Seneca
geboren im Jahre 1 in Corduba, gestorben 65 n. Chr. in der Nähe Roms, war ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit.
geboren im Jahre 1 in Corduba, gestorben 65 n. Chr. in der Nähe Roms, war ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann und als Stoiker einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit.
 
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Theaterstücke (2)
Der Tod des Herakles (De Dood van Herakles)
In einer Fassung von Karst Woudstra
Deutsch von Barbara Buri und Maria von Loe
von Karst Woudstra
Aus dem Niederländischen von Barbara Buri und Maria von Loe
UA: Schauspielhaus Zürich, 25.9.1998. R: Karst Woudstra
Ijsbrand Tamminga, ein berühmter Theaterautor, hat bei der Arbeit an seinem neuen Stück eine plötzliche Schreibhemmung und flieht in das malerische Landhaus eines italienischen Freundes. Bei Mauro will er wieder zu sich finden. In einer leichten, spielerischen Auftaktszene, hinter der die Tragödie schon lauert, erfährt man, dass das Stück, an dem er schreibt, eine Adaption von Senecas Drama "Hercules auf dem Oeta" ist, die sich immer mehr zu seiner eigenen Autobiographie entwickelt hat: "Inzwischen war daraus meine Geschichte geworden, die von mir und meinem Vater. Er sollte mich anflehen ihn zu töten, genau wie Herakles seinen Sohn anflehte. Aber ich hätte mich geweigert, es sei denn, er hätte mir seine Version preisgegeben, hätte mir gesagt, was vorgefallen war, bevor ich mit 10 oder 11 Jahren versuchte, mir das Leben zu nehmen." Dies ist die Ausgangssituation für ein raffiniertes Spiel mit den verschiedenen fiktiven Ebenen. Denn die Figuren von Tammingas unvollendetem Stück nehmen plötzlich Gestalt an. Gekleidet in die Figuren aus Senecas Drama offenbaren sie die lang verdrängte Familientragödie, die Tragödie eines missbrauchten Kindes, die mit dem Tod des Herakles, des Übervaters, noch kein Ende findet.
DER TOD DES HERAKLES ist ein großes Drama über die Suche nach Erlösung durch Erinnerung.
4D-3H
4D-3H




Thyestes (Thyestes)
In einer Fassung von Hugo Claus
Deutsch von Rosemarie Still
von Hugo Claus
nach Seneca
Aus dem Niederländischen von Rosemarie Still
UA: Toneel Vandaag Brüssel, 29.1.1967. R: Hugo Claus.
DE: Staatstheater Stuttgart, 30.9.2001. R: Stephan Kimmig
Seit Tantalus die Götter herausforderte, lastet auf seinem Geschlecht der Fluch der bösen Tat. Enkel Thyestes macht seinem Bruder Atreus den Thron streitig und nimmt ihm die Frau, wofür er in die Verbannung geschickt wird. Jetzt holt ihn Atreus zurück, unter dem Vorwand, künftig die Macht zu teilen. In Wirklichkeit aber will Atreus noch mehr Rache üben. In einer grausamen Nacht- und Nebelaktion schlachtet er Thystes’ Kinder und setzt sie seinem Bruder zum Mahl vor. In THYESTES hat Hugo Claus dem von Seneca dramatisierten Stoff in seiner Bearbeitung eine intensive, stark konzentrierte und rhythmisierte Sprache verliehen. Eine Anatomie des Bösen.
1D-7H (Chor)
1D-7H (Chor)