Peter O. Chotjewitz

geboren 1934 in Berlin. Nach seinem Studium der Musik, Philosophie, Geschichte und Jura praktizierte er ab 1975 als Anwalt und wurde unter anderem bekannt durch seine Verteidigung von Andreas Baader. 1967 verließ der gelernte Maler und Rechtsanwalt Peter O. Chotjewitz die seiner Meinung nach kleinkarierte BRD Richtung Italien und fand dort einen Bruder im Geiste: Dario Fo. Dessen Werke, die er seit jeher übersetzt, sind durch Chotjewitz’ Feder auf die deutschen Verhältnisse übertragen worden... weiterlesen »

geboren 1934 in Berlin. Nach seinem Studium der Musik, Philosophie, Geschichte und Jura praktizierte er ab 1975 als Anwalt und wurde unter anderem bekannt durch seine Verteidigung von Andreas Baader. 1967 verließ der gelernte Maler und Rechtsanwalt Peter O. Chotjewitz die seiner Meinung nach kleinkarierte BRD Richtung Italien und fand dort einen Bruder im Geiste: Dario Fo. Dessen Werke, die er seit jeher übersetzt, sind durch Chotjewitz’ Feder auf die deutschen Verhältnisse übertragen worden und haben Fo zu einem der beliebtesten Autoren in der deutschen Theaterlandschaft gemacht. Peter O. Chotjewitz starb 2010 in Stuttgart.
 
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Übersetzungen (9)
Bezahlt wird nicht (Non si paga! Non si paga!)
von Dario Fo
Deutsch Peter O. Chotjewitz
UA: Palazzino Liberty Milano, 3.10.1974.
DE: Schauspiel Frankfurt, 25.11.1976. R: Arturo Corso.
DE der Neufassung: Städtische Bühnen Osnabrück, 12.12.2009. R: Dorothea Schröder
Aus Wut über die sprunghafte Erhöhung der Lebensmittelpreise entschließen sich Antonia und Margherita, den Supermarkt zu plündern. Zu Hause verstecken sie die Ware vor ihren ebenso ahnungslosen wie gesetzestreuen Ehemännern. Als die Polizei beginnt, die Wohnungen zu durchsuchen, wird es brenzlig. Ein rasantes Verwirrspiel beginnt.
Eine sozialkritische Farce über explodierende Inflationsraten, Wirtschaftskrisen und Politikerlügen. Dario Fos Komödie ist eine hochkomische Mischung aus politischer Utopie und Stegreifkomödie, die ganz in der Tradition des italienischen Volkstheaters steht.
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Einer für alle, alle für einen! Verzeihung, wer ist hier eigentlich der Boss? (Tutti uniti, tutti insieme! Ma scusa, quello non è il padrone?)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Casa del Popolo Varese, 27.3.1971.
DE: Staatstheater Stuttgart, 28.8.1977. R: Valentin Jeker
Eines der historischen Lehrstücke von Dario Fo, das vor dem Hintergrund der ersten großen Krise des Kapitalismus spielt: dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen. Anhand von Szenen aus den Jahren 1911 bis 1923 schildert Fo das Aufkommen des Faschismus in Italien, das Zerbrechen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei an der Frage des Kriegseintritts Italiens und unter dem Eindruck des Siegs der Oktoberrevolution in Russland.
Aber Fo wäre nicht Fo, wenn er daraus einen trockenen chronologischen Exkurs machen würde. Vielmehr verbindet EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN! in gewohnter Fo'scher Manier Politik und Humor zu einem vor Einfällen überbordenden Theaterspaß. In dessen Mittelpunkt steht die junge Antonia, die sich von einer unbedarften Näherin zur politisch bewusst handelnden Revolutionärin mausert.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Hilfe, das Volk kommt! (Mamma! I Sansculotti!)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Compagnia Dario Fo, Carrara, 7.11.1993.
DE: Bremer Theater, 14.10.1994. R: Carl-Hermann Risse
Intrigen, dunkle Verstrickungen des Polit-Establishments, Justiz und Parteien zwischen Korruption und Schmiergeldaffären – was Dario Fo in seinem Spektakel um einen Untersuchungsrichter in den Wirren der Politik beschreibt, klingt heutzutage mehr nach deutschen denn nach italienischen Verhältnissen.
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Johan vom Po entdeckt Amerika (Johan Padan a la Descoverta de la Americhe)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Compagnia Dario Fo / Teatro Lirico Milano, 1992.
DE: Maxim Gorki Theater Berlin, 21.12.1992. R: Carl-Hermann Risse
Die Geschichte der Entdeckung Amerikas aus der Perspektive eines respektlosen, schlauen Bauern aus der Poebene, der auf der Flucht vor der Inquisition unversehens auf das Schiff von Christoph Kolumbus gerät. In der Neuen Welt angekommen schlägt er sich auf die Seite der Indianer und beginnt eine abenteuerliche Reise durch den Kontinent, bevor er als hochverehrter Schamane in einem kleinen Dorf seine Altersruhe findet. Den Johan kann man jung spielen, während er die Geschichte erlebt – oder alt, wie er von seiner Hängematte aus Rückschau auf ein bewegtes Leben hält.
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Mamma hat den besten Shit (La marjuana della mamma è la più bella)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Palazzino Liberty Milano, 2.3.1976.
DSE: Staatstheater Wiesbaden, 10.3.1978. R: Kollektiv
Luigi ist von zu Hause fortgegangen, als seine Mutter entdeckte, dass er Marihuana raucht. Nun schaut er wieder einmal daheim vorbei und entdeckt, dass aus der Wohnung eine Marihuana-Plantage geworden ist. Mutter Rosetta und auch der Opa konsumieren erhebliche Mengen Shit und treiben sogar einen regen Handel damit. Beide sind zu wahren Experten geworden. Als ein heroinsüchtiger Freund Luigis hinzukommt, hilft Opa ihm mit seinem "Skorpion-Fix" auf die Sprünge: Er hält sich einen Skorpion, dessen Gift normalerweise tödlich ist, mit einem Gegengift zusammen angeblich jedoch berauschend wirkt. In diese Rauschorgie platzt Antonio, Rosettas Neffe, hinein. Er ist seit kurzem beim Rauschgiftdezernat und hat sich hier mit einem Polizeispitzel verabredet, um Dealer aus der Nachbarschaft auszuheben. Das Chaos nimmt seinen Lauf.
Eine aberwitzige Komödie, die zeigt, dass man, um frei zu sein, oft Gesetze brechen muss, und dass die errungene Freiheit oft nur in neuen Abhängigkeiten mündet.
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Mistero Buffo
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Casa del Popolo di Milano, Oktober 1969.
DE: Freies Burg Theater Bremen, 24.6.1984
Mistero Buffo ist eine Art weltliches Mysterienspiel in neun Szenen: Jesus und Maria treten nicht als Heilige auf, sondern als tatkräftige Leute aus dem einfachen Volk. Jesus etwa wird als Revolutionär gezeigt, der die Autorität von Staat und Kirche angreift und seine Wunder wie Zirkusnummern aufführt. Die Szenen sind auch einzeln spielbar. Ein weltliches Mysterienspiel: "Fo's herausragender Geniestreich." (Peter O. Chotjewitz)
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Obszöne Fabeln (Il fabulazzo osceno)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Cinema Smeraldo Milano, 11.3.1982.
DE: Landestheater Tübingen, 16.6.1984. R: Hans-Helmut Straub
Mit den OBSZÖNEN FABELN nimmt Dario Fo die mittelalterliche Spielmannsdichtung auf. Die volkstümlichen Geschichtenerzähler schlüpften bei ihren Auftritten in die Rollen ihrer jeweiligen Dialogpartner und konnten als Erzähler das Geschehen zugleich kommentieren. In allen drei szenischen Monologen wird die Obszönität als befreiende Waffe gegen Machtansprüche eingesetzt. Schamlosigkeit und Poesie verbinden sich zu subversiven, lustvollen Texten.
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Zufällig eine Frau: Elisabeth (Quasi per caso una donna: Elisabetta)
von Dario Fo
Übersetzung zusammen mit Renate Chotjewitz-Häfner
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
und Renate Chotjewitz-Häfner
UA: La commune Riccione, 7.12.1984.
DE: Staatstheater Kassel, 20.9.1985. R: Wolfgang Kolneder
Dario Fos Farce wirft den Blick hinter die Fassaden der Macht, hinein in das königliche Schlafgemach von Königin Elisabeth I. Wir erleben die Regentin, wie sie in keinem Geschichtsbuch steht: nicht als Ihre Majestät, die jungfräuliche Königin, sondern als zänkische, alterseinsame Frau, die einem korrupten Staatswesen mit gut funktionierendem Sicherheitsdienst vorsteht, ordinäre Reden schwingt, sich einen Liebhaber leistet und die Polizei auf einen Schmierfinken namens Shakespeare ansetzt, der mit seinem "Hamlet" das Volk gegen sie aufwiegelt.
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Zufälliger Tod eines Anarchisten (Morte accidentale di un anarchico)
von Dario Fo
Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz
UA: Capannone di via Colletta Milano, 5.12.1970.
DE: Nationaltheater Mannheim, 9.4.1978. R: Jürgen Bosse
1969 erschütterte eine Serie von Bombenattentaten Italien. Der Anarchist Pinelli, der mit anderen Verdächtigen festgenommen wurde, stürzte bei einem Verhör aus dem Fenster. Offizielle Version: Selbstmord und damit Eingeständnis seiner Schuld. Dieses Ereignis greift Dario Fo auf, und zwar mit den Mitteln der Groteske: vor allem durch den Narren, eine seiner Lieblingsfiguren, die in vielen seiner Stücke auftritt. Der Narr leidet an einer Verkleidungs- und Nachahmungsmanie und kommt vielfältig getarnt den Hintergründen des Todes des Anarchisten Pinelli auf die Spur.
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