© Sanne Peper
Ad de Bont

geboren 1949 in Waspik, lebt in Haarlem bei Amsterdam. Ad de Bont ist eine der einflussreichsten und prägendsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Kindertheaters. Seit 1982 ist er künstlerischer Leiter der Gruppe Wederzijds in Amsterdam, mit der er an die 20 Theaterstücke entwickelte. Seit 1986, als der Verlag die Weltrechte des international noch Unbekannten übernahm, hat es weltweit an die 300 Inszenierungen seiner Theaterstücke in zehn Sprachen gegeben. MIRAD, EIN JUNGE AUS BOSNIEN aus... weiterlesen »

geboren 1949 in Waspik, lebt in Haarlem bei Amsterdam. Ad de Bont ist eine der einflussreichsten und prägendsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Kindertheaters. Seit 1982 ist er künstlerischer Leiter der Gruppe Wederzijds in Amsterdam, mit der er an die 20 Theaterstücke entwickelte. Seit 1986, als der Verlag die Weltrechte des international noch Unbekannten übernahm, hat es weltweit an die 300 Inszenierungen seiner Theaterstücke in zehn Sprachen gegeben. MIRAD, EIN JUNGE AUS BOSNIEN aus dem Jahr 1993 ist ein Meilenstein des politischen Kindertheaters und wurde in über 125 Produktionen in aller Welt gespielt, von Calgary bis Singapur, von Montevideo bis Belfast.

Auszeichnungen:

2013 Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis
2012 Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg
2012 Taalunie Toneelschrijfprijs
2010 Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis (Hauptpreis)
2009 Preis der ASSITEJ
2007 Ridder in de Orde van Oranje-Nassau
1998 Deutscher Kindertheaterpreis
1994 First International Ostakino Prize
 
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Theaterstücke (32)
Füchslein (Vosje)
Deutsch von Barbara Buri
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Barbara Buri
UA: Theaterhaus Frankfurt, 21.2.2002. R: Gordon Vajen
Die beiden Schwestern mit den kuriosen Namen Füchslein eins und Füchslein zwei sind allein unterwegs, und ganz allein auf der Welt. Sie wissen weder, ob ihre Eltern noch leben, noch wer sie sind oder waren. Ihre Eltern haben sie allein gelassen mit vielen Fragen: "Was ist geschehen? Warum habt ihr uns allein gelassen? Warum kümmert ihr euch nicht um uns? Kommt ihr wieder zurück?" Trotzdem fürchten sich die beiden Mädchen nicht. Sie sind groß und selbstständig, und sagen: "Wir brauchen niemanden", aber wenn sie die Augen schließen spüren sie, das ihnen etwas fehlt: ihre Eltern.
Alleine sein, sich verlassen fühlen – welches Kind kennt diese Gefühle nicht und muss doch lernen, mit ihnen zu leben. In seinem Stück für Vorschulkinder geht Ad de Bont außerordentlich einfühlsam mit diesem Thema um.
3D
3D




Haram (Haram)
Deutsch von Barbara Buri
Geschichte einer marokkanischen Familie
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Barbara Buri
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 25.2.2007. R: Klaus Schumacher
Die Eltern von Houari, Aziza und Said beschließen während eines Urlaubs in ihrem Heimatland Marokko, dass dieses Mal der Vater alleine nach Holland zurückkehren soll, dass die drei Kinder mit der Mutter zurückbleiben sollen, weil die europäischen Sitten im Gegensatz zu ihren Moralvorstellungen stehen. Die beiden Älteren sind entsetzt. Vor allem das Mädchen Aziza will sich nicht den restriktiven Moralvorstellungen der marokkanischen Gesellschaft fügen. Sie flieht zusammen mit ihrem Bruder Said.

HARAM ist Teil einer großen Trilogie, die der niederländische Autor Ad de Bont für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg geschrieben hat. Im Zentrum der Trilogie steht der große Mythos von der Irrfahrt des Oydsseus. Thematisch verbindet die drei Stücke (außerdem: EINE ODYSSEE und DESAPARECIDOS) das Motiv der zerissenen Familie.
mindestens 3 D/H
mindestens 3 D/H




Lügen (Ibuka)
Deutsch von Barbara Buri
von Ad de Bont
Deutsch von Barbara Buri
UA: Theater Utrecht, 21.9.2015.
DSE: Junges Schauspielhaus Hamburg, 16.9.2016. R: Klaus Schumacher
Pio ist 16 und steht kurz vor dem Schulabschluss. Mit seiner besten Freundin Wobke liefert er sich verbale Scharmützel, und zu seinem Vater Leopord, der vor 20 Jahren aus Ruanda nach Holland geflohen ist, besteht ein enges, gar freundschaftliches Verhältnis. Doch dann verändert die Begegnung mit einer Unbekannten alles. Diese ältere Afrikanerin – Consolata – behauptet seinen Vater zu kennen. Anfangs skeptisch, vertraut sich Pio ihr zunehmend an und erfährt schreckliche Dinge, die mit dem Völkermord in Ruanda 1994 in Zusammenhang stehen. Vor allem muss er erkennen, dass sein Vater eine Vergangenheit hat, die von dem Völkermord der Hutu an den Tutsi nicht zu trennen ist. Wie lässt sich mit diesem Wissen leben? Die wechselseitige Abhängigkeit von Vergangenheit und Gegenwart wird in dem Stück durch den Wechsel verschiedener Zeit- und Stilebenen markiert. So wird die gegenwärtige Handlung immer wieder von Liedern und bildreichen Hexametern durchbrochen, die von der afrikanischen Vergangenheit erzählen.
2D-2H
2D-2H




Mehmed der Eroberer (Mehmet de Veroveraar)
Deutsch von Barbara Buri
von Ad de Bont
Deutsch von Barbara Buri
UA: De Toneelmakerij, Amsterdam, 2012. R: Liesbeth Coltof
Preis für die eindrücklichste Jugentheaterproduktion von der Vereinigung der Theater- und Konzerthausdirektoren
15. Niederländisch-deutscher Kinder- und Jugenddramatikerpreis Duisburg 2013
Die ersten drei Jahre seines Lebens verbringt Mehmed zusammen mit seiner Mutter im Harem des Sultans Murat II. Ab seinem 5. Lebensjahr ist er Gouverneur einer Provinz in Anatolien. Als er 11 Jahre alt ist, wird sein Stiefbruder, Kronprinz Alladin Ali, von seinen eigenen Dienern ermordet. Mehmed wird Thronfolger. Ein Jahr später dankt sein Vater überraschend ab und der 12jährige Mehmed wird der 7. Sultan des riesigen osmanischen Reiches. Wie wächst ein Kind auf in einer Welt, die von Habgier und Machtgier, Angst und Eifersucht beherrscht wird? Und wie kommt es, dass dieser Junge zum Schrecken des Westens wird? Ein Stück für die ganze Familie.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Mirad, ein Junge aus Bosnien - Teil 1 (Mirad, een Jongen uit Bosnie)
Deutsch von Jochen Neuhaus
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Jochen Neuhaus
UA: Wederzijds, Amsterdam, 1993.
DSE: Spilkischte, Basel, 24.10.1993. R: Ad de Bont
Djuka und Fazila erzählen vom Schicksal ihres Neffen Mirad in den Wirren des Bosnien-Krieges. Einen Tag nach seinem dreizehnten Geburtstag beginnt der Krieg auch in den Straßen seiner Heimatstadt. Mirad muss hilflos mit ansehen, wie seine Familie nach und nach zerfällt und Opfer des Kriegs wird. Ihm selbst bleibt nur die Flucht aus seiner Heimat, die keine mehr ist. Trotzdem beschließt er am Ende des Stücks – und daran knüpft der zweite Teil an –, nach Bosnien zurückzukehren, um seine verschollene Mutter zu suchen.
1D-1H
1D-1H




Mirad, ein Junge aus Bosnien - Teil 2 (Mirad, een Jongen uit Bosnie)
Deutsch von Jochen Neuhaus
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Jochen Neuhaus
UA: Wederzijds, Amsterdam, 1993.
DSE: Spilkischte, Basel, 24.10.1993. R: Ad de Bont
Wie am Ende des ersten Teils angekündigt, geht Mirad im zweiten Teil des Stückes zurück nach Bosnien und macht sich auf die Suche nach seiner Mutter. Die Handlung verschränkt die Suche des Jungen mit den Kriegserlebnissen der Mutter. Für beide stellt sich dabei immer wieder die Frage, wie sie trotz und mit dem Erlebten weitermachen können.
1D-1H
1D-1H




MIRAD, EIN JUNGE AUS BOSNIEN
Deutsch von Jochen Neuhaus




Mozart in Moskau
Deutsch von Barbara Buri
von Ad de Bont
Deutsch von Barbara Buri.
Musik von W.A. Mozart und Kurt Schwertsik
UA: Junge Oper Mannheim, 13.7.2014. R: Daniel Pfluger
Wolfgang Amadeus Mozart ist viel gereist in seinem Leben. Wien, München und Prag hat er besucht, war in Italien und Frankreich. Jetzt, da er seit Ewigkeiten tot ist, will er sich einen langgehegten Traum erfüllen. Denn Komponieren ist ja schön und gut, aber auch ein bisschen langweilig auf die Dauer. Höchste Zeit für etwas Neues, etwas Aufregenderes. Also macht sich Mozart auf den Weg. Über einen Abstecher in die Türkei gelangt er nach Moskau. Dort aber, auf dem Höhepunkt seiner Reise, wird er doch wieder komponieren: eine russisch-deutsche Mozartminioper für die Zarin.
Im Auftrag der Jungen Oper Mannheim hat Ad de Bont die Textvorlage für ein musikalisches Roadmovie geschrieben, in dem sich Mozart-Kompositionen mit neuer Musik des zeitgenössischen Wiener Komponisten Kurt Schwertsik mischen. "Der Witz des Stücks besitzt enorm viel Geist – wie es sich ja für echten Witz gehört. Er ist zwar ab acht Jahren freigegeben, (...) aber auch große Kinder können damit glücklich werden", so Hans-Günter Fischer in seiner Besprechung für den "Mannheimer Morgen".
5 D/H
5 D/H




Mutter Afrika (Moeder Afrika)
Deutsch von Barbara Buri
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Barbara Buri
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 23.9.2005, R: Klaus Schumacher
Westafrika Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Ernte ist verdorrt. Attenquan und seine Kinder werden verhungern, wenn ihnen nicht ein Plan einfällt. Er beschließt, sich als Sklave für die Westindische Handelskompanie anzubieten, um mit dem Geld die Familie zu retten. Doch die Dinge kommen anders und noch schlimmer als erwartet. Seine Tochter Aba und sein Sohn Kodjo werden statt seiner an die Sklavenhändler verkauft. Es ist der Beginn einer langen Geschichte, die gespickt ist mit unterschiedlichsten Begegnungen voller Gewalt, Unsicherheit, Erniedrigung, aber auch Widerstand, Auswegen, Zuneigung und Liebe.
MUTTER AFRIKA erzählt die Lebensgeschichte des Mädchens Aba und ihres Bruders Kodjo. Durch die Figuren wird spürbar, was Machtmissbrauch und Rassismus bewirken können. Die Geschichte voller Leidenschaft und Emotionen beschreibt Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens und erinnert in ihrer Struktur an die Dramen Shakespeares.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Rupa Lucian (Rupa Lucian)
Deutsch von Barbara Buri und Maria von Loe
von Ad de Bont
Aus dem Niederländischen von Barbara Buri und Maria von Loe
UA: Staatstheater Braunschweig, 9.5.1998. R: Thomas Lang
Rupa Lucian wurde kurz nach seiner Geburt von seiner Mutter aus Armut in ein Waisenhaus gegeben. Trotz widrigster Umstände überlebte das Kind. Weil er stark und intelligent ist, wird Rupa als Jugendlicher von Ceauçescus Schergen zum Securitate-Mann, zum Mörder erzogen. Während des Umsturzes 1989 aber wechselt Rupa die Seiten und gehört schließlich dem Kommando an, das das Todesurteil an Ceauçescu vollstreckt. Den Kontrast zu dieser Lebensgeschichte bildet ein Ehepaar aus Deutschland, das in Rumänien Urlaub macht. Die Touristen erkennen ihre Verantwortung und nehmen sich eines Waisenkindes aus Rumänien an. Rupa aber kann mit seiner Geschichte nicht leben und begeht Selbstmord. Durch den Wechsel der Perspektiven gelingt es Ad de Bont immer wieder, Distanz zum Geschehen herzustellen.
1D-2H
1D-2H