
Fabienne Dür
Auszeichnungen (Auswahl):
2025 Retzhofer Dramapreis für junges Publikum
2025 Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarkts für GELBES GOLD in der Inszenierung von Malin Lamparter am stadttheater Gießen
2024/2025 Hausautorin am Institut für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) im Tübinger Zimmertheater
2023 Preis der Jugend-Jury bei den Mülheimer Theatertagen für LUFT NACH OBEN ODER GAME OVER
2022 Nominierung als beste Nachwuchsautor*in (gemeinsam mit Senita Huskić) im Theater heute-Jahrbuch für "Fliegende Eier von Sarajevo"
2021 Nominierung für den berliner kindertheaterpreis mit WARTEN AUF SCHNEE
2021 Nominierung für den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts mit GELBES GOLD
2019 Leonard-Frank-Stipendium des Mainfrankentheater Würzburg
2018 Sonderpreis des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises
Werke
Marina möchte promovieren, findet kein Stipendium und landet so als Kartenabreißerin im Geisterhaus. Sunny, Live-Erschreckerin, steckt nicht nur in diesem Job fest, sondern auch in einer Ex-Beziehung. Boris, genannt Boss, betreibt das Geisterhaus – und versteht nicht, warum nur Schulklassen und Junggesellenabschiede vorbeikommen. Jeden Versuch von Marina, die Bahn zu verbessern, schlägt Boss aus – schließlich sei sie ein traditionsreiches Familienunternehmen. Ob das stimmt, wird schnell fraglich – ebenso wie andere Gewissheiten der Figuren. Stecken sie wirklich hier fest oder trauen sie sich einfach nicht, den Schritt ins Ungewisse zu wagen?
Mit skurrilem Humor, schrägen Figuren und einem feinen Gespür für Situationskomik erzählt Fabienne Dürs GEISTERSTÜCK von einem kollektiven Lähmungszustand: Lassen wir uns von unseren Ängsten leiten? Oder können wir den Mut aufbringen – trotz aller Krisen – hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken?
Und über alledem schwebt nicht nur provinzieller Fettgeruch, sondern auch eine existenzielle Bedrohung durch ein geplantes Outlet-Center und die Abrisskräne im Hintergrund. Mit großer Empathie für die Schrulligkeit und trotzige Tragik der Figuren erzählt "Gelbes Gold" voller Melancholie und leiser Komik von Krisen und geplatzten Träumen, von Lähmung und gescheiterten Lebensentwürfen - aber auch von Hoffnung, Aufbruch, Wille und Würde.
Mit wunderbarer Selbstverständlichkeit erzählt LÖWENSCHWESTER vom Anderssein, von Geschwisterbeziehungen, Freundschaft und der Poesie und Magie der Kindheit.
"Die Stärke dieses Textes liegt nicht nur in seinem bemerkenswerten Umgang mit Sprache und Bildern – schlicht, klar, poetisch, ruhig und voller Details und Eigenheiten – sondern auch in seinem selbstverständlichen Umgang mit verschiedenen Lebensrealitäten und den Themen Inklusion und Diversität.“ Aus der Laudatio für den Retzhofer Dramapreis 2025.
"Es war einmal im September. So geht für Fri, Sop und Kar das Turnier ihres Lebens los. Das Spiel heißt ab sofort: Gewinnen oder Verlieren, und dann wird man Gewinner:in oder Verlierer:in im Leben, sagen Kars Eltern und dann soll er Hausaufgaben machen. Denn wenn man auf eine weiterführende Schule soll, geht es um alles: Um die Leistung, Noten, Sozialkompetenzen, um Zukunftspläne. Dabei sind die drei erst in der vierten Klasse und finden den Kampf ganz schön verrückt. Kar will später mal Gamedesigner werden, und Sop Torhüterin, und Fri – sie weiß es noch nicht. Aber sie spürt den Druck, sich jetzt schon für eine Zukunft entscheiden zu müssen. Wenn Kinder anfangen, sich damit zu beschäftigen, wer sie sein wollen, können sie an einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Bildungswegs kaum teilhaben. Eltern und Lehrkräfte sollen bestimmen, welche weiterführende Schule sie besuchen. Eine gewaltige Herausforderung für alle Beteiligten." (Ankündigung Stadttheater Gießen)
In dieser besonderen Situation, auf sich selbst zurückgeworfen, zwischen den unscharfen Bildern der Vergangenheit und der ausgeleuchteten Gegenwart, versuchen die vier Frauen zu begreifen, was alles verdrängt, verschwiegen, verraten worden ist. Von wegen heile Welt – fürs Bild vielleicht. Denn im Schatten, abwesend zwar, doch stets präsent, ist Erik, Kathas Vater und Betreiber einer hippen Strandbar. Einen Sommer lang vor 15 Jahren, für viele Nächte in der Bar und eine Nacht am Steg, wäre er gern Lydias Traumprinz gewesen. Aber das ist ewig her und eigentlich ist nichts passiert. Oder doch?
Je mehr sich das Rauschen der Brandung mit dem Rauschen des Videos vermischt, wird aus Angst und Scham schließlich Wut, aus einem Flimmern ein leuchtendes Feuer.
Zukunftsängste und Fragen, die damit zusammenhängen, verhandelt Carsten Brandau für Grundschulkinder in "Sagt der Walfisch zum Thunfisch" auf sprachspielerische Weise und entlang der Geschichte von der Arche Noah. Von der Schwierigkeit, richtungsweisende Entscheidungen zu treffen, erzählt Fabienne Dürs "Luft nach oben oder Game over": Ihre Figuren stehen vor der Wahl, auf welche weiterführende Schule sie gehen sollen. In "Jojo und die Daseinsagentur" nimmt Paula Fünfeck die Zukunftsfrage wörtlich: In ihrer Science-Fiction-Geschichte ist nicht mehr genug Zukunft für alle da, doch die Titelheldin nimmt den Kampf für mehr Zeit auf. Nicht weniger als eine ‚Versicherung gegen alles‘ verspricht der redegewandte Vertreter in Tino Kühns "Risiko" seinen jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, um dann aber von den Erinnerungen an die Unsicherheiten seiner eigenen Jugend eingeholt zu werden. In Gwendoline Soublins preisgekröntem Jugendstück "Und alles" schließlich hat sich ein 12-Jähriger vor den Katastrophen dieser Welt scheinbar in dem familieneigenen Bunker verbarrikadiert; eine Gruppe Heranwachsender versucht ihn herauszulocken, mit vereinten Kräften – und mit positiven Nachrichten.
264 Seiten. broschiert. 22€
ISBN: 978-3-88661-433-2