Verlag der Autoren

Barbara Buri

geboren 1939 in Täuffelen am Bielersee (Schweiz). Schauspielerin, Kostümbildnerin und Übersetzerin. Lebt in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen (Auswahl):

1998 Deutscher Kindertheaterpreis (zusammen mit Ad de Bont) für ihre Übersetzung von DIE TOCHTER DES GANOVENKÖNIGS

Theaterstücke

Drehbücher

Hörspiele

Regie

Prosa

Bücher bei uns

2D-3H
UA: DALANG Puppencompany, Zürich, 21.1.2012. R: Brigitta Soraperra
Rosa vermisst nichts mehr als ihren Vater, der vor kurzem gestorben ist. Sie macht sich auf, um ihn zu suchen – und wo sonst sollte er zu finden sein, als im Himmel? An der Himmelspforte muss sie sich an dem schlecht gelaunten Donald Duck, der als Minijobber in der Wachtruppe von Petrus angeheuert hat, vorbeimogeln. Nachdem Rosa diese Hürde überwunden hat, landet sie im völligen Chaos: Der Himmel muss dringend erweitert werden, damit die Heerscharen neuer Toter Platz haben. Und ihr Vater, der Architekt, wurde mit dieser schwierigen Aufgabe betraut, weshalb er keine Zeit für Rosa hat. Enttäuscht und verletzt kehrt sie nach Hause zurück. Als ihr Vater schließlich doch zu ihr zurückkehrt, wird alles gut – allerdings anders, als Rosa es sich vorgestellt hatte.
Bente Jonker hat ein Stück geschrieben, dass sich sehr einfühlsam und gleichzeitig humorvoll und witzig mit dem Thema Verlassenwerden, Tod und Sterben auseinandersetzt.
2D-3H
Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
2D-2H (auch größer besetzbar)
UA: Huis aan de Amstel/Wederzijds, Amsterdam, 23.1.2009. R: Ad de Bont
DE: Schnawwl/Nationaltheater Mannheim, 8.1.2011. R: Daniel Pfluger
ANNE UND ZEF handelt vom Schicksal zweier Jugendlicher, deren Leben von der Angst geprägt ist, entdeckt zu werden: Anne Frank, die sich vor den Nazis verbirgt, und der albanische Junge Zef Bunga, der von Blutrache bedroht ist. Die beiden Jugendlichen begegnen sich in einer anderen Welt. Sie finden Verständnis, sie entdecken Ähnlichkeiten ihrer Erfahrungen, fassen Vertrauen, sie verlieben sich. Angst und Schrecken sind hier nurmehr Erinnerung.
Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis des Festivals "Kaas & Kappes" 2010.
2D-2H (auch größer besetzbar)
Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
4D-4H (Statisten)
UA: Bühnen der Stadt Köln, 24.9.2000. R: Karst Woudstra
Ungarn im Hochsommer, eine an der Donau gelegene Villa aus der Jahrhundertwende. Man muss sich nur den eigenen Assoziationen hingeben und wird einsehen, dass es kein besseres Setting geben kann, um eine Hommage an den erotischen Stummfilmklassiker "Erotikon" (1929) von Mauritz Stille zu drehen. Ähnlich sieht es der äußerst avantgardistische Filmregisseur von Schantz, dessen Filme durchschnittlich eine Woche lang im Kino laufen und vornehmlich für "Filmfans und Sadomasochisten" geeignet sind. Die acht am Drehort versammelten Schauspieler, die von Softpornodarstellern über Serienhelden bis zu altgedienten Rampenhelden aus allen Sparten stammen, sind aber dennoch überzeugt, dass man ein Angebot von Schantz' keinesfalls ablehnen dürfe - auch wenn sie nicht sicher sind, ob der Titel des neuen Films, "Anterotikon", eher impliziert, dass von Schantz "ein spezielles Genre Film kritisch beleuchten will, ein Genre, das bei vielen ungesundes Interesse geweckt hat. Um es sanft auszudrücken." Oder ob es doch um den Kampf und den gemeinsamen Tod von Eros, dem Gott der Begierde, und Anteros, dem Gott der Verweigerung, geht. Doch der Regisseur muss mit einem Nieren- oder Nervenleiden ins Krankenhaus und tritt gar nicht in Erscheinung. Die Schauspieler bleiben sich selbst überlassen, und während sie noch überlegen, wer eigentlich für welche Rolle vorgesehen ist, und ob im Script steht, dass der Bildhauer was mit der Professorengattin hat oder sich doch lieber mit seinem Modell vergnügt, während erste sich mit ihrem neuen Liebhaber, einem Baron, verlustiert, lässt plötzlich jemand einen Hut mit den Namen von der Besetzungsliste herumgehen, und sie fangen an, zu improvisieren. Das betörende, sinnverwirrende Spiel von Eros und Anteros kann beginnen...
4D-4H (Statisten)
4D-6H (auch größer besetzbar)
UA: Stadsschouwburg Haarlem, September 2008. R: Liesbeth Coltof
Batte ist einsam. Ihre Eltern haben niemals Zeit für sie, und ihre fünf Brüder sitzen allesamt im Gefängnis. Deshalb verbringt die Zehnjährige ihre Zeit vor dem Computer. Eines Tages gelangt Batte dabei in eine andere, eine virtuelle Dimension, wo sie viele neue Freunde findet, wo aber auch jede Menge Gefahren auf sie lauern. In dieser Welt wimmelt es nur so von phantastischen Gestalten, und wundersame Aussichten eröffnen sich: Der Urlaub auf dem Mond oder eine Reise ins Mittelalter sind plötzlich möglich – ebenso das Wiedersehen mit dem Zwillingsbruder, der vor der Geburt einfach verschwunden ist.
Diese Geschichte über Nähe und Ferne, über Einsamkeit und Gemeinsamkeit präsentiert Ad de Bont in spielerischen Dialogen und phantasievollen Liedern. Die Musik für die niederländische Uraufführung wurde von Peter Jan Wagemans komponiert.
4D-6H (auch größer besetzbar)
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
2D-4H
UA: DAStheater / Het Palais, Antwerpen, 16.4.2003.
DE: Theater Aachen, 17.12.2004. R: Jasper Brandis
Ein Bistro irgendwo in einer Stadt, drei Nächte, gute Musik, dieselben Gäste: lauter Mondsüchtige auf der Suche nach dem ABC des Lebens und der Liebe. Patricia und Alex, Geschwister, die das "Martino" für ihren Vater führen, der mit Depressionen in Spanien sitzt. Sie gibt die Kellnerin und träumt von den Niagara Fällen; er verpatzt die Bestellungen ebenso wie seine Beziehungen; Benito, der Koch, früher Boxer, schwärmt für Patricia, aber die "fällt immer auf die Falschen rein", eigentlich heißt er Jerome und hat am Ende keine Lust mehr, "den Italiener zu spielen". Willy der alte Taxifahrer, der Nacht für Nacht im "Martino" sitzt und jedes Geheimnis kennt; Gaetan, der Chauffeur eines Ministers, der die Zeit überbrückt, die sein Boss bei einer Geliebten verbringt; und Evelyne, die Schöne mit der großen Sonnenbrille, die sich ihrem treulosen albanischen Lover hinterhersehnt. Enttäuschungen, Lügen, Hoffnungen, Träume – eine Nachtaufnahme aus dem richtigen Leben.
2D-4H
4H
UA: Het Toneelhuis Antwerpen, 29.9.2003. R: Jasper Brandis
Oscar Wilde und sein (Ex-)Geliebter Lord Alfred Douglas auf einer Chaiselongue in einem Raum, der ein Hotelzimmer sein könnte, aber auch das Fegefeuer. Zwei Engel, Cyril und Vyvyan, leisten ihnen Gesellschaft; es sind Wildes Söhne.
In dieser seltsamen Zwischenwelt entwickelt sich ein Widerspiel von Anschuldigungen und Verteidigung, von Erinnerung und Verdrängung. Wilde möchte mit der Vergangenheit abschließen: mit seinem Leben als Dandy und Liebhaber, als Ästhet und Schöpfer von One-linern. In Gestalt der Söhne und des einstigen Geliebten aber holen ihn die Dämonen der Vergangenheit immer wieder ein: Sie konfrontieren ihn mit seinen Taten, seiner Gleichgültigkeit, seiner Egozentrik. Die Angriffe, Gespräche und Streitereien münden in einer Apotheose. Wilde spielt seine eigene Salome. Seine Söhne sind der König, Lord Alfred Douglas ist Johannes der Täufer. Wilde tanzt vor seinen Kindern und fordert den Kopf von Douglas. Aber in dieser Hölle sind alle schon längst tot, und Salome hat das Nachsehen...
4H
2D-3H (auch größer besetzbar)
UA: Theatergroep Wederzijds/Theater Gnaffel, Amsterdam, Februar 2007. R: Ad de Bont
In märchenhaftem Ton erzählt DER HUMPLER die Geschichte eines "dachziegelroten, grünlädengefensterten Ansichtskartendorfs", hinter dessen idyllischer Oberfläche sich Enge, Misstrauen und ein Kosmos an Spießigkeiten verbergen. Es ist auch die Geschichte zweier Schwestern, Bel und Kaat, die mehr in Hass als in Liebe vereint sind. Während sich Bel nach einem von Verlusten geprägten Leben erhängt, bleibt die lieblose, verhärmte und nach Männern lechzende Kaat allein zurück. Und doch nicht ganz allein, denn sie nimmt Bels Sohn Kalle bei sich auf. Und es ist die Geschichte von eben diesem Kalle, dem Humpler, gezeichnet durch ein Humpelbein und zwei Buckel auf dem Rücken. Während sein älterer Bruder Siep nach dem Selbstmord der Mutter das Dorf verlässt, zieht sich Kalle in seine Vorstellungswelt zurück. Mittels der beflügelnden Kraft der Phantasie und den imaginierten Begegnungen mit seiner verschwundenen Familie, versucht er der dörflichen Tristesse und seiner bitteren Realität zu entkommen.
In einer außergewöhnlichen, archaisch anmutenden Kunstsprache zeigt Ad de Bont eine Welt in Schieflage.
2D-3H (auch größer besetzbar)
Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
1D-1H
UA: Schauburg München, 9.5.2015. R: Ad de Bont.
NL-EA: Theater Leeuwenhart, Dezember 2015. R: Ad de Bont
Fridolin ist ein wunderlicher Kerl. Er wurde nicht einfach geboren, er kam aus einem Ei auf die Welt. Und zwar nicht als Kind, sondern als erwachsener Mann. Um nicht allein zu sein, wünscht er sich eine Begleitung durchs Leben. Ein Kind zu haben, wäre doch schön. Aber die Suche gestaltet sich so schwierig, dass Fridolin sogar Streit mit seinem Erzähler bekommt. Schließlich rollt an einem sonnigen Frühlingstag ein Ei den Berg hinab, aus dem ein eigenartiges, ja eigensinniges Mädchen namens Berta krabbelt. Sie nennt Fridolin Opa und findet ihn sehr merkwürdig, denn er kapiert wirklich wenig. Dennoch ist er der glücklichste Mensch der Welt. Bis Berta eines Tages für immer spurlos verschwindet.
DER KREUZBRAVE FRIDOLIN ist ein leichtfüßiges surreales Stück Theater über einen wunderlichen Vater und eine aufmüpfige Tochter, über plötzliches Verschwinden und unerwartetes Wiedersehen, und über eine berührende Begegnung zwischen den Generationen.
1D-1H
Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
1D-4H
UA: Toneelmakerij Amsterdam, April 2010. R: Liesbeth Coltof.
DE: Schnawwl/Nationaltheater Mannheim, 25.4.2014. R: Andrea Gronemeyer.
Schauplatz ist eine Boxschule. Hier kämpfen ein Sohn mit seinem Vater, ein Bruder mit seiner Schwester, und zwei Brüder um einen Pokal. In sechs Runden kämpfen sie um Liebe, um Geborgenheit und Anerkennung. Sie wollen die Dämonen des Lebens bannen. Ad de Bont schaut hinter die Fassade der unerbittlichen Kampfbereitschaft und legt die Ängste und Träume seiner Figuren frei. Aggressivität und Sehnsucht nach Liebe sind hier nicht unvereinbar, sondern lediglich zwei Seiten ein und derselben Medaille. DER THAIBOXER ist ein poetisches Stück über die Angst vor Zurückweisung, vor Schlägen.
1D-4H
Altersempfehlung: ab 13 Jahren.
von Karst Woudstra
Übersetzung zusammen mit Maria von Loe
4D-3H
UA: Schauspielhaus Zürich, 25.9.1998. R: Karst Woudstra
Ijsbrand Tamminga, ein berühmter Theaterautor, hat bei der Arbeit an seinem neuen Stück eine plötzliche Schreibhemmung und flieht in das malerische Landhaus eines italienischen Freundes. Bei Mauro will er wieder zu sich finden. In einer leichten, spielerischen Auftaktszene, hinter der die Tragödie schon lauert, erfährt man, dass das Stück, an dem er schreibt, eine Adaption von Senecas Drama "Hercules auf dem Oeta" ist, die sich immer mehr zu seiner eigenen Autobiographie entwickelt hat: "Inzwischen war daraus meine Geschichte geworden, die von mir und meinem Vater. Er sollte mich anflehen ihn zu töten, genau wie Herakles seinen Sohn anflehte. Aber ich hätte mich geweigert, es sei denn, er hätte mir seine Version preisgegeben, hätte mir gesagt, was vorgefallen war, bevor ich mit 10 oder 11 Jahren versuchte, mir das Leben zu nehmen." Dies ist die Ausgangssituation für ein raffiniertes Spiel mit den verschiedenen fiktiven Ebenen. Denn die Figuren von Tammingas unvollendetem Stück nehmen plötzlich Gestalt an. Gekleidet in die Figuren aus Senecas Drama offenbaren sie die lang verdrängte Familientragödie, die Tragödie eines missbrauchten Kindes, die mit dem Tod des Herakles, des Übervaters, noch kein Ende findet.
DER TOD DES HERAKLES ist ein großes Drama über die Suche nach Erlösung durch Erinnerung.
4D-3H
3D (mindestens 2 D)
DSE: BAAL novo Offenburg, 22.11.2007. R: Richard Doust und Edzard Schoppmann
DER ZERBROCHENE SCHLÜSSEL handelt von zwei einsamen Mädchen, nämlich von Stella, dem Schifferkind, die sich alleine um ihre Oma Kraak kümmern muss, und von Luna, dem Patenkind des Mondes, die zum Spielen bloß eine Puppenschwester hat. Die beiden sind durch eine uralte Mauer getrennt, die hauptsächlich aus Vorurteilen und Ängsten besteht. Bis eines Tages der Mond beschließt, ihnen zu helfen. Doch letztlich sind es Stella und Luna selbst, die es schaffen, die Mauer zu überwinden.
DER ZERBROCHENE SCHLÜSSEL verbindet theatralisch sinnfällig märchenhafte Elemente mit einer politischen Aussage, die für Zuschauer ab sechs Jahren geeignet ist.
"Das Stück ist eine zarte, poetische und humorvolle Version der zwei Königskinder, die schließlich doch zusammenkommen. Es ist auch die Geschichte einer Emanzipation - von fremden Vorurteilen und unbegründeten Ängsten -, die das Theater als Wunderkammer und Raritätenkabinett zu nutzen weiß, um die kleinen Zuschauer auf eine abenteuerliche Reise zu den eigenen Wünschen zu entführen." (aus der Jury-Begründung zur Nominierung für den Deutschen Kindertheaterpreis 2008)
3D (mindestens 2 D)
Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
mindestens 6 D/H
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 25.2.2007. R: Klaus Schumacher
DESAPARECIDOS spielt in Argentinien. 1976 ergreift das Militär die Macht. Oppositionelle verschwinden, viele werden ermordet, so auch die Eltern von Frederico. Acht Jahre später, 1984, hört ein Junge namens Raúl, aufgewachsen in einem vornehmen Villenviertel der Stadt, plötzlich auf zu reden. Nur langsam kommt seine Geschichte, und die seiner Familie, zum Vorschein: wie er auf der Plaza de Madres de Mayo seinen Großvater wieder erkennt, wie er zu ahnen beginnt, dass seine Eltern gar nicht seine Eltern sind, und schließlich erfährt, dass der vermeintliche Vater der Mörder seiner Eltern ist.

DESAPARECIDOS ist Teil einer großen Trilogie, die der niederländische Autor Ad de Bont für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg geschrieben hat. Im Zentrum der Trilogie steht der große Mythos von der Irrfahrt des Oydsseus. Thematisch verbindet die drei Stücke (außerdem: EINE ODYSSEE und HARAM) das Motiv der zerissenen Familie.
mindestens 6 D/H
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
1D-4H
UA: Nieuwpoortheater/Theater Zuidpool, Gent, 29.4.1998.
DE: Staatstheater Nürnberg, 23.4.2006. R: Kay Neumann
Nichts scheint im Leben der beiden Brüder B., Marnix und Ivan, so richtig zu funktionieren, auf nichts können sie sich mehr verlassen. Der Vater, Noel, hat sich schon früh aus dem Staub gemacht; die Mutter liegt im Krankenhaus und jetzt ist auch noch ein Lastwagen in ihr Haus gekracht; die Frau von Marnix hat einen neuen Freund und will sich scheiden lassen; und Marnix selbst saß wegen Brandstiftung im Gefängnis. Jetzt, wieder draußen, muss er sich eine neue Existenz aufbauen. Gleichzeitig versucht er, seinen Nebenbuhler als kriminellen Zuhälter zu entlarven. Ivan, der jüngere Bruder, auf den sich alle Hoffnungen richten, und der stellvertretend für alle Karriere machen soll, hat vorzeitig die teure Schule verlassen, jobbt als Tänzer, interessiert sich vor allem für Klamotten, macht hemmungslos Schulden und ist schwul. Einzig Omi behält den Kopf oben, kümmert sich um alle, sorgt für Essen und borgt vom Nachbarn selbst noch die Krawatten.
Die Helden von Arne Sierens sind traurig-komische Gestalten. Sie kämpfen mit aller Kraft für ein besseres Leben und doch landen doch nur mitten in der Katastrophe.
DIE BRÜDER B. ist eine Hommage an die "kleinen Leute", ein Kammerspiel mit fünf großen Rollen.
1D-4H
8 D/H
UA: Königliches Jugendtheater Antwerpen, 3.11.1995.
DE: Theater Junge Generation Dresden, 28.11.1998. R: Gerald Gluth
Der Stoff für dieses theatralisch wirkungsvolle Stück ist das große indische Epos Ramayana. Der Königssohn Rama ist dazu ausersehen, gegen den Herrscher des Bösen, den zehnköpfigen Ravana, zu kämpfen. Als es schließlich zur großen Schlacht kommt, kämpfen auf Ramas Seite das Heer der Affen, der Vogel Garuda sowie der Feuergott Agni.
8 D/H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
3D-3H
UA: Wederzijds Amsterdam, 1998.
DE: Theater Dortmund, 22.4.1999. R: Gerhard Fehn
DIE TOCHTER DES GANOVENKÖNIGS ist eine ebenso lustige wie schwarze Komödie um das Mädchen Julchen und um ihre Eltern, den Ganovenkönig und seine Frau. Julchens Eltern sind durch und durch schlecht und böse - kein Wunder, dass Julchen sich von ihnen scheiden lassen will. Für dieses Stück wurde Ad de Bont zusammen mit seiner Übersetzerin Barbara Buri mit dem Deutschen Kindertheaterpreis 1998 ausgezeichnet.
3D-3H
Altersempfehlung: ab 9 Jahren.
2D-3H
UA: Stadsschouwburg Amsterdam, 28.1.1998. R: Albert Lubbers
Angesehener Psychiater verliebt sich in jungen Patienten - könnte die Schlagzeile zu Karst Woudstras Drama DIE TRAUERFALLE lauten. Jedenfalls wird dem Psychiater das unterstellt, als er beginnt, sich mehr als üblich um den jungen Mann zu kümmern und ihn schließlich sogar zuhause wohnen lässt. Er riskiert Ehe und Karriere für eine Beziehung, die ein Tabu bricht, ohne dass er es selbst realisiert - bis zum tragischen Ende.
2D-3H
1D-3H (+ Musiker)
UA: SPIEGELTHEATER vzw, Roeselare, 10.12.2010. R: Sven Ronsijn
Jeroen Olyslaegers' Theaterfassung für Kinder geht von der Frage aus: Was ist echt, was Spiel und was Fantasie? In seiner Bühnenadaption sind der Ritter und sein Knappe Hirngespinste des Schriftstellers, die aus dessen Kopf in die Bibliothek purzeln. Von dort aus begeben sich Don Quijote und Sancho Panza in die weite Welt hinaus, wo Don Quijote vor allem seine große Liebe, Dulcinea, finden will.
1D-3H (+ Musiker)
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
3H
UA: Hussaarts & Van Lohuizen/Het Paleis, Antwerpen, 10.9.1999. R: Josee Hussaarts.
DE: Rheinisches Landestheater Neuss, 15.9.2002. R: Greet Vissers
Drei alte Männer Dietrich, Lothar und Oliver, erhalten eines Tages einen Brief. Darin steht, dass sie sterben müssen. Sie sind empört. Sie sind doch noch nicht fertig mit leben. Sie wollen noch auf einem Kamel durch die Wüste reiten, mit langen Nägeln an den Schuhen den höchsten Berg der Welt besteigen, sie müssen frühstücken, sich streiten, die Liebe erleben, aufräumen, sie müssen einfach noch leben. Aber dann wird es dunkeln, sie sind müde. Sie haben ein bisschen genug vom Leben, jetzt können sie sich eigentlich auch hinlegen und sterben.
Suzanne van Lohuizens neues Kinderstück ist ein höchst vergnügliches kleines Lehrstück über das Leben und Sterben für Kinder. Für die niederländische Uraufführung schrieb Guus Ponsioen eine Musik, an die der Text jedoch nicht gebunden ist.
3H
Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
1D-1H
UA: Blauwe Mandaag Compagnie, Gent, 6.4.1994. R: Johan Dehollander.
DE: Staatstheater Stuttgart, 10.2.2004. R: Ingrid Müller Farny
Paola sucht für ihren halbwüchsigen Sohn einen Schlagzeuglehrer. Auf ihre Anzeige hat sich Raymond gemeldet. 15 Jahre haben sie sich nicht gesehen. Inzwischen hat sich Paola in eine erfolgreiche Geschäftsfrau verwandelt: effizient, proper und chic. Raymond dagegen ist ein wenig erfolgreicher Drummer, der sich mit allen möglichen Gigs durchs Leben schlägt. Paola war damals die Braut von Raymonds großem Bruder, einem wilden, jungen Schlagzeuger. Die längst vergessen geglaubte Vergangenheit wird wieder lebendig: der Traum von einem kompromisslosen, unbedingten Leben. Der Rhythmus der Musik, des Schlagzeugs hat sie beide nie ganz verlassen, lebt – wenn auch als Zerrbild – in beiden auf unterschiedlichste Weise weiter.
1D-1H
mindestens 6 D/H
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 25.2.2007. R: Klaus Schumacher
Mit seiner ODYSSEE dramatisiert Ad de Bont das berühmte Epos von Homer mit Blick auf die zerrissene Familie. Im Gegensatz zur antiken Erzählung schildert er die Irrfahrt nicht chronologisch aus der Perspektive des Odysseus. Vielmehr verschachtelt der niederländische Autor die Blickwickel und kontrastiert sie einander: So wird mal aus der Perspektive des herumirrenden Odysseus, mal aus der der daheim wartenden Penelope und ihrem Sohn Telemachos erzählt.

Ergänzt wird die antike Familiensaga durch zwei moderne Geschichten, die das Thema der zerrissenen Familie in unsere Zeit hinein fortschreiben: DESAPARECIDOS und HARAM. Sie wurden die bei der UA am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gemeinsam mit EINE ODYSSEE aufgeführt, funktionieren aber auch als eigenständige Stücke.
mindestens 6 D/H
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
2D-3H
Was passiert, wenn ein masochistischer Schwuler mit Vorliebe für feinstes Leder, eine Irre, die hinter McDonald’s den CIA vermutet, eine notgeile Hausfrau, die sich überflüssig fühlt, und ein verhinderter Revolutionär, dessen Frau und Kind in Haft umgekommen sind, in einer Wohnung aufeinandertreffen? Zwischen den Figuren in FEINSTES LEDER entwickelt sich ein Gespinst aus Begehren, Enttäuschung und Erpressung. Durch das Stück zieht sich eine Spur von unerfüllten Träumen und geheimen Leidenschaften, doch niemand macht Anstalten, die Wünsche des anderen zu erfüllen.
2D-3H
2H
UA: Stadsschouwburg Amsterdam, 3.10.2010. R: Marcel Sijm
Dr. Frank will der berühmteste Arzt aller Zeiten werden. Er will nicht nur Menschen wieder gesund machen, er will Herr über das Leben selbst werden. Deshalb erschafft er sich einen Menschen: Stein. Doch Stein ist ein abscheuliches Monster. Was als Traum begonnen hat, endet als Alptraum: Frank und Stein werden zu unzertrennlichen Gegenspielern, die einander bis ans Ende der Welt verfolgen und bis zum Tod bekriegen.
Nach Mary Shelleys berühmtem Roman hat Suzanne van Lohuizen eine ganz eigenständige Theaterfassung für nur zwei Schauspieler geschrieben. Es ist eine Geschichte über Liebe und Tod, eine Geschichte über zwei Figuren, ihre Sehnsucht nach Unsterblichkeit, ihre Abhängigkeit voneinander – und über die große Frage: Wer bin ich?
2H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
3D
UA: Theaterhaus Frankfurt, 21.2.2002. R: Gordon Vajen
Die beiden Schwestern mit den kuriosen Namen Füchslein eins und Füchslein zwei sind allein unterwegs, und ganz allein auf der Welt. Sie wissen weder, ob ihre Eltern noch leben, noch wer sie sind oder waren. Ihre Eltern haben sie allein gelassen mit vielen Fragen: "Was ist geschehen? Warum habt ihr uns allein gelassen? Warum kümmert ihr euch nicht um uns? Kommt ihr wieder zurück?" Trotzdem fürchten sich die beiden Mädchen nicht. Sie sind groß und selbstständig, und sagen: "Wir brauchen niemanden", aber wenn sie die Augen schließen spüren sie, das ihnen etwas fehlt: ihre Eltern.
Alleine sein, sich verlassen fühlen – welches Kind kennt diese Gefühle nicht und muss doch lernen, mit ihnen zu leben. In seinem Stück für Vorschulkinder geht Ad de Bont außerordentlich einfühlsam mit diesem Thema um.
3D
Altersempfehlung: ab 6 Jahren.
mindestens 3 D/H
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 25.2.2007. R: Klaus Schumacher
Die Eltern von Houari, Aziza und Said beschließen während eines Urlaubs in ihrem Heimatland Marokko, dass dieses Mal der Vater alleine nach Holland zurückkehren soll, dass die drei Kinder mit der Mutter zurückbleiben sollen, weil die europäischen Sitten im Gegensatz zu ihren Moralvorstellungen stehen. Die beiden Älteren sind entsetzt. Vor allem das Mädchen Aziza will sich nicht den restriktiven Moralvorstellungen der marokkanischen Gesellschaft fügen. Sie flieht zusammen mit ihrem Bruder Said.

HARAM ist Teil einer großen Trilogie, die der niederländische Autor Ad de Bont für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg geschrieben hat. Im Zentrum der Trilogie steht der große Mythos von der Irrfahrt des Oydsseus. Thematisch verbindet die drei Stücke (außerdem: EINE ODYSSEE und DESAPARECIDOS) das Motiv der zerissenen Familie.
mindestens 3 D/H
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
2D-3H ((1 Kind))
Die wortgetreue Übersetzung des Originaltitels sagt im Prinzip alles: "Hochzeiten und Gerichtsverfahren, gemeine Huren und Betrüger, schlechte Eltern, dumme Kinder und so weiter bis in Ewigkeit". Im Mittelpunkt des Stücks steht die abgetakelte Hure Yolanda. Sie will auf ihre alten Tage einen kongolesischen Flüchtling heiraten, der gerade im Gefängnis sitzt. Zur Vorbereitung der Hochzeit versammelt sie Freunde und Freier aus ihrer Vergangenheit um sich: einen jungen Tunichtgut, einen alten Arzt und Ex-Junkie, dessen schillernde Tochter (die er Jahre nicht gesehen hat) und die "Winnetou" genannte Rotlichtgröße – vielleicht Yolandas älterer Sohn, vielleicht auch ihr Zuhälter, jedenfalls Gelegenheits-Babysitter für ihr zehnjähriges Kind. Wie Yolanda versuchen auch die anderen, Ordnung in ihr Leben zu bringen...
2D-3H ((1 Kind))
1D-1H
Pascale Platel ist eine in Belgien berühmte Entertainerin. Wenn sie auftritt, füllen sich große Säle. Anfang der neunziger Jahre begann die frühere Tänzerin, sich selbst Stücke auf den Leib zu schreiben. Eine Vollbluterzählerin und Verwandlungskünstlerin entwickelte sie ihren ganz eigenen Theaterstil. Mit dem Zweipersonenstück IMAGINE stellen wir erstmals einen Text von Pascale Platel auf deutsch vor.
Das Stück beginnt mit dem furiosen Auftritt einer Frau, die erzählt, wie sie ein Paar hinreißende weiße Stiefeletten geklaut und bei ihrer Flucht versehentlich deren hohe Hacken in die Obsttüte eines Mannes gerammt hat, der gerade vom Markt kam. Die beiden kommen einander näher, sie ist vielbeschäftigte Schauspielerin, er ein Vertriebsprofi mit New York-Erfahrung. Er besucht sie, um ihre Buchführung zu machen, aber es kommt heraus, dass sie nur ein paar alte Kassenzettel hat und ihr die Gläubiger im Nacken sitzen. Schauspielerin ist sie eigentlich auch nicht. Und auch der Mann ist fünf Nummern kleiner, als er vorgibt. Ein energiegeladenes Stück für zwei Schauspieler, die sich selbst, einander und dem Publikum etwas vorgaukeln. Der Schluss bleibt offen: vielleicht landen sie am Golf von Mexiko, vielleicht in der Gosse.
1D-1H
2D-2H
UA: Theater Utrecht, 21.9.2015.
DSE: Junges Schauspielhaus Hamburg, 16.9.2016. R: Klaus Schumacher
Pio ist 16 und steht kurz vor dem Schulabschluss. Mit seiner besten Freundin Wobke liefert er sich verbale Scharmützel, und zu seinem Vater Leopord, der vor 20 Jahren aus Ruanda nach Holland geflohen ist, besteht ein enges, gar freundschaftliches Verhältnis. Doch dann verändert die Begegnung mit einer Unbekannten alles. Diese ältere Afrikanerin – Consolata – behauptet seinen Vater zu kennen. Anfangs skeptisch, vertraut sich Pio ihr zunehmend an und erfährt schreckliche Dinge, die mit dem Völkermord in Ruanda 1994 in Zusammenhang stehen. Vor allem muss er erkennen, dass sein Vater eine Vergangenheit hat, die von dem Völkermord der Hutu an den Tutsi nicht zu trennen ist. Wie lässt sich mit diesem Wissen leben? Die wechselseitige Abhängigkeit von Vergangenheit und Gegenwart wird in dem Stück durch den Wechsel verschiedener Zeit- und Stilebenen markiert. So wird die gegenwärtige Handlung immer wieder von Liedern und bildreichen Hexametern durchbrochen, die von der afrikanischen Vergangenheit erzählen.
2D-2H
Altersempfehlung: ab 15 Jahren.
4D-4H
UA: ROTHEATER Rotterdam/ KVS Brüssek, April 2005. R: Alize Zandwijk.
DSE: Theater Bremen, 23.4.2015. R: Alize Zandwijk
Auf dem abgelegenen Anwesen eines reichen Strumpffabrikanten erscheint das Leben wie eine endlose Folge von Grillparties, Schwimmen und Waldausflügen. Doch der Schein trügt: Die Familie ist im Begriff auseinanderzubrechen. Als zwei unbekannte junge Mädchen auftauchen, gerät die Situation außer Kontrolle und all die schlummernden Familientraumata, Lebenslügen, Hochstapeleien und Bankrotterklärungen kommen zutage.
4D-4H
1D-2H
UA: DASheater / theater ZUIDPOOL, Gent, 2005. R: Arne Sierens
Arne Sierens schickt die drei gestrandeten Figuren seines Stücks – den ehemaligen Unterwasserschweißer Michel, den gescheiterten Dompteur Gabriel und Mimi, die mit Trostpakten handelt – in ein Einkaufcenter. In der UA des belgischen Theaters Zuidpool war MARIAHHILF im Sommer 2005 zum Festival d’Avignon eingeladen.
"Man könnte meine Arbeit als Studien zu Überlebensstrategien in einer chaotischen Welt sehen. Alle meine Figuren sind Heilige. Ich schreibe ihr Leben auf." (Arne Sierens)
1D-2H
Besetzung ad libitum
UA: De Toneelmakerij, Amsterdam, 2012. R: Liesbeth Coltof
Preis für die eindrücklichste Jugentheaterproduktion von der Vereinigung der Theater- und Konzerthausdirektoren
15. Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis Duisburg 2013
Die ersten drei Jahre seines Lebens verbringt Mehmed zusammen mit seiner Mutter im Harem des Sultans Murat II. Ab seinem 5. Lebensjahr ist er Gouverneur einer Provinz in Anatolien. Als er 11 Jahre alt ist, wird sein Stiefbruder, Kronprinz Alladin Ali, von seinen eigenen Dienern ermordet. Mehmed wird Thronfolger. Ein Jahr später dankt sein Vater überraschend ab und der 12jährige Mehmed wird der 7. Sultan des riesigen osmanischen Reiches. Wie wächst ein Kind auf in einer Welt, die von Habgier und Machtgier, Angst und Eifersucht beherrscht wird? Und wie kommt es, dass dieser Junge zum Schrecken des Westens wird? Ein Stück für die ganze Familie.
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
2D-8H
UA: Nieuwpoorttheater / Het Palais, Antwerpen, 27.11.1998.
DE: Schauspiel Leipzig, 25.1.2003. R: André Turnheim
Mathieu ist 20 Jahre alt und studiert. Die Sommerferien seiner Kindheit hat er in einem kleinen Dorf verbracht. Eine unbestimmte Sehnsucht treibt ihn, diesen Ort heute noch einmal aufzusuchen. Er trifft auf Peggy, eine längst vergessen geglaubte Liebe, auf den Bäcker Oskar, für den es immer schwerer wird, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, auf Clemens, den verrückt-versponnenen Freund von damals. Der unerwartete Besuch des "Stadtstreichers" ruft in den jungen Menschen auf dem Land Erinnerungen hervor, lässt begrabene Konflikte aufbrechen. Und dennoch bleibt Mathieu ein Fremder, die Gemeinschaft der anderen hermetisch, läuft der ländliche Alltag in seinem gewohnten Trott. Neger, der Hund, der diesem Stück seinen Titel gibt, wird zum Sinnbild für die Figuren: niemand kümmert sich um ihn und doch ist er nicht unglücklich in einer Welt, die zwar klein, aber voller Geschichten ist.
Mit viel Gefühl für den Lebensraum seiner Figuren überzeugt Sierens vor allem durch den Rhythmus seiner Sprache. Die Dialoge gleichen einer Partitur, die zum Phantasieren einlädt und ihren Darstellern Raum zu Improvisation und Interpretation lässt.
2D-8H
2D-3H
UA: Theater an der Sihl, Zürich, 20.9.2000. R: Marcelo Diaz
Che Guevara – ein Mann, der sich dafür entschied, seine Gedanken, seine Kraft und seine Ideen für die Verbesserung des Lebens anderer Menschen einzusetzen. Das Stück befragt Che Guevaras Leben, seine Gedanken, Überzeugungen und Taten aus dem Blickwinkel seiner Tochter.
2D-3H
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
1D-1H
UA: Oud Huis Steckelbees Gent, 1990.
DE: Theater Aachen, 17.1.2008. R: Julia Afifi
In MOUCHETTE erzählt Arne Sierens die rührende, manchmal komische, manchmal bittere Geschichte zweier einsamer Seelen: Die 14jährige Mouchette hat sich in ihre Hütte zurückgezogen. Hier versteckt sie sich vor der Welt und besonders vor der Schule. Da taucht plötzlich Arsenio auf, ein älterer Mann, der sie zu kennen scheint und sich für ihre Lage interessiert: Was ist mit Mouchettes Mutter? Warum muss Mouchette für sich und die kleine Schwester alleine sorgen? Wo ist Mouchettes Vater, der Spanier? Allmählich findet Arsenio heraus, unter welchen Umständen Mouchette lebt – und im Gegenzug erfährt Mouchette, was Arsenio in seinem Leben fehlt. Ein Stück, das Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen angeht.
1D-1H
5 D/H
UA: Junge Oper Mannheim, 13.7.2014. R: Daniel Pfluger
Wolfgang Amadeus Mozart ist viel gereist in seinem Leben. Wien, München und Prag hat er besucht, war in Italien und Frankreich. Jetzt, da er seit Ewigkeiten tot ist, will er sich einen langgehegten Traum erfüllen. Denn Komponieren ist ja schön und gut, aber auch ein bisschen langweilig auf die Dauer. Höchste Zeit für etwas Neues, etwas Aufregenderes. Also macht sich Mozart auf den Weg. Über einen Abstecher in die Türkei gelangt er nach Moskau. Dort aber, auf dem Höhepunkt seiner Reise, wird er doch wieder komponieren: eine russisch-deutsche Mozartminioper für die Zarin.
Im Auftrag der Jungen Oper Mannheim hat Ad de Bont die Textvorlage für ein musikalisches Roadmovie geschrieben, in dem sich Mozart-Kompositionen mit neuer Musik des zeitgenössischen Wiener Komponisten Kurt Schwertsik mischen. "Der Witz des Stücks besitzt enorm viel Geist – wie es sich ja für echten Witz gehört. Er ist zwar ab acht Jahren freigegeben, (...) aber auch große Kinder können damit glücklich werden", so Hans-Günter Fischer in seiner Besprechung für den "Mannheimer Morgen".
5 D/H
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
Besetzung ad libitum
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 23.9.2005, R: Klaus Schumacher
Westafrika Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Ernte ist verdorrt. Attenquan und seine Kinder werden verhungern, wenn ihnen nicht ein Plan einfällt. Er beschließt, sich als Sklave für die Westindische Handelskompanie anzubieten, um mit dem Geld die Familie zu retten. Doch die Dinge kommen anders und noch schlimmer als erwartet. Seine Tochter Aba und sein Sohn Kodjo werden statt seiner an die Sklavenhändler verkauft. Es ist der Beginn einer langen Geschichte, die gespickt ist mit unterschiedlichsten Begegnungen voller Gewalt, Unsicherheit, Erniedrigung, aber auch Widerstand, Auswegen, Zuneigung und Liebe.
MUTTER AFRIKA erzählt die Lebensgeschichte des Mädchens Aba und ihres Bruders Kodjo. Durch die Figuren wird spürbar, was Machtmissbrauch und Rassismus bewirken können. Die Geschichte voller Leidenschaft und Emotionen beschreibt Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens und erinnert in ihrer Struktur an die Dramen Shakespeares.
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
2D-6H
UA: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 24.3.2000. R: Karst Woudstra
Eine niederländische Universitätsstadt im Jahr 1965. Die Familie Lanzenberg am Tag vor der jährlichen Reise nach Italien. Letzte Vorbereitungen: Der Vater Sam holt seine Schreibmaschine aus der Uni, der ältere Sohn Ruben hat noch eine Beziehungskiste aufzuräumen, der jüngere Daniel, everybody's darling, der am liebsten ein Mädchen wäre, muss noch ein Kleid für eine Klassenkameradin fertignähen, Doro, die Mutter, empfängt ein letztes Mal ihren Liebhaber und der Hausdrachen Bets räumt allen hinterher. Nur Rubens bester Freund Jorke ist schon fertig, er darf dieses Jahr mitfahren, es ist seine erste Reise ins Ausland.
Doch die heitere Aufbruchstimmung ist brüchig, eine vermeintliche Kleinigkeit fördert das so lange verdrängte Trauma der Familie zutage: Der Großvater, der Lebewohl sagen will, ertappt seinen jüngeren Enkel in Frauenkleidern und will fortan das Haus nicht mehr betreten. Denn Sams Vater hat, jenseits moralischer Bedenken, eine tiefsitzende Abneigung gegen Verkleidungen: Er musste als Jude, um sein Leben vor den Nazis zu retten, konvertieren und hat über alles Erlittene nie ein Wort verloren. Nun drängt es ihn, reinen Tisch zu machen, und das komplexe System der Verdrängung und des Verschweigens, das die Familie so erfolgreich etabliert hat, stürzt in sich zusammen. Ob nach Italien alles noch so sein wird wie vor Italien, lässt das Stück offen.
2D-6H
2D
UA: Het Palais, Antwerpen, 5.1.2001 / De Brakke Grond, Amsterdam, 21.1.2001. DE: Theater an der Parkaue, Berlin, 29.9.2005. R: Sascha Bunge
Im Mittelpunkt des Stückes stehen die Sehnsüchte des Mädchens Undine, deren Welt von den Schwierigkeiten der Erwachsenen bestimmt wird. Ihr Vater ist von zu Hause ausgezogen, die Mutter macht ihn schlecht - aber Undine will und kann ihn nicht vergessen.

RÄUBER, HERZENSDIEB wurde mit dem Deutsch-Niederländischen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: "RÄUBER, HERZENSDIEB ist ein theatralisches Gedicht, ein poetisches Theaterstück. Es ist eine Herausforderung für Regisseure und Schauspieler."
2D
Altersempfehlung: ab 8 Jahren.
von Ad de Bont
Übersetzung zusammen mit Maria von Loe
1D-2H
UA: Staatstheater Braunschweig, 9.5.1998. R: Thomas Lang
Rupa Lucian wurde kurz nach seiner Geburt von seiner Mutter aus Armut in ein Waisenhaus gegeben. Trotz widrigster Umstände überlebte das Kind. Weil er stark und intelligent ist, wird Rupa als Jugendlicher von Ceauçescus Schergen zum Securitate-Mann, zum Mörder erzogen. Während des Umsturzes 1989 aber wechselt Rupa die Seiten und gehört schließlich dem Kommando an, das das Todesurteil an Ceauçescu vollstreckt. Den Kontrast zu dieser Lebensgeschichte bildet ein Ehepaar aus Deutschland, das in Rumänien Urlaub macht. Die Touristen erkennen ihre Verantwortung und nehmen sich eines Waisenkindes aus Rumänien an. Rupa aber kann mit seiner Geschichte nicht leben und begeht Selbstmord. Durch den Wechsel der Perspektiven gelingt es Ad de Bont immer wieder, Distanz zum Geschehen herzustellen.
1D-2H
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
1D-3H
Mark und der Aids-infizierte Denver leben und arbeiten zusammen als Schauspieler, aber ihre homosexuelle Beziehung existiert nur noch in der Erinnerung. Denver leidet unter der ständigen Bedrohung des Ausbruchs seiner Krankheit und unter der Abwendung Marks, der die Nächte in Szenekneipen verbringt. Zu diesem Paar stoßen die beiden jungen Schauspielschüler Patrick und Sophie, um an einem Theaterprojekt mitzuwirken. Beide sind unerfahren und neugierig: Sophie fühlt sich zu dem attraktiven Mark hingezogen, Patrick entwickelt eine homoerotische Beziehung zu Denver. Im unbefangenen Umgang miteinander entsteht eine Vierecksbeziehung, die sie für beide Paare als Rettung erweist.
SPIEGELSPLITTER ist ein Stück über verloren gegangene und wiederentdeckte Zuneigung, über Ängste und Hoffnungen, über Vorurteile in der Gesellschaft.
1D-3H
von Karst Woudstra
Übersetzung zusammen mit Maria von Loe
3D-3H
UA: Schauspielschule Eindhoven, 17.6.1995. R: Karst Woudstra.
DE: Stadttheater Luzern, 20.11.1998. R: Hans-Peter Krüger
STRAND ist ein Sommerstück. Es zeigt sechs junge Leute in einer leichtfüßigen und zugleich melancholischen Ferienkomödie. Ein angehender Filmregisseur will mit seinen beiden Schwestern und ein paar Gästen einen Film drehen. 'Kleine Schikanen und eine große Liebe' - darum soll es gehen, und dazu manipuliert der Regisseur die Beteiligten nach Herzenslust.
3D-3H
von Emily Brontë
in einer Fassung von Jeroen Olyslaegers
3D-3H
UA: Theater Artemis, Den Bosch, 24.10.2009. R: Floor Huygen
In seiner Bearbeitung des Romans "Wuthering Heights" von Emily Brontë erzählt Jeroen Olyslaegers die dramatische Familiengeschichte, in deren Zentrum die komplexe Beziehung zwischen der Gutstochter Catherine und dem als Findelkind aufgenommenen Heathcliff steht, aus der Sicht der Haushälterin Nelly. Sie ist Teil des Geschehens und zugleich dessen Chronistin. Es geht um die großen Themen: Liebe, Sehnsucht, Eifersucht, um den Zwiespalt zwischen Gefühl und Konvention.

Empfohlen durch den Stückepool "Kaas & Kappes 2010":
"STURMHÖHE ist ein romantischer und fesselnder Text. Er erfordert viel Raum und Ruhe vom Leser - verdient dies aber auch. Die Geschichte wird erzählt von Haushälterin Nelly, welche die Familie ganz aus der Nähe beobachtet und die Zeit verstreichen sieht. Die Personen sind deutlich fühlbar und tragen eine Art von unausgesprochenem Geheimnis mit sich. Die Geschichte stellt eine Konstruktion dar, mit der große Themen wie Liebe, Lust, Sehnsucht und Eifersucht einhergehen."
3D-3H
Altersempfehlung: ab 13 Jahren.
5H (auch größer besetzbar)
UA: Nationaltheater Mannheim/Internationale Schillertage, 22.6.2013. R: Daniel Pfluger
Für die Mannheimer Schillertage 2013 überschrieb Ad de Bont Schillers Schauspiel "Wilhelm Tell" über den legendären Freiheitshelden. Dabei verlegte er die Handlung nach Ägypten in die Zeit der beginnenden Arabellion. Mubarak ist zwar bereits entmachtet, aber der Kampf um Demokratie noch lange nicht beendet. Immer noch ist die Bevölkerung dem Mutwillen der Polizei ähnlich grausam ausgesetzt wie die Schweizer unter Gessler. Hier wie dort werden Grundfragen des politischen Handelns gestellt.
5H (auch größer besetzbar)
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
2H
UA: Koniglijke Vlaamse Schauwburg / De botteelarij, Brüssel, 12.1.2002. R: Domien van der Meiren.
DSE: Schauspielhaus Bochum, 16.1.2004. R: Martin Höfermann
Ein Vater-Sohn-Duell der besonderen Art: Der Vater hat seinem Sohn zum ersten Mal eine Transaktion überlassen, will ihm das Geschäft übergeben. So weit, so typisch. Doch sein Geschäft ist schmutzig: Drogenhandel im großen Stil. Und die Dinge laufen nicht so, wie er sich das vorstellt. Die Abrechnung zwischen Vater und Sohn, die koksend auf dem Sofa sitzen, neben sich einen Koffer randvoll mit Scheinen, an denen noch frisches Blut klebt, wird immer brutaler. Bevormundung, nur mühevoll unterdrückte Aggression und Machtspielchen bestimmen die Atmosphäre. Die Vorbereitung eines neuen Deals wird zu einem verzweifelten Befreiungskampf des Jungen gegen den Alten, auf Leben und Tod, auf Ehre und Gewissen.
2H
1D-3H
UA: Het Kwartier / Ballet Dommage, 24.10.2014. R: Freek Mariën
Am Anfang ist die Welt in Ordnung. Da steht eine riesige Mauer. Davor ein kleiner Turm und vier Wachleute, wahre Helden ohne Angst. Sie kommen aus dem Wachturm, einer nach dem andern, sie warten und bewachen, sie patrouillieren und skandieren, sie reden und schweigen. Haben sie genug, gehen sie wieder zurück. Einer nach dem andern. Tag für Tag. Eine geregelte Welt.
Doch plötzlich fehlt einer, sind sie nur noch zu dritt. Jetzt wackelt die Ordnung. Sie stolpern, stocken, fallen aus dem Takt. Und sind gezwungen, einander und ihre Situation wahrzunehmen, Fragen zu stellen: Warum ist der vierte fort? Was wäre, wenn er zurückkäme? Was befindet sich eigentlich hinter der Mauer? Sind nicht sie selbst die Bewachten? Und was ist das für ein seltsamer Punkt am Horizont?
Mit WARTEN UND ANDERE HELDENTATEN hat der flämische Theatermacher Freek Mariën ein kluges und herausforderndes Stück nicht nur für Kinder geschrieben. Mit dem Auflösen einer Ordnung erzählt es universell von den Herausforderungen, die Veränderungen im Leben mit sich bringen, und von typischen Verhaltensmustern in Notsituationen.
Ausgezeichnet mit dem Taalunie Toneelschrijfprijs 2015.
1D-3H
Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
2D
UA: Theatergruppe Wederzijds, Amsterdam, 3.2.2003. R: Feico Sobel.
DE: Schnawwl, Mannheim, 7.5.2005. R: Kristo Šagor
ZABIBI UND MUZALIFA beschreibt eindrücklich die Geschichte von zwei afghanischen Mädchen unter dem Regime der Taliban und in den Wirren des Krieges. Die beiden Mädchen lernen sich in einem Flüchtlingslager kennen. So unterschiedlich die beiden sind, beide haben ihre Familie verloren. Ihr gemeinsame Überlebensstrategie ist, sich gegenseitig ihre Geschichte zu erzählen, sich ihrer Wurzeln und damit auch ihre Träume und Zukunftsvisionen zu vergewissern. Es ist kein Stück gegen eine bestimmte Kultur oder Religion, es ist die Geschichte von zwei Flüchtlingsmädchen, wie sie es zu allen Zeiten gegeben hat.
2D
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.