© Carl Brunn
Tanjana Tsouvelis

Tanjana Tsouvelis, Jahrgang 1966, wuchs als Kind deutsch-griechischer Eltern in Hamburg auf. Nach dem Studium der Philosophie in Hamburg und Berlin studierte sie Schauspiel an der "Ernst Busch" Hochschule in Berlin. Anschließend spielte sie mehrere Jahre am Landestheater Eisenach und wurde als freie Regisseurin und Schauspielerin von Theatern in Berlin, Hamburg, London und Athen engagiert. Parallel dazu absolvierte sie den Studiengang "Szenisches Schreiben" an der Berliner Universität der... weiterlesen »

Tanjana Tsouvelis, Jahrgang 1966, wuchs als Kind deutsch-griechischer Eltern in Hamburg auf. Nach dem Studium der Philosophie in Hamburg und Berlin studierte sie Schauspiel an der "Ernst Busch" Hochschule in Berlin. Anschließend spielte sie mehrere Jahre am Landestheater Eisenach und wurde als freie Regisseurin und Schauspielerin von Theatern in Berlin, Hamburg, London und Athen engagiert. Parallel dazu absolvierte sie den Studiengang "Szenisches Schreiben" an der Berliner Universität der Künste. Mit der Dokumentation "Nea Zoi" über das Leben der Roma auf den Müllhalden Athens gelang ihr der Durchbruch als Dokumentarfilmerin. Der Film wurde 2002 beim Filmfestival Kalamata als bester griechischer Dokumentarfilm ausgezeichnet und auf internationalen Filmfestivals, in unabhängigen Kinos und bei verschiedenen Fernsehsendern gezeigt. Privat pendelte sie viele Jahre zwischen Berlin und Athen; nach der Geburt ihrer Tochter ließ sie sich auf der Sporaden-Insel Skopelos in der nördlichen Ägäis nieder. Die Entwicklung der Krise in Griechenland begleitet und verarbeitet sie von jeher literarisch in Erzählungen, Theaterstücken und nun auch in ihrem Roman "Hotel Eukalyptus". Seit kurzem lebt Tanjana Tsouvelis mit ihrer Familie wieder in Deutschland, in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen:

2010 Autorenstipendium des Berliner Senats
2009 Einladung zum Heidelberger Stückemarkt
2009 Nominierung Lenz-Preis der Stadt Jena
2002 NEA ZOI, bester griechischer Dokumentarfilm auf dem Dokumentarfilmfestival Kalamata, und lobende Erwähnung für den Schnitt
NEA ZOI u.a. Internationales Dokumentarfilmfestifal Thessaloniki, Goethe Institut Athen, Kreta, ert TV, Filmhaus Berlin/Potsdam, Human Right Watch New York, Budapest, Filmkunsthaus Babylon-Mitte (Berlin)
2001 Jahresstipendiatin der Akademie der Künste Berlin, Abteilung Film- und Medienkunst
2001 Aufenthaltsstipendium in der Villa Serpentara, Olevano Romano, Italien
2000 Stückemarkt Berliner Theatertreffen
1999 Arbeitsstipendium der Akademie der Künste Berlin, Abteilung Film-und Medienkunst
1996 Stipendium Royal Court Theatre London für junge Dramatik
Verschiedene Preise für „bitte nicht stören“, cd Rom, Ravensburger
1995 Stipendium Notgemeinschaft der deutschen Kunst
 
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Theaterstücke (3)
Im grellen Licht
von Tanjana Tsouvelis
UA: Theater im Polygon/Europäischer Kultursommer Fellbach, 10.6.2017. R: Timea Farkas/Peter Hauser
IM GRELLEN LICHT handelt in einer Folge knapper Szenen von der Schwierigkeit, als Migrant in einen fremden Land Fuß zu fassen.
Auf einer griechischen Insel leben Einheimische, reiche Touristen und – zumeist illegale – Fremdarbeiter aus dem benachbarten Albanien. Europa im Miniaturformat: Die Illegalen werden nach Belieben geduldet oder ausgewiesen, sie führen ein Leben im Halbdunkel. Und falls sie es bis zur Arbeitsgenehmigung schaffen, lässt man sie doch nicht teilhaben. Tanjana Tsouvelis holt diesen Konflikt ans Licht und erzählt die tragische Geschichte einer albanischen Familie zwischen Anpassung und Abgrenzung.
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Olive-Generation
von Tanjana Tsouvelis
UA: Freie Kammerspiele Magdeburg, 15.2.2003. R: Christian Schlüter
Später Abend, im Foyer eines alten Kinos im Stil der 50er Jahre. Die zweite Vorstellung läuft. Nick, seine fünfundsechzigjährige Mutter, die nur unwesentlich jüngere Kartenabreisserin und ein fast tauber Projektionist kämpfen wie die Löwen um das Wohlergehen der insgesamt sieben Zuschauer. Und am Bartresen des Foyers versammeln sich Nicks Freunde. Wie jede Nacht. Sie beklagen ihr Leben, bedienen sich an der Bar. Während von draußen Rauchschwaden und der brüllende Stadtlärm der gerade unter Massenstreiks kollabierenden Stadt hereinziehen.
Mit OLIVE GENERATION ist Tanjana Tsouvelis eine wunderschönes Debüt gelungen. In ruhigen, klaren Bildern zeichnet sie das Bild einer Generation, die zwar vom Olivenhandel im Internet leben kann, aber dennoch getrieben ist von der Sehnsucht nach einem Leben mit Liebe vor dem Frühstück und japanischem Filmen ganz groß im Cinemascope.
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Treibeis
von Tanjana Tsouvelis
UA: Stadtbad Oderberger Straße, Berlin, 19.10.2007. R: Eva Jankowski
Junia, eine junge Frau in den Dreißigern, fühlt sich unverstanden von ihrem Mann und unerfüllt in ihrem Alltag, aber ihr fehlt die Kraft zur Initiative; stattdessen überfordert sie Adam mit ihren Ausbrüchen und Vorwürfen – bis Miko auftaucht, Anfang zwanzig und voller Bewunderung und Verständnis für sie. Die heftige Affäre endet abrupt als Junia schwanger wird und Miko sich aus der Verantwortung stiehlt. Junia beginnt zu begreifen, dass sie sich nur selbst aus ihrer Opferrolle befreien kann und findet den Weg in ein unabhängiges Leben.
Tanjana Tsouvelis hat mit TREIBEIS das beeindruckende Psychogramm einer obsessiven, ganz alltäglichen Abhängigkeit in einer symbolhaft schneekalten Welt geschrieben. Dabei gelingt es ihr, die Ausweglosigkeit der Situation ohne jede Schuldzuweisungen zu erzählen.
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