Henry Monnier

geboren 1799 in Paris. Nach der Schulzeit auf dem Lycée Bonaparte geht Monnier nach London. Dort betätigt er sich als Schauspieler, Zeichner und Karikaturist. Ermutigt durch die Bekanntschaft vieler Autoren seiner Zeit, die er um 1831 in den literarischen Salons kennenlernt, beginnt er selber zu schreiben. Bereits in seinem ersten Stück taucht die Figur des Monsieur Prudhomme auf, und als das Drama ein Erfolg wird, beginnt Monnier, die Figur weiter auszubauen. Obwohl neben seinen literarischen... weiterlesen »

geboren 1799 in Paris. Nach der Schulzeit auf dem Lycée Bonaparte geht Monnier nach London. Dort betätigt er sich als Schauspieler, Zeichner und Karikaturist. Ermutigt durch die Bekanntschaft vieler Autoren seiner Zeit, die er um 1831 in den literarischen Salons kennenlernt, beginnt er selber zu schreiben. Bereits in seinem ersten Stück taucht die Figur des Monsieur Prudhomme auf, und als das Drama ein Erfolg wird, beginnt Monnier, die Figur weiter auszubauen. Obwohl neben seinen literarischen Arbeiten auch viele graphische Werke erschienen sind, wendet er sich ab 1850 in zunehmendem Maße dem Schreiben zu. Er stirbt 1877 in Paris.
 
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Theaterstücke (1)
Aufstieg und Fall des Joseph Prudhomme (Grandeur et Décadence de M. Joseph Prudhomme)
Deutsch von Eugen Helmlé
Komödie in fünf Akten
von Henry Monnier
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé
UA der Übersetzung: Städtische Bühnen Augsburg, 12.11.1983. R: Bernd Palma
Monsieur Prudhomme hat den Grundsatz unserer Zeit: "Bereichert Euch!" in die Tat umgesetzt und es auf diese Weise vom armen Schreiblehrer zum vielbeschäftigten Honoratioren gebracht. Ambitioniert und immer nach oben sich streckend ist es für ihn das Höchste, auf den Ball des Königs eingeladen zu werden und seine Tochter adlig zu verheiraten. Nachdrücklich betreibt er seine Kandidatur zur Nationalversammlung; und um ja keine Chance auszulassen, sich zu empfehlen, veröffentlicht er in der Zeitung, die zu einem Gutteil ihm gehört, einen – wie er glaubt – höchst opportunen Artikel zur Lage der Nation. Doch dieser Artikel bewirkt das Gegenteil, die Zeitung wird zu einer Geldbuße verurteilt, und schließlich fällt Prudhomme auch noch bei der Nationalversammlung durch, womit er zugleich alle anderen Ämter verliert. Der Emporkömmling ist auf der ganzen Linie gescheitert, nicht einmal seine Tochter hat er "nach oben" verheiraten können – sie liebt und ehelicht einen Komödienschreiber.
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