
Yana Eva Thönnes
Werke
Call me Paris
3D-1H (auch größer besetzbar)
UA: Schaubühne Berlin / Biennale Venedig, 1.6.2025 (Venedig) / 29.10.2025 (Berlin). R: Yana Thönnes
In CALL ME PARIS folgt Yana Eva Thönnes den unheimlich parallelen Geschichten zweier Doppelgängerinnen: Paris Hilton – It-Girl, Selfie-Erfinderin, unfreiwillige Hauptfigur im geleakten Sex-Tape "1 Night in Paris" – und einem jungen Mädchen aus Bergisch Gladbach, das denselben Spitznamen trägt und ihre ganz eigene Version dieser Nacht erlebt.
3D-1H (auch größer besetzbar)
In Memory of Doris Bither
2D-1H
UA: Schaubühne Berlin, 4.9.2023. R: Yana Thönnes
1974, Culver City, Los Angeles: Doris Bither, alleinerziehende Mutter von vier Kindern, berichtet der Polizei, in ihrem Haus wiederholt von einem unsichtbaren Wesen vergewaltigt worden zu sein. Es beginnt eine monatelange Untersuchung, in deren Verlauf unerklärliche Phänomene beobachtet werden. Die Vergewaltigung aber glaubt Bither niemand. Der Fall bleibt ungelöst. - Jahre später nimmt sich ein Autor der realen Geschichte an und schreibt einen Bestseller darüber, sowie das Drehbuch zu dem Horror-Film "The Entity", der 1983 Premiere feiert. - Nochmals Jahrzehnte später siedelt Yana Eva Thönnes ihr Stück IN MEMORY OF DORIS BITHER an: Darin versuchen Doris Bithers Sohn, ihre ehemalige Nachbarin und die Kinderschauspielerin aus "The Entity", die traumatischen Ereignisse zu rekonstruieren. Eigene Erinnerungen überlagern sich mit medialen und fiktionalen Darstellungen aus Zeitungsartikeln, Zeugenaussagen, Roman und Film. Zwischen Geisterbeschwörung, Wiederholungszwang, True Crime und Familienaufstellung begeben sie sich auf die Suche, in der Hoffnung, Doris ihre Geschichte zurückgeben zu können. Mit IN MEMORY OF DORIS BITHER hat Yana Thönnes ein Stück darüber geschrieben, wie sexueller Missbrauch erinnert, verarbeitet und von außen instrumentalisiert wird.
2D-1H
Lolita (Arbeitstitel)
UA: Niedersächsisches Staatstheater Hannover, 24.4.2027. R: Yana Eva Thönnes
Shut Shut Shut
UA: Theater Freiburg, 11.12.2026. R: Yana Eva Thönnes
Ein klassizistischer Festsaal. Männer in schwarzen Roben, unerkannt hinter venezianischen Masken, stehen um einen Kreis junger, nackter Frauen. Ein Mann in roter Robe befiehlt ihnen niederzuknien. Die Szene aus Stanley Kubricks Eyes Wide Shut (1999) bleibt im Gedächtnis. Sie ist der Höhepunkt einer durchstreiften Nacht, in der die Augen des Protagonisten, gespielt von Tom Cruise, weit verschlossen sind – gegenüber sexualisiertem Missbrauch. Aber waren nicht auch unsere Augen weit verschlossen? Erinnert die Figur des reichen Gastgebers der Ballnacht nicht auffällig an Jeffrey Epstein?In Shut Shut Shut zeigt Yana Eva Thönnes nicht den Maskenball selbst, sondern dessen Backstage – verortet in den Räumen von Jeffrey Epsteins Anwesen: Überwachungsraum, Gruppendusche, Umkleide. Tausende von Mädchen und Frauen wurden dort missbraucht. Shut Shut Shut geht eine Recherchereise voraus, die Yana Eva Thönnes nach New York führt. Die Inszenierung öffnet den Blick auf ein System aus Handlangern, Mitwissenden und Opfern und macht sichtbar, wie Komplizenschaft, Abhängigkeiten und Schweigen produziert werden. Vor allem aber sehen wir die Mädchen: Wie sie sich vorbereiten und wozu sie angehalten werden, wie sie sich gegenseitig die Haare kämmen und ihre Wunden versorgen. Wir hören ihre Ängste und Hoffnungen auf ein besseres Leben – und davon, was Begierde abseits von Missbrauch bedeuten könnte. Eine Enthüllungsfantasie von Yana Eva Thönnes.
(Ankündigung Theater Freiburg)
