe nur dann Bestand hat, wenn sie sich im öffentlichen Raum der social media und des world wide web dokumentiert findet. Nach der Trennung von Léo zeugt Kaspar zusammen mit einem lesbischen Paar eine Tochter: Lia.
Nochmals rund zwanzig Jahre später: Anlässlich von Kaspars Beerdigung folgt Lia der flüchtigen Spur ihres Vaters und seiner Liebe.

"APHRODISIA ist Bestandsaufnahme einer heutigen Gesellschaft, die auf Effizienz beruht und in der Wesen zu funktionalen, nützlichen Objekten geworden sind, die sich blindlings in ihren Objektstatus fügen. Isolation und Rückzug werden durch neue Arbeits- oder Beziehungsformen verhindert, die erforderlich machen, dass Individuen keine Individuen mehr sind, sondern sich im Netz offener Räume, in sozialen Netzwerken verfangen, bei optimierter Sichtbarkeit. Gefragt nur, wenn die Zustimmung anderer und die Anerkennung durch andere gefragt sind: angepasste, gemeinsame, übereinstimmende Wesen. (...) Wie kann Liebe in dieser sozialen Logik existieren, wenn Liebe und Begehren unbrauchbar sind, keinen nützlichen Zweck verfolgen, wenn der oder die Geliebte Nichtsnutze sind?" (Jean-Philippe Cazier)

Für APHRODISIA erhielt Christophe Pellet 2017 den Grand Prix der Académie Française.

 

Besetzung: mind. 1D - 3H

      

Milena Baisch

ANTON TAUCHT AB

 

Zugegeben, Campingurlaub mit Oma und Opa ist nicht gerade das Coolste. Doch erst als Anton entdeckt, dass es keinen Swimmingpool gibt, sondern nur einen See, werden diese Ferien zum Gau (größtmöglich anzunehmender Unfall). Arschbomben und Köpper vom Badesteg machen wie all die anderen Kinder? In diese Ekelbrühe? Niemals! Zum Eigenbrödlerdasein verdammt und vor Langeweile vergehend, macht Anton schließlich eine Bekanntschaft der besonderen Art: mit einem Fisch. Und damit beginnt ein Ferienabenteuer, wie es sich Anton in seinen kühnsten Heldenfantasien nicht ausgemalt hat.

Milena Baisch hat eine Bühnenfassung ihres gleichnamigen Kinderbuchs geschrieben: "eine amüsante Geschichte über einen Jungen, der seine Schüchternheit und Ängste mit viel Coolness überdecken möchte." (Augsburger Allgemeine)

 

Besetzung: mind. 1D - 2H. Altersempfehlung: 6+

     

Elke Heidenreich / Bernd Schroeder

ALTE LIEBE

Bühnenfassung von Elke Heidenreich

 

2009 erschien ALTE LIEBE von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder im Hanser Verlag. Seither ist der Bestseller auch auf zahlreichen Bühnen zu sehen gewesen. Nun, zehn Jahre nach Erscheinen des Buches, hat Elke Heidenreich eine eigene Bühnenfassung vorgelegt: 20 umwerfend komische 'Szenen einer Ehe' mit Lore und Harry, zwei Alt-Achtundsechzigern, in denen sich eine ganze Generation wiedererkennen kann.

 

Besetzung: 1D - 1H

    

Fanny Britt

DER TAG, AN DEM ICH EIN GUTER MENSCH SEIN WOLLTE

Deutsch von Frank Weigand

 

DER TAG, AN DEM ICH EIN GUTER MENSCH SEIN WOLLTE erzählt die Geschichte von zwei Freunden aus Kindheitstagen, Bruno und Gilles, die sich nach 17 Jahren wieder treffen. Gilles hat eine erfolgreiche Karriere als Anwalt in der Stadt hinter sich, während Bruno in Bienveillance geblieben ist, dem Dorf, in dem beide aufgewachsen sind und wo er später geheiratet hat.
Die Umstände des Wiedersehens sind jedoch keine gewöhnlichen. Denn Brunos 9-jähriger Sohn Zachary schwebt nach einem Unfall zwischen Leben und Tod. Nicht ganz unschuldig daran scheint das Unternehmen zu sein, das den Krankentransport (mutmaßlich nicht schnell genug) organisiert hat. Bruno ist deswegen vor Gericht gezogen. Das verklagte Unternehmen beauftragt eine Anwaltskanzlei, und die wiederum setzt ausgerechnet Gilles auf den Fall an.
Vor diesem Hintergrund nun ist Gilles also zurück in seinem Heimatort, umgeben von realen und imaginären Gestalten aus der Vergangenheit - angefangen bei seiner schrillen Mutter, über die Geister seiner verstorbenenen Brüder bis hin zum Vater, den er nie gekannt hat. Und eigentlich würde Gilles seinem Kindheitsfreund gerne erzählen, dass er das Mandat für den Fall unter den gegebenen Umständen natürlich sofort und ohne zu zögern niedergelegt hat. Aber - ganz so ist es nicht gewesen, auch wenn es zunächst den Anschein hat.
Fanny Britt ist ein tragikomisches Stück gelungen über unseren starken Wunsch, "gut" zu sein, dem immer wieder kleine Feigheiten und große Widersprüche in die Quere kommen.

 

Besetzung: 2D - 3H

    

Tim Krohn

TREDESCHIN REX

 

Tredeschin ist die Geschichte eines 13. Sohnes, der sich auf die Suche nach dem großen Glück begibt. Indem er dem König hilft, gestohlenen Besitz zurückzuerobern, bekommt er am Schluss das Königreich und die schöne Prinzessin. So die Kurzfassung des bekannten Engadiner Märchens, doch das Stück TREDESCHIN REX spürt der Geschichte hinter der Geschichte nach:  

"Das alte Märchen 'Tredeschin', oft erzählt, viel geliebt: Der Nachzügler einer mausarmen Grossfamilie gewinnt eine Prinzessin für sich, indem er für den König von Frankreich ein Pferd, eine Brokatdecke und einen Papagei aus den Fängen der Türken rettet. Einige Fragen blieben allerdings bis heute unbeantwortet: Woher kann Tredeschin Türkisch und Französisch? Trinken Türken Wein? Woher weiss Tredeschin jeweils, dass er in einem Jahr zurückkehren wird, und wenn er es schon grosspurig verkündet, weshalb schaut in der Türkei keiner auf den Kalender? Wie verwendet man eine Strickleiter, wenn man ein Haus nicht hinunterklettern soll, sondern hinauf? Was hält der sprechende Papagei davon, dass der französische König erst den Schimmel und eine schnöde Decke reimportieren lässt und an ihn zuletzt denkt? Und weshalb darf Tredeschin nach all den überstandenen Abenteuern nicht frei entscheiden, ob er lieber die Prinzessin oder das Vermögen haben möchte, sondern ungefragt verheiratet? Diesen und anderen Fragen geht das Stück nach, das daher auch heissen könnte: 'Die wahre Geschichte des Tredeschin Rex'." (Tim Krohn)

 

Besetzung: mind. 2D - 3H

   

Ingeborg von Zadow

ODA UND DAS PFERD DER GÖTTER

 

Wenn Odette groß ist, wird sie einmal Oda heißen und die mächtigste Göttin sein weit und breit. Aber bis dahin ist es noch ziemlich lange hin. Jetzt nämlich ist Odette klein und allein, und alles andere als mächtig. Nicht einmal ihre Eltern hat sie mehr. Immerhin haben die ihr hinterlassen, was man so braucht: einen Thron, einen Wunschmantel und zwei Raben, die sie mit Essen, Spielzeug und Tönen versorgen. Doch ist das wirklich alles, was man braucht? Bald schon hat Odette die Warterei und Langeweile satt. Sie wünscht sich einen Spielpartner, „das wunderschönste seltsamste Geschöpf“. Da erscheint Sleipnir, ein Pferd mit acht Hufen und einer Fülle von Ideen. Gemeinsam erkunden die beiden die Welt, begegnen Zwergen und Riesen, machen zusammen Musik und haben viel Spaß. Bis Sleipnir eines Tages die Koffer packt, um weiterzuziehen. Odette bleibt wieder allein zurück. Sie heißt nun Oda, ist groß und reich und mächtig. Aber auch unglücklich. Als ihr Besitz ihr im wahrsten Sinne über den Kopf wächst, erinnert sie sich an Sleipnir und dessen Musik, und beginnt zu singen...
Frei nach Motiven aus der Welt der nordischen Mythen und Sagen hat Ingeborg von Zadow ein Kinderstück für drei Schauspieler*innen und zwei Musiker*innen geschrieben. ODA UND DAS PFERD DER GÖTTER erzählt vom Großwerden, das immer länger dauert, als man will, und das dann doch viel zu schnell vorbei ist. Eine Hommage auch an die Kraft der Phantasie und der Musik.

 

Besetzung: 3D/H - 2 Musiker/innen. Altersempfehlung: 6+

   

Ulrich Hub

DAS LETZTE SCHAF

 

Was ist das nur für ein helles Licht, das die beiden Schafe inmitten einer Winternacht aus dem Schlaf reißt? Und wo sind eigentlich ihre Hirten geblieben? Wurden sie vielleicht von einem Ufo entführt? Oder hat das Ganze etwa mit diesem Mädchen zu tun, das in einem nahegelegenen Stall geboren worden sein soll? Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, begeben sie sich auf eine Nachtwanderung. Doch schon bald geht ein Schaf verloren.   
Die Weihnachtsgeschichte erzählt aus der Sicht zweier Schafe, hintersinnig und (g)rasend komisch.

  

Besetzung: 2H. Altersempfehlung: 8+
UA: tjg.theater junge generation, Dresden, 17.11.2018. R: Ulrich Hub

 

 

Jan Friedrich

GUSTAVS GÄSTE

 

Ein junger Fotograf nimmt sich das Leben, seine Schwester und seine Oma quälen die Freundin des Verstorbenen auf der Suche nach Antworten. Eine junge Frau bekommt Besuch von der Mutter ihres Vergewaltigers, ihr Zwillingsbruder will der Fremden die Babys seiner Schwester verkaufen. Ein Mann bestellt sich einen mittellosen Stricher nach Hause, um sich in Frauenkleidern von ihm demütigen zu lassen. - Die drei Einakter von Jan Friedrich die Ursprünge und die stetige Wiederkehr von Gewalt, Menschen, die sich gegenseitig entwerten und sich entwerten lassen. Mit skurriler Komik stellt GUSTAVS GÄSTE die Frage nach Schuld, Abhängigkeiten und dem Wert von menschlichem Leben.

 

Besetzung: 5D - 3H