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UA: Deutsches Theater Göttingen, 13.2.2010. R: Felix Rothenhäusler
Acht Menschen stehen an Wendepunkten ihres Lebens, ihre Biographien berühren sich einen schicksalhaften Moment lang und sind von da an unlösbar ineinander verschränkt. Es ist ein einziger Tag, an dem jeder von ihnen in eine Ausnahmesituation gerät, die eine Entscheidung abfordert – die Wahrheit zu sagen oder sie zu verleugnen, sich zum Leben oder zum Tod zu bekennen, Stärke zu zeigen oder Schwäche zuzulassen. Im eigenen, kleinen Radius erproben Haratischwilis Figuren, wie es ist, sich nicht mehr abzufinden und einmal konsequent zu sein: Celia und Adam, die ihren Sohn vermissen; die erfolgreiche Fernsehproduzentin Martha; Rafael, der Terroristenjäger; die sterbenskranke Rula, die ihrem Kind eine bessere Zukunft bieten will; Oskar, der mit Butterfahrten zum "Verkäufer des Jahres" avanciert; sowie Anton und Antonia, ein junges Paar, die sich beide nicht zurecht finden in der Welt, wie sie ist, und die am Ende doch als einzige einen Entschluss fassen.
4D-4H
UA: La commune Riccione, 7.12.1984.
DE: Staatstheater Kassel, 20.9.1985. R: Wolfgang Kolneder
Dario Fos Farce wirft den Blick hinter die Fassaden der Macht, hinein in das königliche Schlafgemach von Königin Elisabeth I. Wir erleben die Regentin, wie sie in keinem Geschichtsbuch steht: nicht als Ihre Majestät, die jungfräuliche Königin, sondern als zänkische, alterseinsame Frau, die einem korrupten Staatswesen mit gut funktionierendem Sicherheitsdienst vorsteht, ordinäre Reden schwingt, sich einen Liebhaber leistet und die Polizei auf einen Schmierfinken namens Shakespeare ansetzt, der mit seinem "Hamlet" das Volk gegen sie aufwiegelt.
3D-5H
von Dario Fo
Deutsch von Peter O. Chotjewitz
UA: Capannone di via Colletta Milano, 5.12.1970.
DE: Nationaltheater Mannheim, 9.4.1978. R: Jürgen Bosse
1969 erschütterte eine Serie von Bombenattentaten Italien. Der Anarchist Pinelli, der mit anderen Verdächtigen festgenommen wurde, stürzte bei einem Verhör aus dem Fenster. Offizielle Version: Selbstmord und damit Eingeständnis seiner Schuld. Dieses Ereignis greift Dario Fo auf, und zwar mit den Mitteln der Groteske: vor allem durch den Narren, eine seiner Lieblingsfiguren, die in vielen seiner Stücke auftritt. Der Narr leidet an einer Verkleidungs- und Nachahmungsmanie und kommt vielfältig getarnt den Hintergründen des Todes des Anarchisten Pinelli auf die Spur.
1D-7H
von Roel Adam
Deutsch von Eva Pieper
UA: Huis aan de Amstel, Amsterdam, 15.11.1998. R: Liesbeth Coltof
Eines Tages entdecken Karl und Katja ein fremdes Mädchen, Miranda, vor ihrem Haus. Während Karl erst Angst hat vor der Fremden, vor ihrer Apfelsine, ihren Fragen und Gewohnheiten, ist Katja gleich neugierig, fasziniert von ihrer Andersartigkeit und geht auf sie zu. Im Laufe eines gemeinsamen Spiels, bei dem Katja verliert, dreht sich die Situation langsam um. Karl und Miranda lernen sich zu verstehen, Katja ist die Verliererin und fühlt sich mit einem Male als Außenseiterin. Deshalb beschließt sie, mit dem Zug wegzufahren.
Roel Adam ist mit ZUG UM ZUG ein ebenso eindrückliches wie spielerisches Kammerspiel über Fremde, Angst und Freundschaft für Zuschauer ab 6 Jahren gelungen.
2D-1H
Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
UA: Pfalztheater Kaiserslautern, 29.4.2005. R: Oliver Haffner
ZUGLUFT handelt von einer Familie, deren Alltag in der beengten Wohnung aus den Fugen gerät, als der Vater überfallen wird. Mitschüler hänseln den Jungen, weil der Vater den Angriff ohne Gegenwehr über sich hat ergehen lassen. Während der Junge gemeinsam mit seinem Freund Kolja Pläne schmiedet, den Vater zu rächen, geht die Mutter ein intimes Verhältnis zu dem Täter ein. Die Konflikte schwelen im Raum, Sprachlosigkeit erstickt die Familie, bis die Situation eskaliert.
1D-3H
UA: Volkstheater Rostock, 30.4.2010. R: Ronny Jakubaschk
Du bist tot, erfährt Larus von dem Typen in der Videothek: "Du bist im Einwohnerverzeichnis als tot eingetragen." – Dabei wollte sich Larus, gerade über Weihnachten nach Island zurückgekehrt, nur mal eben für die Ausleihe anmelden und dann wie immer mit alten Freunden feiern. Zuhause aber läuft alles schief, und nichts ist mehr wie es war: Vor ihm geht ein Haus in Flammen auf, in einem SUV rast er auf eine Fastfoodfiliale zu, auf der Beerdigung seines neuen Freundes landet er selbst im offenen Grab. – Wer hat ihn für tot erklärt? Warum ist seine Familie damals ausgewandert? Was hat dieser Konzern damit zu tun? – Drunter und drüber im hippen Reykjavik und kreuz und quer über die merkwürdige Insel entdeckt er immer Unheimlicheres über sein Land, über seine Familie und über sich selbst. Und bald schon weiß er genug, dass er wirklich um sein Leben fürchten muss. Wer würde ihn denn auch vermissen? Offiziell ist er ja längst tot.
Besetzung ad libitum
UA: Folkteatern Göteborg, 2006. R: Lars Eric Brossner
Drei Bauarbeiter räumen auf einem Abbruchgelände auf. Im Schutt und Gerümpel finden sie eine Reihe von Gegenständen, die Bewohnern des abgerissenen Hauses gehört haben könnten. Anstatt weiterzuarbeiten beginnen sie, Figuren zu phantasieren – Szenen, Erinnerungen und Träume aus dem Leben derer, die hier vielleicht einmal gewohnt haben: ein Mädchen, das sich nach dem Tod seines Vaters einschließt und nicht mehr mit der Mutter redet; eine alte Frau, die ständig hinfällt und ins Altersheim soll, aber nicht will; ein illegaler Flüchtling, der sich in der kleinsten Wohnung im Haus vor der Polizei versteckt und sich nach dem jüngeren Bruder sehnt, den er in der Heimat zurückgelassen hat…
Die originelle Spielvorlage des jungen schwedischen Autorinnen-Duos besinnt sich auf die Ursprünge dessen, was Theater ist: ein phantasievolles Spiel mit einfachsten Mitteln. Es gibt ständig offene Rollenwechsel (drei Schauspieler spielen elf Rollen), die verschiedenen Spielorte sind ausschließlich vorgestellte Räume, und es werden nur wenige Requisiten eingesetzt.
1D-2H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
UA: Volkstheater Frankfurt, 26.4.2003. R: Michael von Loefen
Der große Traum vom Glück scheint sich für Möbelverkäufer Manfred Krause an dem Tag zu erfüllen, als die reiche Großmutter stirbt. Doch deren Spareinlagen erbt einzig und allein Opa, der daraufhin erst einmal auf unbestimmte Zeit nach Fuerte verreist. Damit nicht genug des Unglücks, will Krauses Arbeitgeber denjenigen Mitarbeiter entlassen, der in den darauffolgenden Wochen am wenigsten Umsatz macht. Und weil sich seine Kollegen plötzlich zu wahren Verkaufswundern entwickeln, sucht Krause Zuflucht zu der vermeintlich rettenden Idee: Er gibt sich den Kauf von zwei Dutzend Sofas selbst in Auftrag. Die guten Stücke werden zwar ordnungsgemäß geliefert und finden kaum Platz in der Altbau-Wohnung - doch seinen Job ist Krause trotzdem los. Die drohende finanzielle Not vor Augen, ziehen seine Kinder Dani und Robert unterdessen heimlich einen Vermittlungsservice für Nachmittags-Talkshows auf, was zur Folge hat, dass Krause zufällig Augenzeuge wird, wie sein Sohn sich vor laufender Kamera als Liebhaber einer 40 Jahre älteren Frau ausgibt. Das familiäre Durcheinander ist komplett, als Opa unverhofft aus dem Urlaub zurückkehrt - in Begleitung einer jungen Dame...
5D-4H

Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:

  1. Zum Glück verrückt. Hochdeutsch
  2. Zum Glück verrückt.
    Hessisch von Wolfgang Kaus
  3. To'n Glück verrückt.
    Niederdeutsch von Frank Grupe
von Laurent Mauvignier
Deutsch von Uli Menke
UA: Ballet Preljocaj/Festival d'Avignon, 17.7.2015. R: Angelin Preljocaj
Nach Kriegsende kehrt ein junger Mann an den Ort seiner Kindheit zurück. Gemeinsam mit seinem Bruder war er einst von hier geflohen. Seine Verlobte Katja hatte er zurücklassen müssen. Auf der Suche nach ihr sieht er sich mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Und mit einer zerstörten Heimat, die er ebenso wenig wiedererkennt wie sie ihn. Ihm, dem Rückkehrer, schlägt teils offene, teils versteckte Ablehnung der Dagebliebenen entgegen. Familiäre, soziale und politische Gewalt verbinden sich auf unheilvolle Weise.
Dem harten Realismus der Geschichte setzt Laurent Mauvignier eine poetische Sprache und eine multiperspektivische Erzählweise entgegen, die zwischen epischen und dialogischen Passagen, zwischen Charakteren und Chören, zwischen Erinnerung und Gegenwart wechselt.
ZURÜCK NACH BERRATHAM ist ursprünglich für den Choreografen Angelin Preljocaj entstanden und wurde, in einer Verbindung aus Sprech- und Tanztheater, durch das Ballet Preljocaj im Rahmen des Festivals d’Avignon 2015 uraufgeführt und auch auf arte gezeigt.
Besetzung ad libitum
UA: Schauspiel Frankfurt, 23.2.1981. R: Urs Widmer
Die beiden Brüder Albert und Eugen Züst sind als Feuerwehrleute an einer Bühne beschäftigt. Im Rücken von Kunst und Theater dösen sie vor sich hin. Ein Traum entführt sie himmelwärts, auf den Vogelsberg, wo sie das sein können, was sie hätten werden wollen. Aufschneider sind sie, und vielleicht doch heimlich Künstler. In Urs Widmers Spiel von Tod und Weltuntergang verwischen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart. Was bleibt, ist die Wirklichkeit der Träume, Sehnsüchte, Ängste und Erinnerungen.
3D-2H

Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:

  1. Züst oder Die Aufschneider. Hochdeutsch
  2. Züscht oder D'Uffschniider.
    Schweizerdeutsch von Urs Widmer

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