Aleksandr Ostrovskij (Ostrowski)

geboren 1823 in Moskau. Nach dem Schulabschluss nötigt ihn sein Vater 1843 zum Jurastudium, das er schließlich aufgibt. Er arbeitet vorübergehend als Kanzleischreiber, wo er sich Vorbilder für die Figuren seiner Dramen und Komödien sucht. Er kündigt seinen Dienst 1851 und widmet sich ganz seiner langsam beginnenden literarischen Karriere. Nachdem seine Stücke zunehmend populär werden, engagiert Ostrovskij sich für die Bewohner der Wolga-Region. Über seine Reisen dorthin veröffentlicht er. Zwar... weiterlesen »

geboren 1823 in Moskau. Nach dem Schulabschluss nötigt ihn sein Vater 1843 zum Jurastudium, das er schließlich aufgibt. Er arbeitet vorübergehend als Kanzleischreiber, wo er sich Vorbilder für die Figuren seiner Dramen und Komödien sucht. Er kündigt seinen Dienst 1851 und widmet sich ganz seiner langsam beginnenden literarischen Karriere. Nachdem seine Stücke zunehmend populär werden, engagiert Ostrovskij sich für die Bewohner der Wolga-Region. Über seine Reisen dorthin veröffentlicht er. Zwar finden seine Komödien auch beim Zaren Zuspruch, aber Ostrovskij muss dennoch vielfach auf ein Honorar verzichten, um sie überhaupt zur Aufführung bringen zu können. Allerdings werden seine Stücke auch als Libretti für Opern herangezogen, unter anderem von Tschaikovskij, Rimski-Korsakov und Janacek. Schließlich wird ihm eine feste Stelle als Leiter der Spielplanabteilung des Moskauer Theaters angeboten, aber noch bevor er sie antreten kann, stirbt er 1886 in Schtschelykogo.
 
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Theaterstücke (8)
Auch der Klügste ist mal dumm (Na vsjakogo mudreca dovol'no prostoty)
Deutsch von Ulrike Zemme
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
UA der Übersetzung: Volkstheater Wien, 29.09.1985. R: Bert Kistner
Glumov nistet sich als Parasit bei einer adligen Familie ein und spielt jeden seiner entfernten Verwandten gegen den anderen aus. Er jongliert mit seinen Beziehungen und betrügt alle, um in der feudalen Hierarchie aufzusteigen. Bis seine "Dummheit" entdeckt wird: Ein Tagebuch, in dem er alle seine Schachzüge zynisch kommentiert hat, bringt ihn zu Fall.
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Das heiße Herz (Gorjacee serdce)
Deutsch von Andrea Clemen
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Andrea Clemen
UA der Übersetzung: Bühnen der Stadt Kiel, 19.05.1973. R: Dieter Reible
Parasa, eine Kaufmannstochter, verlässt das Haus ihres Vaters und die dort herrschenden bedrückenden Verhältnisse, um ihrem Geliebten Vasja zu folgen, der zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt wird. Das gestohlene Geld hat Parasas Stiefmutter ihrem Liebhaber als Schweigegeld gegeben. Parasas Mut triumphiert am Ende über den Kaufmannsgeist ihrer Umgebung: Sie entscheidet sich gegen den Schwächling Vasja und heiratet stattdessen den unstandesgemäßen, aber charakterstarken Gavrilo.
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Der Abgrund (Bezdna)
Deutsch von Ulrike Zemme
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
Der ehrliche, aber schwächliche und beeinflussbare Beamte Kiselnikov heiratet in eine angeblich reiche Kaufmannsfamilie ein. Der Schwiegervater entpuppt sich als heruntergekommener Wucherer, die korrupte Familie nimmt den verachteten Schwächling hemmungslos aus und drängt ihn dazu, Schmiergelder anzunehmen und Fälschungen zu begehen. Vor Angst wird Kiselnikov wahnsinnig - im letzten Moment verhindert ein Jugendfreund, dass er seine Tochter einem reichen Geschäftsmann zur Maitresse gibt. Ein Hohngelächter auf das biblische Gebot der Nächstenliebe und die Forderungen der Bergpredigt.
"Zähnefletschend konstruiert Ostrovskij ein absurdes, zynisches Happy end, das an Nestroys zynisch-idyllische Schlüsse erinnert – alles bleibt beim Alten." (Ulrike Zemme)
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Der Wald (Les)
Deutsch von Peter Urban
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Peter Urban
UA der Übersetzung: Stadttheater Bremerhaven, 24.03.1972. R: Gregor Bals
Zwei verkrachte Provinzschauspieler, Gennadij, Tragiker, und Arkadij, Komiker, begegnen sich auf der Suche nach einem Engagement im Wald. Erschöpfung und Hunger beschleunigen den Entschluss, einen Besuch bei der gestrengen Raisa Gurmyžskaja zu wagen, denn die reiche Besitzerin des nahe gelegenen Waldgutes ist Gennadijs Tante. Eine standesgemäße Verkleidung muss noch her, und Gennadij kann als Oberst a. D. mit Diener auftreten. Die Atmosphäre auf dem Gut ist sehr angespannt und frostig.
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Gewitter (Groza)
Deutsch von Ulrike Zemme
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
UA der Übersetzung: Staatstheater Hannover, 6.10.1989. R: Dimiter Gotscheff
Die junge Katja träumt davon, ihrer entwürdigenden Ehe und der despotischen Schwigermutter zu entkommen. Sie flüchtet sich in eine schwärmerisch Verehrung zum jungen Boris. Das Glück währt jedoch nicht lange: Boris wird nach Sibirien geschickt, Katja stürzt sich vor Verzweiflung in die Wolga.
Das Stück diente Janacek 1921 als Vorlage für seine Oper "Katja Kabanova".
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Späte Liebe (Pozdnjaja ljubov')
Deutsch von Peter Urban
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Peter Urban
UA der Übersetzung: Schauspiel Frankfurt, 20.5.1978. R: Reinhard Hinzpeter
Diese weniger bekannte Komödie Ostrovskij spielt in der Moskauer Vorstadt im Kleinbürgermilieu, dem besonders Nikolaj, studierter Anwalt und Sohn der armen Witwe Sablova, mit allen Mitteln zu entrinnen sucht - durch Flucht ins Wirtshaus, ins Glücksspiel. Als er wieder einmal in der Klemme sitzt und dringend Geld braucht, hilft ihm weder die eigene Mutter noch die reiche Witwe Lebedkina, mit der Nikolaj verkuppelt werden soll, sondern die Tochter des Untermieters Margaritov, Ljudmila, die für Nikolaj ein zartes Gefühl hegt, obwohl sie ihn kaum kennt. Doch selbst hinter dem Gefühl dieses reinen, frommen und ein wenig ältlichen Mädchens verbirgt sich ein handfestes materielles Interesse, wie überhaupt sämtliche Beziehungen der Personen im Stück, ihr Denken, ihr Fühlen, ihre Moral sich auf das eine reduzieren: aufs Geld.
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Tolles Geld (Berenye den'gi)
Deutsch von Ulrike Zemme
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
UA der Übersetzung: Deutsches Theater Göttingen, 27.06.1992. R: Eva Diamantstein
Den jungen Unternehmer Savva Vasilkov aus der Provinz verschlägt es in die adlige Welt der Salons und des Müßiggangs. Hier verliebt er sich in die mondäne Schönheit Lidija, die von einem Schwarm von Verehrern umgeben ist. Als der Geldfluss versiegt, muss Lidija heiraten – und gerät an Vasilkov. Als er sie nach erfolgter Heirat zur Sparsamkeit zwingen will, kehrt Lidija zu ihren Galanen zurück. Letztlich muss sie sich aber doch zur braven Hausfrau domestizieren lassen. Eine Parabel auf die Lebensuntüchtigkeit des Adels angesichts des vordringenden Kapitals.
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Wölfe und Schafe (Volki i ovcy)
Deutsch von Ulrike Zemme
von Aleksandr Ostrovskij
Aus dem Russischen von Ulrike Zemme
UA der Übersetzung: Schauspielhaus Zürich, März 1997. R: Achim Benning
Die alte Murzaveckaja wird von ihrer Umgebung wegen ihrer wechselhaften Launen und ihrer spitzen Zunge gefürchtet. Um ihren Neffen Apollon mit der reichen Witwe Kupavina zu verheiraten, spinnt sie allerlei Intrigen und greift zu illegalen Mitteln. Der Spieß dreht sich jedoch bald um, und es zeigt sich, wer hier wirklich "Wolf" und wer "Schaf" ist.
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