Heinrich Henkel

geboren 1937 in Koblenz. Absolvierte eine Malerlehre und war ab 1955 als Flachmaler tätig. 1964 übersiedelte er als Malermeister in die Schweiz. Seit 1970 arbeitete er als freier Schriftsteller für Theater und Hörspiel. Henkel verarbeitete in seinen Werken in erster Linie Erfahrungen aus der Arbeits- und Beziehungswelt. Er starb 2017 in Basel. weiterlesen »

geboren 1937 in Koblenz. Absolvierte eine Malerlehre und war ab 1955 als Flachmaler tätig. 1964 übersiedelte er als Malermeister in die Schweiz. Seit 1970 arbeitete er als freier Schriftsteller für Theater und Hörspiel. Henkel verarbeitete in seinen Werken in erster Linie Erfahrungen aus der Arbeits- und Beziehungswelt. Er starb 2017 in Basel.

Auszeichnungen:

1981 Preis der Frankfurter Autorenstiftung
1971 Fördergabe des Schiller-Gedächtnispreises des Landes Baden-Württemberg
1970 Förderungspreis des Gerhart-Hauptmann-Preises der Freien Volksbühne Berlin

 
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Theaterstücke (9)
Altrosa
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater. 21.1.1983. R: Jochen Preen
Altrosa erzählt von der zarten Annäherung zwischen einer alten Frau und dem jungen Malergesellen, der die Wände ihrer Wohnung neu, nämlich altrosa, streichen soll. Es ist ein Stück über ein Frauenleben, das unbemerkt vorbeizog, über begrabene Wünsche, Verletzungen, Rückzüge – und über die Sehnsucht, diese Last abzuwerfen und mit einem jungen Traumprinzen dem Alter und dem ungelebten Leben zu entkommen. Ein Paradestück für eine ältere Schauspielerin. Auch für Seniorentheater geeignet.
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Die Betriebsschließung
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 15.2.1975. R: Horst Siede
Der Firma des Schweizer Schuhfabrikanten Lauper ist von einem großen Konzern aufgekauft worden; daraufhin hat der Konzern durch ständig neue Akkordleistungen Unruhe unter der – hauptsächlich ausländischen – Belegschaft gestiftet, bis diese die Fabrikhalle besetzte und, ausgesperrt, entlassen wurde: Die "Strukturbereinigung" ist allseits geglückt. Eine Malerkolonne rückt an, die linken Parolen müssen von den Fabrikwänden weg. Was sich zwischen Konzern und kleinem Fabrikant abspielte, ereignet sich ebenso, nur in "familiärem", dumpfsäuerlichen Freundschaftston, zwischen Malermeister und Geselle, Geselle und Lehrling, Inländer und Ausländer. Es wird ihnen trotz der "Hackordnung" allmählich schon klar, was sie da tun, aber sie sehen sich zwischen dem Einerseits der Erkenntnis und dem Andererseits des materiellen Zwangs gefangen.
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Eisenwichser
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 17.9.1970. R: Horst Siede
Zwei Arbeiter, eingeschlossen in einem Keller, tun nichts anderes als Röhren mit giftigen Chemikalien zu säubern, um sie dann – ihre einzige Abwechslung – grau, blau oder rot zu streichen. August Lötscher, 57 Jahre, und Volker, 20 Jahre alt, unterhalten sich über ihre Arbeit, ihr Privatleben, die Firma und ihre kleinen Träume. Erst im zweiten Teil wird das realistische Bild aufgebrochen. Durch austretende Dämpfe werden die beiden in Trance versetzt und vollführen einen Tanz auf den Leitungsrohren – brechen aus ihren Rollen aus.
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Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:
1. Eisenwichser.
2. Isenputzer. Niederdeutsch von Heinz Busch
3. Isewixer. Schweizerdeutsch von Markus Imhoof




Frühstückspause
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 17.4.1971. R: Roland Kabelitz
Wenn nicht ein Biertisch – so ist doch Heinrich Henkels Stück ein Freizeitgespräch, oder besser: ein Pausengespräch. Es wahrt zudem im klassischen Sinne Ort und Zeit. Arbeitswelt wird im Gespräch dieser Handwerker deutlich; im Sprechen über Arbeit wird ihr Charakter, ihr Verhältnis zur Arbeit und zum eigenen Leben sichtbar. In Andeutungen sind die Beziehungen der Arbeiter untereinander auszumachen, die zum Teil nur für eine kurze Zeitspanne zusammenkommen. Henkels Variante der "Biertischgespräche" zeigt eine Welt auf, wie sie bislang nur selten auf die Bühne gebracht wurde.
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Lohnhof
von Heinrich Henkel
UA: Stadttheater Luzern, 13.4.1996. R: Jürgen Kloth
Vier Männer sind an eine offene Baustelle in einer verlassenen Gegend zu einem Arbeitseinsatz bestellt. Jeder ist von der Stellenvermittlung mit den nötigen Papieren und der Hoffnung auf einen Job ausgestattet. Doch niemand erscheint, um sie einzuteilen. Der Zeitverlauf bleibt ungewiss: sind es Tage oder Wochen, die da vergehen? Hat man die Vier vergessen? Aufs Abstellgleis geschoben?
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Olaf und Albert
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 19.9.1973. R: Werner Düggelin
Olaf, der Jüngere, ist dem Bankrott nahe und versucht vom zehn Jahre älteren Albert, einem pensionierten Beamten, den er seit 30 Jahren kennt, ein Darlehen von 1000 Franken zu bekommen, erst nach gütlichem Zureden, dann mit Gewalt.
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Spiele um Geld
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 20.9.1971. R: Roland Kabelitz
"In einem Spielcasino für kleine Leute wartet man auf Hasard, einen betuchten Vertreter, den man ausnehmen könnte. Sobald er kommt, steigen die Einsätze, und da er der Mann mit dem Geld ist, kann er die Spielregeln manipulieren und die Mitspieler terrorisieren. Schließlich verliert er dennoch fast zweitausend Mark an den Hafenarbeiter Gilbert. Der wiederum verliert das Geld and den Zuhälter und Berufsspieler Jonny und wird, als er aufmuckt, zusammengeschlagen." (Georg Hensel über Heinrich Henkels Stück)
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Steinzeit
von Heinrich Henkel
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Still Ronnie
von Heinrich Henkel
UA: Basler Theater, 17.9.1981. R: Petra Dannenhöfer
Das Thema des Stückes ist tägliche Realität: die Revolte Jugendlicher gegen die Gesellschaft, ihr Hass und ihre Frustration, ihre Flucht in die Drogen. Und auf der anderen Seite: die Eltern, die dieser Entwicklung entsetzt und sprachlos zusehen. Ronnie ist einer von denen, die mit fünfzehn "plötzlich" ausflippen und auf Eltern und Umgebung nur noch aggressiv reagieren. Ein Journalist liest den Drogenabhängigen von der Straße auf und nimmt ihn zu sich. Allmählich entwickelt sich eine Freundschaft.
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Altersempfehlung: ab 14 Jahren
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Altersempfehlung: ab 14 Jahren