Sophie Eber

Sophie Eber studierte Germanistik, Französisch und Gesang und arbeitet seit 2016 als freischaffende Theatermacherin. Sie schreibt Stücke und Libretti, entwickelt diskursive Formate und inszeniert. Ihre Arbeiten wurden mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis und dem Jugendstückepreis des Heidelberger Stückemarkt ausgezeichnet und waren auf der Shortlist des Kleist-Förderpreises für junge Dramatik.

Auszeichnungen (Auswahl):

2022 Deutscher Jugendtheaterpreis für ELSE (SOMEONE)
2021 „Neue Perspektiven für Dramatikerinnen und Dramatiker“ / Stipendium Deutscher Literaturfonds 
2020 Einladung zum Westwind Theaterfestival mit "33 Bogen und ein Teehaus" / Theater Bonn
2019 Zweiter Platz beim Bochumer Dramatikwettbewerb „Spiel.Frei.Gabe“ für "Grünes Licht"
2019 Teilnehmerin an „Directors in TYA – an international exchange“ / Regieseminar der ASSITEJ in Berlin
2017 Jugendstückepreis beim Heidelberger Stückemarkt für „All about Nothing“ von pulk fiktion (Kollektiv)
2016 NRW-Stipendium Freie Kinder und Jugendtheater bei pulk fiktion
2015 Next Generation Stipendiatin beim Westwind Theaterfestival in Düsseldorf


Werke

mind. 3 Spieler:innen
UA: Deutsches Theater Göttingen, 20.1.2024. R: Lucia Reichard
Nemuärt, benannt nach Träumen rückwärts, ist verzweifelt. Ihre Zukunft hat sich zwischen zahllosen Umzugskartons versteckt. Dabei braucht sie dringend eine Verbündete im Kampf gegen die Angst, die sie jeden Abend am Schlafen hindert. Ihre Eltern dagegen haben ganz andere Sorgen. Und ihr neuer Lehrer stellt unlösbare Hausaufgaben: "Was willst du mal werden?" Im Fundament ihres Hauses tun sich tiefe Risse auf und im Fernsehen spricht man von der Lebensgefahr für den Planeten.
Ihre letzte Hoffnung ist schließlich die Flucht nach vorn. Nemuärt und ihre Angst löschen Waldbrände, besuchen Treibhausfabriken und das "Resort of broken dreams", wo die vergessenen Träume ein trauriges Dasein fristen. Am Ende sehen sie dem Chaos selbst ins Auge.

DER TRAUM VON DER GLÄNZENDEN ZUKUNFT ist die phantastische und humorvolle Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft und stellt die Frage: "Groß werden, aber wie?" In einer selbstzerstörerischen Welt voller Zweifel, Widersprüche und Ungerechtigkeiten wird die Angst zur entscheidenden Wegbegleiterin.
mind. 3 Spieler:innen
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Besetzung ad libitum
UA: Theater Bielefeld, 8.9.2023. R: Nadja Loschky
Else in Ferien. Endlich! Denn zu Hause bei ihren Eltern flogen in letzter Zeit zu viele Teller gegen die Wände. Nun sitzt sie mit Cissy und Paul am Bergsee vor dem alten Schlosshotel von Cissys Patentante. Ping Pong und Plitsch Platsch vor zuckersüßer Märchenkulisse. Else flirtet mit Paul, Else flirtet mit sich selbst, Else trinkt Erdbeerlimo. Die Welt ist lecker, die Zukunft ein einziges Versprechen!
Doch da steht plötzlich Dorsday, der alte Freund ihres Vaters, vor ihrem Liegestuhl. So ein Zufall. Das findet auch Elses Mutter. Denn die finanziellen Nöte spitzen sich zu. Vielleicht kann der schwerreiche Dorsday helfen? Ja klar, kann er. Unbedeutende Fußnote: Elsie, die Kleine, die er doch schon vom Wickeltisch kennt, ist so süß. Die würde er zu gerne einmal ohne ihren Bikini sehen. Würden ja wohl alle. Und es ist letztlich doch nichts dabei. Oder?
Eine junge Frau erlebt sexuelle Belästigung. Nichts Neues. Trotz Emanzipation erfährt Else auch ein Jahrhundert nach Arthur Schnitzlers Erzählung „Fräulein Else“ noch immer die Banalität der Belästigung als Kehrseite der gängigen Vorstellungen von weiblicher Attraktivität: hübsch, lächelnd, passiv, Prinzessin. Wo fängt Belästigung an, wo hört sie auf? Was macht jemanden zum "Opfer"? Die Belästigung, das Sprechen darüber oder die öffentliche Wahrnehmung? Kann man Mädchen und Mensch zugleich sein? Else ist überzeugt: Yes, you can!
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
1D
UA: Theater im Marienbad, Freiburg, 6.5.2022. R: Carina Sophie Eberle
Warum ploppen Maiskörner zu unterschiedlichen Zeiten? Und manche auch gar nicht? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn sich 20% ihrer Bürger*innen einsam fühlen? Warum schauen wir uns im Internet acht, neun, zehn Failvideos an und können nicht damit aufhören? Wieso bedeutet die morgendliche Busfahrt für die Einen den Beginn eines schönen Tages, während sie für Andere wie ein Spießrutenlauf ist? Wieso schreiben Erwachsene jungen Menschen vor, was sie später mal tun oder lassen sollen? Alle sind verunsichert, aber statt ihrer Fragen zeigen sie nur ihre Ellenbogen. Warum? Was macht den Menschen einsam und wo liegt der Unterschied zum gern Alleinsein?
POPCORN nimmt uns mit auf eine Reise zu den kleinen und großen, schönen und unangenehmen Momenten der Einsamkeit und an verschiedene Orte: eine rauschende Party in Las Vegas, einen einsamen Wald, ins unendliche World Wide Web.
1D
Altersempfehlung: ab 13 Jahren.
Fünf Theaterstücke über Alleinsein und Einsamkeit
Nicht erst seit der Corona-Pandemie sind Alleinsein und Einsamkeit drängende Themen unter Heranwachsenden. Die zunehmende Digitalisierung der Lebenswelt, veränderte Familien- und Freundschaftsbeziehungen, aber auch der Eindruck eines politischen Dauerkrisenmodus sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche sich vermehrt ausgeschlossen, nicht zugehörig, einsam fühlen.
Einsamkeit ist insofern kein individuelles, sondern ein strukturelles, gesellschaftliches Problem. Und das, obwohl sie – anders als das Alleinsein – keinen objektiven Zustand bezeichnet, sondern ein subjektives Gefühl, basierend auf der Diskrepanz zwischen erwünschten und tatsächlichen Beziehungen.
Die fünf neuen Stücke in Spielplatz 39 versuchen, das Feld von Alleinsein und Einsamkeit für unterschiedliche Altersstufen zu sondieren:
Die 8-jährige Lucy in Jannemieke Caspers’ LUCY LUKE geht fast nie vor die Tür, denn ihr übervorsichtiger Vater will sie vor allen möglichen Gefahren bewahren, bis Lucy einem Geheimnis auf die Spur kommt. Mit auf die Reise zu den großen und kleinen, schönen und unangenehmen Momenten des Alleinseins nimmt uns Sophie Ebers POPCORN ODER EINSAME EXPLOSIONEN. An einem sexuellen Übergriff und der Frage, wie darüber reden und damit umgehen, droht die Mädchenclique in Lili Roesings Jugendstück RÜCKENSCHWIMMEN zu zerbrechen. In EMILY WEINT DOCH NIE von Marisa Wendt unterscheidet sich die Titelfigur von anderen Gleichaltrigen, denn Emily hat keine Gefühle, was für viel Ärger und häufige Schulwechsel sorgt. Und große Überwindung kostet es Bo, die Hauptfigur in Leah Luna Winzelys WIMMELN, mit den vielen Eindrücken der Umwelt klarzukommen – bis Bo zum 8. Geburtstag ausgerechnet ein Wimmelbuch geschenkt bekommt und sich buchstäblich darin vertieft.

Das Buch erscheint im Mai 2026.

broschiert. 22€
ISBN: 978-3-88661-441-7