Jürgen Lodemann

geboren 1936 in Essen, lebt in Freiburg und in Essen. Studium der Philosophie, naturwissenschaftlichen Geographie und Germanistik in Freiburg im Breisgau. Freier Mitarbeit bei ZEIT, Frankfurter Rundschau, FAZ und taz. Als Theaterautor ist der damalige Kulturredakteur und Moderator, der 1975 beim SWR die auch heute noch monatlich erscheinende »Bestenliste« erfunden hatte, relativ spät und zunächst nur kurz, aber unter viel Beifall in Erscheinung getreten: 1980 hatte am Schauspielhaus Bochum... weiterlesen »

geboren 1936 in Essen, lebt in Freiburg und in Essen. Studium der Philosophie, naturwissenschaftlichen Geographie und Germanistik in Freiburg im Breisgau. Freier Mitarbeit bei ZEIT, Frankfurter Rundschau, FAZ und taz. Als Theaterautor ist der damalige Kulturredakteur und Moderator, der 1975 beim SWR die auch heute noch monatlich erscheinende »Bestenliste« erfunden hatte, relativ spät und zunächst nur kurz, aber unter viel Beifall in Erscheinung getreten: 1980 hatte am Schauspielhaus Bochum AHNSBERCH, ein Volksstück »über die Räuber an der Ruhr« Premiere. DER BEISTRICH ODER KATHARINA BOTTICELLI IN GELSENKIRCHEN-BULMKE bescherte dem Autor 1986 den Essener Dramatikerpreis. Fast zwanzig Jahre beschäftigte sich Lodemann dann mit dem Nibelungen-Stoff, bis sein Roman "Siegfried und Krimhild: Die Nibelungen" (2005) erschien und auch wieder ein Theaterstück: DER NIBELUNGE.

Auszeichnungen:

1987 Literaturpreis Ruhrgebiet
1986 Essener Dramatikerpreis für das Stück DER BEISTRICH ODER KATHARINA BOTTICELLI IN GELSENKIRCHEN-BULMKE
1977 Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik

 
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Theaterstücke (4)
Ahnsberch
von Jürgen Lodemann
UA: Schauspielhaus Bochum, 2.4.1980. R: Alfred Kirchner
Das "Volksstück in drei Akten über die Räuber an der Ruhr" ist eine wütend-heitere, naiv-überspannte Polit-Phantasie über politische Selbstbestimmung - nicht nur des Ruhrgebietes.
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Der Beistrich oder Katharina Botticelli in Gelsenkirchen-Bulmke
von Jürgen Lodemann
UA: Theater Essen, 5.6.1987. R: Henning Brockhaus
Die Realität und ihre geschönte Reproduktion auseinander zu halten fällt der Friseuse Kathrin Lehmann überaus schwer, und daran nicht unschuldig ist der junge Professor, den sie im Salon Silvia zwischen die Finger bekam – und umgekehrt. Für den Sprachwissenschaftler war sie schon wegen ihres "unbezahlbaren Deutsch" ein Fundstück; für die Friseuse verkörpert er die große, weite Welt. So wurde schnell mehr daraus: "Pygmalion" zwischen Ruhr und Emscher. Was sie in dieser ungleichen Beziehung erlebt und erleidet, darüber will sich Kathrin Lehmann klar werden, sich verständigen. Doch ihre Freundin Conny ist ab über die Berge, in ein Nest nach Bayern gezogen, deren Telefon dauernd besetzt, und so beginnt sie, ihr einen Brief – nein, nicht zu schreiben, sondern – auf Kassette zu sprechen: Kathrins letztes Band. Zwischen einer Abrechnung mit ihrem "Hömmut", diesem "EisKlotzKotzBrocken", und einer Arie der Verzweiflung changiert ihr Monolog: von A wie Arbeitsplatz, wo sie Ärger mit ihrem Chef und den sozialneidischen Kolleginnen hat, bis zu O wie Orgasmus reicht das Problemfeld.
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Gutmenschen
von Jürgen Lodemann
Nach 37 Jahren kehrt Bruno Legrand in sein Elternhaus im "Goldnest" Baden-Baden zurück, das er seinerzeit im Streit mit dem Vater verlassen hat. Außer ihm ist von den Legrands nur Mutter Leni übrig geblieben, deren neunzigster Geburtstag unmittelbar bevorsteht. Aber Bruno ist auch aus einem anderen Grund heimgekehrt: Er will auf dem elterlichen Grundstück ein Depot für seine Firma errichten. Die Waren, mit denen er handelt, jedoch sind ebenso zweifelhaft wie die Familiengeschichte der Legrands - eine Geschichte aus Lügen, Verrat und immer wieder dem Glauben an die falsche Sache.
Ein Kammerspiel mit Paraderollen für zwei ältere Schauspieler.
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Siegfried
Die reale Geschichte. 33 Szenen
von Jürgen Lodemann
Dieser Siegfried ist weder nordischer Kriegsheld noch tumber Kraftprotz. Er ist vielmehr ein aufbrausender, aber gebildeter junger Mann, der zwischen die Fronten eines frühen "Kampfes der Kulturen" mitten in Europa gerät. Denn Lodemann bettet die Saga zurück in ihren historischen Kontext und rekonstruiert die europäische Situation zur Zeit der Völkerwanderung: Es ist die Zeit der Weltwende vom Heiden- zum Christentum, vom untergehenden römischen Imperium zum Erstarken des Klerus.
Fast zwanzig Jahre lang hat sich Jürgen Lodemann mit dem Nibelungen-Stoff beschäftigt. Entstanden ist so nicht nur eine Bühnenfassung, die voller Witz das Panorama einer Epoche entfaltet, sondern auch sein gefeierter Roman "Siegfried und Krimhild: Die Nibelungen" (Klett-Cotta).

"Wer also wissen möchte, wer Hagen, Gunther und Siegfried wirklich waren – bevor sie ein katholischer Mönch im 13. Jahrhundert in Verse presste, im 19. Jahrhundert Hebbel, Wagner sich ihrer bemächtigten und anschließend die Nazis sie ideologisierten – dem sei Lodemanns Neudichtung der Nibelungen nachhaltig empfohlen." (Jochen Kienbaum)
Besetzung ad libitum
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