Simone Kucher

geboren 1973 in Ellwangen. Studium der Theaterwissenschaft, gender studies und Neuere deutsche Literatur in München und Berlin. 2005 UA von "Falls City" (ein Projekt mit Bernhard Mikeska) an der Roten Fabrik in Zürich. Mehrere Lesungen und Werkstattproduktionen von "Silent Song" und "Helikopter-Quartett", u.a. Münchner Kammerspiele (2005), Vorstadttheater Basel (2005), Nationaltheater Mannheim (2006), Tacheles Berlin. 2005 Einladung zur Dramatikerwerkstatt der Internationalen Schillertage im... weiterlesen »

geboren 1973 in Ellwangen. Studium der Theaterwissenschaft, gender studies und Neuere deutsche Literatur in München und Berlin. 2005 UA von "Falls City" (ein Projekt mit Bernhard Mikeska) an der Roten Fabrik in Zürich. Mehrere Lesungen und Werkstattproduktionen von "Silent Song" und "Helikopter-Quartett", u.a. Münchner Kammerspiele (2005), Vorstadttheater Basel (2005), Nationaltheater Mannheim (2006), Tacheles Berlin. 2005 Einladung zur Dramatikerwerkstatt der Internationalen Schillertage im Nationaltheater Mannheim, 2006 Einladung zur Dramatikerwerkstatt der Theaterbiennale Wiesbaden -Neue Stücke aus Europa-. Nominiert für die 3. St. Gallener Autorentage 2009 mit "Silent Song". Auftragsarbeiten für das Schauspielhaus Bochum für das Festival "Ohne Alles 1,2 und 3". Simone Kucher lebt in Berlin.
 
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Theaterstücke (5)
Helikopter-Quartett
von Simone Kucher
In ihrem Zweipersonenstück HELIKOPTER-QUARTETT erzählt Simone Kucher das Drama einer jungen Familie, die sich in einer Neubausiedlung niederlässt. In monologischen Passagen berichtet ein Mann von Frau und Kindern und von den Schwierigkeiten, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Doch etwas stimmt nicht: Seine Erzählungen werden von Hubschraubergeräuschen begleitet, und Kucher stellt ihnen Dialogszenen entgegen, die - retrospektiv und in umgekehrter Reihenfolge - Schlaglichter auf eine Ehe werfen, die zunehmend bestimmt ist von Sprachlosigkeit und unterschwelliger Gewalt. Schließlich stehen Beginn und tödliches Ende der Familie nebeneinander.
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Im Licht - Pola Negri
von Simone Kucher
UA: Kreaturen Verbund/Brotfabrik Bühne, Berlin, 7.9.2011. R: Holger Müller-Brandes
1918, als der Film noch in den Kinderschuhen steckt, erscheint mit Pola Negri ein Star auf der Bildfläche: Emanzipiert verkörpert sie Leidenschaft und Erotik. Auf der Höhe ihres Ruhms stirbt ihre große Liebe Rudolph Valentino, sie scheut sich nicht, ihre Trauer im Schweinwerferlicht der Öffentlichkeit zu zeigen und erntet vernichtende Kritik. Der Tonfilm und ein verändertes Frauenbild setzen ihrer Karriere ein jähes Ende, ihr Name wird rasch vergessen. 1935 dreht sie erneut – in Nazi-Deutschland. Als vermeintliche Hitler-Geliebte gebrandmarkt, zieht sie sich endgültig ins Privatleben zurück.
Anhand des einstigen Schauspielstars erzählt IM LICHT – POLA NEGRI von dem Versuch, in einer medialisierten Welt, die nach Austauschbarkeit und Konformität verlangt, die eigene Authentizität zu bewahren. In Simone Kuchers Text begibt sich "die Negri" in die schillernde neue Welt des Films, muss jedoch erleben, dass Bilder, einmal in die Welt gesetzt, schnell zu Ikonen gerinnen, die von ihrer Umwelt schließlich gegen sie gewendet werden.
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Schritte
von Simone Kucher
UA: Schauspielhaus Bochum/Festival Ohne Alles, 17.5.2007.
Das Kurzstück SCHRITTE ist eine Momentaufnahme in zwei Stimmen. Ein Mann in Odessa läuft die Treppen zu seiner Wohnung hoch und trifft im Laufen eine wichtige Entscheidung. Diese Szene wird geschnitten mit dem Blick einer fremden Frau auf ihn, ein paar Stunden vorher im Hotelzimmer. Rhythmisch wechseln einander die Schnelligkeit des Laufens mit der Langsamkeit der Beobachtung ab.
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Silent Song
von Simone Kucher
UA: Armes Theater Wien, 29.10.2009. R: Erhard Pauer
SILENT SONG legt Simone Kucher die Idee eines Requiems zugrunde: entstanden ist eine "Trauer-Komposition", die nach einem Bombenanschlag hinter die Oberfläche von politischen Bekennerschreiben und Medienberichten blickt. Zu Wort kommen die Übriggebliebenen, die sich jeder Statistik und medialer Berichterstattung entziehen: Überlebende und Hinterbliebene, die ihre Stimmen erst wieder finden müssen. Indem sie sie ineinander montiert, teils zu Chören zusammenführt, teils nebeneinander stellt, verdichtet Simone Kucher diese Stimmen zu einer virtuosen sprachlichen Partitur, die – jenseits aller Psychologisierung – Trauer als kollektiven Prozess erfahrbar zu machen versucht.
2D-2H (auch größer besetzbar)
2D-2H (auch größer besetzbar)




Wo du bist
von Simone Kucher
UA: Schauspielhaus Bochum/Festival Ohne Alles 3, 26.6.2010.
Eine Kugel rollt, ein Mann steht hinter der Tür und eine Frau auf der Bühne. Ein Kurzstück, entstanden für das Schauspielhaus Bochum.
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