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PLEBS CORIOLAN. Eine Räuberpistole

PLEBS CORIOLAN. Eine Räuberpistole

In einem aristokratischen Salon unternehmen vier "Ausheger" den Versuch, die Dame des Hauses ohne größere Gewaltanwendung um ihren Besitz zu bringen. "Aushegen" also "Neuverteilen" ist das Stichwort. Die Dame des Hauses hegt unerwartete Sympathie für die "jungen Idealisten", ganz im Gegensatz zum Notar und "Freund des Hauses", und so wird das anfänglich harmlose Gewaltszenario unversehens zu einem ernsten Spiel um die Wahrheit der Besitzverhältnisse: "Man kann doch auch zuerst fragen und wenn es nicht klappt, kann man immer noch das Messer zücken, nein?"
Während William Shakespeare zu Beginn des 17. Jahrhunderts seinen "Coriolanus" schreibt, finden auf dem Land sogenannte "Enclosure Riots" statt - Bauernaufstände gegen die Einhegung von Allmende. PLEBS CORIOLAN - eine Auftragsarbeit für das Schauspielhaus Wien - ist keine "Aktualisierung", keine Adaption des berühmten Stücks, sondern eine Neuformulierung ohne Kriegsheroismus und Erobererpose. Kevin Rittberger lässt seine "Ausheger" ein heutiges Gegenmodell praktizieren. Es geht um die Eigentumsfrage und darum herauszufinden, ob ein Szenario der freiwilligen Kollektivierung denkbar erscheint. Wem gehört was? Wer braucht was? Und wer gibt etwas freiwillig aus der Hand? Ist es auf der anderen Seite unabwendbar, Gewalt anzuwenden, um die Besitzverhältnisse zu verteidigen?
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