© Nora Battenberg-Cartwright

Amanda Lasker-Berlin

Geboren 1994 in Essen, inszenierte mit 18 Jahren ihr erstes Theaterstück. Nach einem Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar studiert sie Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Ihr erster Roman Elijas Lied (erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt) wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE 2020 ausgezeichnet und für Das Debüt 2020 – Bloggerpreis für Literatur nominiert. Für ihren Theatertext Ich, Wunderwerk und How Much I Love Disturbing Content
erhielt sie einen der drei Preise der Autorentheatertage 2021, mit einer Uraufführung an den Vereinigten Bühnen Graz. Die Autorin lebt in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen (Auswahl):

2021 Preis der Autorentheatertage für "Ich, Wunderwerk und how much I love Disturbing Content"
2021 Hermann-Sudermann-Preis für "Ich, Wunderwerk und how much I love Disturbing Content"


Werke

1-4 D
UA: Schauspielhaus Graz, 4.9.2021 (im Rahmen der ATT, Deutsches Theater Berlin). R: Claudia Bossard
Amanda Lasker-Berlins Stück, das aus mehreren Perspektiven die Frage nach der Wahrheit, der Macht und der Legitimität von Videos stellt, ob YouTube-Stream oder Familienfilmchen, zählt zu den drei Gewinnertexten der Autorentheatertage 2021.

"Die Stadt Gladbeck in Nordrhein-Westfalen ist berühmt für ihre Verbrechen, für die architektonischen und für jene, die live im Fernsehen übertragen wurden. Daneben gibt es Schandtaten, von denen man nicht genau weiß, ob sie tatsächlich stattgefunden haben. Das vorhandene Filmmaterial klärt in diesem Fall wenig und nährt zusätzliche Zweifel. Denn was ist falsch an Weihnachten? Familie bedeutet schließlich Geborgenheit, Opa ist lieb und zärtlich und notfalls beschützt einen Papa vor allen Gefahren. Aber wie wir wissen, liegt in jedem Bild ein Geheimnis verborgen. Und ein Superachtfilm, den man sich Jahre später von der Feier ansieht, hat eine Frequenz von 18 Bildern in der Sekunde. In einer einzigen Minute macht das also 960 Geheimnisse. Kann man damit leben? Sollte man den Film mit seinem Geheimnis verbrennen? Und warum dann nicht gleich alle Filme, restlos?" (Jurybegründung Autorentheatertage 2020)
1-4 D
von Amanda Lasker-Berlin
Im aktuellen Theaterstück der jungen Autorin Amanda Lasker-Berlin geht es um Bilder der Gewalt und um die Gewalt der Bilder.
Eine Frau fasst Videoclips, die sie sieht, in Worte: Wie ein junger Schwarzer von weißen Polizisten gejagt, zu Boden gedrückt und getötet oder wie bei einer eskalierenden Demonstration ein Mensch angezündet wird. Eine beschreibt, wie sie mit ihrem Vater ein zu Weihnachten gedrehtes Video aus ihrer Kindheit schaut, und ein Mädchen in weißer Strumpfhose sieht, das den Blicken erwachsener Männer ausgesetzt ist. Eine erinnert sich an ihre Kindheit in Gladbeck, in dem Viertel, das durch die unauslöschlichen Bilder des „Geiseldramas von Gladbeck“ kontaminiert ist. Eine versucht die Geschichte ihrer Freundin zu erzählen und zweifelt, ob sie dazu Bilder und Erinnerungen benutzen darf, die nicht die ihren sind.
Amanda Lasker-Berlin kombiniert in scharfen Schnitten vier Perspektiven junger Frauen, digital natives der Generation youtube, und Kinder der „Generation Videokamera“, mit der die Entfesselung der Bilder begann.

80 Seiten. 10€
ISBN: 978-3-88661-409-7