Oscar Wilde

geboren 1854 in Dublin als Sohn eines erfolgreichen Arztes. Von 1871 bis 1878 studiert er Literatur, zuerst am Trinity College in Dublin, später am Magdalen College in Oxford. Nachdem eines seiner Gedicht prämiert wurde, siedelt sich Wilde von 1878 bis 1879 in London an. 1882 hält er Vorlesungen in den USA und unternimmt Reisen durch das Land. In der Zeit von 1887 bis 1891 arbeitet er als Journalist und Herausgeber und veröffentlicht Prosawerke, darunter "Das Bildnis des Dorian Gray". Wilde... weiterlesen »

geboren 1854 in Dublin als Sohn eines erfolgreichen Arztes. Von 1871 bis 1878 studiert er Literatur, zuerst am Trinity College in Dublin, später am Magdalen College in Oxford. Nachdem eines seiner Gedicht prämiert wurde, siedelt sich Wilde von 1878 bis 1879 in London an. 1882 hält er Vorlesungen in den USA und unternimmt Reisen durch das Land. In der Zeit von 1887 bis 1891 arbeitet er als Journalist und Herausgeber und veröffentlicht Prosawerke, darunter "Das Bildnis des Dorian Gray". Wilde wendet sich von 1892 bis 1894 dem Theater zu. Seine Komödien werden große Erfolge. Als sein Drama SALOME in England nicht durch die Zensur kommt, wird es stattdessen in Paris uraufgeführt. Aufgrund der Queensbury Affäre, in der es um seine Beziehung zu Lord Alfred Douglas geht, wird Wilde 1895 inhaftiert und zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 1897 aus der Haft entlassen, geht er nach Paris und lebt dort unter dem Pseudonym "Sebastian Melmoth". Oscar Wilde stirbt 1900 in Paris.
 
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Theaterstücke (2)
Ein idealer Ehemann (An Ideal Husband)
Deutsch von Hans Wollschläger
von Oscar Wilde
Aus dem Englischen von Hans Wollschläger
UA der Übersetzung: Schloßtheater Celle, 22.4.1994. R: Serge Roon
Im Hause Sir Robert Chilterns, eines jungen und vielversprechenden Parlamentariers, dessen Karriere jedoch auf einen Betrug gegründet ist, findet ein Empfang statt. Zu Gast ist auch Mrs Chevely, die nach langjähriger Abwesenheit im Ausland wieder einem gesellschaftlichen Ereignise der Londoner Gesellschaft beiwohnt. Sie weiß um den dunklen Punkt in Sir Roberts Vergangenheit und versucht ihn zu erpressen. Er soll durch einen von ihm durchgesetzten Staatsauftrag ihren Börsenspekulationen zu einer hohen Rendite verhelfen. Weigere er sich, bringe sie die Wahrheit ans Licht. Sein gesellschaftliches Ansehen wäre ruiniert und seine politische Existenz vernichtet. Hinzu kommt, dass sich Sir Roberts Frau von ihm trennen würde, da sie ihn als untadeligen Mann mit makellosem Charakter verehrt. Sein Freund Lord Goring bringt mit großem diplomatischem Geschick die Intrige zu Fall und rettet Sir Roberts Karriere und dessen Ehe.
Oscar Wildes Salonkomödie über das wechselvolle Verhältnis von Politik und Moral besticht durch geistreiche und frivole Bonmots sowie durch eine überraschende und ganz und gar unmoralische Lösung.
6D-9H
6D-9H




Salome (Salome)
In einer Fassung von Gerhard Rühm
von Oscar Wilde
Nachdichtung von Gerhard Rühm
UA der Nachdichtung: Theater Gruppe 80, Wien, 20.3.1990. R: Stephan Bruckmeier
SALOME ist die einzige Dichtung Oscar Wildes, die er nicht in englischer, sondern in französischer Sprache geschrieben hat. Anders als die vorherigen Übersetzungen legt Gerhard Rühm seiner "Nachdichtung" nicht die englische Fassung von Alfred Douglas (mit der Wilde nicht einverstanden war), sondern das französische Original zugrunde. Tatsächlich ist die englische Fassung gegenüber dem französischen Original merklich konventioneller. Sie bedeutete eine Verfälschung der Wilde’schen Intentionen, weil sie die artifizielle Gestaltung, die sich durch formale Strenge und sprachliche Ökonomie auszeichnet, unmäßig abschwächt.
Gerhard Rühm, den gerade die reduzierte und dabei höchst artistische Sprache des Originals faszinierte, ist das Wagnis einer deutschen Nachdichtung eingegangen. Mit den Erfahrungen der ‚konkreten poesie’ hat Rühm die bei Wilde angelegten Formprinzipien zu eigenständiger dichterischer Gestalt zu verfestigen versucht.
3D-10H (Statisten)
3D-10H (Statisten)