Eugène Labiche
geboren 1815 bei Paris, gestorben ebd. 1888. Labiche gründete 1836 eine Komödienfirma, schrieb allein und mit seinen Mitschreibern über 175 Dramen, Komödien, Possen und Vaudevilles und triumphierte 1851 mit EIN FLORENTINERHUT, mit dem er, so rühmte Zola später, »mehr erschaffen habe, als ein Stück, er schuf ein Genre«.
geboren 1815 bei Paris, gestorben ebd. 1888. Labiche gründete 1836 eine Komödienfirma, schrieb allein und mit seinen Mitschreibern über 175 Dramen, Komödien, Possen und Vaudevilles und triumphierte 1851 mit EIN FLORENTINERHUT, mit dem er, so rühmte Zola später, »mehr erschaffen habe, als ein Stück, er schuf ein Genre«.
 
Eugène Labiche »
Theaterstücke (8)
Das Glück zu dritt (Le plus heureux des trois)
Deutsch von Urs Widmer
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Urs Widmer
UA der Übersetzung: Basler Theater, 26.9.1969. R: Heinz Engels
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Das Strumpfband (La femme qui perd ses jarretières)
Deutsch von Brita Subklew-Hildebrand und Renate Wiens
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Renate Gehlen und Brita Subklew
UA der Übersetzung: Kammerspiele Düsseldorf, 9.5.1996. R: Ulla Johanna Zilges
Die Farce mit Gesang ist eine fast klassische Dreiecksgeschichte. Der ältliche Rentier Laverdure hat sich in die entzückende junge Hemdennäherin Fidéline verguckt und gleich ein Dutzend Hemden bei ihr bestellt. Die Chance, einen wohlhabenden Mann zu bekommen, will Fidéline sich nicht entgehen lassen. Leider hat sie bereits einen Verlobten. Mit dem soll Laverdures tolpatschiger Diener Gaspard fertig werden.
Mit der richtigen Musik hat diese Farce im Stile kleiner Offenbach-Operetten - für nur eine Schauspielerin und zwei Schauspieler - das Zeug zu einem kleinen Hit. Höchst wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt in deutscher Sprache war DAS STRUMPFBAND 1996 am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen – in der Übersetzung von Renate Wiens und Brita Subklew.
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Der Preis des Monsieur Martin (Le Prix Martin)
Deutsch von Simon Werle
Komödie in drei Akten von Eugène Labiche
Deutsche Fassung von Simon Werle
UA: Théâtre du Palais-Royal, Paris, 5.2.1876.
Labiches Eifersuchtskomödie erzählt die zeitlose Geschichte eines Ehemanns, der von seinem besten Freund betrogen wird und beschließt, sich zu rächen:
Monsieur Martin sucht die Gesellschaft seines Freundes Agénor beim Kartenspiel; der wiederum sucht die Nähe von Martins Frau Loisa beim Liebesspiel. Angestachelt von seinem Cousin Hernandez, durch den er von dem Ehebruch erfährt, schmiedet Martin einen Racheplan: Er bestellt die ganze Gesellschaft in die Schweizer Alpen, um Agénor in einen Abgrund zu stürzen. Doch der intendierte Sturz wird zum komischen Fall. Denn während des arrangierten Ausflugs entdeckt auch Hernandez seine Liebe zu Loisa. Anstatt einem sieht Martin sich plötzlich zwei Nebenbuhlern gegenüber. Am Ende aber scheint die Lösung der verzwickten Situation nur eine "Preisfrage" zu sein.
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Die Affaire in der Rue Lourcine (L'affaire de la Rue de Lourcine)
Deutsch von Andrea Clemen
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Andrea Clemen
UA der Übersetzung: Landesbühne Esslingen, 4.12.1991. R: Tobias Lenel
"Hauptdarsteller Lenglumé verbringt den Abend beim Ehemaligentreff seiner alten Schule. Am nächsten Morgen erwacht er ohne Erinnerung an die Geschehnisse neben einem fremden Mann, seinem Schulkameraden Mistingue. Aus der Zeitung erfährt er von einem brutalen Mord an einer jungen Kohlenschlepperin in der vergangenen Nacht. Unterstützt von einer Reihe von Indizien kommen die beiden zum Schluss, dass sie im Rausch jenen grausamen Mord begangen haben müssen. Nun versuchen die beiden, mit einer Reihe von immer grotesker werdenden Rettungsversuchen, einen drohenden Skandal abzuwenden." (Wikipedia)
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Die Grille bei den Ameisen (La cigale chez les fourmis)
Deutsch von Brita Subklew-Hildebrand und Renate Wiens
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Renate Gehlen und Brita Subklew
Der Reichtum der Familie Chameroy ist neu. Monsieur Chameroy hat einfach kaufmännisches Talent und sich aus kleinsten Verhältnissen emporgearbeitet. Und jetzt soll der Graf von Vérac um die Hand seiner Tochter Henriette anhalten! Da müssen die Chameroys nur noch lernen, was Geschmack ist, und wie man das viele Geld auch standesgemäß ausgibt. Der Verschwender Paul de Vineuil hilft ihnen gerne dabei.
Diese kleine Komödie in einem Akt (Spieldauer knappe zwei Stunden) ist ein Paradebeispiel des Vaudeville.
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Ein Florentinerhut (Un chapeau de paille d'Italie)
Deutsch von Andrea Clemen
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Andrea Clemen
UA der Übersetzung: Staatliche Schauspielbühnen Berlin, 25. 11. 1989. R: Harald Clemen
Fadinard, ein junger Lebemann, der sich zur Heirat mit der Tochter eines Blumenzüchters entschlossen hat, gerät just an seinem Hochzeitstag in immer unauflöslichere Verwicklungen. Fadinards Kutschpferd hat am Morgen im Bois de Vincennes den Florentinerhut einer Dame zerfressen, die dies mit gutem Grund vor ihrem Ehemann verheimlichen will. Während eines Stelldicheins mit ihrem Liebhaber hatte sie die störende Kopfbedeckung an einen Ast gehängt. Die Dame und ihr Kavalier, ein jähzorniger Offizier, fordern vom Besitzer des gefräßigen Pferdes Entschädigung und weigern sich, das Haus des Bräutigams ohne Ersatz für das corpus delicti zu verlassen. Inzwischen sind die Hochzeitsgäste angekommen und begehren Einlass. Unerbittlich heften sie sich an Fadinards Fersen und folgen ihm bei einer turbulenten Jagd durch ganz Paris, ohne von den Hintergründen der Aktion auch nur das Geringste zu ahnen: ein Hutgeschäft, dessen Besitzerin ausgerechnet eine ehemalige Geliebte des Bräutigams ist, wird von den Verwandten der Braut für das Standesamt gehalten; das Haus einer Baronin, in dem man Fadinard irrtümlicherweise als berühmten Tenor festhält, wird von der Hochzeitsgesellschaft mit einem Restaurant verwechselt.
Ausgerechnet dem betrogenen Ehemann erzählt Fadinard seine Geschichte und tut damit, was er doch unter allen Umständen vermeiden wollte. Aber das ist nicht das Ende der Komödie, in der es gar nicht um die Auflösung von Verwicklungen, sondern um die Vertuschung der Wahrheit geht. Ein Florentinerhut, der sich unter den Geschenken der Braut befindet, genügt dem betrogenen Gatten der Seitenspringerin schließlich als Beweis für ihre Unschuld.
Jede der agierenden Personen verfolgt so konsequent ihr Ziel, dass daraus eine ebenso logische wie absurde Handlung entsteht. Die Figuren Labiches gleichen "Puppen, die er über Abgründe tanzen lässt, um sich dann über ihre Grimassen zu amüsieren".
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Ein wahrer Menschenfeind (Le misanthrope et l'auvergnat)
In einer Fassung von Werner Simon Vogler
von Eugène Labiche
Übersetzt und bearbeitet von Werner Simon Vogler
UA der Fassung: Stadttheater Konstanz, 22.4.1989. R: Klaus Kusenberg
In Werner Simon Voglers Fassung wurde Labiches Einakter WAHRER MENSCHENFEIND erstmals dem deutschen Theater zugänglich gemacht. Eine Paraphrase des "Misanthropen" von Molière - mit den Mitteln des bürgerlichen Lachtheaters. Das Ergebnis ist eine mitreißende Farce, ein Glanzstück der Labiche'schen Theaterkunst.
Wie bei Molière leidet ein einsamer Mensch - hier ein wohlhabender Aktionär - unter der Heuchelei und den Lügen seiner Umwelt. Hinter jedem Wort vermutet er Verrat, hinter jedem Blick Falschheit. In jedweder Beteuerung der Unschuld erblickt er lediglich den Beweis des Gegenteils. Unsäglich leidet der Misanthrop unter der Last der Verworfenheit, die diese Welt beschwert und das Leben unerträglich macht. Niemandem traut er über den Weg, am wenigsten seinem Dienstpersonal. So verdächtigt er eine Köchin der Untreue und des Diebstahls.
Ein Kohlenträger verirrt sich in den Salon. An ihm entdeckt der Menschenfeind eine Eigenschaft, die er bisher so sehr vermisste: Dieser Mann sagt, was er denkt. Der Misanthrop jubelt, weil er endlich jemanden gefunden hat, der die Wahrheit sagt. Hocherfreut lässt er sich "Faulpelz", "Geldabschneider", "Miesepeter" schimpfen. Für viel Geld engagiert er den "Wahrheitsfanatiker". Doch damit beginnen die Katastrophen:
Der Menschenfeind muss erkennen, dass seine geschäftlichen und privaten Interessen offene Worte nicht vertragen. Sie stempeln ihn zum Betrüger, Lügner, Ehebrecher - nur weil sein neuer Freund offen, ehrlich und vor allem laut sagt, was er sagen soll. An den Rand seiner psychischen und ökonomischen Existenz getrieben, gelingt es dem düpierten Misanthropen nur mit Mühe, einen Ausweg zu finden - nicht zuletzt dank der zuvor so verleumdeten Köchin.
"Le Misanthrope et l'Auvergnat", so der Originaltitel, hat Werner Simon Vogler übersetzt und behutsam bearbeitet. Seine Eingriffe betreffen lediglich die Figur des Kohlenträgers, den er von seiner ursprünglich landsmannschaftlichen Charakterisierung befreit hat, weil sie in Deutschland unverständlich wäre. In dieser Figur karikiert Labiche übrigens ein weiteres Molière'sches Vorbild: den Tartuffe. Labiche verdreht ihn ins Groteske und zeigt einen Arbeiter, der sich vor lauter Gerechtigkeitssinn gezwungen sieht zu heucheln. Ein Tartuffe und ein Misanthrop begegnen sich - was dabei geschieht, vermag wohl nur Labiche zu schildern.
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Folgen aus erster Ehe (Les suites d'un premier lit)
Deutsch von Renate Wiens und Brita Subklew-Hildebrand
von Eugène Labiche
Aus dem Französischen von Renante Gehlen und Brita Subklew
UA der Übersetzung: Compagnie de Comédie, Rostock, 27.3.1998. R: Peter Ibrik
"Voilà! - Der Knoten ist entwirrt / weil Schwiegertochter Schwiegermutter wird! / Doch ist die Sache noch viel delikater, / denn jeder Ehemann ist in Person / des Schwiegervaters Schwiegervater / und Schwiegersohn vom Schwiegersohn!" Wie es zu diesem Knoten überhaupt erst kommen konnte und wie er gelöst wird, davon handelt FOLGEN AUS ERSTER EHE, eine kleine Komödie mit Gesang, die Renate Gehlen und Brita Subklew entdeckt und übersetzt haben. Ein Musterexemplar des Vuadeville, das mit einer schmissigen Musik heute wie vor mewhr als hundert Jahren das Zeug zu einem richtigen Hit hat.
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