Sophokles

geboren 497/96 v. Chr. in Kolonos Hippius, nahe Athen. 480 v. C. tritt er bei der Siegesfeier nach der Schlacht von Salamis als Vorsänger auf und wird für seine Schönheit und sein musikalisches Talent gerühmt. 468 v. C. besiegt er erstmals seinen Lehrer Aischylos bei einem Dichterwettstreit. Sophokles wird von den Bürgern Athens zu einem von zehn Generälen ernannt, die von Perikles in den samischen Krieg geführt werden (441-439 v. C.). Sophokles stirbt um 405/406 v. C., der Legende nach... weiterlesen »

geboren 497/96 v. Chr. in Kolonos Hippius, nahe Athen. 480 v. C. tritt er bei der Siegesfeier nach der Schlacht von Salamis als Vorsänger auf und wird für seine Schönheit und sein musikalisches Talent gerühmt. 468 v. C. besiegt er erstmals seinen Lehrer Aischylos bei einem Dichterwettstreit. Sophokles wird von den Bürgern Athens zu einem von zehn Generälen ernannt, die von Perikles in den samischen Krieg geführt werden (441-439 v. C.). Sophokles stirbt um 405/406 v. C., der Legende nach erstickt er an einer Weintraube. Es sind 132 Titel aus Sophokles' Werk bekannt, aber nur sieben sind heute noch vollständig erhalten.
 
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Theaterstücke (10)
Ajax (Aias) (Aias)
Deutsch von Simon Werle
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Simon Werle
UA: Schauspiel Frankfurt, 1.12.2013. R: Thibaud Delpeut
Als Achill im Trojanischen Krieg fällt, erwartet Ajax als treuer Kampfgefährte seine Waffen zu erben. Doch die Heerführer der Griechen sprechen sie stattdessen dem Odysseus zu. Ajax fühlt sich so sehr getäuscht, dass er die Heerführer aus Rache töten will. Doch die Göttin Athene lässt ihn in seiner Raserei Tiere schlachten. Als Ajax, wieder bei Sinnen, seinen Irrtum erkennt, beschließt er sich umzubringen. Selbst seine Frau und sein Sohn können ihn nicht davon abbringen.

Sophokles’ älteste erhaltene Tragödie (um 450 v.Chr.) ist GANZ GROSSES KINO: Eine Geschichte über Freundschaft und Enttäuschung, über verletzten Stolz und falsch verstandene Prinzipientreue, über Leidenschaft und das Unglück, das sie bringen kann, über Erkenntnis und den Selbstmord als einzigen Ausweg, über Schuld und Versöhnung - und dies alles in Zeiten des Krieges. Ein wildes Spiel, eine schroffe Tragödie – die in der neuen Übersetzung von Simon Werle erstmalig in ihrer ganzen Wucht und Klarheit zu lesen und zu begreifen ist.

Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Ajax
In einer Fassung von Rainer Werner Fassbinder
Eine archaische Operette nach Sophokles
von Rainer Werner Fassbinder und Peer Raben
UA: antiteater München, 9.12.1968. R: Rainer Werner Fassbinder
Während des Trojanischen Krieges. Ajax, in seinem Ehrgefühl gekränkt und eifersüchtig auf Odysseus und Menelaos, will diese ermorden. Doch die Göttin Athene versetzt ihn in einen Wahn, und statt der beiden Fürsten erschlägt er Beutevieh, das auf einer Weide grast. Aus Scham darüber nimmt er sich das Leben. In Fassbinders Ajax-Version, in der er den alten Text mit Sprichworten, Liedern und Zitaten versetzt, ist der Held keine lächerliche, sondern eine tragische Figur. Wie der Untertitel "Eine archaische Operette" nahelegt, gibt es Arien und Lieder in diesem Ajax, die man nach Belieben vertonen kann.
2D-5H (Chor)
2D-5H (Chor)




Antigone (Antigone)
Deutsch von Peter Krumme
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Peter Krumme
UA der Übersetzung: Städtische Bühnen Osnabrück, 16.3.1983. R: Dieter Reible
Der Bruderkrieg in Theben hat sein blutiges Ende gefunden: Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Ödipus, haben sich im Kampf um den verwaisten Thron gegenseitig umgebracht. Nun wird Kreon, der Onkel der beiden Brüder, König von Theben. Mit harter Hand versucht er die Ordnung in der vom Bürgerkrieg gebeutelten Stadt wiederherzustellen. So verfügt er, Eteokles als Held des Vaterlands mit allen Ehren zu bestatten. Dem Bruder hingegen verweigert er das Begräbnis, seine Leiche diene den Hunden und Vögeln zum Fraß. Schon der Versuch, den Verräter Polyneikes zu bestatten, soll mit dem Tod bestraft werden.
Allein Antigone widersetzt sich: Für sie steht das göttliche Recht höher als das von Menschen erlassene Verbot. Als sie dem Leichnam ihres Bruders die Totenehren erweist, wird sie gefangen genommen und vor den Thron ihres Onkels gebracht. Mit radikaler Unbedingtheit verteidigt sie ihre Tat. Kreon hingegen stellt Staatsräson über Familie und Tradition - er verurteilt sie zum Tode. Bis zuletzt versucht Haimon, Kreons Sohn und Antigones Verlobter, den Vater umzustimmen. Doch weder er noch die Warnungen des Sehers Teiresias vermögen den Lauf der Dinge aufzuhalten.

"Peter Krumme versteht Übersetzen als eine ‚fröhliche Wissenschaft’, als Spiel zwischen Ferne und Nähe der Zeiten. So sind dies nicht nur Übersetzungen, die den Forderungen der Philologie wie denen der zeitgenössischen Poesie entsprechen, sie verstehen sich vor allem auch als sprachliche Grundlage für das theatralische Ereignis." (Aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Preises der Autorenstiftung an Peter Krumme)
2D-5H (Chor)
2D-5H (Chor)




Antigone (Antigone)
Deutsch von Simon Werle
von Sophokles
Deutsch von Simon Werle
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Salzburg, 21.9.2011. R: Thomas Oliver Niehaus
Seit Jahren beschäftigt sich Simon Werle mit diesem Stoff; der Übersetzung der ANTIGONE ging seine Variation ANTIGONES HÄNDE voraus. Klarheit, Bildkraft, Dichte und Klang charakterisieren diese Übertragung, deren Besonderheit die Aufgabe des jambischen Trimeters ist - zugunsten eines freien jambischen, prosanahen Duktus.
3D-6H (Chor)
3D-6H (Chor)




Elektra (Elektra)
Deutsch von Peter Krumme
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Peter Krumme
UA der Übersetzung: Bremer Theater, 18.9.1999. R: Martin Meltke
Elektra, Königstochter zu Mykene, hält nur ein Gedanke am Leben: Rache! Vor Jahren musste sie mitansehen, wie die Mutter den abwesenden Vater betrog und ihn bei seiner Heimkehr zusammen mit ihrem Geliebten ermordete. Elektras Hoffnungen ruhen auf dem Bruder Orest, den sie vor der Mutter rettete und ins Ausland bringen ließ. Eines Tages wird er zurückkommen und die Blutschuld begleichen.

"Peter Krumme versteht Übersetzen als eine ‚fröhliche Wissenschaft’, als Spiel zwischen Ferne und Nähe der Zeiten. So sind dies nicht nur Übersetzungen, die den Forderungen der Philologie wie denen der zeitgenössischen Poesie entsprechen, sie verstehen sich vor allem auch als sprachliche Grundlage für das theatralische Ereignis." (Aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Preises der Autorenstiftung an Peter Krumme)
3D-4H (Chor)
3D-4H (Chor)




Elektra (Elektra)
Deutsch von Simon Werle
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Stadttheater Bremerhaven, 24.5.2014. R: Thomas Oliver Niehaus
Im Auftrag des Stadttheaters Bremerhaven hat Simon Werle die ELEKTRA neu übersetzt. "Statt mit romantisch wabernden Wortwolken, modischem Formulierungspep oder psychoanalytischer Interpretation das Archaische zu verkleinern, erfindet er eine in ihrer Kargheit kraftvolle Kunstsprache, die mit poetischer Klarheit den zu formulierenden Gedanken folgt, in der Fremdheit einem doch sehr nah. Ein Duktus, an den auch Niehaus als Regisseur andockt, setzt er doch konzentrierend lieber auf die Sprechakte des Seelengrolls denn auf seine Taten. Der antike Mythos wird so aus sich selbst heraus lebendig." (Jens Fischer, nachtkritik.de)
3D-4H (Chor)
3D-4H (Chor)




König Ödipus (Oidipus tyrannos)
Deutsch von Simon Werle
von Sophokles
Deutsch von Simon Werle
UA der Übersetzung: Theater Dortmund, 13.9.2008. R: Sybille Fabian
Vor Jahrzehnten ist Ödipus nach Theben gekommen, ein Heimatloser auf der Suche nach Exil. Er rettete die Stadt vor dem Fluch der Sphinx, wurde zum König gekrönt und mit der Witwe des ermordeten Königs Laios vermählt. Jetzt wütet die Pest in Theben. Ein Orakel besagt, dass Theben erst dann gerettet ist, wenn der Mord an König Laios gesühnt wird. Ödipus ahnt nicht, dass er sich mit der Aufklärung der Tat auf eine Reise in seine Vergangenheit begibt: Als junger Mann wurde ihm prophezeit, dass er seinen Vater töten und seine Mutter zur Frau nehmen wird...

Rhythmus, Poesie und Präzision zeichnen diese Übersetzung aus. Ebenso wie bei seiner Fassung der Bakchen des Euripides bleibt Simon Werle möglichst nah am Duktus der griechischen Vorlage, so dass bei aller Geschmeidigkeit seiner Übersetzung die faszinierende archaische Fremdheit des Originals erhalten bleibt.
1D-7H (Chor)
1D-7H (Chor)




Oedipus (Oidipus tyrannos)
In einer Fassung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
Deutsch von Hölderlin
von Sophokles
Eingerichtet von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
nach der Übertragung von Friedrich Hölderlin
UA der Fassung: Schauspiel Köln, 1984. R: Jürgen Gosch
2D-6H (Chor)
2D-6H (Chor)




Oedipus (Oidipus tyrannos)
Deutsch von Peter Krumme
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Peter Krumme
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 28.2.1989. R: Dietrich Hilsdorf
"Peter Krumme versteht Übersetzen als eine ‚fröhliche Wissenschaft’, als Spiel zwischen Ferne und Nähe der Zeiten. So sind dies nicht nur Übersetzungen, die den Forderungen der Philologie wie denen der zeitgenössischen Poesie entsprechen, sie verstehen sich vor allem auch als sprachliche Grundlage für das theatralische Ereignis." (Aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Preises der Autorenstiftung an Peter Krumme)
2D-6H (Chor)
2D-6H (Chor)




Oidipous auf Kolonos (Ödipus auf Kolonos) (Oidipous epi Kolōnō)
Deutsch von Peter Stein
von Sophokles
Aus dem Griechischen von Peter Stein
UA der Übersetzung: Salzburger Festspiele/Berliner Ensemble, 26.7.2010. R: Peter Stein
"Ödipus, der Vatermörder, der mit seiner Mutter vier Kinder gezeugt hat, der ausgestoßene, geächtete Vagabund, kommt, von seiner Tochter Antigone geführt, nach langen Jahren büßender Wanderschaft nach Kolonos, nach Athen, wo ihm das Orakel von Delphi endlich Ruhe im Tode verheißen hat.
Ihn, den letzten der großen Heroen und einzigen legitimen Herrscher Thebens, den vom Schicksal, von den Göttern unwissend in seine Verbrechen Getriebenen, ihn lieben diese grausamen Götter und verwandeln ihn mit seinem Tod in eine Schutzmacht für Athen, das ihm freundlich Asyl gewährt hat. Fortan muss die Welt ohne die Götterähnlichen weiterleben, beherrscht von Usurpatoren (Ödipus’ Schwager Kreon) und Neulingen der Macht (sein Sohn Polyneikes), die den alten, sterbenden Mann mit Gewalt oder Überredung an sich zu bringen suchen, um dadurch ihre widerstrebenden Herrschaftsansprüche zu legitimieren. Ödipus, der sich mit Jähzorn gegen diese Vereinnahmung wehrt, verflucht die Herrscher seiner Vaterstadt und schenkt sich der dem Gesetz verpflichteten Stadt Athen und ihrem Herrscher Theseus, der sich anschickt, die Demokratie zu entwickeln.
Diese Tragödie, mit 90 Jahren 406 v. Chr. geschrieben und erst fünf Jahre später posthum aufgeführt, ist Sophokles’ letztes Werk, mit ihr stirbt auch die attische Tragödie." (Peter Stein)
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum