© Alexi Pelekanos
Andreas Jungwirth

geboren 1967 in Linz, lebt in Wien. Er studierte Germanistik und später Schauspiel in Wien. Nach Engagements an verschiedenen Theatern rief er unter anderem mit dem Komponisten Wolfgang Heisig das Kleintheater "Zwirn" ins Leben, gründete die Theatergruppen "lenz bühne" und führte Theaterprojekte durch. Seit 1996 arbeitet er als Theater- und Hörspielautor. Seine Theaterstücke wurden u.a. am Landestheater Linz, Theater Konstanz, Theater Phönix, Staatstheater Kassel, Staatstheater Darmstadt,... weiterlesen »

geboren 1967 in Linz, lebt in Wien. Er studierte Germanistik und später Schauspiel in Wien. Nach Engagements an verschiedenen Theatern rief er unter anderem mit dem Komponisten Wolfgang Heisig das Kleintheater "Zwirn" ins Leben, gründete die Theatergruppen "lenz bühne" und führte Theaterprojekte durch. Seit 1996 arbeitet er als Theater- und Hörspielautor. Seine Theaterstücke wurden u.a. am Landestheater Linz, Theater Konstanz, Theater Phönix, Staatstheater Kassel, Staatstheater Darmstadt, Schauspielhaus Wien, Thalia Theater Hamburg aufgeführt. Hörspiele entstanden u.a. für den ORF, WDR, dradio, NDR und MDR. Neben seiner Autorentätigkeit schreibt er auch immer wieder Bearbeitungen für den Hörbuchmarkt. In Wien unterrichtet er am Schauspielhaus, wo er derzeit sowohl das Jugendprogramm Szene machen!, als auch in Zusammenarbeit mit der uniT die Schreibklasse leitet.

Auszeichnungen:

2005 Adalbert-Stifter-Stipendium

 
Andreas Jungwirth »
Theaterstücke (11)
Aller Tage Abend
Nach dem Roman von Jenny Erpenbeck
Dramatisierung von Andreas Jungwirth
UA: Schauspielhaus Wien, 30.1.2014. R: Felicitas Brucker
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stirbt in Galizien ein Kind. Wenn ein Kind stirbt, nimmt der Herr "viel mehr, als da war – auch alles, was aus dem Kind hätte werden können." So beginnt Jenny Erpenbecks Roman. Neunzig Jahre später stirbt in Berlin eine alte Frau. Dazwischen liegen fünf mögliche Leben, die in Summe eines ergeben. Aber entlang dieser fünf Möglichkeiten spannt sich auch das Panorama eines ganzen Jahrhunderts auf, das geprägt ist von Krieg, Gewalt und totalitären Systemen.
Für das Schauspielhaus Wien schrieb Andreas Jungwirth eine Bühnenfassung, die das Was-wäre-wenn-Spiel des Romans durchspielt, konzentriert auf die Figur, die immer aufs Neue aus ihrem Leben gerissen wird. Aber an dem Tag, an dem gestorben wird, ist noch nicht aller Tage Abend. Alles hätte auch anders kommen können. Es gibt nicht eine Ursache, warum ein Leben scheitert, es gibt viele, und manchmal genügt ein Blick, eine Ablenkung, um alles zu ändern. Sechs SchauspielerInnen untersuchen, wie es im Einzelfall so weit kommen konnte, erinnern sich, entwerfen Biographien. Sie nähren sich den Figuren und halten Abstand. Aus ihrer Perspektive können sie die Lebensfäden der Figuren immer wieder neu verknüpfen, tabula rasa machen, und ganz einfach eine neue Möglichkeit behaupten.
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Alles Helden
von Andreas Jungwirth
UA: Theater Phönix, Linz, 24.11.2005. R: Stephan Bruckmeier
Die Schmidtkes haben Probleme. Tochter Lydia ist an einem Scheideweg angelangt. Ihre Beziehung mit Langzeitfreund Benno steht vor dem Aus, die berufliche Orientierung gestaltet sich mehr als schwierig. Vater Dieter, der kurz vor seiner Pensionierung den Arbeitsplatz verliert, ergeht sich in Selbstmitleid, und Mutter Helga, selbsternanntes Obertier der Familie, verliert zunehmend die Kontrolle über ihre Familie und die Freude daran, Feste zu feiern. Auch Vorzeigesohn André, der erfolgreiche Arzt, benimmt sich "irgendwie komisch" und scheint einiges zu verheimlichen. Sie alle spüren, dass sich etwas verändern muss, ihnen allen erscheint die Situation zu Hause und im Leben zunehmend unerträglich.
Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Stagnation trifft Lydia zufällig auf einen rätselhaften Mann, dessen radikales Denken und Handeln nicht nur ihr Leben in andere Bahnen lenkt, sondern auch das ihrer Familie in Unordnung bringt. Unaufdringlich, doch konsequent entlockt er seinen Mitmenschen Gedanken und Wahrheiten, die sie sich selbst nicht eingestehen wollen, bis ein folgenschweres Ereignis sie dazu zwingt, das eigene Leben endlich in die Hand zu nehmen.
Humorvoll und augenzwinkernd zeigt Andreas Jungwirth Alltagsmenschen, in sich Gescheiterte, denen nicht zuletzt auch der Zufall hilft, endlich das zu denken, das zu sagen, das zu tun, was sie wirklich wollen. Ein tragikomisches Heldenstück, das in all seiner Komik auch nachdenklich macht und dem Leben und Sterben auf den Zahn fühlt.
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Bossnapping
von Andeas Jungwirth
UA: Theater Phönix, Linz, 22.3.2012. R: Andreas Kratzer
Das ehemalige Familienunternehmen HamTec steht mit dem Rücken zur Wand. Vor drei Jahren wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, nun steht sie kurz vor dem Verkauf an einen arabischen Investor mit Hauptsitz in London. Doch vorher muss weiteres Personal abgebaut werden, damit der Übernahmedeal auch tatsächlich stattfinden kann. Dr. Kurban, Geschäftsführer des Unternehmens, verfolgt dabei noch ganz andere Interessen, denn ihm geht es in erster Linie darum, die eigene Haut zu retten. Seine Mitarbeiter sind zunächst hilflos - der letzte Arbeitskampf in dem Unternehmen ist viele Jahre her. Nur eine war damals schon dabei und versucht, die Kollegen zur Gegenwehr zu animieren. Was als eher spontane Aktion beginnt, mündet in einer kniffligen Situation: ungeplant werden die Arbeitnehmer zu Geiselnehmern ihres Chefs...
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Es geht uns gut
Nach Arno Geiger
Dramatisierung von Andreas Jungwirth
Nach dem Roman von Arno Geiger
UA: Schauspielhaus Wien, 4.5.2008. R: Lars-Ole Walburg
Philipp Erlach erbt 2001 von seiner Großmutter das Familienhaus in Wien-Hietzing. Er beginnt, mit Hilfe zweier Bauarbeiter, die Villa zu entrümpeln und den Dachboden, in dem sich der Taubenkot der letzten Jahrzehnte häuft, auszumisten. Philipp, der "Familienverweigerer", stellt im Zuge dieser Entrümpelung fest, dass er der Vergangenheit nicht entkommen kann. Erinnerungen an Tote und noch Lebende werden wieder lebendig: an seine Großmutter Alma, die letzte Bewohnerin des Hauses, und seinen Großvater Richard, Minister der Zweiten Republik, der den Staatsvertrag mit aushandelte und als Demenzkranker starb. An seine Mutter Ingrid, die gegen den Willen ihrer Eltern Peter, Sohn eines Nazis und Erfinder des Brettspiels "Wer kennt Österreich?", heiratete.
Ein Generationen übergreifendes Porträt einer Wiener Familie und somit der österreichischen Geschichte von 1938 bis 2001. Andreas Jungwirth hat Arno Geigers Erfolgsroman, 2005 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, für das Schauspielhaus Wien dramatisiert.
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Heidi
Nach Johanna Spyri
Nach dem Roman von Johanna Spyri
Fassung: Andreas Jungwirth
UA: Vereinigte Bühnen Bozen, 17.11.2012. R: Andreas Baumgartner
Der bekannten Geschichte vom Waisenkind Heidi, die beim Alm-Öhi aufwächst, in die große Stadt Frankfurt kommt, ehe sie schließlich wieder in die Berge zurückkehren kann, hat Andreas Jungwirth in seiner Bühnenadaption mehrere Musikeinlagen hinzugefügt – vom Jodelgesang bis zum Rap. Seine Spielfassung des Kinderbuchklassikers von Johanna Spyri ist auch für kleinere Ensembles geeignet, mit einem "heiteren Erzählfluss, den man vom doch komplexen Heidi-Stoff nicht erwartet hätte." (Radio RAI) Der Text entstand im Auftrag der Vereinigten Bühnen Bozen, wo die Gruppe Opas Diandl die Musik und Vertonungen beisteuerte. Nachinszenierungen sind aber nicht an die Uraufführungsmusik gebunden.

"Die Heidi ist die Heidi, wie die Natur die Natur ist, dort wo sie auftaucht, weiten sich die Perspektiven der Anderen, sie sehen und erfahren Neues in sich, wie Heidi Neues sieht und entdeckt, wenn sie zu ihrem Großvater auf die Alm kommt." (Andreas Jungwirth)
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Altersempfehlung: ab 5 Jahren
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Altersempfehlung: ab 5 Jahren




Outside Inn
von Andreas Jungwirth
UA: theater rampe, Stuttgart / University of Pittsburgh, 12.9.2007. R: Melanie Dreyer
Der international tätige Bauunternehmer Rudolf Kalowski stürzt auf einer Baustelle in Philadelphia im Beisein seines Mitarbeiters Paul Schneider in den Tod. Paul nutzt die Gelegenheit für eine Flucht aus seinem bisherigen Leben. Doch der Vorfall verändert nicht nur schlagartig Pauls Alltag, sondern auch den von Kathleen, Marina und Chris. Sie alle kannten Kalowski. Ohne dass sie es wüssten und obwohl sie auf unterschiedlichen Kontinenten leben, ist ihr Schicksal daher eng miteinander verknüpft.
OUTSIDE INN ist ein Stück über große und kleine Fluchten, über die Sehnsucht nach Freiheit, die nicht visionär ist, sondern nur das Alte loswerden will. Rückblenden, Monologe und Dialoge wachsen zu einem Gesamtbild und zeichnen das Geschehen aus vier verschiedenen Perspektiven. Nicht zuletzt ist OUTSIDE INN aber auch ein packender Krimi, ein spannendes Puzzle, eine aufregende Mischung aus Hitchcock und Lynch.
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Sandmann
Nachtstück nach E.T.A. Hoffmann
von Andeas Jungwirth
UA: Staatstheater Darmstadt, 11.3.2011, R: Romy Schmidt
Seine Kindheitsangst vor dem Sandmann aus dem Ammenmärchen hat Nathanael nie überwunden, und so verfällt er einer wahnhaften Vorstellung: In dem Händler Coppola glaubt er den Mörder seines Vaters wieder zu erkennen. Herzensblind verliebt er sich überdies in die Automatenfrau Olimpia. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf, und weder Nathanaels Verlobte Clara, noch sein Bruder Lothar oder Freund Siegmund können sie aufhalten.
E.T.A. Hoffmanns Novelle "Der Sandmann" ist ein Nachtstück der schwarzen Romantik, Schauermärchen und Psychostudie in einem. Für das Staatstheater Darmstadt und Regisseurin Romy Schmidt hat Andreas Jungwirth eine Bühnenfassung geschrieben. Diese hält sich an die Vorlage, wertet aber zugleich die Nebenfiguren auf, führt Erzählstränge weiter aus und fügt der Originalhandlung einen eigenständigen Epilog bei.
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Schonzeit
von Andreas Jungwirth
UA: Staatstheater Darmstadt, 26.1.2008. R: Ina Annett Keppel
Es herrscht Schonzeit in Andreas Jungwirths neuem Stück: eine Schutzfrist nicht nur für die Wölfe im Wald, die hundert Tage lang nicht geschossen werden dürfen. Auch in der angrenzenden Stadt und unter ihren Bewohnern gilt ein unausgesprochener Waffenstillstand. Doch unter der Oberfläche von Lügen und Halbwahrheiten brodelt es gewaltig:
Ob ihr Vater wirklich im Wald geblieben ist, wie seine Mutter behauptet, will das "Mädchen" wissen. Vor langer Zeit sind beide in die Stadt gezogen und haben die Großmutter allein im Wald zurückgelassen. Die wünscht sich nichts sehnlicher, als das Mädchen noch einmal zu sehen. Und den Jäger drängt nichts mehr, als der Mutter an die Wäsche zu gehen. Die unterdrückten Wünsche und Begierden brechen sich Bahn und führen alle Figuren in den Wald, zum Wolf, der gar kein Wolf mehr sein will.

In SCHONZEIT variiert Andreas Jungwirth ein Märchenthema: halb Rotkäppchen, halb kritisches Volksstück. Mit starker Sprache zeichnet er seine Figuren, auf der Suche nach sich selbst und sehnsüchtig nach dem, was das Leben für sie noch bereithält.
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Schwarze Mamba
von Andreas Jungwirth
UA: Thalia Theater Hamburg, 8.6.2006. R: Andreas Kriegenburg
SCHWARZE MAMBA ist ein Jugendstück zum Thema Gewalt:
Celine und Angie sind beste Freundinnen. Doch beide haben Schwierigkeiten mit ihren Eltern. Celines Vater betrügt seine Frau, und es macht Celine schier verrückt, dass ihre Mutter sich nicht wehrt. Im Kleinen rebelliert sie gegen die Bedrohung, die von der Geliebten des Vaters für ihre Familie ausgeht. Angie dagegen lebt mit ihrer Mutter allein; hinter deren liberalem Verhalten gegenüber der Tochter verbirgt sich ein in der Vergangen-heit gründendes schlechtes Gewissen. Als ihre Mutter mal wieder Männerbesuch erwartet, wird Angie ins Kino geschickt, begleitet von Celine. Beide sehen in Tarantinos Kill Bill den Rachefeldzug der Schwarzen Mamba. Als Celine dann noch einen Jungen namens Konrad kennen lernt, der eine Waffe besitzt und unter dem neuen Lover seiner Mutter zu leiden hat, finden die latenten Aggressionen der Jugendlichen eine unerwartete Möglichkeit sich zu entladen. SCHWARZE MAMBA ist ein subtiles, psychologisch genau gearbeitetes Stück. Jungwirth spielt mit Versatzstücken aus Gewaltfilmen und Jugendstoffen und zeigt eine Freundschaft unter Jugendlichen, deren eigentliches Problem die Probleme ihrer Eltern sind.
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Altersempfehlung: ab 14 Jahren
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Altersempfehlung: ab 14 Jahren




Stillbach oder Die Sehnsucht
Nach Sabine Gruber
Dramatisierung von Andreas Jungwirth
Nach dem Roman von Sabine Gruber
UA: Vereinigte Bühnen Bozen, 21.2.2015. R: Petra Luisa Meyer
Als Ines in Rom plötzlich stirbt, reist ihre beste Freundin Clara aus Stillbach in Südtirol an, um den Haushalt aufzulösen. Dabei entdeckt Clara in Ines' Wohnung das Manuskript zu einem mehrbändigen Werk, das in Rom des Jahres 1978 spielt, dem Jahr der Entführung und Tötung Aldo Moros. Ines beschreibt darin offenbar ihre Ferienarbeit als Zimmermädchen vor mehr als dreißig Jahren im Hotel Manente, sie erzählt die Geschichte ihrer resoluten Chefin Emma Manente, die seit Anfang des Zweiten Weltkriegs in Rom lebt und zum Leidwesen ihrer Südtiroler Familie einen Italiener geheiratet hat. War Emma tatsächlich Johann aus Stillbach versprochen, der 1944 bei einem Partisanenanschlag in Rom getötet worden ist? Ist der Historiker Paul, den Clara in Rom kennenlernt, Ines' Geliebter aus dem Jahr 1978? Auf der Suche nach Wahrheiten taucht Clara immer tiefer in die Lektüre des Manuskripts ein, und es scheint fast, als würde sie sich selbst dabei näher kommen.
Sabine Gruber erzählt in ihrem Roman aus dem Jahr 2011 spannend und präzise von der Verflechtung persönlicher und historischer Ereignisse, von Verrat und Verbrechen, von Sehnsucht, Wahrheit und neuer Liebe. Für die Vereinigten Bühnen Bozen hat Andreas Jungwirth eine Bühnenfassung erstellt.
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