Verlag der Autoren

© Hans Jörg Michel

Marc Becker

geboren 1969 in Bremen, lebt in Oldenburg. Noch als Student in Erlangen realisierte der Werder Bremen-Fan mit »Spaßkellner«-Erfahrung seine ersten Theaterprojekte, bevor er 1999 mit der Szenenfolge US AMOK Aufmerksamkeit erregte und 2004 in dem Fußballkrimi und »hellsichtigen Diskurs über die Nation« (Die Welt) WIR IM FINALE die Fragen aller Fragen stellte und richtig bekannt wurde. »Wer hat unsere Tugenden geklaut. Welche Sau war das.« Genau um diese Frage in all ihren Abgründen geht es Becker, der pausenlos schreibt und inszeniert, u.a. in Heidelberg, Mainz, Groningen und Oldenburg, wo er jahrelang Hausautor und -regisseur gewesen ist.

Auszeichnungen (Auswahl):

2005 Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg
2004 Impulse-Preis; Preis der Bayerischen Theatertage; "Stern des Jahres" der "Nürnberger Abendzeitung"
2003 "Stern des Jahres" der "Nürnberger Allgemeinen"

Theaterstücke

Übersetzungen

Drehbücher

Hörspiele

Regie

Prosa

Bücher bei uns

1D-2H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 6.9.2018. R: Marc Becker
Es hat geknallt. In einem sonderbaren Raum versucht sich eine Art Zauberer zu orientieren. Sehr wahrscheinlich, so meint er, befindet er sich in einer von ihm phantasierten Geschichte. Darin trifft er auf eine Frau, die den äußerst dringenden Wunsch hat, sich zu verlieben. Schwierig! Da fällt Ihr Blick auf einen Prospekt: 'Bestelle dir den idealen Mann' steht darauf. Die Frau überlegt nicht lange. Sie erhält David, eine Mann-Puppenmaschine mit Knöpfen, über die man ihn programmieren kann. Dann kann’s ja losgehen mit dem Verlieben…
Früher richteten sich Menschen nach Göttern, heute ist die Technik die neue Allmacht. Längst sind auch die privatesten Bereiche digitalisiert. Diese Thematik, die sich zwischen Vergnügen und Unbehagen bewegt, ist der Schauplatz des neuen Stückes von Marc Becker. (Ankündigung Oldenburgisches Staatstheater)
1D-2H
Altersempfehlung: ab 11 Jahren.
1D-3H (auch größer besetzbar)
UA: Theater Aachen, 22.5.2015. R: Marc Becker
Statt in TV-Shows oder auf Mallorca-Einsätzen findet sich der einstige Schlagerstar Ralle Keuchel in Marc Beckers Revue ALLES FÜR EUCH bei einem Auftritt der ganz anderen Art wieder: zur Eröffnung des Autohauses von Klaus Freudenberg ("Autohaus-Klaus"). Hier gibt er seine größten Hits zum Besten – irgendwo zwischen Begrüßungsansprachen, Hüpfburgen, Ballonbastelkünstlern und Tombolas. Trotzdem gilt für Ralle: Alles geben! Die geilste Show ever abliefern! Denn Schlagerstars sind die Streichler der Säle, die Heiler der Herzen, die Vorhut der Verzweiflung. Für die vom Autor selbst inszenierte Uraufführung am Theater Aachen hat Malcolm Kemp 14 Songs komponiert ("Meine Süße, Deine Füße"), die von anderen Theatern wahlweise übernommen werden können. Hierzu stellt der Verlag auf Wunsch eine singalong-Aufnahme der Schlager zur Verfügung.
1D-3H (auch größer besetzbar)
Besetzung ad libitum
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 10.9.2010. R: Marc Becker
Lange fühlte sich die Mitte wohl in Deutschland. Es gab eine breite stabile Mittelschicht. Heute redet niemand mehr davon. Alle reden vielmehr von steigenden Einkommensunterschieden und wachsenden sozialen Unterschieden. Die Angst vorm gesellschaftlichen Abstieg ist ebenso groß wie der Ennui am Ewigselben: "Hilfe, ich stagniere!" Marc Becker hat für seine Auseinandersetzung mit der Mitte der Gesellschaft die Form eines "Sprachkonzertes" gewählt. Die Darsteller geben der "Mitte" ihre Stimme und versuchen eine Bestandsaufnahme. Wer sind sie eigentlich, und was wollen sie vom Leben? Warum haben wir eigentlich keine Utopie mehr? Warum kann man die so einfach scheinenden Lösungen für all die schwierigen Probleme nicht mal schnell in die Tat umsetzen? Warum soll man auf andere Rücksicht nehmen? Jeder ist sich doch selbst der nächste. Und umgekehrt: Was wäre, wenn sich aus den einzelnen Menschen ein "Wir" entwickeln würde? Wenn diese Gruppe nicht durch Angst gebremst mit Veränderungswillen in die Zukunft aufbräche?
Von diesen Fragen und Ängsten handelt AUS DER MITTE DER GESELLSCHAFT. Der Text entstand im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters, wo er in der Regie des Autors uraufgeführt wurde.
Besetzung ad libitum

Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:

  1. Aus der Mitte der Gesellschaft. Hochdeutsch
  2. Middenmang! Ein Sprachkonzert.
1D-1H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 28.8.2016. R: Marc Becker
Die ständige Suche nach dem Glück ist wohl eine der besten Methoden, um unglücklich zu sein. Aber was macht das Glück aus? In der Zentrale für Glücksforschung gehen Franzi und Didi dieser Frage auf den Grund. Sie testen Glückskekse, überprüfen die Wirkung von Komplimenten und Geschenken, philosophieren über den Unterschied von Reich und Arm, probieren das Glück beim Singen aus und erzählen die bemerkenswerte Geschichte von Hans, der glücklich wurde, als er seinen Besitz immer wieder tauschte, bis am Ende nichts mehr übrigblieb. (Ankündigung Oldenburgisches Staatstheater)

Marc Beckers Stück "für Kinder von 8 bis 108", wurde im Rahmen von "Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater", einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V., mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes gefördert.
1D-1H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Besetzung ad libitum
UA: Theater Erlangen, 17.6.2004. R: Stephan Schnell
Alonso Quesano, ein Adliger, lebt zusammen mit seiner Haushälterin und seinem dürren Pferd irgendwo in einem Dorf in der spanischen Hochebene La Mancha. Nach der Lektüre zahlloser Ritterromane und vielleicht auch unter dem Einfluss der auf sein Haupt brennenden Sonne, fällt er den Entschluss, sich fortan Don Quijote von La Mancha zu nennen, sein altes Leben aufzugeben und als Ritter in die Welt zu ziehen, um diese vom Bösen zu befreien. Seinen Nachbarn, den Bauern Sancho Pansa, kann er überzeugen, als Schildknappe in seine Dienste zu treten. Gemeinsam mit Sancho Pansa erlebt Don Quijote eine Fülle von Abenteuern, gerät in groteske und komische Situationen, die ihre Faszination aus der konsequent ritterlichen Weltsicht des Protagonisten erhalten.
Besetzung ad libitum
2D-3H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 4.5.2008. R: Marc Becker
In GLÜCK FÜR ALLE beschäftigt sich Marc Becker – nicht ohne hintersinnige Komik – mit zentralen Fragen des Daseins: Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Was ist das überhaupt, ein glückliches Leben? Und: Kann man es künstlich herstellen?
Der renommierte Wissenschaftler Adamo hat einer Gruppe von zwei Frauen und drei Männern, die mit ihrem bisherigen Leben und vor allem mit sich selbst unzufrieden sind, lebenslanges Glück versprochen – wenn sie sich mit ihm auf eine Reise durch die Weiten des Universums begeben. Natürlich entwickelt sich alles anders als erwartet: Denn wer weiß schon, was Glück eigentlich ist?
Marc Becker nährt sich der Antwort auf diese Frage mit dem nötigen Humor und wagt gleichzeitig einen Ausblick, wohin sich das heutige Leben entwickeln könnte.
GLÜCK FÜR ALLE entstand im Auftrag der Frankfurter Positionen 2008.
2D-3H
1H
ICH UND SIE GEHEN ESSEN – eine alltägliche Situation, die in Marc Beckers kleinem Identitätsdrama zu immer abstruseren, surrealen Verstrickungen führt: Mit dem, der hier spricht, spricht wiederum das Schwein auf seinem Teller, während die Frau, die ihm gegenüber sitzt, ihm fremd erscheint, umso vertrauter aber die Kellnerin, die das Schwein serviert hat. Ist es der Anfang einer Beziehung oder deren Schlusspunkt? Und welcher Beziehung überhaupt?
1H
1H
Ich bin heute morgen aufgewacht / Habe mich vor den spiegel gestellt / Und habe mir gesagt / Ab heute soll alles anders werden / Ab heute bin ich ein neuer mensch. So beginnt das ICH-PROJEKT in Marc Beckers gleichnamigem dritten Solo. Und das ist eine kleine Schweinerei: die Geschichte eines Mannes, der alles, was er ausscheidet, zu Kunst macht – beginnend mit der Bildfolge "Braune Aussicht I bis X". Einer, der die Provokation sucht; doch je radikaler er dabei verfährt, desto mehr Anerkennung und Nachahmer findet er.
1H
1H
Das Mono-Drama eines Angestellten, der sich verdoppelt findet. Marc Beckers kleines Identitätsdrama lässt sich auch mit Wilfried Happels Solo IM KÖRPER EINER ANDEREN FRAU zu einem Abend für ein Schauspielerpaar kombinieren: "Ihr" kommt bei Happel nämlich der entsetzliche Verdacht, dass in ihr eine andere ist, die es auf ihren Mann abgesehen hat.
1H
1D-2H
UA: Staatstheater Braunschweig, 17.12.2011. R: Marc Becker
Kaum fünf Wochen mit der Fernsehmoderatorin Laura verheiratet, beginnt der erfolgreiche Finanzberater Hans an der Treue seiner Frau zu zweifeln. Folglich erhält sein Freund, der erfolglose Künstler Georg, den Auftrag, selbige in Versuchung zu führen – kann das gut gehen?
Was geschieht, wenn der gesellschaftliche Anspruch auf Sicherheit wahnhafte Auswüchse annimmt und auf die persönlichen Beziehungen durchschlägt? Um diese Frage geht es in dem Stück. Im persönlichen Bereich kennen wir alle die Folgen eines maximalen Sicherheitsbedürfnisses: Misstrauen, Eifersucht, Verlustangst. Was im wirklichen Leben bitterer Ernst sein kann, wird im Theater zum Stoff für drei wunderbare Komödianten.
1D-2H
3D-5H
UA: Noord Nederlands Toneel, 6.12.2005. R: Marc Becker.
DE: Theater Erlangen, 24.6.2006. R: Christian von Treskow
Trixi, Melli und Viola sind jung und wollen Spaß. Jürgen und Heiko sind auf der Suche nach Mädchen – bisher ohne Erfolg. Zum Glück ist Dr. Saumann, der Philosophielehrer, im Besitz einer Wunderpille, die unwiderstehlich macht...
Marc Beckers Stück "zwischen Schulmädchen-Report und Methusalem-Komplott" setzt sich mit den Themen Sex und Gesellschaft, Sex als Waffe, Jugendkult und Alter auseinander – inspiriert von deutschen Sexfilmen der 70er Jahre und der Tatsache, dass in den nächsten Jahren durch die Verschiebungen in der Altersstruktur der Gesellschaft drastische Veränderungen zu erwarten sind.
3D-5H
1 Puppenspieler
UA: Thalias Kompagnons/Tafelhalle Nürnberg, 10.11.2016. R: Joachim Torbahn. Spiel: Tristan Vogt
GRETEL Hallo Kasper. Wollen wir schmusen.
KASPER Wozu sollte das gut sein?
GRETEL Na ja. Das machen wir doch immer.
KASPER Und? Hat es uns weitergebracht?

Kasper, durch versehentlichen Genuss eines Höllentranks vom Lebensüberdruss befallen, treibt Seppel, Gretel und die Großmutter in eine Sinnkrise, die ihnen schon bald ihre alten Rollen verleidet. Auf der Suche nach Ersatz gerät Kasper im Hexenwald in zweifelhafte Gesellschaft und landet als Hochverräter im königlichen Knast. Ein Pakt mit dem Teufel scheint der letzte Ausweg. Aber ist das Kasper-Theater so noch zu retten?
1 Puppenspieler
1D-2H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 6.9.2019. R: Marc Becker
Früher, als die Menschen eigentlich noch Tiere waren, war Angst eine praktische Sache. Wenn etwa plötzlich ein Bär um die Ecke bog, fing das Herz rasend schnell zu schlagen an, die Atmung erhöhte sich und der Körper begann zu schwitzen. Mittels dieser Körperreaktionen entwickelten unsere Vorväter und -mütter ungeahnte Kräfte oder konnten blitzschnell davonrennen. War es dafür zu spät, verfielen sie mit bleichem Gesicht in Schockstarre, sodass der Bär denken musste, sie wären krank und hochansteckend. Ohne Angst wäre die Menschheit wahrscheinlich längst untergegangen.
Für Peter Panikakis ist Angst nur ein peinliches Relikt aus grauer Vorzeit. Überhaupt gibt es zahlreiche Aspekte der menschlichen Entwicklung, die ihm sehr fragwürdig erscheinen. Warum etwa kann sich Peter Panikakis bei Panflötenmusik entspannen, während dies für andere der reinste Horror ist? Am Beispiel von Gabi, der amtierenden Angstweltmeisterin, will er zeigen, wie man ein vollkommener Mensch werden kann. Doch noch hockt Gabi hinter der Bühne und traut sich nicht aufzutreten. Und daran ist nicht nur das Lampenfieber schuld. Denn, was keiner weiß: Gabi ist gar kein Mensch. Sie ist ein Hase. Oder besser gesagt: Ein Angsthase. Dabei wäre sie nur zu gerne ein echter und vor allem angstfreier Mensch. Ob Waldi ihr helfen kann? Waldi war mal ein Hund und hat sich noch nie vor irgendwem oder irgendwas gefürchtet.
In seinem neuen Stück lotet Marc Becker die verschiedenen Aspekte der Angst aus. In einer Art theatraler Verhaltenstherapie konfrontiert er Figuren wie Publikum mit den Auslösern der Angst. Abhauen gilt nicht, Augen auf und durch ist die Devise.
(Ankündigung Oldenburgisches Staatstheater)
1D-2H
Altersempfehlung: ab 9 Jahren.
3H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 14.9.2012. R: Marc Becker
Was passiert, wenn drei herrschsüchtige Könige oder solche, die sich dafür halten, aufeinander treffen? Drei Männer im Wettstreit um die Macht: Durch eine Vielzahl von schmutzigen Tricks, Verschwörungen, Intrigen und immer wieder neuen Absprachen und Bündnissen versuchen sie ihre Mitstreiter auszuschalten, um eine Diktatur zu errichten. Das ist, kurz gesagt, der ursprünglich geplante Inhalt des Stückes. Doch es kommt anders: Einer der drei Protagonisten weigert sich, das Stück zu spielen, weil es seiner Meinung nach nicht genug mit ihm zu tun hat und nicht politisch genug ist. Dann spielt er doch. Dann wieder nicht. Was ist Spiel? Was ist ernst? Alles läuft aus dem Ruder. Alles ist Spiel. Alles ist ernst.
Ein Abend über Größenwahn, heutige Lebensrealitäten und die Lust, sich in den Vordergrund zu spielen.
3H
8 D/H
UA: Theaterhaus Jena, 13.2.2003. R: Christian von Treskow
Königinnen, Machthaberinnen sind die Protagonistinnen dieses Stückes: Margot Honecker, Jahrgang 1927 und Hannelore Kohl, Jahrgang 1931. Entstanden ist ein Stück Dokufiction über zwei Frauen, die fast nichts über ihr Privatleben durchsickern ließen. Ein Stück über Sieg und Niederlage von zwei Systemen, über zwei Deutschlands, zwei Biographien. Die eine, die Systemgewinnerin, die ihre letzten Monate aufgrund einer mysteriösen Lichtallergie im Dunkeln vegetierte und schließlich den Freitod wählte. Die andere, die Systemverliererin, die ihren Lebensabend im sonnigen Chile verbringt und unbeirrt den Sozialismus verteidigt. Ein Stück über Politik und Karriere, Öffentlichkeit und Privatleben, über das Verheiratetsein mit der Macht.
8 D/H
1D-2H
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 20.2.2009. R: Marc Becker
In MEIER MÜLLER SCHULZ ODER NIE WIEDER EINSAM widmet sich Marc Becker einem gesellschaftlichen Massenphänomen: der Einsamkeit. Herr Meier ist ein gewöhnlicher Großstadt-Single, dem sein Alleinsein zu schaffen macht. Kurzerhand entführt er Herrn Schulz und hält ihn sich als Geisel und Gesellschafter. Als jedoch die Nachbarin Frau Müller unerwartet vor der Tür steht, bringt sie Meier in Erklärungsnot und auch Schulz in Schwierigkeiten – es entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte der ganz besonderen Art.
1D-2H

Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:

  1. Meier Müller Schulz oder Nie wieder einsam!. Hochdeutsch
  2. Meier Müller Schulz oder Nie wieder einsam!.
    Niederdeutsch von Rolf Petersen
1D
UA: Theater Erlangen, 23.3.2001. R: Marc Becker
Es gibt nichts. Gar nichts. Es ist doch alles gar nicht real. Es stimmt doch nichts. Man kann doch immer nur so tun als ob. Man kann nur simulieren. Eine Frau im besten Alter ist nervös. Sie wird einen Mann treffen. Gut, er hat ihren Hund überfahren - aber er sah doch ganz nett aus. Doch was wird er von ihr erwarten. Wie soll sie sein? Alltägliche Gedanken und doch so schwierig - von Marc Becker meisterhaft pointiert in diesem Monodrama verarbeitet.
1D
3D-2H (auch größer besetzbar)
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 22.2.2007. R: Marc Becker
Franz Pinsel sitzt an seinem Schreibtisch, hört klassische Musik, nippt hin und wieder an seiner schönen Teetasse und arbeitet sich vorsichtig durch einen Stapel Aktenordner. Er dreht sich immer wieder ruckartig um, so, als ob er etwas hinter sich hören würde. Nach einer Weile springt er plötzlich auf, erschreckt, versucht zu schreien, hält sich den Mund zu, hält sich dann eine Waffe an den Kopf.

Die Selbstentführung des Kapitalisten Franz Pinsel durch den vormaligen Idealisten Franz Pinsel ist die erste Nummer im TERRORPROGRAMM von Marc Becker. Durch die Szenen führt ein Conferencier, in dessen geschmeidigen Phrasen sich der Widerspruch zwischen Aufbegehren und Bequemlichkeit schmerzlos aufhebt. Eine Volksparty ohne Volk, Terror als Familienangelegenheit, "Geisel", "Attentat" und "Erpressung" als die Knüller einer event-Agentur: Marc Becker rechnet in vergnügter Schärfe ab mit dreißig Jahren terror & error, und im Hintergrund lauert die Frage: woran soll man heute noch glauben, wogegen rebellieren?
3D-2H (auch größer besetzbar)
2D-2H
UA: Kampnagel, Hamburg, 23.11.1999. R: Marc Becker
Hintergrund des Stückes sind die Attentate des "Unabombers", der über 17 Jahre lang mit anonymen Briefbomben Angst und Schrecken verbreitete; sein damaliges Lebensumfeld und die Attentate werden skizziert, aber eigentlich geht es um etwas andres. Um die Identitätssuche von Betty, Dave, Eve und Jim nämlich, die jeweils nicht recht wissen, wie man persönliche Bedürfnisse möglichst effizient umsetzt: auf dem Weg von der Arbeit nach Hause im Auto schnell einen Liebhaber durchnehmen oder auf der Straße eine Jacke verschenken an einen, der schon eine hat, oder die Patenschaft für ein Robbenbaby übernehmen, oder auf einem Betriebsausflug die Zähne in ein Kaninchen schlagen und sich ursprünglich fühlen – es ist, als wäre man ein kleines Stückchen Zucker, das sich in einer riesengroßen Tasse Kaffee langsam auflöst. Und so tragen die immer wieder stattfindenden Attentate für sie eine geheime Botschaft: Jemand ist da am "Gegenwelten", und das ist gut so.
Daneben gibt es viele Sprachpuzzleteile, die zum Beispiel überschrieben sind mit "Ersatzweise" oder "Zeichen setzen" (Alle Mitglieder der Gesellschaft unseres Landes sind hiermit herzlich aufgefordert, morgen Abend um 20 Uhr vor die Haustür zu treten und dreimal laut Hurra! Zu rufen. Wenn alle mitmachen, wird der kollektive Freudentaumel bis nach Japan zu hören sein). In diesen Texten scheinen sich die Medien zu überschneiden, sie könnten Verse eines Gedichtes, leuchtende Filmbilder oder Sprachclownerie sein, Sprachbilder oder Bildsprache, man verschlingt den Text fast wie einen Roman und es entstehen Wunschbomben in den Köpfen der Zuschauer, kurz vor der Explosion…
2D-2H
Besetzung ad libitum
UA: Oldenburgisches Staatstheater, 15.10.2017. R: Marc Becker
Sie reisen um die Welt, kaufen Tablets, sind körperlich und geistig fit und haben auch noch eine gehörige Portion Lebenserfahrung im Gepäck. Menschen über 60 Jahren sind heutzutage alles andere als altmodisch und gebrechlich. Aber kann man auch im hohen Alter eine neue Liebe finden? Sechs Senioren, drei Männer und drei Frauen zwischen 60 und 80 Jahren, haben den Schritt gewagt: Sie begeben sich auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner – beim Speed Dating einer Kontaktbörse.
Sie hatten schon viele Begegnungen in ihrem Leben. Ob verwitwet, geschieden oder jahrelanger Single, jede und jeder bringt seine ganz eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte mit. Doch was sie alle eint, ist das Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit, die Sehnsucht nach Nähe und die Bereitschaft, sich dafür einem wildfremden Menschen auszuliefern.
Wie mache ich einen guten ersten Eindruck? Bin ich vielleicht zu langweilig? Wie flirtet man eigentlich nochmal und wie geht es nach einem vielversprechenden Gespräch weiter? Vom Flirt-Coaching, kleinen Tanzeinlagen bis hin zum spannungsreichen Speed Dating hat diese Kontaktbörse alles zu bieten, was die Chance auf das passende Herzblatt größer macht. Doch findet hier jede und jeder genau das, was sie oder er sucht?
[...] Ein amüsant-berührendes Stück über die Frühlingsgefühle im hohen Alter (Ankündigung Oldenburgisches Staatstheater)
Besetzung ad libitum
1D-1H (oder 2D - 2H)
UA: Staatstheater Mainz, 28.5.2005. R: Peter Feuerbaum
Seit ein paar Wochen hat Nadja die Wohnung nicht mehr verlassen. Sie ist vorsichtig, denn sie hat Angst. Trotzdem verabredet sie sich mit Andy, der voller Vorfreude auf ein Rendezvous bei ihr vorbeischaut. Es gibt Gin Tonic und Erdnüsse, doch der Abend verläuft anders als Andy es sich gewünscht hat.
Johanna und Johann sind ein ideales Paar, sie verabscheuen jegliches Mittelmaß und haben große Pläne, "die auf etwas Weitreichendes, Pläne, die auf etwas Endgültiges hinauslaufen." –
Vier Menschen, die versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen, miteinander, nebeneinander oder gegeneinander. Die Geschichten verflechten sich, trennen sich wieder und enden in einer unglaublichen Überraschung.
1D-1H (oder 2D - 2H)
Besetzung ad libitum
UA: Theaterhaus Jena, 15.1.2004. R: Christian von Treskow
Ich frage es nochmal: Wer hat unsere Tugenden geklaut. Welche Sau war das.

Deutschland im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft – und die ganze Nation fiebert mit. Der Gegner ist übermächtig, die Chancen stehen schlecht, die Mannschaft ist so reformbedürftig wie das ganze Land, denn: "Wenn wir nicht so lange alles schön geredet hätten, wären wir früher in der Realität angekommen." Doch ein Spiel dauert bekanntlich neunzig Minuten…
WIR IM FINALE ist kein Stück mit verteilten Rollen, sondern ein vielstimmiger Schlachtruf, der in Echtzeit der Dramaturgie eines Fußballspiels folgt, inklusive Vorbericht und Halbzeitpause. Fangesänge, Expertenkommentare, Kabinenpredigten und die Live-Reportage aus dem Stadion: Die Stimmen zum Spiel der Nationalmannschaft sind auch Stimmen zur Lage der Nation. Eine intelligente Metapher für ein Deutschland im Reformstau, dem zu Beginn des neuen Jahrtausends verordnet wird, sich auf seine Tugenden zu besinnen.
Besetzung ad libitum
mindestens 8 D/H
UA: Landestheater Linz, 4.6.2016. R: Marc Becker
Eigentlich sollte Marc Becker den Klassiker "Sechs Personen suchen einen Autor" am Landestheater Linz einfach nur inszenieren. Doch dann schrieb er ein eigenes "Verwirrspiel" nach Pirandello: ZIRKUS PIRANDELLO ist ein hinreißend buntes Ensemble-Spektakel über das Leben und die Kunst – und die Suche "nach etwas Neuem auf der Basis des Bekannten", wie Zirkusdirektor Sigi Froschberger es ausdrückt. Er, die Artistin und die Zauberin, der Musiker, die Clowns, Gehilfen, Inspizient, Securitymann und eine echte Traumfrau – sie alle treffen sich nach der Vorstellung auf der Bühne zu einer großen surrealen Sause.
mindestens 8 D/H
Wir im Finale
von Marc Becker
Produktion: WDR 2005
Erstsendung: 24.05.2005
54 Min.
US AMOK
Produktion: DRS 2003
Erstsendung: 07.05.2003
54 Min.
Frankfurter Positionen 2008. Leben erfinden - Über die Optimierung von Mensch und Natur
Neue Theaterstücke von Marc Becker, Marcus Braun, Anja Hilling und Rafael Spregelburd
Mit dem Motto "Leben erfinden - Über die Optimierung von Mensch und Natur" haben die Frankfurter Positionen 2008 die Auswirkungen und Grenzen eines Effizienzdenkens zum Thema gemacht, das aktuell die Gesellschaft über Wissenschaft und Medizin hinaus entscheidend prägt. Künstler setzen sich mit den Folgen einer rasanten Erneuerungsdynamik auseinander. Sie fragen nach Veränderungen unseres Menschenbilds, unserer Phantasien und Utopien, den Auswirkungen auf Gemeinsinn, Individualität oder Solidarität.
Mit Marc Becker, Marcus Braun, Anja Hilling und Rafael Spregelburd hat die BHF-BANK-Stiftung vier namhaften Autoren Werkaufträge für neue Theaterstücke erteilt, die diesen Fragenkomplex erkunden.

INHALT: Marc Becker, "Glück für alle". Marcus Braun, "Andras und Antonia". Anja Hilling, "Nostalgie 2175". Rafael Spregelburd, "Die Sturheit".

368 Seiten. broschiert. 20€
ISBN: 978-3-88661-315-1

MonoDramen
15 Stücke
Ein Monodrama ist ein Stück, das mit nur einer Person auf der Bühne auskommt. Im Gegensatz zu seinem Stiefbruder, dem Monolog, kann das Monodrama für sich alleine stehen und, anders als sein kleiner Bruder, das Minidrama, sogar abendfüllend sein. In Buchform liest es sich (fast) wie Prosa. Das Genre kann die vielfältigsten Formen annehmen. Karlheinz Braun hat ein breites Spektrum zusammengestellt, spannend zu lesen, größtenteils unveröffentlicht - und für Schauspielerinnen und Schauspieler ein reiches Rollenfutter: Da gibt es Virtuosennummern für Komödianten, Märchen für sich in mehrere Rollen verwandelnde Multidarsteller, irrwitzige Sprachspiele und dramatische Biografien, Liebesspiele und Lebensbeichten, politisches Theater, Psychogramme von Menschen in Extremsituationen - bis hin zum Meta-Theater, das die Bühnensituation reflektiert und den Dialog mit dem Publikum sucht.

Inhalt: Marc Becker, ICHICHICH / John Clancy, EVENT / Thea Dorn, BOMBSONG / Rainer Werner Fassbinder, A NORMAL HUMAN UGLY VOICE / Wilfried Happel, IM KÖRPER EINER ANDEREN FRAU / Barbara Honigmann, DIE SCHÖPFUNG / Ulrich Hub, FRÄULEIN BRAUN / Gert Jonke, REDNER RUND UM DIE UHR / Fitzgerald Kusz, MAMA / Dea Loher, SAMURAI / Gert Loschütz, SAMMLER DES SCHRECKENS / Claudius Lünstedt, FREIBURG / Kerstin Specht, MARIELUISE. EIN BERICHT / F. K. Waechter, DIE EISPRINZESSIN / Simon Werle, PALTRUSCHEKS TOCHTER.

376 Seiten. broschiert. 22€
ISBN: 978-3-88661-363-2

Spielplatz 30
Fünf Debüts fürs Kindertheater
Erscheint im April 2017.

Seit seiner Gründung begleitet der Verlag der Autoren die Entwicklungen im Kindertheater. Seit 30 Jahren stellt die Anthologie SPIELPLATZ Jahr für Jahr wichtige Stücke für Kinder und Jugendliche vor. Viele der SPIELPLATZ-Autorinnen und -Autoren haben sich über die Zeit einen Namen gemacht, ihre Stücke sind von den Bühnen nicht mehr wegzudenken und prägen das Theatererleben der jungen Zuschauer.
Im Jubiläumsband nun präsentieren wir fünf Debüts fürs Kindertheater: Stücke von Autorinnen und Autoren, die das junge Publikum gerade erst für sich entdecken.
Nora Mansmann erzählt in FUCHS & FREUND vom Anderssein, von sensibler Wahrnehmung (»overexcitability«) – und dem Umgang damit. ANFALL UND ENTE von Sigrid Behrens führt Grundschulkinder an philosophische Gedanken über Leben und Tod heran. DIE GLÜCKSFORSCHER von Marc Becker testen verschiedene Wege zum Glück und auf der REISE ZUM MITTELPUNKT DES WALDES von Finn-Ole Heinrich folgt ein abenteuerlustiger Forscher auf der Suche nach dem Mittelpunkt des Lebens dem »Reuber« in den Wald, und Roland Schimmelpfennig macht in DIE BIENE IM KOPF aus dem Alltag eines Siebenjährigen eine phantastische, poetische Kopfreise.
Abgerundet wird der Band durch kurze Erfahrungsberichte der Beiträger und ein Nachwort der Herausgeber, die untersuchen, welche neuen Inhalte und Formen diese »Debüts« ins Kindertheater hineintragen.

216 Seiten. broschiert. 15€
ISBN: 978-3-88661-382-3

Wir im Finale
„Ich frage es nochmal: Wer hat unsere Tugenden geklaut. Welche Sau war das.“ (Marc Becker, WIR IM FINALE)

Deutschland im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft – und die ganze Nation fiebert mit. Der Gegner ist übermächtig, die Chancen stehen schlecht, die Mannschaft ist so reformbedürftig wie das ganze Land, denn: „Wenn wir nicht so lange alles schön geredet hätten, wären wir früher in der Realität angekommen.“ Doch ein Spiel dauert bekanntlich neunzig Minuten…
WIR IM FINALE ist kein Stück mit verteilten Rollen, sondern ein vielstimmiger Schlachtruf, der in Echtzeit der Dramaturgie eines Fußballspiels folgt, inklusive Vorbericht und Halbzeitpause. Fangesänge, Expertenkommentare, Kabinenpredigten und die Live-Reportage aus dem Stadion: Die Stimmen zum Spiel der Nationalmannschaft sind auch Stimmen zur Lage der Nation. Eine intelligente Metapher für ein Deutschland im Reformstau, dem zu Beginn des neuen Jahrtausends verordnet wird, sich auf seine Tugenden zu besinnen.

120 Seiten. broschiert. 10€
ISBN: 978-3-88661-278-9