Franz Jung

geboren 1888 in Neisse, Oberschlesien (heute Nysa, Polen), gestorben 1963 in Stuttgart. Studium der Volkswirtschaft, Rechts-, Kunst- und Religionswissenschaften in Leipzig, Jena und Breslau. Nach ersten Veröffentlichungen in expressionistischen Zeitschriften zieht er 1912 nach Berlin. Nachdem er sich 1914 freiwillig zum Krieg gemeldet hat, desertiert er, mit anschließender Haft und Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt. Nach der Entlassung Gründung der dadaistischen Zeitschrift "Neue... weiterlesen »

geboren 1888 in Neisse, Oberschlesien (heute Nysa, Polen), gestorben 1963 in Stuttgart. Studium der Volkswirtschaft, Rechts-, Kunst- und Religionswissenschaften in Leipzig, Jena und Breslau. Nach ersten Veröffentlichungen in expressionistischen Zeitschriften zieht er 1912 nach Berlin. Nachdem er sich 1914 freiwillig zum Krieg gemeldet hat, desertiert er, mit anschließender Haft und Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt. Nach der Entlassung Gründung der dadaistischen Zeitschrift "Neue Jugend" und Mitherausgeber bei "Club Dada". In den Jahren von 1919bis- 1922 ist Jung erneut in Haft, wegen Beteiligung an mehreren kommunistischen Aktionen (darunter die Entführung eines Schiffes). Ihm gelingt die Flucht in die Sowjetunion, wo er bei der Komintern und am Wiederaufbau zerstörter Fabriken arbeitet. 1923 Rückkehr nach Deutschland, wo er unter falschem Namen lebt. Er arbeitet als Wirtschaftsjournalist und ist literarisch und am Theater Erwin Piscators tätig. In der Zeit von 1933 bis 1945 arbeitet Jung im Untergrund gegen die Nazis, flieht nach seiner Entdeckung nach Prag, Wien und schließlich Genf. Als er dort ausgewiesen wird, geht er nach Budapest, wo er sich um polnische Flüchtlinge bemüht. Kurz vor Kriegsende wird er verhaftet und in das KZ Bozen verfrachtet, das allerdings bald darauf befreit wird. Nachdem seine Tochter unter ungeklärten Umständen stirbt, wandert Jung für einige Zeit (1945 - 1960) in die USA aus, wo er einen Wirtschaftsnachrichtendienst aufbaut. Um 1960 kehrt Jung nach Deutschland zurück. Ehemalige Bekannte helfen ihm, im kulturellen Leben wieder Fuß zu fassen. Franz Jung stirbt 1963 in Stuttgart.
 
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Theaterstücke (12)
Annemarie
von Franz Jung
Besetzung ad libitum
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Arbeiter Thomas
von Franz Jung
Besetzung ad libitum
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Der verlorene Sohn
von Franz Jung
UA: Ulmer Theater, 19.11.1992. R: K. D. Schmidt
Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten, die sich 1926 in Amerika zutrugen. Eine Frau suchte ihren Sohn, einen Soldaten, er im Ersten Weltkrieg als vermisst gemeldet worden war, da sie sich nicht mit seinem Tod abfinden konnte. Es fand sich schließlich ein junger Mann, der in einem französischen Lazarett lag und das Gedächtnis verloren hatte. Sie überredete ihren Mann, da sie in dem Verletzten den verlorenen Sohn sah, ihn nach Hause zu holen, was mit einem Medienspektakel geschah. Auf einem Foto in einer Zeitung erkannten Polizeibeamten in dem Verletzten aber einen Kriminellen und nahmen ihn in Gewahrsam. Die Mutter, Frau eines angesehenen Bürgers, kämpfte mit allen Mitteln, die ihr durch die Position ihres Mannes zur Verfügung standen, um den "Sohn".
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Die Kanaker
von Franz Jung
UA: Proletarisches Theater, Berlin, 10.4.1921. R: Erwin Piscator
Besetzung ad libitum.
Besetzung ad libitum.




Geschäfte
von Franz Jung
UA: Freie Kammerspiele Magdeburg, 28.4.1995. Hermann Schein
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Hahn im Korb
von Franz Jung
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Heimweh
von Franz Jung
UA: Studio der Piscator-Bühne, Berlin, 8.1.1928. R: Leonhard Steckel
Der Titel ist mehr Provokation als Programm, handelt nicht von Blut- und Bodensehnsucht, sondern vom Kampf aller gegen alle: Feinde ringsum, Schurken überall. Zwei Stunden lang belauern sich die Menschen auf der Bühne, umschleichen einander wie Raubtiere auf dem Beutezug.
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Herr Grosz
von Franz Jung
1947/48 schrieb Franz Jung in Italien, unter dem noch lebendigen Eindruck des Dritten Reichs, ein Drama, das dem Phänomen Hitler auf die Spur kommen will. Aber HERR GROSZ ist kein historisierendes Hitler-Drama. Die äußere Handlung – Aufstieg und Fall eines Diktators – dient nur als Gerüst. Franz Jung geht es um die politischen und psychologischen Ursachen. Seiner Theaterästhetik folgend, bietet er Fragmente, Stimmungen, Analysen, die bruchstückhaft aneinandergereiht sind. Das Stück gibt Einblicke, versucht zu erklären, aber es gibt keine fertigen Antworten. Es verunsichert mehr, als dass es Lösungen bietet.
Besetzung ad libitum
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Legende
von Franz Jung
UA: Dresdner Schauspielhaus, 13.10.1927. R: Josef Gielen
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Saul
von Franz Jung
Besetzung ad libitum
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