Heiner Gimmler
geboren 1940 in Hoyerswerda/Schlesien. Studium der Slavistik, Germanistik und Philosophie in Marburg, Berlin, Stockholm, Oslo, Kopenhagen. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Von 1976 bis 1980 Dramaturg am Burgtheater Wien. Lebt heute als freier Übersetzer in Berlin.
geboren 1940 in Hoyerswerda/Schlesien. Studium der Slavistik, Germanistik und Philosophie in Marburg, Berlin, Stockholm, Oslo, Kopenhagen. Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Von 1976 bis 1980 Dramaturg am Burgtheater Wien. Lebt heute als freier Übersetzer in Berlin.
 
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Übersetzungen (27)
Ein Volksfeind (En folkefiende, 1883)
von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Volkstheater Wien, 20.10.1985. R: Dietmar Pflegerl
Badearzt Dr. Tomas Stockmann macht die Entdeckung, dass die städtischen Heilbäder durch Abwässer verseucht sind. Er will diese Tatsache im örtlichen "Volksblatt" publizieren. Doch stößt sein Ansinnen auf wenig Gegenliebe. Stattdessen lässt der Stadtrat eine lapidare Erklärung drucken, die den Vorgang herunterspielt. Dr. Stockmann jedoch lässt nicht locker und bohrt immer weiter, bis das Örtchen ihn einstimmig zum "Volksfeind" erklärt. Aber er denkt nicht daran, aufzugeben...
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Fräulein Julie (Fröken Julie, 1888)
von August Strindberg
Aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Staatstheater Stuttgart, 30.5.1981. R: Peter Löscher
Julie, ein adliges Fräulein, benutzt die Abwesenheit ihres Vaters, um sich dem Hausdiener Jean zu nähern. Sie fordert ihn zum Tanz auf. Jean fühlt sich geschmeichelt, fürchtet jedoch den Zorn seines Herren. Trotzdem sind die Rollen von Herrin und Knecht schließlich vertauscht, und Jean überredet Julie, Geld aus der Schatulle des Vaters zu stehlen, um mit ihm zu fliehen. Doch als der Vater zurückkehrt und nach Jean läutet, verwandelt sich dieser wieder in den unterwürfigen Diener...

Neben einer philologisch zuverlässigen Textgestalt garantiert der Theaterdramaturg Heiner Gimmler mit großem Gespür für Dialog und szenischen Rhythmus auch Fassungen, die sich von den oft ungelenken und behäbigen älteren Übersetzungen wohltuend abheben. Durch die ihnen eigene Genauigkeit und Liebe zur Authentizität bieten sie einen Strindberg von heute; sie werden der sprachlichen Sensibilität und Schärfe des Autors gerecht. Gimmler berücksichtigte jeweils die letzten Ergebnisse der Strindberg-Forschung. Er verwendete die Stockholmer historisch-kritische Strindberg-Gesamtausgabe ebenso wie Strindbergs Handschriften. "Die Übersetzung repräsentiert den Textstatus, wie er von Strindberg in seinem Originalmanuskript mit allen eigenhändigen Korrekturen und Strichen für den Druck vorgesehen war." (Heiner Gimmler)

Regisseure wie Ingmar Bergmann, Andrea Breth, Matthias Hartmann, Thomas Langhoff, Ernst Wendt, Hans Neuenfels u.v.a haben bislang auf Heiner Gimmlers Übersetzungen zurückgegriffen.
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Gespenster (Gengangere, 1882)
von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Staatstheater Darmstadt, 2.11.1984. R: Jens Pesel
Osvald Alving kommt aus Paris nach Hause zu seiner Mutter in der norwegischen Provinz. Am nächsten Tag will Helene Alving das Kinderheim eröffnen, das sie mit dem Vermögen ihres verstorbenen Mannes gestiftet hat. Zu diesem Anlass reist auch Pastor Manders an, die Jugendliebe Helenes und nun ihr Finanzberater, den sie einst zugunsten des Kammerherrn Alving zurückgewiesen hat.
Doch mit den Gästen halten zugleich die "Gespenster" der Vergangenheit Einzug in den Landsitz von Frau Alving - die Fassade der Wohlanständigkeit zerbricht: Helenes Lebenslüge kommt ans Licht, mit der sie jahrelang die Ausschweifungen ihres Mannes gedeckt hat. Auch die Moral des Pastors entpuppt sich als scheinheilig. Und Regine, die als Dienstmädchen bei Frau Alving lebt und als Tochter des Tischlers Engstrand gilt, ist in Wahrheit das Ergebnis eines Seitensprungs des Kammerherrn. Osvald schließlich, der heimgekehrte Sohn, ist nicht nur müde von der Reise, sondern auch todkrank...
Henrik Ibsen schrieb GESPENSTER 1881 und löste damit einen Skandal aus. Er spricht darin damals zentrale Themen an: Inzest, Syphilis, Moral- und Wertekonservatismus und die brandaktuelle Darwin’sche Vererbungstheorie.
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Gespenstersonate (Spöksonaten, 1908)
von August Strindberg
Aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Schauspiel Köln, 12.10.1985. R: Ernst Wendt
"Um die Enthüllung der Vergangenheit und die Verwicklungen hinter der bürgerlichen Fassade eines Hauses geht es auch in 'Spöksonaten' ... An einem Sonntagmorgen bittet der Student Archenholz ein Milchmädchen an einem Brunnen um Wasser. Auf der Bühne ist außer ihnen noch der alte Direktor Hummel, der im Rollstuhl sitzt und sich wundert, mit wem der Student spricht. Für ihn ist das Milchmädchen, das nur der Student, das 'Sonntagskind', sieht, unsichtbar. Hummel wendet sich an den Studenten und verrät ihm, dass er seinen Vater kannte und dass dieser tief in seiner Schuld stand. Der Student könne dies durch einen Gefallen wiedergutmachen. Er solle am Abend ins Theater gehen und sich Wagners Walküre anhören. Dort werde er den Oberst und dessen Tochter treffen, die in dem Haus wohnten, vor dem das Gespräch stattfindet. Der Oberst wurde einst von seiner Frau verlassen, sie kehrte jedoch zu ihm zurück und lebt nun als Mumie in einem Wandschrank im Haus, krächzend wie ein Papagei." (Kindlers Literatur Lexikon)

Neben einer philologisch zuverlässigen Textgestalt garantiert der Theaterdramaturg Heiner Gimmler mit großem Gespür für Dialog und szenischen Rhythmus auch Fassungen, die sich von den oft ungelenken und behäbigen älteren Übersetzungen wohltuend abheben. Durch die ihnen eigene Genauigkeit und Liebe zur Authentizität bieten sie einen Strindberg von heute; sie werden der sprachlichen Sensibilität und Schärfe des Autors gerecht. Gimmler berücksichtigte jeweils die letzten Ergebnisse der Strindberg-Forschung. Er verwendete die Stockholmer historisch-kritische Strindberg-Gesamtausgabe ebenso wie Strindbergs Handschriften. "Die Übersetzung repräsentiert den Textstatus, wie er von Strindberg in seinem Originalmanuskript mit allen eigenhändigen Korrekturen und Strichen für den Druck vorgesehen war." (Heiner Gimmler)

Regisseure wie Ingmar Bergmann, Andrea Breth, Matthias Hartmann, Thomas Langhoff, Ernst Wendt, Hans Neuenfels u.v.a haben bislang auf Heiner Gimmlers Übersetzungen zurückgegriffen.
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Gläubiger (Fordringsägare, 1888)
von August Strindberg
Aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Schauspiel Köln, 28.2.1987. R: Peter Löscher
1974 legte Heiner Gimmler als erste seiner Strindberg-Übersetzungen die Liebes-"Komödie" MIT DEM FEUER SPIELEN vor. Seither folgten zwölf weitere Stücke des schwedischen Seelenforschers und Wegbereiters fragmentarischer Formen auf dem Theater. Darunter sind nicht nur die oft gespielten "Klassiker" wie FRÄULEIN JULIA, EIN TRAUMSPIEL, TOTENTANZ oder GESPENSTERSONATE, sondern auch kleinere und unbekanntere Stücke wie etwa das Kammerspiel DER PELIKAN und der Einakter GLÄUBIGER.

Neben einer philologisch zuverlässigen Textgestalt garantiert der Theaterdramaturg Heiner Gimmler mit großem Gespür für Dialog und szenischen Rhythmus auch Fassungen, die sich von den oft ungelenken und behäbigen älteren Übersetzungen wohltuend abheben. Durch die ihnen eigene Genauigkeit und Liebe zur Authentizität bieten sie einen Strindberg von heute; sie werden der sprachlichen Sensibilität und Schärfe des Autors gerecht. Gimmler berücksichtigte jeweils die letzten Ergebnisse der Strindberg-Forschung. Er verwendete die Stockholmer historisch-kritische Strindberg-Gesamtausgabe ebenso wie Strindbergs Handschriften. "Die Übersetzung repräsentiert den Textstatus, wie er von Strindberg in seinem Originalmanuskript mit allen eigenhändigen Korrekturen und Strichen für den Druck vorgesehen war." (Heiner Gimmler)

Regisseure wie Ingmar Bergmann, Andrea Breth, Matthias Hartmann, Thomas Langhoff, Ernst Wendt, Hans Neuenfels u.v.a haben bislang auf Heiner Gimmlers Übersetzungen zurückgegriffen.
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Hedda Gabler (Hedda Gabler, 1891)
von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Burgtheater Wien, 20.5.1978. R: Peter Palitzsch
Von einer fast sechsmonatigen Hochzeitsreise heimgekehrt, haben sich die Generalstochter Hedda Gabler und der Kunsthistoriker Jørgen Tesman einen Traum erfüllt und sind in eine Villa gezogen. Bald erfahren sie, dass Ejlert Løvborg, ein Jugendfreund Tesmans und Heddas ehemaliger Geliebter, wieder in der Stadt ist, dass er seinen Alkoholismus überwunden und gemeinsam mit Thea Elvsted, einer Bekannten aus Heddas Schulzeit, ein Buch geschrieben hat. Inzwischen gelangweilt von ihrem gutmütigen Ehemann, sucht Hedda die Nähe der beiden, drängt sich - berechnend und manipulativ - in ihre Beziehung und treibt den labilen Løvborg schließlich in den Selbstmord. Doch wird damit auch Hedda selbst zum Spielball: von Richter Brack, der um ihre Mitschuld an Løvborgs Suizid weiß...
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John Gabriel Borkman (John Gabriel Borkman, 1897)
von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Bayerisches Staatsschauspiel, München, 31.5.1985. R: Ingmar Bergman
16 Jahre ist es her, dass der Bankdirektor John Gabriel Borkman Gelder verspekuliert und damit nicht nur sich selbst, sondern auch viele Anleger in den Ruin gestürzt hat. Aus dem Gefängnis entlassen, lebt er nun im oberen Stockwerk einer Villa, die seit dem Bankrott seiner Schwägerin Ella Rentheim gehört. Die unteren Räume werden von seiner Frau Gunhild bewohnt, die ihrem Mann die Schmach des sozialen Absturzes noch immer nicht verziehen hat. Obwohl sie mit ihm unter einem Dach lebt, will sie ihn nicht mehr sehen – acht Jahre lang sind sie sich einander nicht begegnet. Sie hört immer nur seine ruhelosen, einsamen Schritte in den oberen Räumen.
Gunhilds einziges Ziel ist es, sich Genugtuung zu verschaffen für den Verlust von Ehre und Vermögen. Ihr Sohn Erhart soll alles wieder gutmachen und den Namen Borkman reinwaschen. Mit Ehrgeiz und erdrückender Mutterliebe lenkt sie seine Geschicke. Doch auch ihre Schwester Ella möchte Erhart für sich gewinnen. Sie hatte den Neffen einst, als die Katastrophe über die Familie hereinbrach, zu sich geholt und aufgezogen. Eine erbitterte Auseinandersetzung zwischen den Schwestern beginnt, in der alle alten Wunden wieder aufreißen. Denn schon einmal haben die beiden Frauen um einen Mann gekämpft: um John Gabriel...

"Heiner Gimmlers gut sprechbare Übersetzung" (Neue Zürcher Zeitung) ist auf Wunsch Ingmar Bergmans für das Münchner Residenztheater entstanden.
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Klein Eyolf (Lille Eyolf, 1892)
von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Bochum, 21.11.1986. R: Peter Fitz
Weil er als Säugling vom Tisch gefallen ist, läuft der kleine Eyolf mit einem verkrüppelten Bein herum. Seit dem Unfall haben sich seine Eltern, Rita und Alfred Allmers, auseinander gelebt. Alfred hat sich in wissenschaftliche Arbeiten zurückgezogen. Rita fühlt sich von ihm abgewiesen, und das umso mehr, als Alfred plötzlich beschließt, zwar die Arbeit aufzugeben, seine Kraft und Zeit aber stattdessen einzig und allein dem inzwischen 9jährigen Sohn zu widmen.
Eines Tages erscheint eine alte Frau, die "Rattenjungfer", und bietet den Allmers ihre Dienste an: Sie will die Ratten des Hauses in den Fjord locken. Fasziniert von der geheimnisvollen Frau, folgt Eyolf ihr zum Wasser und ertrinkt. Mit dem Tod des Jungen kehrt auch die Vergangenheit zurück, brechen wechselseitige Vorwürfe, Gefühle von Eifersucht und Schuld wieder in das Leben der Allmers ein...

Heiner Gimmlers "prägnante Übersetzung" (Frankfurter Rundschau) von KLEIN EYOLF legte schon Fritz Marquardt 1995 seiner Inszenierung am Berliner Ensemble – mit Martin Wuttke als Alfred Allmers – zugrunde.
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Mit dem Feuer spielen (Leka med elden, 1892)
von August Strindberg
Aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 7.12.1974. R: Peter Löscher
1974 legte Heiner Gimmler als erste seiner Strindberg-Übersetzungen die Liebes-"Komödie" MIT DEM FEUER SPIELEN vor. Seither folgten zwölf weitere Stücke des schwedischen Seelenforschers und Wegbereiters fragmentarischer Formen auf dem Theater. Darunter sind nicht nur die oft gespielten "Klassiker" wie FRÄULEIN JULIA, EIN TRAUMSPIEL, TOTENTANZ oder GESPENSTERSONATE, sondern auch kleinere und unbekanntere Stücke wie etwa das Kammerspiel DER PELIKAN und der Einakter GLÄUBIGER.

Neben einer philologisch zuverlässigen Textgestalt garantiert der Theaterdramaturg Heiner Gimmler mit großem Gespür für Dialog und szenischen Rhythmus auch Fassungen, die sich von den oft ungelenken und behäbigen älteren Übersetzungen wohltuend abheben. Durch die ihnen eigene Genauigkeit und Liebe zur Authentizität bieten sie einen Strindberg von heute; sie werden der sprachlichen Sensibilität und Schärfe des Autors gerecht. Gimmler berücksichtigte jeweils die letzten Ergebnisse der Strindberg-Forschung. Er verwendete die Stockholmer historisch-kritische Strindberg-Gesamtausgabe ebenso wie Strindbergs Handschriften. "Die Übersetzung repräsentiert den Textstatus, wie er von Strindberg in seinem Originalmanuskript mit allen eigenhändigen Korrekturen und Strichen für den Druck vorgesehen war." (Heiner Gimmler)

Regisseure wie Ingmar Bergmann, Andrea Breth, Matthias Hartmann, Thomas Langhoff, Ernst Wendt, Hans Neuenfels u.v.a haben bislang auf Heiner Gimmlers Übersetzungen zurückgegriffen.
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Nach Damaskus (Till Damaskus, 1898)
von August Strindberg
Aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
UA der Übersetzung: Schauspiel Bonn, 10.10.1998. R: David Mouchtar-Samorai
Dieses erste "Traumspiel" Strindbergs ist ein Schlüsselwerk des modernen Theaters. Die klassische Einheit der Handlung ist ersetzt durch die Einheit des Ichs. Die Stationendramaturgie trägt dem Rechnung; die Szenenfolge ist kein Handlungskontinuum mehr, sondern eine Projektion des Ich. Der Unbekannte flüchtet vor der fremd gewordenen Welt zu sich selber und steht erneut Fremden gegenüber: "Nicht den Tod, sondern die Einsamkeit fürchte ich, denn in der Einsamkeit trifft man jemand. Ich weiß nicht, ob es jemand anderes ist oder ob ich mich selbst wahrnehme, aber in der Einsamkeit ist man nicht einsam. Die Luft wird dichter, die Luft wächst, und es beginnen Wesen zu wachsen, die unsichtbar sind, aber die man wahrnimmt und die Leben haben."

In Heiner Gimmlers "Verschärfung einer älteren Übertragung von Elias und Schlenther" (FR) wurde NACH DAMASKUS 1998 in der Regie von David Mouchtar-Samorai am Schauspiel Bonn erstaufgeführt.
4D-6H (Statisten)
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