Alfred de Musset

geboren 1810 in Paris. Seine Familie war bereits lange in literarischen Kreisen aktiv, sein Großvater als Lyriker, sein Vater als Herausgeber. Er selbst gewinnt 1827 den Lateinwettbewerb de Concours générale und wendet sich einem Studium zu, doch er kann sich für keines entscheiden. 1830 veröffentlicht er sein erstes Drama. In den literarischen Kreise besitzt er bereits einen Ruf als Ästhet und Romantiker. In der Zeit von 1833 bis 1834 wird de Musset Liebhaber von George Sand und unternimmt... weiterlesen »

geboren 1810 in Paris. Seine Familie war bereits lange in literarischen Kreisen aktiv, sein Großvater als Lyriker, sein Vater als Herausgeber. Er selbst gewinnt 1827 den Lateinwettbewerb de Concours générale und wendet sich einem Studium zu, doch er kann sich für keines entscheiden. 1830 veröffentlicht er sein erstes Drama. In den literarischen Kreise besitzt er bereits einen Ruf als Ästhet und Romantiker. In der Zeit von 1833 bis 1834 wird de Musset Liebhaber von George Sand und unternimmt eine ausgedehnte Italienreise mit ihr, die sich in beider Werke widerspiegelt. Als er krank wird, geht George Sand eine Beziehung mit seinem Arzt ein. Von 1835 bis 1837 arbeitet er an seinem lyrischen Hauptwerk "Les nuits". 1847 wird er Bibliothekar des Innenministeriums, während der Revolution von 1848 wird er abgesetzt, unter Napoléon III. aber wieder in sein Amt eingesetzt. Nach zwei erfolglosen Versuchen wird er 1852 Mitglied der Académie francaise. Alfred de Musset stirbt 1857 in Paris.
 
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Theaterstücke (2)
Die Launen der Marianne (Les caprices de Marianne)
Deutsch von Simon Werle
von Alfred de Musset
Aus dem Französischen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Thalia Theater, Hamburg, 06.04.1991. R: Werner Schroeter
In der Liebe kommt es darauf an, seine Anliegen verständlich zu machen! Das aber will dem jungen, zur Schwermut neigenden Coelio partout nicht gelingen. "Meine Zunge will nicht so wie mein Herz, und ich werde sterben, ohne mich mitgeteilt zu haben, wie ein Sprachloser in einem Kerker." Die Situation ist allerdings auch verzwickt: Seine Angebetete, die hübsche Marianne, ist mit dem mächtigen Richter Claudio verheiratet und verschanzt sich hinter den dicken Mauern ihres Anwesens. Coelios Briefe bleiben unbeantwortet, und auch die nächtlichen Ständchen vor ihrem Fenster haben nicht den erwarteten Erfolg. In höchster Verzweiflung bittet er seinen Freund Octave um Hilfe - ein schlagfertiger und trinkfester Tagedieb, dem die Herzen nur so zufliegen. Mit dem Ehrgeiz beseelt, Coelios Eroberungsversuch zu unterstützen, trägt Octave das Anliegen seines Freundes vor. Marianne bleibt nicht ungerührt - doch nun beginnt auch Octave, Zuneigung zu empfinden. Und im Hintergrund tobt der eifersüchtige Ehemann, der bereits ein Mordkommando zusammenstellt.
3D-5H
3D-5H




Lorenzaccio
Deutsch von Horst Laube
von Alfred de Musset
Aus dem Französischen von Horst Laube
UA der Übersetzung: Münchner Kammerspiele, 2.10.1985. R: Thomas Langhoff
In Florenz herrscht Chaos: ohne Rausch und Orgien vergeht hier weder Tag noch Nacht, vor allem im Karneval. Niemand verkörpert diesen Lebensstil skrupelloser als der regierende Herzog Alessandro de Medici selbst – Seite an Seite mit seinem Cousin Lorenzo, der, soeben aus Rom verbannt, zu seiner Familie nach Florenz zurückgekehrt ist. In ihrer Liebe zum Wein und zu den Mädchen, zum Luxus und zum lasterhaften Leben bilden die beiden ein unzertrennliches Duo. Lorenzo wird so zum engsten Vertrauten des Herzogs. Doch all die Intriganten, die im Dunstkreis des Herzogs um politischen Einfluss ringen, warnen vor Lorenzaccio, dem "Wüstling". Zu unnahbar bleibt dieser dandyhafte Zyniker, den sein virtuoses Verstellungsspiel sonderbar gefährlich macht. Hinzu kommt, dass Lorenzo mit dem Republikaner Filippo Strozzi, dem alten Gegenspieler Alessandros, in regem Austausch steht. Strozzi hat genug vom moralischen Verfall seiner Heimatstadt. Er beschließt zu handeln. Auch der desillusionierte Lorenzo versucht mit einer einzigen Tat zu sich selbst zurückzufinden. Er plant für den geliebten Herzog ein letztes Rendezvous: Doch im Schlafgemach wartet kein Mädchen, sondern der Tod...
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum