© Karla Voigt
Thomas Oberender

geboren 1966 in Jena, lebt in Berlin. Studium der Theaterwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin und ”Szenisches Schreiben” an der Hochschule der Künste Berlin. 1995 trat der junge Theaterwissenschaftler mit seinem ersten Theaterstück in Erscheinung: STEINWALD'S erzählt die Geschichte einer längst verstreuten Familie nach dem Mauerfall, »ein melancholisches Drama über Glück und Schmerz« (Stuttgarter Zeitung). Von 2000 an war Oberender zunächst am Schauspielhaus Bochum, dann am... weiterlesen »

geboren 1966 in Jena, lebt in Berlin. Studium der Theaterwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin und ”Szenisches Schreiben” an der Hochschule der Künste Berlin. 1995 trat der junge Theaterwissenschaftler mit seinem ersten Theaterstück in Erscheinung: STEINWALD'S erzählt die Geschichte einer längst verstreuten Familie nach dem Mauerfall, »ein melancholisches Drama über Glück und Schmerz« (Stuttgarter Zeitung). Von 2000 an war Oberender zunächst am Schauspielhaus Bochum, dann am Schauspielhaus Zürich Dramaturg und seit 2007 Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele. Seit 2012 Leiter der Berliner Festspiele. Zudem hat er weitere sechs Theaterstücke geschrieben, darunter NACHTSCHWÄRMER, das den Deutschen Jugendtheaterpreis 2000 gewann.

Auszeichnungen:

2000 Deutscher Jugendtheaterpreis
1993 Preis der Frankfurter Autorenstiftung
 
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Theaterstücke (7)
100 Fragen an Heiner Müller
Zusammen mit Moritz von Uslar
Eine Séance
von Thomas Oberender und Moritz von Uslar
UA: Berliner Ensemble, 30.12.2005. R: Philip Tiedemann
Obwohl zu Lebzeiten durchaus auskunftsfreudig - zahllose Interviews und Bücher zeugen davon - bleibt Heiner Müller (wie sein Werk) geheimnisvoll, rätselhaft und sperrig. Müller tot und alle Fragen offen? Thomas Oberender und Moritz von Uslar geben sich damit nicht zufrieden. Sie veranstalten eine Geisterbeschwörung, um "100 Fragen an Heiner Müller" zu stellen. Die beiden Autoren dieser "Scéance", wie das Stück im Untertitel heißt, haben nicht nur nachträglich Müller selbst befragt, sondern auch einige seiner Wegbegleiter, Freunde und Feinde, Mitarbeiter und Mitstreiter. Das Ergebnis ist eine vielstimmige Annäherung an einen Mann, der, je mehr man über ihn erfährt, desto widersprüchlicher und vielschichtiger erscheint.
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Das kalte Herz
Nach Wilhelm Hauff
von Thomas Oberender
UA: Städtische Theater Chemnitz, 1.12.1996. R: Sebastian Orlac
Die Geschichte vom Kohlenmunk Peter, der sein warmes Herz und seine Fähigkeit glücklich zu sein, gegen einen Stein und Gold eintauscht. In Thomas Oberenders freier Adaption des Hauff'schen Märchens darf man bei aller Tragik auch lachen und sich kräftig gruseln. Die Sinne bekommen Nahrung, Tempo ist angesagt, pralles Leben und Situationskomik.
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Besetzung ad libitum
Altersempfehlung: ab 6 Jahren




Das Treffen - The Other Side
Zusammen mit Sebastian Orlac
von Thomas Oberender und Sebastian Orlac
UA: Theater Magdeburg/Tennessee Repertory Theater Nashville, 30.9.2005. R: Markus Dietz.
DAS TREFFEN - THE OTHER SIDE macht seine Zuschauer zu heimlichen Protagonisten. An zwei Theatern/Spielstätten erlebt das Publikum den gleichen Ablauf der Handlung: Fünf Schauspieler mischen sich unter die Zuschauer; auf einer Leinwand wird das Publikum der jeweils "anderen Seite" gezeigt. Während Kameras einzelne Besucher der anderen Seite hervorheben, beginnen die Schauspieler, Geschichten über Menschen zu erzählen, die sich mit den Gesichtern der Porträtierten verbinden. Geschichten aus dem Leben, von alltäglichen Erfahrungen, Sehnsüchten und Enttäuschungen, von Glücksmomenten und Liebesdramen. Bilder und Sätze verdichten die Geschichten der "anderen Seite" zu einer Begegnung mit sich selbst im Spiegel der anderen.
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Engel und Dämonen
Stück in drei Akten
von Thomas Oberender
UA: Luther-Festspiele, Wittenberg, 11.07.1998. R: Peter Ries
Das Stück erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in den Jahren nach 1989 seinen Glauben verloren hat. Matthias gibt sein Studienfach, die Theologie, auf und geht als Autor und Regisseur eines Lutherstücks nach Wittenberg. Doch er scheitert wie der Luther in seinem Drama am historischen Entscheidungsjahr 1525 (Bauernkriege, Luthers Versöhnung mit dem Vater, seine Heirat, Ausbau der Landeskirche sind die Stichworte). Sein Ensemble, sein Volk, mag ihm nicht folgen, es spielt lieber beim historischen Stadtfest mit und feiert "Luthers Hochzeit" als fröhliches Spektakel. Auch für Freilichttheater geeignet.
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Nachtschwärmer
von Thomas Oberender
Nach Motiven aus dem Märchen "Die zertanzten Schuhe"
von Jacob und Wilhelm Grimm
UA: Theater der Stadt Bielefeld, 19.5.2000. R: Regula Gerber
Nacht für Nacht verschwinden drei Schwestern aus ihrem Zimmer und liegen am nächsten Morgen mit zertanzten Schuhen im Bett. Der Vater hat Fenster und Türen verbarrikadiert und eine Belohnung ausgesetzt für den, der das Geheimnis der Schwestern lüftet. Ein ehemaliger Grenzsoldat, durch seinen Mantel unsichtbar, folgt den Schwestern auf ihrem nächtlichen Ausflug und entdeckt, dass sie durch das Tanzen ihre Traumprinzen aus der Unterwelt zu befreien versuchen. Der Spitzel verrät die Schwestern, und der Zugang zur Unterwelt bleibt für immer versperrt. Aber die tiefe Enttäuschung der jungen Frauen verbindet sich allmählich mit der Erkenntnis, dass auch die Oberwelt eine verlockende Perspektive für sie bereithalten mag.
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Altersempfehlung: ab 12 Jahren
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Altersempfehlung: ab 12 Jahren




Selbstportraits. 48 Details
von Thomas Oberender
UA: Schauspielhaus Bochum, 12.2.2001. R: Isabel Osthues
In SELBSTPORTRAITS. 48 DETAILS gibt Thomas Oberender das Bild einer Generation der 30-somethings, die sich weder sozial noch ästhetisch alten Mustern einfügt. Daher bildet die Vierecksgeschichte um Helene, ihren Mann Daniel, ihren Liebhaber Fabian und dessen Exfreundin Juliane auch nur die Folie, vor der sich der Zerfall der Figuren und ihrer Biographien abspielt. Sie werden in einer brüchigen Szenenfolge nurmehr mühsam zusammengehalten.
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Steinwald's
Drama in zwei Akten
von Thomas Oberender
UA: Schauspiel Leipzig, 10.2.1994. R: Dietrich Kunze
Eine Momentaufnahme aus dem Osten Deutschlands kurz nach der Wende. Die Geschwister Steinwald, bis vor kurzem durch die Mauer getrennt, treffen sich in ihrem Elternhaus wieder, um es nach dem Tod der Mutter zu verkaufen. Die Auflösung des Hausrats weckt in den Beteiligten verschiedene Erinnerungen, Hoffnungen und Ansprüche. Nachdenklich und detailgenau skizziert das Stück die bis heute fortwirkenden unterschiedlichen Empfindungen, ohne je in die Klischees vom "Besserwessi" und vom "Meckerossi" zu verfallen.
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