François Smesny

geboren 1968 in Cannes, lebt als Schauspieler und Übersetzer in Berlin. Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Nach mehreren Jahren am Theater (Dortmund und Detmold), spielte er von 1998 bis 2001 in der Vorabendserie "Marienhof". Es folgte ein Engagement für die Krankenhausserie "Alphateam" (bis 2004), außerdem stand er im Reutlinger Theater „Die Tonne“ und bei den Ettlinger Schloßfestspielen auf der Bühne. François Smesny gründete im Frühjahr 2005 das Hörbuchlabel O-Ton-Produktion. weiterlesen »

geboren 1968 in Cannes, lebt als Schauspieler und Übersetzer in Berlin. Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule. Nach mehreren Jahren am Theater (Dortmund und Detmold), spielte er von 1998 bis 2001 in der Vorabendserie "Marienhof". Es folgte ein Engagement für die Krankenhausserie "Alphateam" (bis 2004), außerdem stand er im Reutlinger Theater „Die Tonne“ und bei den Ettlinger Schloßfestspielen auf der Bühne. François Smesny gründete im Frühjahr 2005 das Hörbuchlabel O-Ton-Produktion.
 
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Übersetzungen (4)
Coco (Coco)
von Bernard-Marie Koltès
Aus dem Französischen von François Smesny
Nach ROBERTO ZUCCO, 1988, hatte Bernard-Marie Koltès mehrere Schreibprojekte, die skizzenhaft blieben. Eines davon war der Mode-Ikone Coco Chanel zugeeignet. Überliefert sind drei Szenen, die im Nachlass entdeckt wurden und jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen.
COCO ist eine kleine, tragikomische Studie über das Verhältnis von Herr und Knecht und über das große Thema von Koltès' Werk: die Einsamkeit.
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Der weite Weg (La Marche)
von Bernard-Marie Koltès
Aus dem Französischen von François Smesny
UA: Théâtre du Quai, Straßburg, Mai 1971. R: Bernard-Marie Koltès.
DSE: Studio-Bühne Essen, 14.3.2010. R: Wolfgang Gruber
Bald 40 Jahre nach seiner Entstehung liegt DER WEITE WEG nun endlich in deutscher Übersetzung vor. Das Stück ist eine Partitur für vier Stimmen, ein lyrisch-dichter Text, in dessen Zentrum zwei Paare stehen: zwei ältere Eheleute und ein junges Brautpaar. In Form von Variationen, Wiederholungen und Kontrapunkten spielen die vier das Motiv vom beschwerlichen, "weiten Weg" der Liebe durch: vom Krieg der Geschlechter und der Unerreichbarkeit von Mann und Frau. Ständig setzen die Figuren neu an, brechen ab, beginnen von vorn, umkreisen und belauern sich mit Worten. Dazwischen scheinen, wie ein gegenläufiges Motiv, Erinnerungen an eine gesellschaftliche Katastrophe – einen Krieg, einen Terroranschlag? – auf, die alle Versuche eines Neuanfangs absurd erscheinen lassen.
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Hamlet. Der Tag der Morde (Le Jour des meurtres dans l’histoire d'Hamlet)
von Bernard-Marie Koltès
Aus dem Französischen von François Smesny
UA: Théâtre du Marché aux Grains, Bouxwiller, 2006. R: Pierre Diependaële.
DE: Staatstheater Stuttgart, 20.9.2008. R: Ernst Stötzner
Schon früh, von 1969 an, hat sich Bernard-Marie Koltès intensiv mit den Dramen Shakespeares beschäftigt. Auf der Grundlage insbesondere der französischen Hamlet-Übersetzung von Yves Bonnefoy schrieb er 1974 HAMLET. DER TAG DER MORDE – eine Adaption, ein Shakespeare-Kondensat vergleichbar Heiner Müllers "Hamletmaschine" oder Susan Sontags Ibsen-Bearbeitung "Die Frau vom Meer".
Die Handlung konzentriert Koltès dabei ganz auf die vier Hauptfiguren: Hamlet, Ophelia, Claudius und Gertrud. Er spielt mit der Shakespeare’schen Vorlage, variiert deren Themen, Motive und Sätze und fügt sie zu einem neuen Ganzen zusammen. Auf diese Weise ist ein dichter, poetischer Text entstanden – das Psychogramm einer in Auflösung begriffenen Gesellschaft, die nurmehr sich selbst kennt.
In Koltès’ Bearbeitung gibt es keine Außenwelt und, damit verbunden, auch keinen Ausweg aus der familiären Tragödie: Der Konflikt mit Norwegen wird nur vage angedeutet, es herrscht Krieg, doch niemand weiß, gegen wen und warum.
Ein magisch leuchtender Totentanz einer unausweichlich dem Untergang zutreibenden Welt, der bereits die Motive aus Koltès’ späteren Stücken vorwegnimmt.
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Trunkener Prozess (Procès ivre)
von Bernard-Marie Koltès
Aus dem Französischen von François Smesny
UA: Théâtre du Quai, Straßburg, Mai 1971. R: Bernard-Marie Koltès.
DSE: Staatstheater Kassel, 12.9.2008. R: Schirin Khodadadian
Der junge Bernard-Marie Koltès träumt Dostojevskij: Nach dem Roman "Schuld und Sühne" hat der damals gerade 23jährige Koltès einen nächtlichen Reigen der Einsamen geschrieben, in dessen Mittelpunkt der Mörder Rodion steht. Wie unter einem Brennglas wird die Handlung von Dostojewskijs Romans auf einen Raum fokussiert, in dem sich ein selbstzerstörerischer Albtraum abspielt. In der gewaltsamen Überschreitung moralischer Grenzen sucht Rodion Antworten zu finden und versucht, die Welt aus den Fugen zu treiben: eine rücksichtslose und unerhörte Art zu sagen, dass sich etwas ändern muss – und kann. Auch die Frauen zieht er in den Strudel des moralischen Verfalls.
Um Rodion gruppieren sich im TRUNKENEN PROZESS andere Nachtgestalten und Gestrandete. Ihnen allen versucht Rodion zu entfliehen, und doch verfolgen sie ihn bis in seine Gedanken hinein.
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