Luk Perceval

geboren 1957. Studierte Schauspiel am Koninklijk Conservatorium in Antwerpen und arbeitete anschließend in Belgien als Schauspieler. 1984 war Luk Perceval Mitbegründer des freien Theaters "Blauwe Maandag Compagnie", wo er seine ersten Regiearbeiten vorlegte. An den Inszenierungen der Truppe wurden sämtliche Mitarbeiter beteiligt und das Theater galt als wichtigster Vertreter der "Flämischen Welle". 1997 wurde er Künstlerischer Leiter des neuen Theaters "Het Toneelhuis", das aus einer Fusion der... weiterlesen »

geboren 1957. Studierte Schauspiel am Koninklijk Conservatorium in Antwerpen und arbeitete anschließend in Belgien als Schauspieler. 1984 war Luk Perceval Mitbegründer des freien Theaters "Blauwe Maandag Compagnie", wo er seine ersten Regiearbeiten vorlegte. An den Inszenierungen der Truppe wurden sämtliche Mitarbeiter beteiligt und das Theater galt als wichtigster Vertreter der "Flämischen Welle". 1997 wurde er Künstlerischer Leiter des neuen Theaters "Het Toneelhuis", das aus einer Fusion der Theatergruppe "Blauwe Maandag Compagnie" mit der "Koninklije Nederlandese Schouwburg" in Antwerpen entstand. Seit der Saison 2005/2006 Hausregisseur an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.

Auszeichnungen:

2004 Friedrich-Luft-Preis
1999 Inszenierung des Jahres in "Theater heute"

 
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Theaterstücke (3)
Andromache
Nach Jean Racine
Zusammen mit Peter Perceval
Deutsch von Rainer Kersten
Nach Racine von Luk und Peter Perceval
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten
UA: Het Toneelhuis Antwerpen, 03.10.2002. R: Luk Perceval
DSE: Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 3.12.2003. R: Luk Perceval
Der Trojanische Krieg: der Kriegsheld Hektor wird von Pyrrhus, dem jungen König von Epirus, in der Schlacht getötet und die Stadt Troja von den Griechen restlos zerstört. Andromache, die Witwe Hektors, und ihr kleiner Sohn Astyanax werden von Pyrrhus, der sich unsterblich in die Trojanerin verliebt hat, nach Kriegsende gefangen genommen und nach Epirus verschleppt. Pyrrhus, seit langem der Griechin Hermione, die ihn innig liebt, versprochen, umwirbt Andromache hartnäckig. Es folgt ein jahrelanges, zermürbendes Ringen um ihre Liebe. Dann trifft der Grieche Orest, der Sohn Agamemnons, in Epirus ein. Er ist von seinem Volk beauftragt, Astyanax, den einzigen Erben Trojas, umzubringen und somit einer möglichen Blutrache vorzubeugen. Doch Orest hat auch einen privaten Grund für die Reise nach Epirus: Er sehnt sich nach Hermione, seiner Jugendliebe. Pyrrhus wittert seine Chance und bietet Andromache an, ihren Sohn zu beschützen, wenn sie ihn heiratet.

Mit Jutta Lampe in der Titelrolle kam die ANDROMACHE-Fassung von Peter und Luk Perceval (deutsch von Rainer Kersten) an der Berliner Schaubühne zur Deutschsprachigen Erstaufführung.
2D-3H (2 D - 3 H)
2D-3H (2 D - 3 H)




L. King of Pain
Nach William Shakespeare
Zusammen mit Peter Perceval
Deutsch von Klaus Reichert
Nach Shakespeare von Luk und Peter Perceval
zusammen mit Klaus Reichert
UA: Het Toneelhuis Antwerpen, 24.4.2002. R: Luk Perceval
DSE: Schauspiel Hannover, 8.5.2002. R: Luk Perceval
Ein alter geistesverwirrter Mann, der auch Lear sein könnte, sitzt auf einem Stuhl, der auch sein Thron sein könnte, um sich die Familie, die auch sein Hofstaat sein könnte, die pflichtschuldig darauf wartet, dass er irgendetwas von sich gibt. Und als er schließlich Unverständliches murmelt, schnellen alle von ihren Sitzen, um möglichst nah an seinem Ohr zu sein - es könnte ja um die Erbschaft gehen.
So beginnt L. KING OF PAIN, eine vielsprachige Lear-Paraphrase, die das Autorentrio Peter Perceval, Klaus Reichert und Luk Perceval (in der Reihenfolge ihres Anteils am Text) für Luk Percevals Inszenierung geschrieben hat: eine in Sprach- und Weltverwirrung sich zeigende Tragödie des Altseins, das außer Alzheimer und Erbschleichern nichts zu bieten hat.
3D-4H
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Schlachten! (Ten Oorlog!)
Zusammen mit Tom Lanoye
Deutsch von Rainer Kersten und Klaus Reichert
Nach Shakespeare von Tom Lanoye und Luk Perceval
Aus dem Niederländischen/Flämischen
von Rainer Kersten und Klaus Reichert
UA: Blauwe Maandag Compagnie, Gent, 22.11.1997. R: Luk Perceval.
DE: Salzburger Festspiele, 25.7.1999/Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 2.10.1999. R: Luk Perceval
Die Vorlage für SCHLACHTEN! liefern Shakespeares berühmte Königsdramen: "Richard II.", "Heinrich IV.", "Heinrich V.", Heinrich VI." und "Richard III.", die zusammen den Zyklus der Rosenkriege bilden. Der flämische Autor Tom Lanoye hat, gemeinsam mit dem Regisseur Luk Perceval, diese Dramen neu geschrieben: Mal nah am Original, mal weit von ihm entfernt. Er hat die Akzente anders gesetzt, das Riesenpersonal reduziert, Figuren umgeschrieben, bei Shakespeare schwach Angedeutetes krass ins Licht gezerrt. Aus acht abendfüllenden Stücken werden bei Lanoye und Perceval sechs, die in einem Zug zu spielen sind: ein Theatergedicht um Machtkriege und Überlebenskämpfe. Generationenkonflikt, Geschlechterkrieg und der selbstzerstörerische Kampf des Individuums mit sich selbst - das sind die zentralen universellen Themen dieses Werkes.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum