© Dominique Lafond

Catherine Léger

Catherine Léger, geboren 1980, ist Theaterautorin und schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen. Sie lebt in Montréal, wo sie 2005 ihr Studium des Szenischen Schreibens an der École Nationale de Théâtre du Canada abschloss. Ihre Texte wurden bislang in Kanada, Frankreich und den USA präsentiert.


Werke

Deutsch von Sonja Finck
2D-2H
UA: Théâtre Catfight / La Manufacture, April 2017. R: Philippe Lambert.
DSE: Teamtheater Tankstelle, München, 20.11.2019. R: Philipp Jeschek
Nachdem der Macho Cédric vor laufender Kamera eine Sportreporterin sexistisch beleidigt hat, was sich im Netz viral verbreitet, ist er in Erklärungsnot: gegenüber seiner Freundin Nadine, die ihn analysiert, gegenüber seinem politisch linksdenkenden Bruder Jean-Michel, der ihm ins Gewissen redet, und gegenüber seinem Arbeitgeber, der ihn feuert. Cédric beschließt mit seinem Bruder ein Buch zu schreiben, eine Mischung aus persönlicher Selbstanklage und öffentlicher Entschuldigung stellvertretend für das männliche Geschlecht. Um sich von den Zumutungen alltäglicher Verpflichtungen zu befreien und Zeit für das Schreiben zu gewinnen, engagiert er die Babysitterin Émy. Allerdings hat er die Rechnung ohne die real existierenden Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts gemacht. Während das Schreibprojekt unfreiwillig immer sexistischer wird, erprobt Nadine, unterstützt von Émy, die einer Männerfantasie entsprungen scheint, ihre Träume von Autorität und Unterwerfung.
In ihrer Komödie im TV-Sitcom-Stil befragt die Kanadierin Catherine Léger gesellschaftliche Konventionen und jüngere Phänomene wie die sprachliche Verrohung im Netz und eine sich ausbreitende 'rape culture'. Sie nimmt Formen von Frauenfeindlichkeit ebenso aufs Korn wie gesellschaftliche Verunsicherungen, die mit Genderdiskussionen einhergehen: Was ist Sexismus, was nicht? Was ist politisch korrekt, was nicht? Was 'normal', was nicht?
2D-2H