Peter Schneider

geboren 1940 in Lübeck. Studium der Fächer Deutsch, Geschichte, Philosophie an den Universitäten Freiburg, München und Berlin. 1966-1972 in den Studentenbewegungen in Berlin und Trento (Italien) aktiv. 1972 Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen in Berlin. Seit 1972 häufige Aufenthalte in Italien, seit 1985 als writer in residence und Gastprofessor an amerikanischen Universitäten, darunter Stanford, Princeton, Dartmouth, Harvard, Washington University (St. Louis), Georgetown... weiterlesen »

geboren 1940 in Lübeck. Studium der Fächer Deutsch, Geschichte, Philosophie an den Universitäten Freiburg, München und Berlin. 1966-1972 in den Studentenbewegungen in Berlin und Trento (Italien) aktiv. 1972 Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen in Berlin. Seit 1972 häufige Aufenthalte in Italien, seit 1985 als writer in residence und Gastprofessor an amerikanischen Universitäten, darunter Stanford, Princeton, Dartmouth, Harvard, Washington University (St. Louis), Georgetown University. 1996/1997 als Fellow des Woodrow Wilson Center in Washington D. C. 2000/2006 als Roth Distinguished Writer in Residence an der Georgetown University, Washington D.C.
 
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Theaterstücke (1)
Totoloque
von Peter Schneider
UA: Bayerisches Staatsschauspiel München, 4.7.1985. R: Wilfried Minks
Im Jahr 1519 landet der christliche Generalkapitän Hernando Cortés mit vielen Männern im Gefolge an der mexikanischen Küste. Zwei Jahre später ist die Hauptstadt der Azteken zerstört, der letzte Kaiser getötet, eines der größten Indianerreiche Amerikas vernichtet. Niemals ist eine jahrtausendealte Kultur so schnell vernichtet worden. Und nirgendwo ist die Entscheidung zwischen zwei Kulturen ao außerhalb realer Machtverhältnisse auf dem Feld der Mythen gefallen. Von diesem Aufeinanderprall zweier Welten, von einem Krieg, der nicht auf den Schlachtfeldern, sondern in den Herzen der Heiden entschieden wurde, handelt das Stück. Motecuzoma, der Kaiser der Azteken, Geisel der Spanier in seinem eigenen Palast, begreift das Wesen der "weißen Götter" so wenig, wie Cortés, der Eroberer, die magische Welt der Indianer. Er hält sich und seinesgleichen für die einzig wahren Menschen. Sein christlicher Ehrgeiz ist es, die Gedanken und Träume der "Heiden" zu "zivilisieren", ihnen das Wort des einzigen und wahren Gottes zu bringen und die Götzen auszulöschen. Motecuzoma hingegen schwankt zwischen Mitleid und Verachtung für die Eroberer, und ist doch außerstande, das erlösende Wort zu sprechen, sein Volk zum Aufstand gegen die Eindringlinge aufzurufen. Totoloque war ein Spiel mit kleinen Kugeln aus Silber und Gold. Geisel und Geiselnehmer spielen um das Herz des jeweils anderen; das tödliche Ende ist die Geschichte.
1D-2H (Chor.)
1D-2H (Chor.)