Neue Stücke 20/21

Anna Carlier

In ihren eigensinnig poetischen Theatertexten kreiert Anna Carlier bevorzugt imaginäre Welten, die sich wie neue Wirklichkeiten anfühlen. So auch in HIRSCHFELL (Ü: Christine Bais), worin sich in den Gedanken einer werdenden Mutter der Lebensverlauf ihres noch ungeborenen Kindes in einer postapokalyptischen Welt entfaltet. Besetzung: 1D

Jan-Ole Gerster

Für Jan-Ole Gersters Kultfilm OH BOY sind jetzt die Bühnenrechte verfügbar (B: Klaus Krückemeyer): das selbstironische Porträt eines Endzwanzigers und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Besetzung: mind. 2D-4H

Julia Haenni

Rollenbilder im Umbruch sind das zentrale Thema in den Stücken der jungen Schweizer Autorin, Performerin und Regisseurin Julia Haenni. 'Was ist eigentlich mit den Männern*?' hat sie für ihr Auftragsstück fürs Theater Tuchlaube Aarau gefragt. Die Antwort gibt DON JUAN. ERSCHÖPFTE MÄNNER. Besetzung: 4H + Musiker + Techniker

Alfred Jarry

Alfred Jarrys UBU feiert im realen Leben fröhliche Urständ und findet weltweit politische Widergänger. Heinz Schwarzinger hat seine Übersetzungen des vollständigen UBU-Komplexes nochmals gründlich überarbeitet, ohne sie gewaltsam zu aktualisieren. Seine Überlegungen zu Titeln, Figurennamen und vielen weiteren Übersetzungsentscheidungen können Sie hier nachlesen

Tim Krohn

Ausgehend von einem bekannten Engadiner Märchen erzählt TREDESCHIN REX von Tim Krohn die Geschichte eines Nachzüglers und Nesthäkchens, der sich auf die Suche nach dem großen Glück begibt. Besetzung: mind. 2D-3H

Simone Kucher

NACH DEM ESSEN beginnen allererst die Verwicklungen in Simone Kuchers neuem Stück: Weil Jonas den Fisch nicht essen will, der gerade noch zappelnd an seiner Angel hing, zwingt er sein Umfeld zum Handeln. Das Skandalon der grundlosen Verweigerung zieht immer größere Kreise, wird zur Projektionsfläche für familiäre wie gesellschaftliche Ängste & Konflikte. Besetzung: mind. 3D-2H

Tom Lanoye

Tom Lanoye schreibt neue Zwischentexte für Karin Henkels Shakespeare-Projekt "Richard the Kid & the King", das als Koproduktion von Salzburger Festspielen und Hamburger Schauspielhaus im Sommer 2021 Premiere haben wird. Sein Vierpersonenstück WER HAT ANGST (Ü: Rainer Kersten), eine schwarze Komödie über das Theater als Werkstatt und Spiegel der Gesellschaft, ist zur DSE frei. Besetzung: 2D–2 H

Amanda Lasker-Berlin

Amanda Lasker-Berlin, neue Autorin des Verlags, gewinnt mit ICH, WUNDERWERK ODER HOW MUCH I LOVE DISTURBING CONTENT (Besetzung: 1-4D) einen der drei Preise der Autorentheatertage 2021. Die Uraufführung ihres Stückes, das aus mehreren Perspektiven die Frage nach Wahrheit, Macht und Legitimität von Videos stellt, ob YouTube-Stream oder Familienfilmchen, wird am Schauspielhaus Graz stattfinden. Amanda Lasker-Berlins Romandebüt ELIJAS LIED über drei sehr unterschiedliche Schwestern gibt es auch für die Bühne. Im Frühjahr erscheint, ebenfalls in der Frankfurter Verlagsanstalt, ihr zweiter Roman IVA ATMET.

Kristof Magnusson

„Eine herrliche Schnurre aus dem Kulturbetrieb (…) die Dialoge sitzen passgenau. Und die Dynamik, die sich aus der Begegnung mit dem Großkünstler ergibt, führt zu urkomischen Szenen.“ So der Kölner Stadt-Anzeiger über Kristof Magnussons Roman EIN MANN DER KUNST (Kunstmann Verlag). Bühnenrechte beim Verlag der Autoren.

Christophe Pellet

DIE TRÄUMER in Christophe Pellets Stück (Ü: Gerhard Willert), das sind zugleich Schauspieler, Figuren und Geister, allesamt sensible Verkörperungen von Wesen am Rande ihrer Existenz. Pellets Text ist ein poetischer Aufruf zur Revolution der Körper gegen die Binaritäten von männlich und weiblich, Präsenz und Repräsentation, Authentizität und Funktionalität. Besetzung: 4D/H

Kevin Rittberger

Kevin Rittbergers SCHWARZER BLOCK ist eine vielschichtige Collage über 100 Jahre linker Militanz als ethisch und politisch gebotenes Sisyphos-Projekt und zugleich ein Spiel über Ambivalenzen: Die Antifa zwischen Selbstbewusstsein und Selbstzweifel, Überzeugung und Pose, Wirkmacht und Fragilität – und bei allem die Frage: Wie erreicht man die Verbindung, die Wirkung, die Glaubwürdigkeit in die Gesellschaft hinein? Die multimediale Uraufführung am Maxim Gorki Theater hat kontroverse, teils heftige Reaktionen provoziert: Rittberger und Regisseur Sebastian Nübling haben in Zeiten von Halle und Hanau und von Reichsflaggen vor dem Deutschen Bundestag einen Nerv getroffen. Besetzung ad libitum

Ivana Sajko

Ivana Sajkos DAS LIED DER STADT (NICHT FÜR DICH) ist ein neuer Text, zum Spielen, Singen, Sprechen (Ü: Alida Bremer). Personen: Eine Brücke. Ja genau: Eine Brücke. In einer Großstadt. Thema: Die Wünsche, Träume, Illusionen, die Erlebnisse, Erfahrungen und die Einsamkeit der Menschen, die sie überqueren. Besetzung: mind. 1D/H. Ivana Sajkos Cover-Version nach Flaubert, BOVARY, EIN FALL VON SCHWÄRMEREI, ist in Nicole Schneiderbauers Inszenierung nun in der Mediathek des Staatstheater Augsburg als pay-per-view abrufbar (Video: Stefanie Sixt).

Jasmin Schreiber

Eine junge Frau hat ihren Bruder verloren, ein älterer Mann seine Frau, beide tun sich zusammen und fahren nach Südtirol, um alte Versprechen einzulösen und neue Hoffnung zu schöpfen. Das ist das Setting in Jasmin Schreibers vielbeachteten Debütroman MARIANENGRABEN (Eichborn/Bastei-Lübbe), für den wir die Bühnenrechte wahrnehmen.

Lucie Vérot

MANGROVEN, das erste auf Deutsch vorliegende Stück von Lucie Vérot (Ü: Wolfgang Barth), ist Ausdruck der Faszination der Autorin für Französisch-Guayana. Zwar ist die ehemalige französische Kolonie Schauplatz der Handlung, doch nimmt das Stück zugleich die Welt in den Blick: das bisweilen komplizierte Miteinander von Einheimischen und Fremden, die Einzigartigkeit einer jeden Biografie, die stete Sehnsucht nach einem besseren Leben – und deren mögliches Scheitern. Besetzung: 5D-5H (Doppelbesetzungen möglich)

Simon Werle

Simon Werle hat nicht nur Shakespeares OTHELLO neu übersetzt (Die Tragödie von Othello, Il Moro, Feldherr von Venedig), sondern er hat zudem auch ein Kammerspiel für von fünf Personen daraus destilliert, das in 24 Zweierszenen dem Drama auf den Grund geht: DESDEMONA. Besetzung: 2D–2/3H

Ingeborg von Zadow

Für die Heidelberger Wanderbühne Carnivore hat Ingeborg von Zadow mit LIEBE ODER LEBEN! ein turbulentes komödiantisches Spektakel geschrieben, das auch klein (2D-2H) besetzt werden kann. Im Mittelpunkt: ein junges Paar, das gegen allerlei Widerstände anzukämpfen hat, und ein lustloser Zauberspiegel. Geplante Premiere: 8.5.2021.