Filmrechte

Eva Strasser

Wildhof

Lina war schon lange nicht mehr in Wildhof. Sie verbindet nicht gutes mit dem Ort ihrer Kindheit, den sie an ihrem 18. Geburtstag verlassen hat: Vor Jahren ist Linas Zwillingsschwester Luise verschwunden. Und jetzt sind auch noch die Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Also muss sie zurück, das Haus der Eltern verkaufen sich um die Beerdigung kümmern, abschließen. Auf all das hat sie keine Lust, sie will, so schnell es geht, wieder weg aus Wildhof. Doch der Ort lässt sie nicht so einfach wieder los. Sie begegnet Nicki, ihre beste Freundin von früher, Nickis Bruder Hanno, der jetzt Bestatter ist, und den schönen Toni, ihre Jugendliebe. Und wohin sie auch geht, trifft sie auf Erinnerungen an die glückliche Kindheit, die sie hier mit ihrer Zwillingsschwester Luise hatte. Dass sie eines Tages spurlos verschwunden ist, hat das Leben ihrer Familie für immer verändert und zerstört. Lina will alles so wie immer machen, rational, strukturiert, routiniert. Aber das gestaltet sich schwierig in einer Umgebung, in der seltsame Dinge geschehen, in der sie Luise lachen hört und in der sie sich immer wieder gegen das Gestern wehren muss. Doch Lina gibt nicht auf, sie will endlich leben. Damit das gelingt, muss sie in den geheimnisvollen Wäldern rund um Wildhof die Rätsel der Vergangenheit lösen. Dank ihrer Freunde findet sie nicht nur Hoffnung, sondern auch heraus, was damals mit Luise geschehen ist.

Eva Strasser erzählt ebenso spannend wie sinnlich – der Duft von Moos und Wald, Geräusche und Gefühle sind in ihrem Debütroman allgegenwärtig. Die Natur, Wald, Fluss und Berge spielen überhaupt eine große Rolle in „Wildhof“ und spiegeln auch immer wieder das Innenleben der Hauptfigur. Sonnenuntergänge, tropfnasse Tannen, wilde Stürme und unheimliche Waldseen bieten die Kulisse für gewaltige Bilder, die die Verlorenheit, Einsamkeit, aber auch Lebenslust der Hauptfigur einfangen. Auch die Momente der glücklichen Kindheit im sonnigen Wald, die Streiche der Kinder in einem verschlafenen Ort und das Holzhaus am Fluss, als Zentrum der Geschichte sind Motive für eindrückliche Bilder, Stimmungen und eine wildromantische Atmosphäre. Aber nicht nur das: Neben großartigen jungen Protagonisten um die 30 bietet auch der Plot einiges. Die Autorin versteht es, den dramaturgischen Bogen so zu bauen, dass die Geschichte konstant unter Spannung gehalten wird. Das Verschwinden der Zwillingsschwester vor Jahren wird Schritt für Schritt an die Oberfläche geholt und die Aufklärung der Ereignisse zum Schluss erfährt eine dramatische und unerwartete Wendung. Die perfekte Vorlage für einen Mittwochs- oder Montagsfilm – oder für großes (!) Arthauskino.